Die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin ist eine in der Musterweiterbildungsordnung der deutschen Bundesärztekammer von 2018 (MWBO) aufgeführte Zusatzweiterbildung für Ärzte in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung.

Definition Die Zusatzweiterbildung Notfallmedizin umfasst die Erkennung drohender oder eingetretener Notfallsituationen und die Behandlung von Notfällen sowie die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung akut bedrohter Vitalfunktionen.

Mindestanforderung Um die Bezeichnung Notfallmedizin führen zu dürfen, müssen Ärzte über 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung im stationären Bereich an anerkannten Weiterbildungsstätten verfügen, davon über 6 Monate in der Intensivmedizin, in Anästhesiologie oder in einer interdisziplinären zentralen Notaufnahme, und zusätzlich einen Weiterbildungskurs in Allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung mit einem Umfang von 80 Stunden absolviert haben sowie anschließend 50 Notarzteinsätze im öffentlichen Rettungsdienst (Notarzteinsatzfahrzeug oder Rettungshubschrauber) unter Anleitung eines verantwortlichen Notarztes, davon können bis zu 25 Einsätze im Rahmen eines standardisierten Simulationskurses erfolgen.

Bei der Anmeldung zur Weiterbildungsprüfung müssen der zuständigen Ärztekammer sämtliche Nachweise über die erfüllten Mindestanforderungen vorgelegt werden. Dazu gehören auch die Logbuch-Dokumentationen über alle durch die MWBO vorgegebenen Inhalte der Weiterbildung.

Inhalte der Weiterbildung Bei der Weiterbildungsprüfung muss man darlegen können, dass man Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten unter anderem in folgenden Bereichen erlangt hat:

Organisatorische, einsatztaktische Grundlagen Todesfeststellung und Leichenschau Untersuchung des Notfallpatienten Lagerung von Notfallpatienten und Herstellung der Transportfähigkeit Erkennung kritischer und lebensbedrohlicher Zustände Schockraummanagement Einleitung einer symptomorientierten Erstbehandlung bei Bewusstseinsstörungen/neurologischen Defiziten akuter Atemnot Brustschmerz Blutungen Schock Herzrhythmusstörungen akutem Abdomen/Bauchschmerzen psychischen Störungen Fieber Durchführung und Befunderstellung des Elektrokardiogramms im Notfall Lagerung und Reposition bei Knochenbrüchen Reanimation, auch im Kindesalter Defibrillation und Kardioversion Thoraxentlastung, insbesondere Thoraxdrainage Intubation Notfallnarkose Blutstillung Anwendung von Notfallarzneimitteln Infusionstherapie Schmerztherapie.

Die Inhalte der Musterweiterbildungsordnung sind allerdings nur eine Empfehlung für die rechtsverbindlichen Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern, die hiervon abweichende Regelungen treffen können.

Siehe auch Liste ärztlicher Weiterbildungsbezeichnungen in Deutschland Zusatz-Weiterbildung Klinische Notfallmedizin

Einzelnachweise

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