Die Figuren der Fernseh-Zeichentrickserie Futurama sind mehrheitlich Einwohner der Stadt Neu-New York zu Beginn des 31. Jahrhunderts. Die Haupthandlung der einzelnen Folgen wird von den befreundeten Mitarbeitern des Unternehmens Planet Express getragen. Ähnlich wie bei Die Simpsons gibt es eine Reihe Nebenfiguren, die in unregelmäßigen Abständen wieder auftauchen. Dadurch ist es der Serie möglich, sich auch über diese Running Gags zu etablieren und Charakterzüge feiner auszuarbeiten.

Hauptfiguren

Philip J. Fry

Fry stammt aus unserer Zeit, wurde 1974 geboren und wacht nach einem kryostatischen 1000-jährigen Tiefschlaf in der Zukunft auf. Sein früheres Leben vermisst er kaum, da ihm weder sein Job als Pizzalieferant noch seine Mitmenschen besonders gefielen: Während seine Eltern es nicht für nötig hielten, nach ihrem verschwundenen Sohn zu suchen, kam es häufig zu Konflikten mit seinem Bruder Yancy; zudem betrog ihn seine Freundin Michelle. Das einzige Lebewesen, dem er nachtrauert, ist ein ihm zugelaufener Hund. Ihn hält Fry für den einzigen, der ihn vermisse. Dabei tut das seine gesamte Familie, und Frys Bruder Yancy benennt sogar seinen Sohn Philip, welcher im Jahr 2024 der erste Mensch auf dem Mars wird, nach dessen verschwundenem Onkel.

Im Jahr 3000 wird Fry Paketbote bei Planet Express, dem Paketdienst seines einzigen lebenden Verwandten Professor Hubert Farnsworth. Seine Arbeitskollegen werden schnell zu seinen wichtigsten Bezugspersonen. Fry ist unglücklich in seine Raumschiffskommandantin Leela verliebt und bewohnt den äußerst geräumigen Schrank seines besten Freundes, des amoralischen Roboters Bender. Die Figur wurde von Groening als Antiheld angelegt. Fry, der als Folge einer Zeitreise und einer Liebschaft mit seiner Großmutter sein eigener Großvater ist, zeigt sich faul, unpünktlich und unhygienisch, auch ist sein Intellekt eher gering. Zu seinen wenigen Interessen gehören Videospiele sowie die Fernsehlandschaft, über die er sehr gut informiert ist. Er teilt oftmals die moralisch verwerflichen Auffassungen von Bender, doch Fry tut im Ernstfall letztlich immer das Richtige.

Den Namen Philip gab Matt Groening Fry als Hommage an seinen verstorbenen Freund Phil Hartman. Die Abkürzung seines zweiten Vornamens „J.“ ist ein Markenzeichen Matt Groenings, das er auch bei Bart J. und Homer J. Simpson aus der Serie Die Simpsons verwendet hat. Groening hat das J als Abkürzung wiederum von Jay Ward übernommen, der eine Reihe seiner Cartoon-Figuren mit einem zweiten Vornamen versah, der mit „J.“ abgekürzt wird, beispielsweise Bullwinkle J. Moose und Rocket J. Squirrel aus der Rocky and Bullwinkle Show. Wofür das „J.“ in Frys Namen steht, wurde offengelassen. Frys Outfit, bestehend aus einer roten Jacke, weißem Shirt, blauen Jeans und schwarzen Turnschuhen, geht laut Groening zurück auf das Outfit von James Dean in dem Film … denn sie wissen nicht, was sie tun.

Turanga Leela

Turanga Leela, gerufen Leela, ist die kompetente Pilotin des Lieferraumschiffs von Planet Express. Sie ist nach eigener Aussage 25 Jahre alt. Ihr auffälligstes äußerliches Merkmal ist, dass sie wie ein Zyklop nur ein einziges großes Auge hat. Ihre lilafarbenen Haare bindet sie mit einem Haargummi zu einem Pferdeschwanz, ihre übliche Kleidung besteht aus einem weißen Trägerhemd, schwarzen, eng anliegenden Hosen sowie dunkelgrauen Stiefeln.

Leela ist das Kind von Turanga Morris und Munga, Mutanten aus der Neu New Yorker Unterwelt. Da sie sich von nicht-mutierten Menschen nur durch ihre Einäugigkeit unterscheidet, sahen ihre Eltern die Möglichkeit, ihr ein besseres Leben an der Oberfläche zu ermöglichen und setzten sie auf der Stufe eines Waisenhauses aus. Dort wuchs sie in dem Glauben auf, eine Außerirdische unbekannter Rasse, möglicherweise die letzte ihrer Art, zu sein. Erst im Laufe der vierten Staffel der Serie erfahren sie selbst und der Zuschauer ihre wahre Herkunft. Im Waisenhaus durchlebt Leela eine schwierige Kindheit. Sie wird von anderen Waisen immer wieder wegen ihrer Einäugigkeit gehänselt. Als Teenager lernt sie Arcturanisches Kung Fu. Trotz hervorragender Leistungen in dieser Kampfsportart erhielt sie keine Unterstützung ihres frauenfeindlichen Lehrers Master Phnog; dennoch wurde sie zu einer exzellenten Kämpferin.

Leela arbeitete zunächst bei Applied Cryogenics, dem Kryonischen Labor, in dem Fry seinen tausendjährigen Kälteschlaf verbrachte. Dort war sie als Schicksals-Zuweiserin (im engl. Original: Fate Assignment Officer) dafür zuständig, Personen durch implantierte Chips dauerhaft einen Beruf zuzuweisen. Allerdings gab sie diese Tätigkeit auf, als sie Fry kennenlernte, und heuerte gemeinsam mit ihm und Bender bei Planet Express an, wo sie seither als Pilotin arbeitet.

Leela gilt als äußerst verantwortungsbewusst und fürsorglich, ist in bestimmten Situationen aber auch impulsiv und jähzornig. Sie ist sowohl kompetent und verlässlich als auch etwas übervorsichtig; insofern steht ihr Charakter im direkten Gegensatz zu dem Frys. Ihre Tierliebe kommt zum Ausdruck, als sie den gefräßigen Nibbler als Haustier aufnimmt. Obwohl Leela als äußerst attraktive Frau dargestellt wird, ist sie frustrierte Single – sicher auch, weil ihre Einäugigkeit viele Männer abschreckt. Zu ihren dauerhaften Verehrern zählen v. a. Fry und Zapp Brannigan, mit denen sie einen One-Night-Stand hatte. Leela sucht sich in der Regel Männer aus, die sich alle recht schnell als nicht zu ihr passend herausstellen. So kommt es zu ihrem Leidwesen nie zu einer tieferen und längeren Beziehung. Es kommt aber immer wieder zu Momenten, in denen sich zwischen Fry und ihr eine romantische Stimmung entwickelt, in der die beiden jedoch meistens unterbrochen werden, bevor es zu einem Kuss oder ähnlichem kommt. Fry bemüht sich redlich um eine engere Beziehung, aber immer wenn er ihr seine Zuneigung beweisen will, werden seine Bemühungen zerstört oder Leela anderweitig abgelenkt. Erst am Ende der fünften Staffel wurden die beiden ein Paar.

Der Name ist eine Anspielung auf die Turangalîla-Sinfonie von Olivier Messiaen. Groening hatte schon länger geplant, eine einäugige weibliche Figur zu schaffen, und betrachtet Leela als künstlerische Herausforderung. Durch das große Auge sind Mienen im Brauen- und Stirnbereich nicht korrekt darstellbar, was die Zeichner dazu zwingt, den Charakter mit anderen Stilmitteln auszuarbeiten.

Bender Bieger Rodríguez Bender, mit vollem Namen Bender Bieger Rodriguez (im Original Bender Bending Rodríguez), ist ein humanoider Roboter vom Typ Bending Unit 22 und Frys bester Freund. Sein Name leitet sich vom englischen Verb ab und spielt damit auf seine ursprüngliche Arbeit an, Stahlträger für Selbstmordzellen zu biegen. Der Begriff steht aber im amerikanischen Slang auch für Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Er wurde um 2998 von Mom’s Friendly Robot Company im mexikanischen Tijuana gebaut und trägt die Produktionsnummer 1729. In seinem Gehirn arbeitet eine 6502-CPU von MOS Technology.

Benders Charakter ist die konsequente Umkehr der gängigen Vorstellung davon, wie menschenähnliche Roboter in der Zukunft sein und handeln werden. Bender ist also nicht neutral, emotionslos und uneigennützig, sondern egoistisch, selbstverliebt, faul, unmoralisch und respektlos. Darüber hinaus weist er eine Reihe von Eigenarten auf, die für einen Roboter völlig sinnlos, weil allzu menschlich sind: Beispielsweise ist er kitzlig, abergläubisch und nicht schwindelfrei, spricht im Schlaf, verliebt sich oder bekommt Schluckauf. Er führt ein nach menschlichen Maßstäben lasterhaftes Leben, da er Unmengen von Alkohol, Zigarren und Roboter-Pornografie konsumiert und das Glücksspiel liebt. Zudem hat er Spaß daran, andere zu beleidigen, zu bestehlen oder zu betrügen. Sein Lieblingsspruch (und seine erste Textzeile in der Serie) ist „Du kannst mich mal an meinem blanken Metallarsch lecken“ (engl.: ). Ironischerweise hat Bender jedoch beizeiten eine Schwäche für niedliche Lebewesen wie Vögel und Schildkröten. Sein Verhältnis zu Alkohol ist umgekehrt als beim Menschen, da Benders Funktionen ohne regelmäßigen Konsum alkoholischer Getränke versagen.

Bender ist Fan des Fernsehkochs Elzar und selbst ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Da ihm als Roboter die Fähigkeit des Schmeckens fehlt, sind die Mahlzeiten, die er zubereitet, meist ungenießbar. Dennoch erhält er (zumindest vorübergehend) den Posten des Schiffskochs bei Planet Express.

Benders Körper besteht aus einem zylindrischen Rumpf, einem zylindrischen, oben kugelförmig abgerundeten Kopf und schlauchartigen Armen und Beinen. Er hat an jeder Hand drei Finger und mittig auf dem Kopf eine Antenne. Um verschiedene Gags zu ermöglichen, tauchen an ihm in einzelnen Szenen neue Knöpfe oder Gadgets auf. Besonders das Innere seines Rumpfes, das über eine große Klapptür zugänglich ist, birgt regelmäßig neue Funktionen – meist nutzt Bender diesen Körperteil jedoch einfach, um dort Diebesgut zu verstecken. Genauso wie die Funktionalität seiner Körperteile story- oder gagabhängig variiert, besteht die Zusammensetzung seines Metallkörpers nach eigenen Angaben wahlweise aus verschiedensten Metallvariationen.

Bender ist sehr markant ausgearbeitet und in den USA zu einer eigenständigen Figur geworden, die auch in anderen Zusammenhängen außerhalb des Futurama-Universums auftritt, beispielsweise in einem Interview mit Al Gore über die Zukunft oder in Konjugationen mit anderen Comicserien. Obwohl für die Fernsehausstrahlungen auf dem amerikanischen Markt zahlreiche Sequenzen von Bender herausgeschnitten wurden, vor allem obszöne oder zynische Bemerkungen, ist diese Figur hauptsächlich für den Ruf der Bissigkeit verantwortlich, den Futurama in Amerika hat.

Professor Hubert J. Farnsworth

Prof. Farnsworth (* 9. April 2841) ist Frys 160 Jahre alter Verwandter in der Zukunft und Chef des Lieferunternehmens Planet Express Delivery Service. Dieses wurde von ihm gegründet, um seine Forschungen und verrückten Erfindungen finanzieren zu können. Zu seinen bedeutendsten Erfindungen gehören das Planet-Express-Raumschiff mit seinem Dunkle-Materie-Antrieb, der nicht das Raumschiff bewegt, sondern das Universum um das Raumschiff herum, das Duftoskop (im Original Smelloscope), mit dem es möglich ist – entgegen allen physikalischen Grundvoraussetzungen – Gerüche von weit entfernten Objekten im All aufzunehmen, ein Universalübersetzer, der aber nur in eine „unverständliche tote Sprache“ übersetzt – im amerikanischen Original sowie in der deutschen Übersetzung ist es Französisch, in der französischen Übersetzung Deutsch – sowie eine „Was-wäre-wenn-Maschine“ (“What-if-machine”), die Geschichten von Interesse produziert. Sie ist allerdings laut Aussage des Professors „nicht das Gold wert, aus dem sie gemacht ist“. Außerdem werden immer wieder weitere Erfindungen als kleine Gags eingebaut. Beispiel: „Eine gute Nachricht, Freunde. Ich habe dem Toaster beigebracht, Liebe zu empfinden.“

Farnsworth hat keinerlei Hemmungen, seine Angestellten auf die absurdesten und gefährlichsten Missionen zu schicken. Professor Farnsworth eröffnet eine Besprechung immer mit den Worten „Eine gute Nachricht, Freunde“ (im Original: ), was nur selten der Wahrheit entspricht. Er wurde als makabere und kaltblütige Figur ausgearbeitet, die aus eigensinnigen Motiven oder naiver Amoral handelt, im Kern aber gutartig gesinnt ist. So arbeitet er mit den anderen zusammen und ist hilfsbereit, sofern er die Sachlage richtig begreifen kann. Er wird als von armer Herkunft beschrieben und hatte als junger Wissenschaftler mehrere Affären mit Mom, der skrupellosen Besitzerin der Roboterfabrik, gegenüber der er masochistisch skizziert wird. Im dritten Futurama-Film Bender's Game, erfährt man, dass Moms jüngster Sohn von Farnsworth ist.

Er hat einen jungen Klon namens Cubert, den er wie seinen Sohn behandelt. Der Name des Professors erinnert an den amerikanischen Erfinder Philo Farnsworth, einen Wegbereiter des Fernsehers.

Dr. John Zoidberg