No! (Originaltitel: No) ist ein Spielfilm des chilenischen Regisseurs Pablo Larraín aus dem Jahr 2012. Der Film basiert auf dem unveröffentlichten Theaterstück El plebiscito von Antonio Skármeta.

Bei den 85. Academy Awards wurde er als erster chilenischer Film überhaupt für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert.No auf oscar.com, abgerufen am 19. März 2013

Handlung Der Film beschreibt mit fiktiven Personen und unter Zuhilfenahme von Originalmaterial die Arbeit an der Werbekampagne der Gegner Augusto Pinochets im Vorfeld des nationalen Referendums im Jahr 1988. Gemäß der Verfassung von 1980 war eine Abstimmung über die Verlängerung der Amtszeit Pinochets um weitere acht Jahre vorgesehen. Unter dem Druck der internationalen Staatengemeinschaft wurde den Gegnern der Diktatur in den Wochen vor der Wahl täglich eine 15-minütige Sendezeit im Staatsfernsehen eingeräumt.

Der Werbefachmann René Saavedra wird von der Vereinigung der Oppositionellen als Berater für die Kampagne engagiert. Mit klassischen Strategien der Werbebranche versucht er, der scheinbar übermächtigen Militär-Junta Paroli zu bieten. Dabei hat er nicht nur mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen des Staatsapparats, sondern auch mit Widerständen aus den eigenen Reihen zu kämpfen.

Am Ende verliert Pinochet gegen alle Erwartungen die Abstimmung mit 44 zu 56 Prozent der abgegebenen Stimmen. Es scheint, als sollte die No-Kampagne mit ihrem Werbespruch doch recht behalten haben: „Chile, die Freude erwartet uns!“Doerthe Gromes: Film "¡No!" Mit Werbesprüchen gegen Pinochet. In: Zeit Online, 8. März 2013.

Hintergrund Nach Tony Manero (2008) und Post Mortem (2010) ist No! bereits der dritte Film Larraíns, der sich mit der Geschichte der Militärdiktatur in Chile auseinandersetzt. Er fokussiert die Transition zur Demokratie.

Um die Original-Werbespots und weiteres Archivmaterial ohne ästhetische Brüche in den Film einbetten zu können, entschied sich der Regisseur, alle neu gedrehten Szenen mit U-matic-Videokameras im 4:3-Bildformat aufzunehmen. Der Anteil des Archivmaterials beträgt in der Endfassung fast 30 %.Produktionsnotizen auf der offiziellen deutschen Webseite des Films, abgerufen am 19. März 2013

Der Film feierte seine Premiere am 18. Mai 2012 auf dem Filmfestival in Cannes und wurde im Anschluss auch auf anderen wichtigen Festivals wie Locarno, Sundance und Toronto gezeigt.Erstaufführungen von No! auf imdb.com Der deutsche Kinostart erfolgte am 7. März 2013. Auf deutschen Filmplakaten wurde auch die Schreibweise “¡NO!” verwendet.

Das Dialogbuch für die deutsche Synchronisation wurden von Masen Abou-Dakn geschrieben. Dialogregie führte Erik Paulsen.

Rezeption Der Film wurde sowohl von der deutschen als auch von der englischsprachigen Kritik überwiegend positiv aufgenommen.

Auszeichnungen (Auswahl) Oscarverleihung 2013: Nominierung für den besten fremdsprachigen Film Internationale Filmfestspiele von Cannes 2012: Art Cinema Award der C.I.C.A.E. Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films Havanna: Gran Coral für den besten Film Internationales Filmfestival Thessaloniki: Publikumspreis Internationales Filmfestival Tromsø: Publikumspreis

Weblinks

Werbespot der No-Kampagne, der auch im Film Verwendung findet, auf youtube.com Annette Schuhmann: Zeitgeschichte im Retro-Look – NO! von Pablo Larrain, auf Zeitgeschichte-online, März 2013

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2012 Kategorie:Chilenischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Politthriller Kategorie:Theaterverfilmung Kategorie:Antonio Skármeta