mini|Sebastian Fredrich Sebastian Fredrich (* 3. Januar 1980 in Rostock; † 19. Dezember 2001 in Greifswald) war ein deutscher Mittel- und Langstreckenläufer. Bekanntheit erlangte er nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern ebenfalls durch sein Engagement für krebskranke Kinder. Er galt in den 1990er-Jahren als hoffnungsvolles Talent der deutschen Leichtathletik; er war der Bruder des Journalisten und Verlegers Benjamin Fredrich.

Laufbahn mini|Sebastian Fredrich in Schwerin An der Hand seiner Mutter nahm Fredrich erstmals im Alter von sechs Jahren in Koserow an einem 5-Kilometer-Volkslauf teil. Viele erfolgreiche Schülerwettkämpfe folgten, bis er im Jahr 1993 an Leukämie erkrankte. Obwohl die Behandlungsmöglichkeiten alles andere als vielversprechend und somit die Chancen auf eine Heilung gering erschienen, verlor er sein Lebensziel, ein erfolgreicher Sportler zu werden, nicht aus den Augen. Die Krankheit konnte schließlich besiegt werden. Schon Ende 1994 begann er wieder mit leichtem Training. Überraschend schnell schaffte er den leistungsmäßigen Anschluss.

1999 gelang es Fredrich, Deutscher Juniorenmeister im 5000-Meter-Lauf zu werden. Weitere erstklassige Platzierungen bei Meisterschaften und Meetings folgten. Er gewann 1999 in der 3-mal-1000-Meter-Staffel Gold gemeinsam mit seinen Vereinskameraden und besten Freunden Stefan Raths und Christian Köhler und wurde 2000 Deutscher Juniorenmeister im Halbmarathon. Mit dem fünften Platz über 10.000 Meter bei den Junioreneuropameisterschaften 1999 in Riga erreichte er den Höhepunkt seiner kurzen Karriere.

Im April 2001 meldete sich die Krankheit schwerer zurück als zuvor. Während eines Trainingslagers auf Usedom verlor er beim Training das Bewusstsein und wurde von einer Schulklasse gefunden und gerettet. Nach einigen Tagen im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen Gehirntumor.

Ein letztes Mal nahm er am Lubminer Waldlauf (heute Sebastian-Fredrich-Gedenklauf) teil und gewann. Am 19. Dezember 2001 starb Sebastian Fredrich auf der Intensivstation des Greifswalder Universitätsklinikums.

Persönliche Bestleistungen 3000 m: 8:15,65 min, 7. September 1999, Berlin 5000 m: 14:15,26 min, 13. Mai 1999, Köln 10.000 m: 30:04,78 min, 5. August 1999, Riga 15-km-Straßenlauf: 46:44 min, 25. September 1999, Kassel Halbmarathon: 1:07:22 h, 25. März 2000, Freiburg im Breisgau

Sebastian-Fredrich-Gedenklauf Sebastian Fredrich zu Ehren veranstaltet die Hochschulsportgemeinschaft der Uni Greifswald seit 2002 jedes Jahr in Lubmin den Sebastian-Fredrich-Gedenklauf. Im Sinne Fredrichs werden bei diesem Volkslauf Spenden für die Brieger-Station in Greifswald gesammelt.

Die Veranstaltung erreicht ca. 300 bis 400 Teilnehmer. Unter ihnen waren prominente Spitzensportler der Leichtathletik wie Dieter Baumann, Marita Koch, Hansjörg Kunze, Franka Dietzsch, Ulrike Maisch, Ralf Bartels, Grit Breuer, Wolfram Müller und Astrid Kumbernuss.

Die Strecke führt über einen 2,5 Kilometer langen Rundkurs auf befestigten und unbefestigten Straßen, Wegen, Waldwegen und der Seepromenade.

Siegerliste Jahr 10 km Männer 10 km Frauen 5 km Männer 5 km Frauen2002Ulf WendlerCarmen SiewertKarl SchumannClaudia Witte2003Ulf WendlerCarmen SiewertClemens MicusRenata Pliś2004Ulf WendlerMaria MüllerJohannes RaabeRenata Pliś2005Christian KöhlerSteffi VoßJohannes RaabeFriedericke Behrendt2006Oliver TessenowBeate KrecklowMartin SchmidtSara Tokarski2007Benjamin FredrichBeate KrecklowTom GröschelMonika Matwiej2008Benjamin FredrichFranziska RennerReno KolrepKatharina Splinter2009Benjamin FredrichKatharina SplinterJulian KoscielskiSophie Wolfram2010Chris GerdelBeate KrecklowPhilipp HermannSophie Wolfram2011Benjamin FredrichCarmen SiewertUlf RöwerAleksandra Holda2012Nikolaj MichalewSandra EltschknerPeer SönksenLena Meißner2013Adrian PoppeSandra EltschknerWolfram OttoLeonie Poppe2014Matthias WeippertAnna Izabela BögeMathis FrieseCharlotte Ahrens2015Tom GröschelLea RohrmoserOle BeierJana Millat2016Michael RaelertAnna BrustFinn Große FreeseJana Millat

Literatur Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft S. 295

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Einzelnachweise

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