mini|hochkant|Peter Groeger (1996)Peter Groeger (* 1. Juni 1933 in Gröbzig, Landkreis Dessau-Köthen, Anhalt; † 16. Januar 2018 in Berlin MDR Kultur, 17. Januar 2018, abgerufen am 19. Januar 2018.) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur, Hörspielsprecher, Hörbuchsprecher und Synchronsprecher.

Leben Groeger wuchs in Gröbzig bei Köthen auf, besuchte u. a. von 1948 bis 1951 die traditionsreiche Landesschule Pforta in Schulpforte bei Naumburg (Saale) und legte hier sein Abitur ab. Sein früherer Mitschüler Karlheinz Klimt, der später selbst von der Biologie in die Theater- und Schriftstellerwelt wechselte, hat mit Eine neue Klasse – Erinnerungen und Wertungen eines in Schulpforte Dabeigewesenen dieser gemeinsamen Zeit ein literarisches Denkmal gesetzt.Karlheinz Klimt: Eine neue Klasse – Erinnerungen und Wertungen eines in Schulpforte Dabeigewesenen. Projekte-Verlag Cornelius, Halle/Saale 2009, ISBN 978-3-86634-819-6, S. 42–43. Anschließend studierte Groeger und gehörte ab Dezember 1951 zum ersten Ausbildungsjahrgang der damals neugegründeten Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide. Er war dann Regieassistent bei Wolfgang Langhoff am Deutschen Theater in Berlin.

Nach einem knapp dreijährigen Regiestudium am Theaterinstitut GITIS in Moskau und Rückkehr ans Deutsche Theater wechselte er auf Rat und Empfehlung des Regisseurs Fritz Göhler zum Rundfunk der DDR, wo er ab 1966 als Regisseur und ab 1970 bis 1991 speziell in der Abteilung Internationale Funkdramatik vorrangig Hörspiel-Adaptionen fremdsprachiger Autoren inszenierte.

Von 1973 bis 1978 war er als MAD-Mann Roloff in den ersten 14 Folgen der TV-Reihe Das unsichtbare Visier zu sehen. Peter Groeger wurde vor allem durch seine zahlreichen Hörspielinszenierungen und als Synchronsprecher des Barkeepers Quark (Armin Shimerman) in der Science-Fiction-Serie Star Trek: Deep Space Nine bekannt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren (2006–2017) war er der deutsche Stammsprecher von Stan Lee. Im Jahr 1996 war Groeger als Richard Graf bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen. Von 1998 bis 2002 spielte er die Figur des Dr. Eisendraht in mehreren Werbespots für die Tankstellenkette DEA. Ab August 2009 war er wieder in dieser Rolle zu sehen, diesmal in ähnlich gestalteten Werbespots für RWE-Autostrom. Von 1998 bis 2007 übernahm er die Rolle des Direktors Schwalbe in der Fernsehserie Anja & Anton.

Seit 2003 war er außerdem in der Sherlock-Holmes-Hörspielreihe der Verlagsgruppe Maritim und Romantruhe in der Rolle des Dr. Watson neben Holmes-Sprecher Christian Rode zu hören. Fantasy-Fans ist er auch als Synchronstimme des Zwergen Forgrimm aus den Computerspielen Das Schwarze Auge: Drakensang und Drakensang: Am Fluss der Zeit bekannt. Außerdem war er der Erzähler in den Drakensang-Hörspielen. Seit 2009 sprach er auch einige Nebenrollen im Radio-Tatort des MDR. Er veröffentlichte auch in der anhaltischen Mundart seiner Heimat.Peter Groeger liest: Heribert Pistor: Ziwwelringe un Sahne odder Janz was Neies. Anhält’sche Sachen zum Vorläsen. 20 Gedichte, Musik: Martin Schubert, Format Audio-CD. Verlag Anhalt Edition, Dessau 2013, ISBN 978-3-936383-21-8.

Seit 2007 schließlich gehörte er zum Ensemble des Berliner Kriminal Theaters, wo er in Arsen und Spitzenhäubchen, Der Name der Rose, Inspektor Campbells letzte Fall, Mord im Pfarrhaus und Die Therapie auftrat. Im Januar 2018 wurde er zum Ehrenmitglied des Theaters ernannt.

Groeger starb im Januar 2018 im Alter von 84 Jahren in Berlin an Blutkrebs,Jetzt ist der Himmel seine Bühne in: Berliner Kurier vom 18. Januar 2018 nachdem er am 20. Dezember 2017 zum letzten Mal auf der Bühne gestanden hatte. Auszeichnungen 1976: Kunstpreis der DDR Filmografie (Auswahl)

Regie

1971: Der Mann nach der UhrDer Mann nach der Uhr Fernsehen der DDR (Memento) 1976 Oberösterreich (Inszenierung nach Franz Xaver Kroetz)Oberösterreich Fernsehen der DDR (Memento)

Schauspieler in Fernsehfilmen, wenn nicht anders angegeben 1954: Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse 1956: Zwischenfall in Benderath 1957: Sheriff Teddy 1959: Nasreddin und der Wucherer 1959: Der kleine Kuno 1959: Spuk in Villa Sonnenschein 1959: Im Sonderauftrag 1962: Mord ohne Sühne 1963: Carl von Ossietzky 1963: Blaulicht: Heißes Geld 1964: Doppelt oder nichts (Zweiteiler) 1966: Schatten über Notre Dame (Serie) 1966: Die Reise nach Sundevit 1972: Polizeiruf 110: Blütenstaub 1975–1978: Das unsichtbare Visier (Serie) 1983: Abends im Kelch 1983: Der Staatsanwalt hat das Wort: Ein gefährlicher Fund 1984: Polizeiruf 110: Das vergessene Labor 1986: Polizeiruf 110: Parkplatz der Liebe 1988: Polizeiruf 110: Eine unruhige Nacht 1995: Polizeiruf 110: Taxi zur Bank 1995: Polizeiruf 110: Alte Freunde 1996: Gute Zeiten, schlechte Zeiten (mehrere Folgen) 1998: Walli, die Eisfrau 1998–2006: Anja & Anton (Serie) 1999: Die letzte Chance 2008: Unser Charly (eine Folge) 2013: Geschichte Mitteldeutschlands – Das Magazin: Erich Honecker – Der Weg zur Macht

Synchronrollen (Auswahl)

Theaterrollen (Auswahl) 1954: Molière: Der Bürger als Edelmann – Regie: Otto Dierichs (Theater der Freundschaft) 1955: Vera Ljubimowa: Schneeball – Regie: Josef Stauder (Theater der Freundschaft) 1956: Herta Greef: Mann und Frau im Essigkrug – Regie: Hans-Dieter Schmidt (Theater der Freundschaft) 1956: Curt Corrinth: Trojaner – Regie: Robert Trösch/Benno Bentzin (Theater der Freundschaft) 1958: Virgil Stoenescu/Oktavian Sava: Betragen ungenügend – Regie: Josef Stauder (Theater der Freundschaft) 1958: Wera Küchenmeister/Claus Küchenmeister: Damals 18/19 – Regie: Lothar Bellag (Theater der Freundschaft) 1958: Sergej Michalkow: Sombrero – Regie: Josef Stauder/Manfred Dorschan (Theater der Freundschaft) 1959: Werner Heiduczek: Jule findet Freunde – Regie: Helmut Hellstorff (Theater der Freundschaft)

Hörspiel- und Featureregie (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

Sprecher

Computerspiele (Auswahl) 2008: Das Schwarze Auge: Drakensang 2009: The Book of Unwritten Tales 2010: Drakensang: Am Fluss der Zeit 2013: The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs (Jakob Anton Zellner) 2018: Far Cry 5

Weblinks

Matthias Thalheim: Hänsel, Quark und Fudschijama. In: Neues Deutschland. 19. Januar 2018, S 17 (Nachruf neues-deutschland.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Hörspielregisseur Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Person (Rundfunk der DDR) Kategorie:Darstellender Künstler (DDR) Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Anhalter Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann