Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Ulm Fläche: 1871.6 km² Gliederung: 25 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: 44.376 (31. Dezember 2016) Adresse desDekanatamtes: Maliweg 988400 Biberach an der Riß Dekan: Matthias Krack Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Biberach innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Biberach ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Biberach.

Geografie Der Kirchenbezirk Biberach liegt im Südosten der württembergischen Landeskirche. Er ist neben dem Kirchenbezirk Ravensburg der flächengrößte Kirchenbezirk der württembergischen Landeskirche. Seine Kirchengemeinden umfassen fast den gesamten Landkreis Biberach und zwar die politischen Städte und Gemeinden Achstetten, Alleshausen, Allmannsweiler, Altheim, Attenweiler, Bad Buchau, Bad Schussenried, Berkheim, Betzenweiler, Biberach an der Riß, Burgrieden, Dettingen an der Iller, Dürmentingen, Dürnau, Eberhardzell (ohne Mühlhausen und Oberessendorf), Erlenmoos, Erolzheim, Ertingen, Gutenzell-Hürbel, Hochdorf (Riß), Ingoldingen, Kanzach, Kirchberg an der Iller (ohne Sinningen), Kirchdorf an der Iller, Langenenslingen, Laupheim, Maselheim (ohne Hauptort), Mietingen, Mittelbiberach, Moosburg, Ochsenhausen, Oggelshausen, Riedlingen, Rot an der Rot, Schemmerhofen, Schwendi, Seekirch, Steinhausen an der Rottum, Tiefenbach, Ummendorf, Unlingen, Uttenweiler, Wain und Warthausen, ferner die Gemeinden Balzheim, Dietenheim, Erbach (nur Ortsteil Ersingen), Illerrieden und Oberstadion (nur Ortsteil Moosbeuren) im Alb-Donau-Kreis, die Städte und Gemeinden Altshausen, Aulendorf, Boms, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach, Eichstegen, Fleischwangen, Guggenhausen, Hoßkirch, Königseggwald, Riedhausen, Unterwaldhausen und einige Weiler des Ortsteils Fronhofen der Gemeinde Fronreute im Landkreis Ravensburg sowie die Städte und Gemeinden Bad Saulgau, Herbertingen, Hohentengen, Mengen, Ostrach (ohne Ortsteile Burgweiler und Laubbach) und Scheer im Landkreis Sigmaringen.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Biberach grenzt im Westen an die Kirchenbezirke Balingen und Reutlingen (beide Prälatur Reutlingen), im Norden an die Kirchenbezirke Bad Urach-Münsingen (Prälatur Reutlingen) sowie Ulm/Alb-Donau (Prälatur Ulm), im Osten an die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern und im Süden an den Kirchenbezirk Ravensburg (ebenfalls Prälatur Ulm). Im Südwesten hat er eine kurze Grenze mit der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Geschichte Im Gegensatz zu den meisten Dekanaten der württembergischen Landeskirche, die schon bald nach der Reformation errichtet wurden, ist der Kirchenbezirk Biberach eine Neugründung aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebiet des heutigen Kirchenbezirks Biberach ist mehrheitlich katholisch geprägt, weil es überwiegend zu Vorderösterreich und zu kleineren Herrschaften gehörte, welche keine Reformation durchführten. Hier zogen evangelische Bewohner erst seit dem 19. Jahrhundert bzw. vermehrt nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Nur wenige Orte, z. B. Wain, waren bereits davor evangelisch. Biberach selbst war eine paritätische Reichsstadt. Alle Gebiete kamen erst 1803 an Württemberg und wurden zunächst dem Dekanat Blaubeuren zugeordnet. 1810 wurde Biberach Sitz eines eigenen württembergischen Oberamts und eines Dekanats, dem die evangelischen Gemeinden des gesamten Umlands zugeordnet wurden. Seit jener Zeit gehört das Dekanat Biberach zur Generalsuperintendentur Ulm, aus der 1924 die heutige Prälatur Ulm hervorging.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Derzeitiger Dekan ist seit 2020 Matthias Krack, der zugleich einer der Pfarrer an der Stadtpfarrkirche in Biberach ist.

Dekane des Kirchenbezirks Biberach 1810–1829 Johann Wilhelm Volz (1743–1829); Volz wurde am 26. Mai 1803 Churfürstlich Badischer 1. Special und Kirchenrat, am 24. Februar 1807 Königlich Württembergischer Geistlicher Rat und ab 23. November 1810 Dekan 1829–1845 Johann Jakob Mayer (1769–1852) 1845–1867 Karl Gustav Hocheisen (1803–1867) 1867–1889 Friedrich Franz Christian August Majer (1817–1902) 1890–1921 Christian Heinrich Nathaniel Werner (1848–1921) 1921–1947 Paul Scheuerlen (1877–1947) 1947–1957 Heinrich Schwemmle (1887–1984) 1957–1968 Heinrich Dieterich (1902–1984) 1968–1975 Gerhard Ottmar (1922–1975) 1976–1983 Walter Bilger (1930–2009) 1983–1990 Günther Ebert (1927–2017) 1991–2002 Peter Seils (* 1940) 2003–2019 Hellger Koepff (* 1954) seit 2020 Matthias Krack (* 1969)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Biberach gibt es insgesamt 25 Kirchengemeinden. Dabei haben sich zehn Kirchengemeinden zu insgesamt drei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Das Gebiet des Kirchenbezirks Biberach ist traditionell katholisch geprägt. Aus historischer Zeit evangelisch sind nur das Gebiet der ehemaligen Reichsstadt Biberach an der Riß, die Orte Pflummern und Wain sowie Ersingen. Die anderen evangelischen Gemeinden entstanden erst ab dem 19. Jahrhundert. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Kirchengemeinde Altshausen mini|hochkant|Evangelische Kirche Altshausen

Die Kirchengemeinde AltshausenWebsite der Kirchengemeinde Altshausen umfasst die Gemeinden Altshausen, Boms, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach (ohne Musbach), Eichstegen, Fleischwangen, Guggenhausen, Hoßkirch, Königseggwald, Riedhausen, Unterwaldhausen und einige Weiler des Ortsteils Fronhofen der Gemeinde Fronreute.

Der Raum Altshausen blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. 1855 wurde in Altshausen eine Pfarrverweserei und 1874 eine eigene Pfarrei errichtet. Eine eigene Kirche erhielt der Ort 1880. Sie wurde 1969 renoviert.

1883 wurde das „Martinshaus“, ein Diasporaheim für Konfirmanden eröffnet. In der Nachkriegszeit wurde daraus eine mehrklassige evangelische Heimschule. Heute ist ein Hör-Sprach-Zentrum des diakonischen Unternehmens Die Zieglerschen auf dem ehemaligen Martinshaus-Gelände gegenüber der Evangelischen Kirche angesiedelt.

Bis 1952 gehörten auch die evangelischen Bewohner von Münchenreute und Rothäusle zur Kirchengemeinde Altshausen. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 wurden diese der Kirchengemeinde Aulendorf zugeordnet.

Kirchengemeinde Attenweiler Die Kirchengemeinde AttenweilerWebsite der Kirchengemeinde Attenweiler umfasst die Gemeinde Attenweiler, die Ortsteile Ahlen und Sauggart und den Hauptort der Gemeinde Uttenweiler (die Ortsteile Dietershausen, Dieterskirch, Dobel, Herlighof, Oberwachingen und Schupfenberg gehören zur Kirchengemeinde Munderkingen im Kirchenbezirk Blaubeuren), die Ortsteile Alberweiler und Aßmannshardt der Gemeinde Schemmerhofen (die anderen Ortsteile gehören zur Kirchengemeinde Wartberg) sowie den Ortsteil Moosbeuren der Gemeinde Oberstadion (der Hauptort Oberstadion und die Ortsteile Hundersingen und Mundeldingen gehören zur Kirchengemeinde Rottenacker ebenfalls im Kirchenbezirk Blaubeuren).

Der Raum Attenweiler blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Sie wurden zunächst von der Pfarrei Biberach betreut. 1843 wurde in Attenweiler eine eigene Kirche im klassizistischen Stil erbaut. 1846 wurde Attenweiler Pfaffverweserei und 1859 selbständige Pfarrei. Ihr wurden auch die evangelischen Bewohner der umliegenden Orte zugeordnet. Für Alberweiler geschah dies mit Wirkung vom 1. April 1955, als dieser Ort von der Kirchengemeinde Biberach losgelöst und der Kirchengemeinde Attenweiler zugeordnet wurde.

Bis 1951 gehörte auch die Gemeinde Betzenweiler zur Kirchengemeinde Attenweiler. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 31. Mai 1951 wurde diese der Kirchengemeinde Riedlingen zugeordnet. Bis 1952 gehörten ferner die Wohnplätze Alleshausen, Brasenberg und Seekirch zur Kirchengemeinde Attenweiler. Durch Bekanntmachung vom 21. Juli 1952 wurden diese der Kirchengemeinde Bad Buchau zugeordnet.

Kirchengemeinde Aulendorf mini|Evangelische Kirche in Aulendorf Die Kirchengemeinde AulendorfWebsite der Kirchengemeinde Aulendorf umfasst die Stadt Aulendorf und den Stadtteil Otterswang mit zugehörigen Weilern der Stadt Bad Schussenried.

Der Raum Aulendorf blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu. Sie wurden der Kirchengemeinde Schussenried zugeordnet. 1894 wurde in Aulendorf eine Pfarrverweserei errichtet und 1901 wurde ein Schul- und Betsaal gebaut, in welchem die Gemeinde ihre Gottesdienste feierte. Schließlich wurde eine eigene Filialkirchengemeinde Aulendorf gebildet, die durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 um folgende Wohnplätze und Siedlungen erweitert wurde: Lippertsweiler, Hinterweiherhaus und Allgaierhof (alle bisher Kirchengemeinde Bad Schussenried), Münchenreute, Rothäusle (alle bisher Kirchengemeinde Altshausen) sowie Oberweiler und Buch (alle bisher Kirchengemeinde Bad Saulgau). Eine eigene Kirche bekam Aulendorf erst 1953, 1954 wurde Aulendorf dann selbständige Pfarrei. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 11. Januar 1960 wurde die Filialkirchengemeinde Aulendorf von der Muttergemeinde Bad Schussenried gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Heute gibt es zwei Pfarrämter in der Kirchengemeinde Aulendorf, sie tragen die Bezeichnungen I und II.

Kirchengemeinde Bad Buchau Die Kirchengemeinde Bad BuchauWebsite der Kirchengemeinde Bad Buchau umfasst die Stadt Bad Buchau (mit Stadtteil Kappel) sowie die Gemeinden Alleshausen, Allmannsweiler, Dürnau, Kanzach, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch und Tiefenbach. Das Gebiet um Bad Buchau blieb nach der Reformation katholisch. Im 19. Jahrhundert zogen auch evangelische Bewohner zu, die zunächst zur Kirchengemeinde Schussenried gehörten. 1894 wurde in Buchau eine eigene evangelische Kirche erbaut und später auch die selbständige Filialkirchengemeinde Buchau als Tochtergemeinde von Schussenried errichtet. Diese wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Juli 1952 um die Wohnplätze und Siedlungen Torfwerk, Sattenbeuren und Allmannsweiler, welche bisher zur Kirchengemeinde Bad Schussenried gehörten, sowie Alleshausen, Brasenberg und Seekirch, welche bis dahin zur Kirchengemeinde Attenweiler gehörten, erweitert.

1956 erhielt die Filialkirchengemeinde Buchau eine eigene Pfarrei und durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 21. Februar 1956 wurde die Filialkirchengemeinde Buchau von der Muttergemeinde Schussenried gelöst und zur selbständigen Kirchengemeinde erhoben. Mit Wirkung vom 9. Dezember 1993 wurde sie schließlich in „Kirchengemeinde Bad Buchau“ umbenannt. 2006 kam dann noch eine Klinikpfarrstelle hinzu.

Bis 1985 gehörten auch die Weiler Streitberg und Maierhof der Stadt Biberach zur Kirchengemeinde Bad Buchau. Sie wurden jedoch durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 19. August 1985 der Friedenskirchengemeinde Biberach zugeordnet.

Kirchengemeinde Bad Saulgau mini|Christuskirche Bad Saulgau