Die 12. FIFA Junioren-Fußballweltmeisterschaft (offiziell: 10th FIFA World Youth Championship) fand vom 3. bis zum 24. April 1999 in Nigeria statt. 24 Mannschaften aus sechs Kontinentalverbänden, darunter auch der Titelverteidiger Argentinien und die deutsche Nachwuchsauswahl, nahmen am Turnier teil.

Weltmeister wurde Spanien, das im Finale Japan klar mit 4:0 bezwingen konnte. Als bester Spieler des Turniers wurde der malische Spieler Seydou Keita ausgezeichnet, Torschützenkönig wurde der Spanier Pablo Couñago mit 7 Toren.

Die deutsche Mannschaft schied bereits in der Vorrunde mit nur einem Sieg über Paraguay als Gruppenletzter aus. Teams aus Österreich und der Schweiz konnten sich nicht für die Endrunde qualifizieren.

Spielorte

Die Weltmeisterschaftsspiele wurden in den folgenden acht Städten ausgetragen:

Bauchi – Abubarkar-Tafawa-Balewa-Stadion (15.000 Plätze) Calabar – U. J. Esuene Stadium (25.000 Plätze) Enugu – Nnamdi-Azikiwe-Stadion (22.000 Plätze) Ibadan – Liberty Stadium (20.000 Plätze) Kaduna – Ahmadou-Bello-Stadion (30.000 Plätze) Kano – Sani-Abacha-Stadion (18.000 Plätze) Surulere – Surulere Stadium (40.000 Plätze) Port Harcourt – Liberation-Stadion (25.000 Plätze)

Teilnehmer 6 aus Europa Deutschland England Irland Kroatien Portugal Spanien 5 aus Afrika Ghana Kamerun Mali Nigeria Sambia 4 aus Nord- und Mittelamerika Costa Rica Honduras Mexiko USA 4 aus Südamerika Argentinien Brasilien Paraguay Uruguay 4 aus Asien Japan Kasachstan Südkorea Saudi-Arabien 1 aus Ozeanien Australien

Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum Im Vorjahr als U-18 noch Vizeeuropameister geworden, begann das DFB-Team mit einem Paukenschlag. Der spätere Gruppensieger Paraguay wurde mit 4:0 bezwungen. Enrico Kern erzielte dabei drei Tore, verletzte sich jedoch. Nach zwei Niederlagen gegen Nigeria und Costa Rica schied die Mannschaft anschließend jedoch als Gruppenletzter bereits nach der Vorrunde aus. Die Kaderzusammenstellung korrespondierte mit der damaligen Krise des deutschen Fußballs im Nationalmannschaftsbereich. Die wenigsten Spieler waren schon in den ersten Männermannschaften im Kader, geschweige denn Stammspieler (Stammspieler wie Sebastian Deisler, Fabian Ernst, Sebastian Schindzielorz und Markus Pröll erhielten von ihren Vereinen keine Freigabe; Spieler wie Sebastian Kehl (Abitur), Manuel Benthin und Bernd Korzynietz (verletzt) konnten aus anderen Gründen nicht teilnehmen). Immerhin sechs der von Bernd Stöber nominierten 18 Spielern kamen von Zweitligavereinen, darunter drei Vereinen, die zum Saisonende 1998/99 aus dieser Spielklasse abstiegen. Auch die weiteren Karrieren der Spieler sprechen Bände. Bis auf Timo Hildebrand schaffte es kein Spieler in die A-Nationalmannschaft. Nur Wessels, Kern, Timm und Mutzel brachten es längere Zeit zu Stammspielern in ihren Erst-, oft Zweitligavereinen. Viele Spieler stießen später zu Vereinen abseits der 1. Bundesliga, wo sie sich aber nicht immer als Stammspieler etablieren konnten. Tragisch war der Karriereverlauf von Thomas Lechner: kurz vorher noch mit einem Profivertrag beim 1. FC Kaiserslautern ausgestattet, verunglückte er im Jahr 2000 bei einem Motorradunfall tödlich.

+ DFB-Auswahl Spieler VereinEinsätzeTore 1 – Timo HildebrandVfB Stuttgart3–––– 2 – Alexander RosenEintracht Frankfurt3–1–– 3 – Thorsten Schramm MSV Duisburg3–––– 4 – Marcel Rapp Karlsruher SC3–––– 5 – Thomas Lechner 1. FC Kaiserslautern2–1–– 6 – Michael StuckmannSG Wattenscheid 093–1–– 7 – Andreas Voss Bayer 04 Leverkusen3–11– 8 – Michael Rothholz Borussia Dortmund3–––– 9 – Michael MutzelEintracht Frankfurt1––––10 – Patrick Falk Eintracht Frankfurt31–––11 – Tobias Schäper Borussia Dortmund3––––12 – Stefan Wessels FC Bayern München–––––13 – Sebastian Kaul KFC Uerdingen 051––––14 – Martin Forkel SpVgg Greuther Fürth2–1––15 – Christian Timm Borussia Dortmund31–––16 – Enrico Kern Tennis Borussia Berlin23–––17 – Mahmut YilmazHamburger SV2––––18 – Andreas Gensler Bayer 04 Leverkusen2–1–– Trainer: Bernd Stöber

Weitere bekannte Spieler des Turniers Argentinien: Esteban Cambiasso, Aldo Duscher, Federico Insúa Australien: Mark Bresciano, Jason Culina, Brett Emerton, Vince Grella Brasilien: Ronaldinho, Fábio Aurélio, Juan England: Ashley Cole, Peter Crouch Ghana: Stephen Appiah Irland: Robbie Keane, Damien Duff Japan: Junichi Inamoto, Naohiro Takahara, Kōji Nakata, Shinji Ono Kamerun: Francis Kioyo, Mohamadou Idrissou Kroatien: Stipe Pletikosa, Jurica Vranješ, Ivica Banović Mali: Mahamadou Diarra, Seydou Keita Mexiko: Gerardo Torrado Nigeria: Haruna Babangida, Gabriel Melkam Paraguay: Roque Santa Cruz Sambia: Andrew Sinkala Spanien: Gabri, Xavi, Iker Casillas USA: Steven Cherundolo, Cory Gibbs, Tim Howard Uruguay: Diego Forlán, Diego Pérez

Vorrunde Die Vorrunde wurde in 6 Gruppen mit jeweils 4 Teams ausgetragen. Die 6 Gruppenersten und -zweiten sowie die 4 besten Gruppendritten qualifizierten sich für das Achtelfinale.

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gruppe D

Gruppe E

Gruppe F

Drittplatzierte Die vier besten Drittplatzierten erreichten neben den jeweils beiden Gruppenersten das Achtelfinale.

Finalrunde Übersicht V Sieg nach VerlängerungE Sieg nach Elfmeterschießen

Achtelfinale

Viertelfinale

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Beste Torschützen Nachfolgend sind die besten Torschützen der Junioren-WM 1999 aufgeführt. Die Sortierung erfolgt nach Anzahl ihrer Treffer bzw. bei gleicher Toranzahl alphabetisch.

Platz Spieler Tore 1 5 5 3 4 4 4 4 4

Weblinks Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1999 bei FIFA.com Technischer Bericht der FIFA: Teil 1 (PDF; 11,9 MB) – Teil 2 (PDF; 12,6 MB) – Teil 3 (PDF; 14,2 MB)

#1999 Kategorie:Fußballveranstaltung 1999 Kategorie:Fußball (Nigeria) Kategorie:Sportveranstaltung in Surulere Kategorie:Sportveranstaltung in Kaduna Kategorie:Sportveranstaltung in Ibadan Kategorie:Sportveranstaltung in Enugu (Nigeria) Kategorie:Sportveranstaltung in Bauchi (Stadt) Kategorie:Sportveranstaltung in Calabar (Stadt) Kategorie:Sportveranstaltung in Kano Kategorie:Sport (Port Harcourt)