North Dakota ( , ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten, der im Norden der USA an der kanadischen Grenze liegt. North Dakota ist 183.112 km² groß und hat über 750.000 EinwohnerAuszug aus quickfacts.census.gov/ | Population, 2015 estimate. (89 % Weiße, 5 % Ureinwohner, 3 % Hispanic, 2 % Schwarze und 1 % sonstige). Die Hauptstadt ist Bismarck. Das Klima ist kühl-gemäßigt.
North Dakota wurde nach der Teilung des Dakota-Territoriums 1889 als 39. Staat in die Union aufgenommen. North Dakota hat die Beinamen Peace Garden State (Friedensgarten-Staat), benannt nach dem Internationalen Friedensgarten an der Grenze zu Kanada bei Dunseith, sowie Sioux-Staat. Der Name Dakota leitet sich von der indianischen Ethnie der Dakota ab, die vor der Unterwerfung durch Einwanderer in diesem Gebiet lebte und auch heute hier lebt.
Geographie Geographische Lage Im Westen befinden sich die hügeligen Great Plains und die Badlands. In dieser Gegend liegen der White Butte, die höchste Erhebung des Staates, und der Theodore-Roosevelt-Nationalpark. Der Missouri River fließt durch den Westen von North Dakota und bildet den Lake Sakakawea, den mit dem Garrison Dam drittgrößten von Menschenhand angelegten See in den USA.
In Zentraldakota liegen die Drift Prairie und das Missouri-Plateau. Seen, Flusstäler und sanft geschwungene Hügel prägen die Region. In der Drift Prairie befinden sich nahe der kanadischen Grenze die Turtle Mountains. Das geographische Zentrum Nordamerikas ist in der Nähe der Stadt Rugby.
Im Osten befindet sich das flache Red River Valley, das der geschwungene Red River of the North bildet. Wie die anderen Flüsse in diesem Teil des Staates fließt auch der Red River in Richtung Norden. Der Fluss speiste am Ende der letzten Eiszeit neben anderen den Agassizsee. Heute ist das Land um den Fluss sehr fruchtbar, was zu der Ansiedlung vieler Farmen und kleiner Städte geführt hat. Im Osten befindet sich auch der Devil’s Lake, der größte Natursee des Staates.
Der White Butte ist mit 1.069 Metern der höchste Punkt von North Dakota. Er ist eine markante Erhebung in den Badlands des Slope County, im SW des Bundesstaates – ungefähr 11 km nordwestlich des Ortes Amidon. Der Gipfel liegt im Little Missouri National Grassland auf Privatgelände.
Der zweithöchste Gipfel von North Dakota ist der Sentinel Butte mit 1.045 m nahe der Grenze zu Montana im Golden Valley County, dem der gleichnamige Ort 5 km im Norden seinen Namen verdankt. Die Bezeichnung des Berges geht auf die Tötung zweier Arikaree-Wachposten zurück, die 1864 angeblich in der Nähe von den Sioux überfallen wurden.
Nachbarstaaten North Dakota grenzt im Norden an die kanadischen Provinzen Saskatchewan und Manitoba, im Westen an Montana, im Süden an South Dakota und im Osten, gegenüber dem Red River of the North und dem Bois de Sioux River, an Minnesota.
Geologie Im Westen liegen einige Naturressourcen wie Erdöl und Braunkohle.
Klima Das Klima in North Dakota ist ein typisches Beispiel für ein Kontinentalklima; der Staat befindet sich weit entfernt von großen Wasserflächen, die das Klima mäßigen könnten. Deshalb reicht die Spanne von drückend heißen und trockenen Sommern bis hin zu bitterkalten Wintern. Warme Luftmassen aus dem Golf von Mexiko und kalte Luftmassen aus den Polargebieten sorgen oftmals für starke Winde.
Im Sommer führt das Zusammentreffen von arktischen und tropischen Systemen an jährlich 20 bis 40 Tagen zu teils heftigen Gewittern. Tornados sind nicht selten und treten meistens im südöstlichen Viertel des Staates auf. Im Winter tendiert das Wetter zu stabileren Verhältnissen: Kalt und trocken, mit gelegentlichem Schneefall. Trotzdem kann der konstante Wind zu jeder Zeit im Winter Schneestürme hervorrufen. Schwere Schneestürme treten im späten Winter und zeitigen Frühjahr auf.
Im Frühjahr ist Hochwasser im sehr flachen Red River Valley weit verbreitet. 1997 setzte ein schweres Hochwasser im östlichen North Dakota weite Teile des Red River Valleys unter Wasser und verursachte in der Stadt Grand Forks große Schäden.
Bevölkerung
mini|Bevölkerungsdichte North Dakotas 2000
North Dakota liegt bevölkerungsmäßig auf Platz 48 von 50 Staaten. Nur Vermont und Wyoming haben weniger Einwohner. Bei der Bevölkerungsdichte liegt North Dakota mit 4,25 Einw./km² an viertletzter Stelle vor Alaska, Wyoming und Montana.
Menschen mit deutschen Vorfahren sind überall im Staat verbreitet, besonders aber im Süden und in der Mitte. Im Jahr 2000 hatten 44 % der Einwohner deutsche Wurzeln. Die deutsche Sprache wird noch von 2,3 % der Einwohner benutzt. Skandinavier sind ebenfalls überall präsent. In einigen Countys gibt es große indianische Gemeinden (hauptsächlich in Reservaten). North Dakota weist den prozentual höchsten Anteil einer russlanddeutschen Bevölkerung aller US-Staaten auf. Ca. 20 % aller Einwohner dieses Staates können ihre Wurzeln hierauf zurückführen. Der Süden (Bsp. McIntosh County, LaMoure County, sowie Emmons County) wurde fast ausschließlich von diesen besiedelt. Ortschaften wie Kulm oder Strasburg weisen auf die Ursprungsiedlungen der Gründer in Südrussland, hauptsächlich aus Bessarabien hin.
6,9 % der Bevölkerung sind unter 5 Jahre, 22,8 % sind unter 18 und 14,2 % sind 65 oder älter. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung liegt bei etwa 48,7 %.
Einwohnerentwicklung
Im Jahr 2005 lag die fortgeschriebene Einwohnerzahl bei 636.677, was einen Anstieg von 369 Einwohnern oder 0,1 % gegenüber dem Vorjahr und einen Rückgang von 5.527 Einwohnern oder 0,9 % gegenüber 2000 entspricht. Das natürliche Wachstum gegenüber der Volkszählung im Jahr 2000 lag bei 10.283 Personen (40.890 Lebendgeborene, 30.607 Gestorbene). Das Zuwanderungsdefizit lag bei 14.881 Personen, wobei 3.687 von außerhalb der USA zuzogen und 18.568 in das Inland abwanderten.
Seit den 1980er Jahren erlebte North Dakota durch Abwanderung einen konstanten Bevölkerungsrückgang. Gerade jüngere Menschen mit Hochschulabschluss verließen den Staat. Zu den Aspekten des Problems zählt der Mangel an Stellen für Hochschulabsolventen. Die Entwicklung von wirtschaftlichen Ausbauprogrammen, um qualitativ hochwertige Stellen und Stellen im Hightech-Bereich anbieten zu können, wurde vorgeschlagen, jedoch steht der Nutzen solcher Programme zur Debatte.
Der Trend änderte sich jedoch mit dem Energieboom durch die Erschließung vorher unzugänglicher Vorkommen von Erdöl und Erdgas durch Fracking. Seit der Jahrtausendwende und verstärkt nach 2010 fand ein wirtschaftlicher Aufschwung des Staates statt, der eine große Zahl Arbeitnehmer in die Fördergebiete zog.
Sprachen mini|Deutsche Sprache in den USA Englisch ist für mehr als 95 % der Einwohner Muttersprache.
North Dakota hat einen bedeutenden Anteil deutschsprachiger Personen. Im Jahr 2000 wurde von 14.931 Personen im Haushalt Deutsch gesprochen, was etwa 2 % der Bevölkerung entspricht.US Census 2000 In den dünn besiedelten Counties Logan und McIntosh sind sogar über 16 % deutschsprachig.
Des Weiteren gibt es Sprecher des Spanischen, Norwegischen und indigener Sprachen.
Religionen Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Christen. North Dakota hat unter allen Bundesstaaten den geringsten Anteil von Konfessionslosen (u. a. Atheisten) und gleichzeitig die größte Kirchendichte pro Einwohner.
Christen: 86 % Protestanten: 52 % Lutheraner: 35 % (v. a. Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika mit 174.554 Mitgliedern) Methodisten: 7 % Baptisten: 6 % Pfingstbewegung: 3 % Zeugen Jehovas: 1 % Katholiken: 30 % Mormonen: 1 % Andere Christen: 2 % Buddhisten: 1 % Andere: 1 % Konfessionslos: 3 % Ohne Antwort: 6 %
Größte Städte
Die Bevölkerungsentwicklung in diesen Städten steht im Gegensatz zu der auf dem Land. Die meisten größeren Städte wuchsen, bedingt durch Landflucht, im Zeitraum von 1990 bis 2000.
Geschichte mini|Mandan-Dorf, Gemälde von Karl Bodmer Seit mindestens 2000 v. Chr. leben Menschen als Jäger und Sammler und sesshafte Bauern in North Dakota. Bei der Ankunft der ersten Europäer in der Region lebten dort mehrere unterschiedliche Gruppen nordamerikanischer Indigene. Die Dakota/Sioux, die Assiniboine und die Cheyenne waren Nomaden und jagten vor allem Bisonherden. Diese Lebensweise wurde erst möglich, als im 18. Jahrhundert Reitpferde zur Verfügung standen. Um 1800 zogen auch einige Chippewa-Gruppen in das Red-River-Tal im Osten South Dakotas. Andere uramerikanische Gruppen wie die Mandan, die Hidatsa, und die Arikara lebten vor allem von Landwirtschaft und Handel und jagten nur gelegentlich. Ihre befestigten Siedlungen am Missouri River entwickelten sich im 18. und 19. Jahrhundert zu Zentren des Pelzhandels. mini|Die Frederick A. and Sophia Bagg Bonanza Farm ist eine von sieben National Historic Landmarks in North Dakota Der erste Europäer, der das Gebiet erreichte, war der französische Kanadier La Vérendrye, der um 1738 eine Expedition zu den Dörfern der Mandan anführte. Der Handel zwischen den Stämmen war so arrangiert, dass die Stämme North Dakotas nur selten direkt mit den Europäern Handel trieben. Trotzdem unterhielten die Stämme zum Zeitpunkt der Lewis-und-Clark-Expedition über den Pelzhandel einen ausreichenden Kontakt mit den Europäern, um sich der französischen und spanischen Ansprüche auf ihr Gebiet bewusst zu sein. 1837/38 brach in den Dörfern am Missouri River eine Pockenepidemie aus, der etwa 90 % der Ureinwohner erlagen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als rasch Eisenbahnen gebaut wurden und das Land in großem Umfang verkauft wurde, war das Dakota-Territorium nur spärlich besiedelt. Den Weg zum Bundesstaat machte für North und South Dakota sowie für Montana und Washington ein Gesetz vom 22. Februar 1889 unter der Präsidentschaft von Grover Cleveland frei. Mit der Unterschrift seines Nachfolgers Benjamin Harrison erfolgte am 2. November 1889 die Aufnahme.Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Routledge, Oxon 2015, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), S. 386. Die Streitigkeit zwischen den beiden neuen Staaten, wer von ihnen zuerst aufgenommen werden sollte, stellte ein Problem dar. So wies Harrison seinen Außenminister James G. Blaine an, die Papiere zu mischen und dadurch die Reihenfolge der Unterschriften zu kaschieren. Da jedoch „North Dakota“ im Alphabet vor „South Dakota“ steht, wurde North Dakota zuerst im Gesetzesblatt aufgenommen und dadurch vor South Dakota der 39. Bundesstaat.
Die Territoriumsregierungen wie auch die ersten Staatsregierungen galten als sehr korrupt. Im frühen 20. Jahrhundert führte der starke Einfluss der Nonpartisan League zu sozialen Reformen. Die Weltwirtschaftskrise traf North Dakota sehr hart und wurde durch die Farmkrise der 1920er Jahre verstärkt. Das ursprüngliche Capitol von North Dakota brannte in den 1930er Jahren ab. Ein Art-Déco-„Wolkenkratzer“ mit Kalksteinfassade, der heute noch steht, ersetzte es.
In den 1950er Jahren erfolgten durch die Bundesregierung mehrere große Bauvorhaben in North Dakota. Dazu zählten der Garrison Dam und Luftwaffenbasen bei Minot und Grand Forks. Als die Ölpreise emporschnellten und die Förderung profitabel wurde, begann in den 1980er Jahren im Williston-Becken ein Ölboom. Dadurch wuchs die Bevölkerung auf ihren höchsten Stand von fast 700.000 Einwohnern. Heute liegt die Bevölkerung bei etwa 640.000; dies entspricht dem Stand der 1920er Jahre.
Sieben Stätten im Bundesstaat haben aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung den Status einer National Historic Landmark.List of NHLs by State. National Park Service, abgerufen am 31. Oktober 2018.
Verfassung, Politik Grundlage des Staatsrechts ist die Constitution of North Dakota. Änderungen der Verfassung unterliegen einer Volksabstimmung. 1914 wurde das Instrument der Verfassungsinitiative eingeführt, sodass Verfassungsänderungen auch auf dem Wege der Volksinitiative eingebracht werden können.
Legislative mini|300px|Wahlkreiseinteilung von North Dakota