Hilde Berger (* 13. Juni 1914 in Berlin; † 17. November 2011Hilde Olsen auf deathfigures.com in den Vereinigten Staaten), später Hilde Berger-Olsen, war eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und Sekretärin von Oskar Schindler.
Leben Die Tochter eines aus Polen stammenden jüdischen Schneiders schloss sich vor 1933 zunächst einer zionistischen Jugendorganisation an. Danach wurde sie Mitglied der trotzkistischen Linken Opposition der KPD und war nach der Machtübernahme der NSDAP in der Illegalität in Berlin für deren Nachfolgeorganisation IKD aktiv. Kurz nach der Verhaftung ihres jüngeren Bruders Hans Berger im Herbst 1935, der als Reichskurier der IKD fungierte, wurde sie Anfang 1936 im Rahmen der Zerschlagung der Berliner IKD-Gruppe durch die Gestapo verhaftet und bis Mai 1939 in einem Zuchthaus gefangen gehalten.
Die Mitglieder der IKD-Auslandsleitung Walter Held und Josef Weber versuchten vergeblich, für die als staatenlose Jüdin besonders gefährdete Hilde Berger die Ausreise nach Großbritannien oder Norwegen oder einen Nansen-Pass zu organisieren, stattdessen wurde sie nach Polen abgeschoben. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde Hilde Berger zunächst nach Polen deportiert, lebte in oder nahe bei Boryslaw. Dort wurde sie Mitarbeiterin von Berthold Beitz und war geschützt,Bernd Schmalhausen: Berthold Beitz im Dritten Reich. Mensch in unmenschlicher Zeit, 1991 und persönliche Information von Hilde BergerAussage des Zeugen Be. im Prozess gegen Fritz Hildebrand, bei: LG Bremen, 6. Mai 1953. In: Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. X, bearbeitet von Adelheid L. Rüter-Ehlermann, H. H. Fuchs, C. F. Rüter. Amsterdam : University Press, 1973, Nr. 355 S. 661–703 bis dieser dort nicht mehr tätig war. Sie kam dann nicht nach Auschwitz, sondern in das KZ Plaszow bei Krakau. Wenig später bekam sie die Gelegenheit, dort im Krakauer Rüstungsbetrieb von Oskar Schindler zu arbeiten. Dort war sie beteiligt an der Erstellung der Liste mit den Häftlingen, die ins neu errichtete KZ-Außenlager Brünnlitz mitgenommen werden durften., Hilde Bergers Name befindet sich auf S. 1Eva Pfister: Rezension zu Steffen Mensching: Jacobs Leiter. dradio.de, 23. Juli 2003
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges siedelte Berger in die USA über, heiratete dort den ehemaligen Leibwächter Trotzkis, Alex Olsen, sbg.ac.at und lebte lange in New York, wo sie 1995 für den von Yoash Tatari gedrehten Dokumentarfilm Glückselig in New York. Der Stammtisch der Emigranten interviewt wurde. herden.de Nach dem Tod von Alex Olsen übersiedelte sie nach Denver, Colorado. Sie verstarb im Jahre 2011. psychosozial-verlag.de
Literatur Peter Berens: Trotzkisten gegen Hitler. Neuer ISP-Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89900-121-1 (vor allem S. 142 und 196) Marcel Bois: Hilde Berger (1914–2011). Eine jüdische Kommunistin gegen Hitler und Stalin, in: Gisela Notz (Hrsg.): Wegbereiterinnen. Berühmte, bekannte und zu Unrecht vergessene Frauen aus der Geschichte, Neu-Ulm 2018, S. 370f. Reinhard Hesse (Hrsg.): Ich schrieb mich selbst auf Schindlers Liste. Die Geschichte von Hilde und Rose Berger. Psychosozial-Verlag, Gießen 2013, ISBN 978-3-8379-2273-8 (mit einem Geleitwort von Berthold Beitz)
Einzelnachweise
Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Trotzkist Kategorie:Häftling im KZ Plaszow Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Opfer der NS-Justiz Kategorie:Schindlerjude Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Frau Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten