Happy Endings ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Don Roos, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb, aus dem Jahr 2005. Die Hauptrollen des Films sind mit Tom Arnold, Jesse Bradford, Bobby Cannavale, Steve Coogan, Laura Dern, Maggie Gyllenhaal, Lisa Kudrow und Jason Ritter besetzt. Die Handlungsstruktur des Films führte zur Prägung des Begriffs Hyperlink-Kino durch Alissa Quart in ihrer Rezension dieses Films für die Zeitschrift Film Comment.Alissa Quart: Networked: Don Roos and ‘Happy Endings’ (Film Comment) In: Film Comment (englisch), 1. August 2005. Abgerufen am 20. Januar 2025 (web.archive.org)

Der Ausdruck „Happy Endings“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für das Angebot sexueller Entspannung für einen Kunden am Ende einer Massage.

Handlung Der Film spielt in Los Angeles und erzählt in drei großen Geschichten, die wiederum verknüpft sind mit sieben anderen Schicksalen, von den Unwägbarkeiten des Lebens und der Liebe. Auch für tragische oder seltsame Verwicklungen gibt es manchmal ein unerwartet glückliches Ende. Die Geschichten werden durch die hetero- und homosexuellen Hauptcharaktere miteinander verknüpft.

Die erste Geschichte handelt von Mamie Toll, die als Psychologin in einer Abtreibungsklinik arbeitet. Toll bietet nicht nur Beratung an, sondern beurteilt auch die geistige Gesundheit der jeweiligen Frau und genehmigt oder lehnt Anfragen potenzieller Patientinnen nach dem Angriff ab. Es wird lanciert, dass die Psychologin im Alter von siebzehn Jahren ebenfalls eine Schwangerschaft abgebrochen habe. Das ist nun neunzehn Jahre her. Dass es anders war, könnte allein Tolls Stiefvater bestätigen, der inzwischen jedoch verstorben ist. Er drängte die junge Frau damals, das Baby auszutragen und zur Adoption freizugeben. Das ist dann auch geschehen. Als Mamie Toll von dem aufstrebenden Dokumentar-Filmemacher Nicky Kunitz angesprochen wird, der behauptet, ihren inzwischen erwachsenen Sohn zu kennen und von dessen Schicksal zu wissen, weiß sie erst einmal nicht, wie sie reagieren soll. Er erklärt Mamie, dass er gern einen Film darüber drehen würde, wie Mamie und ihr Sohn sich gegenseitig „entdecken“. Der Film soll seine Bewerbung für ein Stipendium beim AFI unterstreichen. Mamie möchte jedoch aus verschiedenen Gründen ihre Geschichte nicht auf der Kinoleinwand sehen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass der biologische Vater des Kindes immer noch in ihrem Leben präsent ist und nichts davon weiß, dass Mamie seinen Sohn zur Welt gebracht hat. Mamie würde gern wissen, wer ihr Sohn ist, Nicky möchte diese Information aber nur dann preisgeben, wenn sie dem geplanten Dokumentarfilm zustimmt. Mamie Toll hofft nun auf die Hilfe ihres Freundes Javier Duran, eines mexikanischen Immigranten. Mamie schlägt ihm als Alternative vor, Javiers Geschichte, die eines illegal eingewanderten Massagetherapeuten, der darauf spezialisiert sei, Frauen Happy Ends zu bescheren, zu erzählen. Es erweist sich jedoch, dass das Leben von Mamie, Nicky und Javier eine ungewöhnliche Wendung nimmt.

In der zweiten Geschichte erfährt man, dass Mamies Stiefbruder Charley Peppitone der biologische Vater ihres Kindes ist. Beide hatten nach der Eheschließung von Mamies Mutter und Charleys Vater eine sehr kurze sexuelle Beziehung. Charleys sei sich dann aber schnell seiner homosexuellen Neigung bewusst geworden. Charley wiederum ist in einer Langzeitbezeihung mit Gil Palmer, einem Architekten. Charley leitet das letzte noch existierende Restaurant einer einstigen Restaurantkette, das er und Mamie vom Vater geerbt haben. Charley und Gil sind beste Freunde von Gils Hochschulfreundin Pam Ferris und deren aktueller Partnerin Diane. Die beiden Frauen hatten Gil einmal gebeten, der Samenspender für ein von ihnen gewünschtes Kind zu sein. Letztendlich soll Pams Befruchtung dann aber mit Samen aus einer entsprechenden Samenbank erfolgt sein. Inzwischen haben sie den zweijährigen Sohn Max. Charley glaubt allerdings, dass das Kind aus Gils Samenn entstanden ist. Um seine Überzeugung zu untermauern, versucht er Beweise dafür zusammenzutragen.

In Geschichte drei arbeitet der zweiundzwanzigjährige Otis McKee in Charleys Restaurant. Nebenher spielt er in einer Band, ohne der beste Schlagzeuger oder Backgroundsänger zu sein. Was er nicht weiß ist, dass Otis’ reicher Vater Frank die Band großzügig unterstützt und immer bereit ist finanziell da zu sein, wenn die Bandmitglieder einen Wunsch äußern. Otis hält vor seinem Vater geheim, dass er heimlich in Charley verknallt ist, da er fürchtet, dass sein Vater das missbilligen werde. Da die Band dringend einen Sänger oder eine Sängerin braucht, engagiert man schließlich Jude, die Otis beim Karaoke-Singen im Restaurant kennengelernt hatte. Jude, eine Opportunistin durch und durch, weiß genau, was sie will. Sie nutzt Otis’ Naivität schamlos aus, um an dessen Vater und vor allem dessen Geld heranzukommen.

Produktion Dreharbeiten, Produktionsnotizen Die Dreharbeiten starteten am 5. April und endeten am 14. Mai 2004. Die Aufnahmen entstanden in Kalifornien, dabei dienten die Städte Glendale und Los Angeles als Schauplätze. Es hatte 18 Monate gedauert, bis die Finanzierung für diese Produktion gesichert war.

Die Filmproduktion übernahm das Unternehmen Lions Gate Films, das für die USA auch die Verleihrechte erhielt. Für den deutschen Markt erhielt Sony Pictures Home Entertainment die Verwertungsrechte.

Don Roos schrieb die Rolle der Mamie eigens für Lisa Kudrow, mit der er bereits in seinem Film The Opposite of Sex zusammengearbeitet hatte. Ursprünglich sah er vor, dass die Geschichte sich um drei Schwestern drehen sollte. Bevor Maggie Gyllenhaal für die Rolle der Jude gecastet wurde, war eigentlich Gwyneth Paltrow für die Rolle vorgesehen. Mit ihr hatte Roos in dem Film Bounce zusammengearbeitet. Ebenfalls im Gespräch war Jennifer Garner. Gyllenhall, die in dem Film singen muss, übernahm das selbst. Ray Liotta, dem man die Rolle des Frank McKee angeboten hatte, lehnte ab.Interview Don Roos on ‘Happy Endings’ oneguysopinion.com (web.archive.org; englisch)Hollywood-Digest upi.com (englisch), 2. Mai 2003. Abgerufen am 20. Januar 2025.Director Don Roos Shows Up with Happy Endings movieweb.com (englisch), 15. Juli 2005. Abgerufen am 20. Januar 2025.

Die deutsche Synchronisation des Films erfolgte durch die Synchronfirma Scalamedia GmbH, München, Dialogbuch: Dominik Auer, Dialogregie: Peter Woratz.

Soundtrack Dub Latina, Glimpse, Windjammer + Hitch von Joey Burns und John Convertino; Vortrag: Calexico Indian Love Song von Mick Turner und Warren Ellis; Vortrag: Dirty Three Happy Birthday to You von Mildred J. Hill und Patty Smith Hill; Summy-Birchard Company Ain’t We Got Fun, Musik: Richard A. Whiting, Text: Raymond B. Egan und Gus Kahn; Vortrag: Vicki Davis La Bamba, traditionelle Weise; Vortrag: Nicole Tocantins Honesty von Billy Joel; Vortrag: Magie Gyllenhaal Youpi von Ben Bernadi, Alex Bonnie und Julie Bonnie; Vortrag: Kid Loco Traveller von Talvin Singh und Cleveland Watkiss; Vortrag: Kid Loco und Talvin Singh How Lucky Am I von Dave Georgeff, Jack Polick und Mark Gracious; Vortrag: Maggie Gyllenhaal Smokescreen; Vortrag: DJ Greyboy A Cry for Love von Paul Arthur Jenkins, Tobias Nathaniel und Joseph Plummer; Vortrag: The Black Heart Procession Over Your Shoulder von Joey Burns; Vortrag: Calexico Old Man Waltz und Sprawl von John Convertino; Vortrag: Calexico Venus in Denim von Jeff P. Duncan; Vortrag: Sugarphonic Rude (And Then Some Slight Return) von Mick Turner, Warren Ellis und Jim White; Vortrag: Dirty Three I Can’t Wait von Garrison Starr; Vortrag: Maggie Gyllenhaal Castillo und Elegante von Hugh Burns; Vortrag: Hugh Burns You Are the Same von Heidi Shink und Caitlin Stansbury; Vortrag: Maggie Gyllenhaal Last Night (Doesn’t Matter to Me) von Michael Criddell und Dave Georgeff; Vortrag: Ashleigh Darkbloom No Stranger than That von Mick Turner, Warren Ellis und Jim White; Vortrag: Dirty Three Tropics of Love von Paul Arthur Jenkins, Tobias Nathaniel und Joseph Plummer; Vortrag: The Black Heart Procession Just the Way You Are von Billy Joel; Vortrag: Maggie Gyllenhaal Mas que nada von Jorge Ben; Vortrag: Astrud Gilberto Baila Tú Conmigo von Daniel Indart und J. A. Perez Alvarez; Vortrag: Jesus 'El Niño' Alejandro und Magalis Tars

Veröffentlichung Happy Endings feierte seine Premiere am 20. Januar 2005 auf dem Sundance Film Festival und wurde am 21. Juni 2005 auf dem San Francisco International Lesbian and Gay Film Festival, das zum zweiten Mal unter dem Namen Frameline Film Festival startete, aufgeführt Am 15. Juli 2005 lief Happy Endings in den US-amerikanischen Kinos an und war für 63 Tage, bis zum 15. September 2005, in verschiedenen Kinos zu sehen. Am 29. Juli 2005 lief er dann allgemein in den Kinos der USA. In Kanada wurde der Film am 5. August 2005 veröffentlicht

In Brasilien wurde die Komödie am 30. September 2005 auf dem Rio de Janeiro International Film Festival und am 21. Oktober 2005 auf dem São Paulo International Film Festival vorgeführt. In Kasachstan wurde der Film im Oktober 2005 veröffentlicht, in Schweden hatte er im Dezember 2005 DVD-Premiere und in Argentinien und Ungarn im Februar/März 2006 Video/DVD-Premiere. Auf dem London Lesbian and Gay Film Festival im Vereinigten Königreich war der Film am 29. März 2006 erstmals zu sehen. DVD-Premiere hatte er Film in folgenden Ländern im Jahr 2006: Island, Bulgarien, Spanien, Japan, Portugal, Australien und im März 2007 in Italien. Veröffentlicht wurde der Film zudem in Griechenland, Indien, Polen, Russland, Singapur, Slowenien und im Vereinigten Königreich.

In Deutschland wurde der Film als Direct-to-Video am 28. März 2006 veröffentlicht.

Rezeption Kritik Der Kritiker Roger Ebert meinte, dass Maggie Gyllenhall als verführerische Goldgräberin allen in diesem Film die Show stehle, denn sie erkenne, dass der schnellste Weg zu einem reichen Vater über seinen schwulen Sohn führe. An anderer Stelle seien Don Roos’ Charaktere in Happy Endings nicht so einnehmend. Der Film selbst scheine durch seine deprimierenden Charaktere entmutigt zu sein und versuche daher, uns mit Untertiteln aufzuheitern. Der Film halte ein gewisses Maß an Intrigen aufrecht und erwache gelegentlich zum Leben, besonders dann, wenn Gyllenhaal oder Arnold beteiligt seien, er sei clever aufgebaut und die Dialoge gut verständlich. Aber dem Film fehle die böse Magie von Roos’ The Opposite of Sex (1998) und Bounce (2000). In beiden Filmen habe es auch zentrale Rollen für schwule Charaktere gegeben, die aber herzlicher und vielschichtiger gewesen seien. In Happing Endings scheine niemand, ob schwul oder hetero, viel Spaß an Sex zu haben, außer dann, wenn man ihn zur Manipulation nutze.Roger Ebert: Bummers make unhappy ‚Endings‘ rogerebert.com (englisch), 14. Juli 2005. Abgerufen am 20. Januar 2025.