mini|hochkant|Helga Rabl-Stadler (2026)

Helga Rabl-Stadler (* 2. Juni 1948 in Salzburg) ist eine österreichische Politikerin und Unternehmerin. Sie war von 1995 bis 2022 Präsidentin der Salzburger Festspiele.

Leben Rabl-Stadler ist die leibliche Tochter des langjährigen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher. Bacher und ihre Mutter Rosl Resmann, Inhaberin des gleichnamigen Modegeschäftes, ließen sich kurz nach ihrer Geburt scheiden. Ihre Mutter heiratete einen Sägewerksbesitzer, dessen Namen (Stadler) sie erhielt. Sie wuchs mit zwei Halbgeschwistern auf, erfuhr von ihrem leiblichen Vater erst im Alter von 21 Jahren und entwickelte dann ein gutes Verhältnis zu ihm.

Sie studierte Rechts-, Publizistik- und Politikwissenschaften und wurde 1970 zum Dr. iur. promoviert. Bis 1974 arbeitete sie als Journalistin bei der Presse und der Wochenpresse. Von 1974 bis 1978 schrieb sie für den Kurier als erste Journalistin eine Innenpolitik-Kolumne.

Von 1983 bis 2008 war sie Miteigentümerin des Modehauses Resmann in Salzburg. Von 1983 bis 1990 (XVI. und XVII. Gesetzgebungsperiode) und nochmals kurz vom 7. bis 30. November 1994 (Nationalratswahl in Österreich 1994 XIX. Gesetzgebungsperiode) war sie für die ÖVP Abgeordnete zum Nationalrat. Hier setzte sie sich für flexible Arbeitszeiten, eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und bessere steuerrechtliche Bedingungen für Sponsoren ein.

Sie war ab 1985 Vizepräsidentin der Kammer der gewerblichen Wirtschaft für Salzburg und ab 1988 deren Präsidentin. Von 1991 bis Anfang 1995 war sie einer der Stellvertreter des damaligen ÖVP-Obmannes Erhard Busek.

Am 26. Jänner 1995 wurde sie zur Präsidentin der Salzburger Festspiele ernannt und legte alle politischen Funktionen zurück. Zuletzt wurde ihr Vertrag bis Ende September 2020 verlängert. Letztlich schied sie erst im September 2021 aus dem Amt.Eine selbstbewusste Frau war man nicht gewohnt. Der Standard, 29. August 2021, abgerufen am 1. September 2021. Während ihrer Präsidentschaft wirkten als Intendanten bis 2001 Gerard Mortier, ab 2002 Peter Ruzicka, ab 2007 Jürgen Flimm, im Jahr 2011 interimistisch Markus Hinterhäuser und von 2012 bis 2014 Alexander Pereira. Für die Jahre 2015 und 2016 wurde interimistisch Sven-Eric Bechtolf bestellt, für die Periode 2017 bis 2021 Markus Hinterhäuser.

mini|Helga Rabl-Stadler (2018) 2019 wurde in einem Rechnungshofbericht veröffentlicht, dass die Präsidentin der Salzburger Festspiele im Jahr 2018 ein Jahressalär von 218.300 Euro erhielt.

Helga Rabl-Stadler war ab Februar 2006 von der damaligen Bundesregierung entsandte Stiftungsrätin des Österreichischen Rundfunks. Sie schied am 22. April 2010 auf eigenen Wunsch aus dem Stiftungsrat aus.

Am 1. Juni 2022 wurde sie Sonderberaterin für Auslandskultur im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Sie ist für die Stärkung der Kulturforen zuständig.

Privates Helga Rabl-Stadler war mit dem früheren Kurier-Chefredakteur Peter Rabl verheiratet und hat mit ihm zwei Söhne sowie Enkelkinder. Das Paar ist geschieden.

Ehrungen 1998: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg 2003: „Silberne Rose“ der Wiener Philharmoniker 2006: Ritter der Französischen EhrenlegionORF Salzburg 2015: Großoffizier des Sterns von Italien 2018: Ehrenbürgerin der Stadt Salzburgorf.at: Helga Rabl-Stadler wird Ehrenbürgerin. Artikel vom 26. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2018. 2018: Österreicherin des Jahres in der Kategorie Kulturerbediepresse.com: Mut, Kreativität und Engagement: Die Österreicher des Jahres. Artikel vom 23. Oktober 2018, abgerufen am 23. Oktober 2018. Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark 2019: Goldmedaille des Kennedy Center International Committee on the Arts 2020: Sonderpreis im Rahmen der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2020 2020/21: Wahl zur Frau des Jahres durch die Zeitschrift Trend 2020: Hanns Martin Schleyer-Preis 2021: Commandeur des Arts et Lettres 2022: Ehrenbürgerin der Stadt Hallein 2023: Ehrendoktorenwürde der Universität Salzburg

Trivia Als Rabl-Stadler 1995 Präsidentin der Salzburger Festspiele wurde, befand sich an ihrer Tür ein Messingschild mit dem Titel „Präsident“. Sie bat darum, diesen Titel in „Präsidentin“ zu ändern. Jemand entgegnete ihr, dass sich das für die kurze Zeit, die sie da sein werde, nicht lohne. Im Jahr 2020 war Rabl-Stadler dann bereits 25 Jahre Präsidentin der Salzburger Festspiele. Das Türschild wurde tatsächlich irgendwann geändert. Auf diesen und andere negative Kommentare, die sie in ihrer ersten Zeit als Festspielpräsidentin bekam, ging sie auch in einem Gespräch mit Armin Wolf ein, das im Juli 2026 auf Ö1 gesendet wurde.Helga Rabl-Stadler, Politikerin und Unternehmerin. Im Gespräch mit Armin Wolf; Transkription des Gesprächs auf der Webseite von Armin Wolf.

Weblinks

Biografie von Helga Rabl-Stadler auf den Webseiten der Salzburger Festspiele

Video-Interview mit Helga Rabl-Stadler Eintrag im Salzburg-Wiki

Einzelnachweise

Kategorie:Präsident der Salzburger Festspiele Kategorie:Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Salzburg Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark Kategorie:Träger des Ordens des Sterns von Italien (Großoffizier) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Komtur) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Salzburg Kategorie:Ehrenbürger von Salzburg Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Österreicher des Jahres Kategorie:ÖVP-Mitglied Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Frau