Wiege der Angst (Originaltitel Montana) ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Jennifer Leitzes aus dem Jahr 1998. Die Hauptrollen des Films sind besetzt mit Kyra Sedgwick, Stanley Tucci, Robbie Coltrane, Robin Tunney, John Ritter und Philip Seymour Hoffman.

Auf dem Cover der DVD-Hülle ist zu lesen: „Bringing the offbeat excitement of Thelma & Louise to the gritty action of Goodfellas, Montana delivers high-impoc exciterment.“ (Montana verbindet die schräge Spannung von Thelma & Louise mit der packenden Action von Goodfellas und sorgt so für Hochspannung pur.)Montana Cover DVD-Hülle in der IMDb

Das Schweizer Fernsehen schrieb zur Erstausstrahlung des Films, dass die Macher „auf eine Traumbesetzung“ hätten „zurückgreifen“ können, „aus der insbesondere Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Robbie Coltrane und Philip Seymour Hoffman herausragen“ würden.

Handlung Claire Kelsky ist eine versierte Profikillerin, die für eine Organisation arbeitet, die von einem „Boss“ gerufenen Mann angeführt wird. Sie arbeitet eng mit dem Auftragskiller Nick Roth zusammen. Beide arbeiten unauffällig, erledigen ihre Aufträge prompt und sauber und hinterlassen keine Kollateralschäden. Anders als andere Mitglieder der Killer-Crew arbeiten sie mit Köpfchen, sodass der Boss bisher sehr zufrieden mit ihnen war. Als sie einen Geldkurier zurückbringen, ohne dass dieser seinen Geldsack bei sich hat, und dieser dann auch noch den Boss mit einer Waffe bedroht, fällt das auf sie zurück und sie hat es sich mit dem Boss verscherzt. Der Boss der Organisation sieht darin ein Indiz, dass seine eigenen Leute sich gegen ihn verschworen haben. Das führt zu gegenseitigen Verdächtigungen und Intrigen. Er ahnt nicht, dass es Kitty war, seine Freundin, die dem gefesselten Kurier eine Pistole zugesteckt hatte, mit dem dieser dann versuchte, den Boss zu töten. Kitty arbeitet schon seit längerem an einem Plan, der es ihr ermöglicht, Bosse zu verlassen. Der Geldkurier wurde von Nick erschossen, bevor er noch abdrücken konnte. Obwohl Kitty seitdem verschwunden ist, schlussfolgert der Boss, dass seine Leute den Geldkurier nicht ordnungsgemäß durchsucht haben. Dass Kitty ihre Hand im Spiel hat, darauf kommt er nicht.

Zur Strafe wird Claire zurückgestuft als Anfängerin und damit beauftragt, die verschwundene Kitty ausfindig zu machen und zurückzubringen. Gemeinsam mit Nick schickt er sie los, um das Geld und seine verschwundene Freundin zurückzubringen. Zudem besteht er darauf, dass beide seinen boshaften und nicht gerade intelligenten Sohn Jimmy auf ihre Suchaktion mitnehmen.

Während Nick den Koffer mit dem Geld aufspürt, indem er mit der Frau des Kuriers spricht, findet Claire Kitty, handelt sich aber ein neues, größeres Problem ein. Als sie Kitty kurz mit Jimmy allein lässt, versucht er die junge Frau zu vergewaltigen. Als er sich auf sie legt, schnappt sie sich jedoch seine Waffe und schießt ihm in den Kopf. Bosses Sohn ist zwar ein Nichtsnutz, wird aber von seinem Vater sehr geliebt. Für Duncan ist das eine Steilvorlage, er macht Bosse weis, dass es ja nun offensichtlich sei, wer gegen ihn putsche, nämlich Claire und deren Freund Nick.

Claire hat schon befürchtet, dass man wiederum ihr die Schuld an dem, was geschehen ist, geben wird, und flieht gemeinsam mit Nick, der sie davon überzeugen konnte, dass sie Bosse nicht vertrauen kann, wie sie es bisher immer getan hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine zarte Liebesromanze, die in krassen Widerspruch zu dem Leben steht, das sie führen. Nick ist unheilbar an Krebs erkrankt, er weiß, dass es für ihn zu spät ist, sein Leben in andere Bahnen zu lenken. Er möchte Claire jedoch unterstützen aus dem Kreislauf der Gewalt auszubrechen, um dann ein Leben führen zu können, das nicht mehr fremdbestimmt ist.

In Wahrheit ist der aalglatte Buchhalter Duncan, die rechte Hand des Bosses, allerdings damit beschäftigt, seinen Vorgesetzten zu Fall zu bringen, da man ihm im dann neu zu besetzenden Kartell eine leitende Position versprochen hat. Er spielt die Angestellten der Organisation geschickt gegeneinander aus und arbeitet für den Verbrecherboss Dr. Wexler, der sich mit Hilfe eines Selbsthilfeprogramms tarnt, das auf der Idee basiert, dass man all seine Probleme mit nur einem einzigen Schritt lösen könne. Wexler hat eine beachtliche Anhängerschaft hinter sich gebracht. Als Claire und Nick ihn während einer seiner Werbeveranstaltungen ansprechen, offenbart er ihnen, dass er Duncan und die meisten Männer der Organisation angeheuert hat, um Bosse zu hintergehen. Da ihm Claire und Nick schon lange ein Dorn im Auge sind, da sie in seinen Augen, seinen Weg nach oben blockieren, befiehlt er den ihm ergebenen Männern, Claire zu töten. Sie muss sich sogar ihr eigenes Grab schaufeln, während zwei Gangster ihr dabei zusehen. Claire gelingt es jedoch, die Männer zu überlisten und zu töten. Als ein kleiner Junge zurückkehrt, der sie kurz zuvor gefragt hatte, was sie da tue, will er neugierig wissen, warum sie das Loch nun wieder zuschütte und wo die beiden Männer geblieben seien.

Produktion Synchronisation Der Film wurde durch die Synchronfirma Splendid Synchron GmbH, Köln, synchronisiert. Für das Dialogbuch trug Sven Hasper die Verantwortung, ebenso wie für die Dialogregie.

Claire Kelsky Kyra Sedgwick Martina Treger Nicholas Nick Roth Stanley Tucci Daniel Werner Boss Robbie Coltrane Joachim Kerzel Kitty Robin Tunney Katja Liebing Dr. Wexler John Ritter Renier Baaken Jimmy Ethan Embry Sven Hasper Duncan Philip Seymour Hoffman Stephan Schleberger Stykes Mark Boone Junior Volker Wolf Benny Jerry Grayson Jürg Löw Ives Ajay Naidu Andreas Meese Fuller Raynor Scheine Markus Pfeiffer Mrs. Koo Natsuko Ohama Sabina Trooger

Dreharbeiten, Produktionsnotizen Der Film wurde ab dem 14. April 1997 in New York City sowie im Alexander Hamilton Club in Paterson in New Jersey in den Vereinigten Staaten gedreht. Produziert wurde er von der Initial Entertainment Group (IEG), No Bones Productions und Zeta Entertainment. In Deutschland wurde er vertrieben von Splendid Film und 2003 auf DVD veröffentlicht.Filming locations für Montana in der IMDb. Abgerufen am 24. Juli 2007. Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 4 Millionen US-Dollar.Box office / business für Montana in der IMDb. Abgerufen am 24. Juli 2007.

Soundtrack Descafeinado, geschrieben und vorgetragen von Ben Vaughn Grind It, wie vor Samantha, geschrieben und vorgetragen von James Intveld & (John Coinman) Menuett No. 5, geschrieben von Luigi Boccherini Sonny & Lorraine, geschrieben von Toledo Diamond (als Toledo), Jon Brooks, Danny Saber, Neil Cain (als Neil Cane), Mike Boito (als Mike Boitos), Spyder Mittleman (als Spider „Middle“ Man), vorgetragen von Toledo Diamond (als Toledo) In Deep, geschrieben von Richard Thair, David Ayers, Ali Friend, Beth Orton und Allan Riding, vorgetragen von Red Snapper gemeinsam mit Beth Orton Four Leaf Clover, geschrieben und vorgetragen von Abra Moore

Veröffentlichung Der Film hatte seine Weltpremiere am 16. Januar 1998 auf dem Sundance Film Festival.Premierendaten für Montana in der IMDb. Abgerufen am 24. Juli 2007. In Deutschland hatte er im Mai 1998 Video-Premiere unter dem Titel Wiege der Angst. Im Fernsehen wurde er auch unter dem Titel Killer Games ausgestrahlt. Im September 1998 wurde er auf dem Athens Film Festival vorgestellt. Veröffentlicht wurde er zudem in Argentinien, Japan, Ungarn, Portugal sowie in Australien, Kanada, Ecuador, Finnland, Frankreich, Griechenland, Polen, Russland, in der Ukraine sowie im Vereinigten Königreich. Der Arbeitstitel des Films lautete Going to Montana.

Kritik Dan Jardine schrieb im Apollo Movie Guide, Kyra Sedgwick sei eine großartige Schauspielerin und verleihe Claire eine Intelligenz, die vom Drehbuch untergraben werde. Claire und Nick seien das Beste an diesem Film, denn ihre Liebe entlarve die Oberflächlichkeit der anderen Charaktere. Weiter schrieb Jardine, dass das Talent von Robbie Coltrane in seiner eindimensionalen Rolle verschwendet sei. Die debütierende Regisseurin Jennifer Leitzes habe mit respektablen Darstellern gearbeitet, die zu wenig zu tun und zu sagen bekommen hätten. Dadurch bleibe der Film auf dem Niveau eines fehlgeschlagenen Tarantino-Klons. Einige Szenen seien statisch; die Dialoge seien nicht interessant genug.Dan Jardine: Montana In: Apolloguide.com (englisch). Abgerufen am 25. November 2025 (web.archive.org)

René Classen zollte dem Film im Lexikon des internationalen Films Respekt und befand: „Eine klassische Gangster-Story, die von der Regisseurin jedoch für ein existentialistisches Kammerspiel genutzt wird, um eine zarte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer rauhen Welt zu erzählen. Aus diesem Kontrast gewinnt der Film seine unaufdringliche Melancholie, die von einem nuancenreichen Soundtrack unterstützt wird und aufgrund der lakonischen Inszenierung nie in Larmoyanz umschlägt. Ein Film mit einer unaufdringlichen Melancholie, der sein Sujet sprengt, indem er über Fremdbestimmtheiten und unheilbare Krankheiten zum Nachdenken Anlaß gibt. Leider wird es der unpassende deutsche Titel dem Film schwer machen.“René Classen:

Die Redaktion von TV Today bewertete den Film in den Rubriken Anspruch, Action, Spannung und Erotik mit einem von drei möglichen Punkten, was zu einem Gesamturteil von ebenfalls einem Punkt führte. Die Redaktion führte aus: „Erst 26jährig inszenierte Regisseurin Jennifer Leitzes diesen melancholischen Actionthriller, der auch auf dem Sundance Filmfestival gezeigt wurde. Lakonisch und nicht ohne die heute unvermeidlichen Anleihen bei Quentin Tarantino erzählt sie eine Ballade aus dem Gangstermilieu, in der endlich mal eine Frau die Hauptrolle spielt.“ Fazit: „Flacht nach gutem Start gegen Ende ab.“Wiege der Angst tvtoday.de. Abgerufen am 25. November 2025.

In Haikos Filmlexikon wurde ausgeführt, zuerst glaube man, der Film sei „einer jener billig heruntergekurbelten Massenthriller, wie es sie zu Tausenden“ gebe. Das stimme insoweit, als „das Budget für diesen Film garantiert nicht hoch“ gewesen sei, „manche Sets allzu einfach“ wirkten. Dafür sei „die Geschichte um Claire und Kitty, die Geliebte vom Boss, umso geschickter inszeniert“. Als Schauspieler habe man „immerhin Stanley Tucci gewinnen“ können sowie „die gute Robin Tunney und Robbie Coltrane“.Wiege der Angst haikosfilmlexikon.de. Abgerufen am 25. November 2025.

Mitch Lovell beschäftigte sich auf der Seite Legends of the Silver Screen mit dem Film und verwies darauf, dass für eine kurze Zeit Ende der 90er jeder Indie-Film eine Tarantino-Kopie und eine Krimikomödie mit einem Auftragskiller in der Hauptrolle gewesen sei. Auch Montana sei so ein Film, nur das die Protagonistin hier eine Auftragskillerin sei – also etwas ganz anderes. Der Film bediene sich zwar der Klischees der Neo-Noir-Komödien/Dramen der 90er-Jahre, fessele aber nie wirklich. Zwar gebe des einige Momente, in denen der Film beinahe lebendig wirke, doch seien diese eher die Ausnahme. Wie so oft in Filmen dieser Art, müsse sich auch Montana mit einem hochkarätigen Ensemble begnügen, das unter seinem Niveau spiele. Sedgwick scheine hier eine Generalprobe für ihre Rolle in Closer zu geben, und Coltrane präsentiere eine weitere Variation seines Gangster-Klischees. Am besten schneide Tucci ab (er könne eigentlich gar nicht schlecht spielen), aber auch er wirke hier deutlich unterfordert. Philip Seymour Hoffman, der hier dieselbe Art von Rolle spiele, auf die er zu Beginn seiner Karriere festgelegt war, glänze in diesem Film nicht besonders, habe allerdings auch nicht viel Material gehabt, mit dem er habe arbeiten können. Seine Todesszene sei allerdings ziemlich cool.Mitch Lovell: Legends of the Silver Screen: Philip Seymour Hoffman – Montana thevideovacuum.livejournal.com (englisch), 6. März 2014. Abgerufen am 25. November 2025.