mini|hochkant|Der Strolch, Gemälde von Ferdinand von Rayski Der Ausdruck Strolch (aus dem Alemannischen strollen umherstreifen) bezeichnet ursprünglich einen Landstreicher, Vagabunden oder Spitzbuben. Erste Belege des Wortes finden sich 1580 in der Schweiz, literarisch 1670 bei Grimmelshausenich und meines gleichen armer schlucker mit sambt denen müssigen landlauffenden strolchen, deren alle winkel voll stecken. Ewigwährender Kalender(jeder weisz,) „dasz die bettler, landsknecht, strolchen, zigeuner und andere mauszköpffe sich keiner andern ursachen halber deren von ihnen selbst ersonnenen so genannten rothwelschen sprachen gebrauchen, als andere ehrliche leuth … zu betriegen.“ Grimmelshausen, Simpliciana (Teutscher Michel), 1673, 211., eine größere Verbreitung lässt sich im 19. Jahrhundert nachweisen.

Ein Ableitungsversuch Adolf J. StorfersWörter und ihre Schicksale. 1935, S. 336 f. als Entlehnung schwäbischer Landsknechte aus dem italienischen astrologo (für entsprechende Gaukler im Militärtross) ließ sich hingegen nicht erhärten. Diese Deutung war in der NS-Zeit weit verbreitet.Wolfgang Hübner: Naturwissenschaften V: Astrologie. In: Der Neue Pauly, Bd. 15/1, J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000, Sp. 843.

Das Schimpfwort hat im Lauf der Zeit eine Verniedlichung erfahren, wie es zahlreiche Titel künstlerischer Erzeugnisse belegen:

Susi und Strolch, Film Die kleinen Strolche, US-Fernsehserie Lauterbacher Strolch, Statue in Hessen

Auch in Knaurs Wörterbuch von 1985 wird dies durch die aufgeführte Wandlung von Strolch als Synonym für einen Strauchdieb zu Schlingel und kleiner Junge deutlich. Zudem wird noch die Strolchenfahrt als schweizerische Bezeichnung für eine Fahrt mit einem gestohlenen Automobil erwähntKnaur. Das deutsche Wörterbuch. Salzer-Überreuther, Wien 1985, S. 929..

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schimpfwort (Person)