Der Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e. V., kurz Fortuna Düsseldorf, ist ein Sportverein aus Düsseldorf, der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Er wurde der Legende nach am 5. Mai 1895 gegründet und ist vor allem durch seine professionelle Fußballabteilung bekannt. Der Verein unterhält aber auch Abteilungen für Handball, Laufsport und Triathlon. Die Fortuna gehört dem Fußballverband Niederrhein an und zählt heute mit mehr als 36.000 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten Sportvereinen in Deutschland. Der Club organisiert seinen Lizenzspielerbereich im eingetragenen Verein (e. V.) und trägt seine Heimspiele seit 2004 in der Merkur Spiel-Arena, auf dem Gelände des früheren Rheinstadions, im Düsseldorfer Stadtteil Stockum aus.Merkur-Spiel-Arena / Rheinstadion In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026. Die Vereinsfarben sind Rot und Weiß.

Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte waren der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1933, die DFB-Pokalsiege 1979 und 1980, sowie die Finalteilnahme im Europapokal der Pokalsieger 1979, in dem Fortuna Düsseldorf nur knapp dem FC Barcelona (3:4 n. V.) unterlag. Ab den 1980er Jahren entwickelte sich der Verein von einem etablierten Bundesligisten zu einer Fahrstuhlmannschaft. Von 2002 bis 2004 spielte der Verein sogar nur in der viertklassigen Oberliga Nordrhein. In der Saison 2007/08 kehrte Fortuna Düsseldorf mit der Qualifikation für die neu gegründete 3. Liga in den Profifußball zurück. Ein Jahr später erfolgte der Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der Saison 2011/12 stieg der Verein nach erfolgreicher Relegation gegen Hertha BSC in die Bundesliga auf. In den folgenden Jahren erfolgte eine Berg- und Talfahrt, welche in der Saison 2025/26 mit dem Abstieg in die 3. Liga einen neuen Tiefpunkt fand. Dort wird die Fortuna ab der Saison 2026/27 spielen.Fortuna Düsseldorf – vom Fast-Aufsteiger zum Drittligisten In: sportschau.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

Geschichte Die Anfänge: Vom Gründungsmythos zur Deutschen Meisterschaft (1895–1945) mini|hochkant|Festschrift 1925: Erste Verwendung des Vereinslogos Am 5. Mai 1895 entstand dem Mythos nach, in einem Lokal in der Lindenstraße 178 in Düsseldorf-Flingern, „bei einer Runde Altbier“ unter den Freunden Jakob Jax, Wilhelm Keweloh, Kaspar Neuhausen und August Nievelstein, die Idee zur Gründung des Turnverein Flingern 1895. Sie wurde laut einem Artikel im Düsseldorfer Generalanzeiger und Umgebend am 17. August 1895 besiegelt.Die Grundsteinlegung des Turnvereins Flingern von 1895 In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026. Ziel des Vereins war die „Körperertüchtigung und Bewegung“. Am 1. Mai 1908 wurde außerdem der Düsseldorfer Fußballklub Spielverein und rund drei Jahre später der Fußballclub Alemania 1911 gegründet. Ende 1912 wurde dieser in Fußballklub Fortuna 1911 umbenannt. Mitte 1913 erfolgte seine Fusion mit dem Düsseldorfer Fußballklub Spielverein zum Düsseldorfer Fußballklub Fortuna 1911. Dieser schloss sich am 15. November 1919 mit dem Turnverein Flingern 1895 zusammen. Der Verein nannte sich ab diesem Zeitpunkt Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895. Nach der Legende stand aber nicht die Glücksgöttin der römischen Mythologie Fortuna als Namenspatronin Pate, sondern „ein zufällig an den Vereinsgründern vorbeifahrendes Pferdefuhrwerk einer Brotfabrik namens Fortuna“. Es gibt jedoch keinen Beleg, dass es in der Stadt Düsseldorf eine solche Fabrik gegeben habe. Die Saison 1913/14 war das erste Spieljahr des Vereins im Westdeutschen Spiel-Verband.Die ersten Jahre In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026. Das Vereinswappen von Fortuna Düsseldorf zeigt auf einer roten, rot-weiß geränderten Scheibe, ein großes weißes „F“ für Fortuna, gefolgt von den kleineren weißen Ziffern „9“ und „5“, die an das Gründungsjahr 1895 erinnern. In der Farbkombination Rot und Weiß entspricht das Signet den Hauptfarben des Düsseldorfer Stadtwappens. Auf die Verwendung des markanten bergischen Löwens verzichtet der Verein bis heute in seinem Logo.Die Geschichte des Vereinslogos von Fortuna Düsseldorf In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

Ab der Saison 1920/21 nahm Fortuna Düsseldorf an der Westdeutschen Fußballmeisterschaft teil. Der Verein trat zunächst im Gau Berg-Mark an und belegte in den ersten Spielzeiten regelmäßig Mittelfeldplätze. In der Saison 1926/27 qualifizierte sich die Fortuna, nach einem Sieg im Entscheidungsspiel gegen TuRU Düsseldorf (2:1 n. V.), erstmals für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1926/27. Dort schied die Mannschaft bereits im Achtelfinale gegen den Hamburger SV (1:4) aus. Zwei Jahre später konnte der Club in der Saison 1928/29 erneut die Endrunde erreichen. Im Entscheidungsspiel konnte Schwarz-Weiß Essen (1:0) geschlagen werden. Anschließend unterlag die Fortuna, erneut im Achtelfinale, dem späteren Meister der SpVgg Fürth (1:5). In der Saison 1930/31 konnte der Verein zum ersten und einzigen Mal die westdeutsche Meisterschaft gewinnen und qualifizierte sich somit automatisch für die Endrunde 1930/31. Wieder war im Achtelfinale, nach einer Niederlage gegen Eintracht Frankfurt (2:3 n. V.), frühzeitig Endstation. Zwei Jahre später wurde Fortuna Düsseldorf in der letzten Saison der Westdeutschen Fußballmeisterschaft 1932/33 Vizemeister und nahm erneut an der Endrunde teil. Sie fand bereits nach der Machtergreifung statt. Im Achtelfinale besiegte die Mannschaft Vorwärts-Rasensport Gleiwitz (9:0). In Viertelfinale schlug die Fortuna den SV Arminia Hannover (3:0) und im Halbfinale Eintracht Frankfurt (4:0). Am 11. Juni 1933 setzte sich die Mannschaft von Trainer Heinrich Körner, im Finale vor 60.000 Zuschauern im Kölner Müngersdorfer Stadion, deutlich gegen den FC Schalke 04 (3:0) durch und gewann seine bis heute einzige Deutsche Meisterschaft. Sie gilt als größter Erfolg der Vereinsgeschichte.Die Deutsche Meisterschaft 1933 In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.Vor genau 85 Jahren hatte Fortuna ihre große Sternstunde In: rp-online.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

In der Zeit des Nationalsozialismus nahm die Fortuna, bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwischen 1936 und 1940, fünfmal als Meister der Gauliga Niederrhein an der Endrunde teil. Dabei gelang der Mannschaft in der Saison 1935/36 eine weitere Finalteilnahme. Dort unterlag der Verein dem 1. FC Nürnberg (1:2 n. V.). 1937 erreichte der Club das Finale um den Tschammer-Pokal, wo man dem FC Schalke 04 (1:2) unterlag. Der bedeutendste Spieler in dieser Zeit war der Rechtsverteidiger Paul Janes. Er prägte die erste Phase des deutschen Fußballs auf internationaler Ebene entscheidend mit und war von 1941 bis 1970 mit 71 Länderspielen Rekordnationalspieler. Janes ist bis in die Gegenwart der Spieler mit den meisten Länderspielen in der Geschichte von Fortuna Düsseldorf. Nach ihm wurde in Flingern das städtische Paul-Janes-Stadion benannt.Paul Janes In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.Paul-Janes-Stadion In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

Zeit in der Fußball-Oberliga und verpasste Qualifikation für die Bundesliga (1947–1963) Saisondaten 1947–1963 Saison Liga Platz Tore Punkte 1947/48 OL/W 7 41:41 24:24 1948/49 OL/W 11 31:45 20:28 1949/50 II.DIV 2 73:37 44:16 1950/51 OL/W 5 49:35 31:29 1951/52 OL/W 12 43:48 26:34 1952/53 OL/W 9 68:60 30:30 1953/54 OL/W 10 53:49 27:33 1954/55 OL/W 6 66:65 30:30 1955/56 OL/W 6 55:48 36:24 1956/57 OL/W 6 65:53 33:27 1957/58 OL/W 9 57:58 29:31 1958/59 OL/W 3 89:56 39:21 1959/60 OL/W 15 46:53 26:34 1960/61 II.DIV 2 85:42 44:16 1961/62 OL/W 9 57:50 32:28 1962/63 OL/W 13 43:64 22:38

mini|hochkant|Bronzestatue von Toni Turek vor der Merkur Spiel-Arena Fortuna Düsseldorf spielte in der Nachkriegszeit, ab der Saison 1947/48, in der Regel in der höchsten Spielklasse des deutschen Fußballs der Fußball-Oberliga. Der Verein trat in der West-Staffel an und belegte überwiegend Mittelfeldplätze. In der Saison 1958/59 erreichte die Fortuna mit dem dritten Platz ihre beste Platzierung. In den Spielzeiten 1948/49 und 1959/60 stieg die Mannschaft aus der Oberliga in die West-Staffel der II. Division ab und schaffte jeweils im folgenden Jahr, 1949/50 und 1960/61, den direkten Wiederaufstieg. In der Saison 1962/63 verfehlte Fortuna Düsseldorf die Qualifikation für die neu eingeführte Fußball-Bundesliga.Zwischen Meisterschaft und Bundesliga-Gründung In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

In dieser Zeit erreichte Fortuna dreimal das Finale im DFB-Pokal. Alle Endspiele gingen verloren: 1957 unterlag der Verein dem FC Bayern München (0:1), 1958 dem VfB Stuttgart (3:4 n. V.), sowie 1962 dem 1. FC Nürnberg (1:2 n. V.). Von 1962 bis 1963 war der frühere Fortuna-Stürmer und spätere Bundestrainer Jupp Derwall Cheftrainer von Fortuna Düsseldorf.Jupp Derwall In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

Als prägendster Spieler in der Nachkriegszeit gilt Toni Turek. Er stand von 1950 bis 1955 in 133 Oberliga-Spielen im Tor von Fortuna Düsseldorf. Sepp Herberger nominierte ihn für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Beim Wunder von Bern stand er im Tor der Deutschen Nationalmannschaft. Heute erinnert eine Bronzestatue vor der Merkur Spiel-Arena an Turek.Toni Turek In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

Zweitklassigkeit in der Regionalliga West und Bundesliga-Premiere 1966/67 (1963–1971) Saisondaten 1963–1971 Saison Liga Platz Tore Punkte 1963/64 RL/W 3 85:50 50:26 1964/65 RL/W 3 71:38 43:25 1965/66 RL/W 1 79:22 58:10 1966/67 BL 17 44:66 25:43 1967/68 RL/W 6 65:49 35:33 1968/69 RL/W 4 64:35 45:23 1969/70 RL/W 4 65:33 44:24 1970/71 RL/W 2 70:26 56:12

Der Verein spielte, nach der verpassten Qualifikation für die Fußball-Bundesliga, ab der Saison 1963/64 in der West-Staffel der zweitklassigen Regionalliga. Die Mannschaft konnte sich umgehend in der Spitzengruppe etablieren, verpasste jedoch in den ersten beiden Spielzeiten unter Trainer Kuno Klötzer mit zwei dritten Plätzen die Aufstiegsrunde zur Bundesliga.Kuno Klötzer In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

In der Saison 1965/66 wurde der Club, mit nur zwei Niederlagen, souverän Meister der Regionalliga West und traf in Gruppe 1 der Aufstiegsrunde auf Hertha BSC, dem FK Pirmasens und Kickers Offenbach. Aufgrund der besseren Tordifferenz stieg Fortuna Düsseldorf am Ende, gemeinsam mit Rot-Weiss Essen, zum ersten Mal in die Bundesliga auf. Dort konnte sich der Verein, mit seinen Leistungsträgern Werner Biskup, Waldemar Gerhardt, Hans-Josef Hellingrath und Peter Meyer, nicht etablieren und stieg nach nur einem Jahr wieder ab.Erster Aufstieg in die Bundesliga, Pokaltriumphe - und 2 Abstiege In: f95.de, abgerufen am 7. Juni 2026.

In der Saison 1970/71 wurde die Fortuna hinter dem punktgleichen VfL Bochum Vizemeister der Regionalliga West und qualifizierte sich erneut für die Aufstiegsrunde. Dort spielte der Verein gegen Borussia Neunkirchen, dem FC St. Pauli, 1. FC Nürnberg und Wacker 04 Berlin. Nach sechs Siegen und zwei Unentschieden stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf.

Etablierung in der Fußball-Bundesliga und zahlreiche Europapokalteilnahmen (1971–1987) Saisonbilanzen 1971–1987 Saison Platz Tore Punkte 1971/72 13. 40:53 30:38 1972/73 3. 62:45 42:26 1973/74 3. 61:47 41:27 1974/75 6. 66:55 41:27 1975/76 12. 47:57 30:38 1976/77 12. 52:54 31:37 1977/78 5. 49:36 39:29 1978/79 7. 70:59 37:31 1979/80 11. 62:72 32:36 1980/81 13. 57:64 28:40 1981/82 15. 53:66 29:39 1982/83 9. 63:75 30:38 1983/84 14. 54:78 29:39 1984/85 15. 53:66 29:39 1985/86 14. 54:78 29:39 1986/87 17. 42:91 20:48

Die zweite Bundesligasaison begann mit einer Auswärtsniederlage gegen den FC Bayern München. Obwohl die Fortuna am sechsten Spieltag den vierten Tabellenplatz belegen konnte, rutschte sie danach in die untere Tabellenhälfte ab und befand sich demnach im Abstiegskampf, der jedoch nicht zuletzt durch den Bestechungsskandal und dem damit verbundenen Zwangsabstieg von Arminia Bielefeld souverän gemeistert wurde.