Die K, häufig auch als Kunststoffmesse K bezeichnet, ist eine internationale Fachmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie und gilt als die weltweit größte Veranstaltung ihrer Branche. Sie wird seit 1952 von der Messe Düsseldorf veranstaltet und findet gegenwärtig in einem dreijährigen Turnus statt. Das Angebot reicht von Roh- und Hilfsstoffen über Halbzeuge und technische Teile bis zu Maschinen und Ausrüstungen für die Verarbeitung.

Geschichte mini|Kunststoffmesse K 2019 in Düsseldorf

Gründung als Leistungsschau 1952 beschlossen Unternehmen und Wirtschaftsverbände gemeinsam mit der Nordwestdeutschen Ausstellungsgesellschaft (NOWEA), der heutigen Messe Düsseldorf GmbH, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die die Leistungsfähigkeit und die Vielseitigkeit von polymeren Werkstoffen unter Beweis stellen sollte. Die erste K fand im selben Jahr mit 270 Ausstellern aus der Bundesrepublik Deutschland und 165.000 Besuchern statt.

In den Anfangsjahren war die Veranstaltung stark auf das allgemeine Publikum ausgerichtet. Im Zentrum standen Gebrauchsgegenstände für Endverbraucher: Kunststoffprodukte wie Haushaltswaren, Spielzeug oder Regenmäntel, aber auch „abwaschbare Kulturtaschen“ und „hauchzarte Nylonstrümpfe“ galten als Sinnbilder für modernen Fortschritt und die Konsummöglichkeiten des Wirtschaftswunders.

Wandel zur Fachmesse Mit der Weiterentwicklung der Kunststofferzeugung und -verarbeitung wandelte sich der Charakter der K grundlegend. Der Schwerpunkt verlagerte sich von den Endprodukten hin zu den Herstellungsverfahren und dem Maschinenbau; 1963 vollzog die Veranstaltung den Übergang zur reinen Fachmesse.

1971 fand die K erstmals auf dem neu errichteten Messegelände im Stadtteil Stockum statt, das deutlich größere Flächen bot als die bisherigen Hallen an der Fischerstraße. Der dreijährige Zyklus, der sich in den 1980er Jahren etablierte, orientiert sich an den Innovations- und Investitionsintervallen der Industrie. Da Entwicklungen etwa im Spritzgießen oder in der Extrusionstechnik mehrjährige Forschungszeiträume beanspruchen, gilt die K als der Termin, an dem Weltneuheiten der Branche traditionell erstmals vorgestellt werden.

Globalisierung Ab den 1990er Jahren prägte die fortschreitende Globalisierung das Profil der Messe. Der Anteil ausländischer Aussteller und Besucher stieg kontinuierlich: von 24 Prozent internationaler Besucher im Jahr 1972 auf 71 Prozent im Jahr 2016, als auf Ausstellerseite 61 Nationen vertreten waren. Auch 2022 kamen 71 Prozent der Fachbesucher aus dem Ausland; signifikante Anteile stellen insbesondere Besucher und Aussteller aus China, Indien und den Vereinigten Staaten.

Gleichzeitig rückten ökologische Fragestellungen in den Fokus. War die Branche zuvor primär wachstums- und effizienzorientiert, wurde die Messe ab den 2000er Jahren zur Plattform für Themen wie Biokunststoffe, Ressourcenschonung, Leichtbau und additive Fertigung. In der jüngeren Vergangenheit verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Transformation zur Kreislaufwirtschaft. Die Messe fungiert dabei als Schnittstelle zwischen industrieller Praxis, wissenschaftlicher Forschung und politischer Rahmensetzung, etwa der Kunststoffstrategie der Europäischen Union.

Konzept Zielgruppen Die K richtet sich primär an Fachleute aus der Kunststoff- und Kautschukerzeugung sowie -verarbeitung. Darüber hinaus zieht sie Anwenderindustrien an, für die polymere Werkstoffe eine Schlüsselkomponente darstellen. Hierzu gehören insbesondere der Automobilbau, die Verpackungsindustrie, die Elektrotechnik und Elektronik, der Bausektor sowie die Medizintechnik und die Luft- und Raumfahrt. Für diese Branchen dient die Messe als Orientierung für Materialinnovationen, Leichtbaustrategien und Effizienzsteigerungen in der Produktion.

Themen und Schwerpunkte Das Messekonzept und die Leitthemen der einzelnen Ausgaben orientieren sich an globalen industriellen Herausforderungen. Zur K 2025 bildeten die drei Säulen „Green – Smart – Responsible“ unter dem Titel „The Power of Plastics“ den inhaltlichen Kern.

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft wird der Übergang von linearen Modellen zu geschlossenen Stoffkreisläufen behandelt. Dies umfasst Fortschritte im mechanischen und chemischen Recycling sowie die Qualitätssteigerung von Post-Consumer-Rezyklaten, um diese auf das Niveau von Primärrohstoffen zu heben.

Die Säule der Digitalisierung thematisiert die Umsetzung der Industrie 4.0. Schwerpunkte liegen auf der Integration von künstlicher Intelligenz und vernetzter Sensorik in die Fertigungsprozesse mit dem Ziel, den Energieverbrauch zu senken und Ausschuss durch automatisierte Qualitätskontrollen zu verringern.

Die dritte Säule, die gesellschaftliche Verantwortung, befasst sich mit der Sicherung der Branchenzukunft. Hierzu zählen die Nachwuchsförderung und Initiativen zur Stärkung der Diversität, um dem Fachkräftemangel in der Kunststoffindustrie entgegenzuwirken.

Aussteller und Besucher Auf einer Netto-Ausstellungsfläche von rund 177.700 Quadratmetern präsentierten sich bei der K 2025 in 18 Messehallen und im Freigelände 3.275 Aussteller aus 66 Nationen. Über 175.000 Fachbesucher aus rund 160 Ländern reisten nach Düsseldorf. Das Angebot gliedert sich klassischerweise in die Bereiche Maschinen und Ausrüstungen, Roh- und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge und technische Teile. Nach Angaben des Veranstalters waren 67 Prozent der Besucher in leitende Positionen eingebunden oder an Investitionsentscheidungen ihrer Unternehmen beteiligt.

Rahmenprogramm Die zentrale Sonderschau „Plastics Shape the Future“ wird von Plastics Europe Deutschland gemeinsam mit der Messe Düsseldorf ausgerichtet und dient als Forum für den Dialog über Branchentrends und Nachhaltigkeit sowie für den Austausch mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau bespielt das Freigelände mit einem eigenen Forum, das 2025 unter dem Titel „The Power of Plastics“ Live-Demonstrationen zu zirkulären Fertigungsprozessen zeigte.

Der „Science Campus“ bietet Hochschulen und Forschungsinstituten die Möglichkeit, aktuelle Ergebnisse der Kunststoffforschung vorzustellen. Für junge Technologieunternehmen existiert die „Start-up Zone“, die sich auf Lösungen in der Kreislaufwirtschaft und der Digitalisierung konzentriert; sie wurde 2022 eingeführt und 2025 erweitert. Bei der K 2025 kamen die vom Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie getragene „Young Talents Lounge“ und das Format „Women in Plastics“ hinzu, das sich an Frauen in der Kunststoff- und Kautschukindustrie richtet.

Ein langjähriger Bestandteil ist die „Rubberstreet“, die seit 1983 die technologischen Besonderheiten der Elastomerindustrie hervorhebt. Schirmherr ist der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie.

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