Die Hamberger Industriewerke GmbH in Stephanskirchen bei Rosenheim umfassen heute die Produktion von WC-Sitzen sowie die Immobilienverwaltung und -entwicklung. Der Exportanteil des Unternehmens beträgt 50 %.
Geschichte mini|Hamberger Firmengelände
mini|Hamberger Industriewerke Standorte 2019 Franz Paul Hamberger gründete im Jahr 1866 das Unternehmen im Stephanskirchener Ortsteil Ziegelberg. Neben der Zündholzproduktion wurde – anfangs zur Deckung des Eigenbedarfs – eine Ziegelei und später ein Sägewerk aufgebaut. Nach einem Brand wurde 1968 der Geschäftsbereich Ziegelei eingestellt und mit dem Fall des Zündwarenmonopols im Jahr 1983 ebenfalls die Produktion der Zündhölzer. Um hierfür die erforderlichen Absatzmöglichkeiten zu schaffen, ging Sebastian Hamberger nach München und gründete 1908 in der Orleansstraße ein Unternehmen, aus dem später der Hamberger Großmarkt entstand.
Von 1868 bis in die frühen 1920er-Jahre hinein stellte die Hamberger Ölfabrik neben Wagenfetten sowie technischen Fetten und Ölen auch die „Hamberger Schuhwichse“ her. Im Inflationsjahr 1923 wurde dieser Geschäftszweig eingestellt. Ebenfalls heute nicht mehr produziert werden die Hamberger Hartholz-Wäscheklammern. In welchem Zeitraum diese genau gefertigt wurden, ist nicht bekannt.
1912 wurde mit der WC-Sitzfertigung ein weiterer Unternehmensbereich aufgebaut. Die heutige Wortmarke HARO – zusammengesetzt aus HAmberger und ROsenheim – wurde 1927 beim deutschen Reichspatentamt als Warenzeichen eingetragen.150 Jahre Hamberger – Seit 150 Jahren mit der Zukunft verwurzelt, Hamberger Industriewerke GmbH, 2016. Nach dem Start der Eigenfertigung von WC-Sitzen 1988 erfolgte 1995 der Umzug in den neugebauten Standort in Rohrdorf. 1999 begann man mit der Fertigung von WC-Sitzen aus Thermoplast. Mit der patentierten SoftClose-Absenkautomatik und der TakeOff-Technik präsentierte das Unternehmen im Jahr 2001 zwei erfolgreiche Innovationen. 2003 startete die Produktion von WC-Sitzen im zweiten Werk in Sewliewo, Bulgarien. Mit einer eigenen Scharnierfertigung baute man 2007 die Produktion weiter aus. 2017 wurde der Produktionsstandort Sewliewo um eine Lackieranlage erweitert. 2023 erfolgte die Übernahme der WC-Sitz-Marke Pagette vom japanischen Konzern Toto.
1950 kam der Geschäftsbereich Mehrschichtparkett dazu und die Wortmarke „HARO-Parkett“ wurde als Warenzeichen eingetragen. 1958 wurde die Bodenbelags-Produktion um Sportböden und im Jahr 1987 schließlich um Laminatboden erweitert.
1976 öffnete der erste HARO-Baumarkt am Ziegelberg, dem in den folgenden Jahren zwei weitere Märkte in Rosenheim und Raubling folgten.
Das bestehende Wasserkraftwerk an der Sims wurde 1935 um ein Dampfkraftwerk ergänzt, um den Energiebedarf zu decken. Mittlerweile werden zwei Blockheizkraftwerke betrieben, die mit Holzabfällen aus dem Sägewerk und der Bodenproduktion Strom und Wärme produzieren. Neben der Versorgung des eigenen Unternehmens wird ebenfalls Strom ins öffentliche Netz eingespeist (ausreichend für ca. 20.000 Haushalte). 2016 wurde ein modernes Wasserkraftwerk installiert und in Betrieb genommen.
In den Jahren 1936 und 1978 wurde das Nadelholzsägewerk jeweils neu errichtet, um die Kapazität zu erhöhen. Im Jahr 1998 wurde es auf Laubholz umgestellt. 2007 wurde ein zweites Sägewerk in Kleinostheim bei Aschaffenburg in Betrieb genommen, welches aber aufgrund der geringeren Nachfrage nach heimischem Buchenholz im Jahr 2017 wieder geschlossen wurde.
Im Zuge der Internationalisierung wurden Vertriebsgesellschaften in Österreich, Frankreich, Spanien, der Schweiz, Indien, den USA, Russland und Italien gegründet. Seit 2003 betreibt Hamberger auch ein Produktionswerk für WC-Sitze im bulgarischen Sewliewo, seit 2012 ein WC-Sitz-Werk im chinesischen Kunshan in der Nähe von Shanghai und seit 2025 ein weiteres Werk in der Nähe von Kairo, Ägypten.
Peter M. Hamberger schied zum 30. Juni 2025 als Geschäftsführer der Hamberger-Firmengruppe aus.
Im Februar 2026 gab die Hamberger-Gruppe bekannt, den Unternehmensbereich Flooring an die Münchner Private-Equity-Holding Mutares zu veräußern. Die Produktion von Bodenbelägen soll unter Mutares an den Standorten Stephanskirchen und Sewliewo (Bulgarien) fortgeführt werden. Der Geschäftsbereich Sanitary mit Produktionsstätten in Rohrdorf, Bulgarien, China und Ägypten verbleibt vollständig bei den Hamberger Industriewerken und wird weiterhin als strategisch relevanter Kernbereich geführt.
Unternehmensbereiche Die Hamberger Industriewerke GmbH in Stephanskirchen bei Rosenheim wird als mittelständisches Familienunternehmen geführt. Auf Basis eines Sägewerks, einer Zündholzfabrikation und einer Ziegelei entwickelte sich das Familienunternehmen zu einer weltweit aufgestellten Firmengruppe. Das im Jahre 1866 gegründete Unternehmen umfasst heute die Produktion von WC-Sitzen sowie die Immobilienverwaltung und -entwicklung.
Hamberger Sanitary ist der größte Hersteller von WC-Sitzen in Europa und fertigt eine breite und variantenreiche Palette an WC-Sitzen für den privaten wie für den gewerblichen Einsatz. Über 350 Modelle und ebenso viele verschiedene Befestigungslösungen gehören zum Hamberger Sanitary Baukasten-System, das mit 120.000 verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten die umfangreichste Produktpalette Europas darstellt. Das Unternehmen fertigt WC-Sitze aus Duroplast und Thermoplast.
Auszeichnungen 2015: HARO Korkboden Corkett Arteo XL Eiche italica natur strukturiert (Holznachbildung) „Bestes Produkt des Jahres 2015“ in der Kategorie Bodenbeläge von Heimwerker PraxisHeimwerkerPraxis, Ausgabe 3/2015, S. 44 2015: WC-Sitz Evolution, ausgezeichnet mit dem Red Dot Design Award 2015 und dem PLUS X AWARD 2015 in den Bereichen Design und High Quality 2013: Woody Award für Parkett-Sonnenschutz sunProtect in der Kategorie „Innovatives Produkt“ 2005: WC-Sitz Malong, ausgezeichnet mit dem Red Dot Design Award 2005 und dem DESIGN PLUS Award
Weblinks hamberger.com
Einzelnachweise
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