miniatur|hochkant=1.5|Stadtgebiet von Kreuztal mit Stadtteilen

In der nachstehenden Liste der Baudenkmäler in Kreuztal sind alle Denkmäler der nordrhein-westfälischen Stadt Kreuztal und ihrer Ortsteile aufgelistet. Grundlage ist die Denkmalliste der Stadt Kreuztal. Die Eintragung der Denkmäler in diese Liste erfolgte jeweils in Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege.

Geschichtliche Entwicklung Die Stadt Kreuztal entstand am 1. Januar 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier im mittleren Ferndorftal gelegenen Gemeinden Kredenbach, Ferndorf, Kreuztal und Buschhütten, den vier Gemeinden des Littfetals – Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach und Eichen mit Bockenbach und Stendenbach – sowie der vier Heestalgemeinden Oberhees, Mittelhees, Osthelden und Fellinghausen. Diese Gemeinden sind seit jeher geschichtlich und wirtschaftlich miteinander verbunden.

Die früheste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1067 als „Berentraph“, dem heutigen Ferndorf, das vor der Stadtwerdung die Namensgeberin der damaligen Amtsverwaltung war. Das Zentrum der heutigen Stadt wurde 1826 im Taufbuch der Kirchengemeinde Ferndorf erstmals als „Kreuzthal“ bezeichnet.

Erzbergbau und Eisenverhüttung spielten in der Region eine wichtige Rolle für Wachstum und Entwicklung der ursprünglich bäuerlichen Dörfer. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Bergbau seine Blüte, bis dieser mit Schließung der letzten Grube im Jahr 1927 gänzlich erlosch.

Die heutigen Denkmäler 130px|rechts

Das nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz definiert Denkmäler folgendermaßen: Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen oder Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend sind für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse und wenn für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.

Diese Definition ist Grundlage für die Eintragung der Objekte in die Denkmalliste einer Stadt oder Gemeinde. Für die Eintragung müssen nicht alle Bedeutungen und nicht alle Gründe vorliegen. Es reicht aus, wenn jeweils eine Bedeutung und ein Grund vorliegen. Zudem kommt es darauf an, zu erläutern, worin die Bedeutung und der Grund für die Bezeichnung als Denkmal liegen.

Es wird unterschieden zwischen Bau- und Bodendenkmälern, wobei ein Baudenkmal gleichzeitig auch ein Bodendenkmal sein kann und umgekehrt.

Das Denkmal enthält vielfältige aus anderen Quellen nicht erschließbare Informationen über die Zeit seiner Entstehung sowie über alle Perioden, die es seither durchlaufen hat.

Die Denkmalwertigkeit ist allein aus der Materie des Objektes nicht ersichtlich. Jedes Denkmal bedarf deshalb einer Interpretation, die mit Mitteln und Methoden aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft unter Zuhilfenahme von Bau- und Kunstgeschichte, Volkskunde, Archäologie, Paläontologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, politischer Geschichte, Religionsgeschichte usw. erarbeitet wird.

Weil die historische Information an die überkommene Denkmalsubstanz gebunden ist, kommt es auch darauf an, zu werten, inwieweit beim Baudenkmal z. B. bestimmte Materialien, Ausführungstechniken, Farbgebungen, Raumdispositionen, Fassadengestaltungen und beim Bodendenkmal z. B. Objekt- und Reliefgestaltung sowie die Umgebung an der Denkmalbedeutung Anteil haben. Hierzu muss alles Wissen über die Objekte zusammengetragen und analysiert werden.

In enger Abstimmung aller beteiligten Dienststellen wurden in Kreuztal bisher insgesamt 161 Baudenkmäler und 17 ortsfeste Bodendenkmäler nach vorausgehender Anhörung in die Denkmalliste eingetragen.

Zahlreiche Fachwerkhäuser in typischer Siegerländer Bauweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert und einige Putz- und Ziegelbauten aus dem jetzigen Jahrhundert haben als Zeugen früherer Baukunst und Lebensweise Aufnahme in die Denkmalliste gefunden.

Die Geschichte hat allerdings nicht nur Baulichkeiten hinterlassen, die „über Tage“ sichtbar, begreifbar und erlebbar sind. Weit mehr Spuren menschlichen Lebens und Schaffens sind im Boden verborgen: Für den Laien mit bloßem Auge häufig kaum erkennbar sind die 17 in die Denkmalliste eingetragenen ortsfesten Bodendenkmäler. Als besonders bedeutend gilt hier zum Beispiel die einzigartige Bergbauwüstung Altenberg aus dem 12. Jahrhundert.

Burgholdinghausen

Buschhütten

Eichen

Fellinghausen

Ferndorf

Junkernhees

Kredenbach Bezeichnung Beschreibung Foto Wohnhäuser Altlohe 2 – 6 Das Gebäude gehört zur ehemaligen Arbeitersiedlung Kredenbach. Es ist im Zusammenhang mit der ehemaligen Silberhütte, die zum Revier Müsen gehörte, zu sehen. Die Gewinnung von Eisenerz dauerte bis in unser Jahrhundert an. Das Wohnhaus wurde im Jahre 1718 erbaut. Die ehemalige Arbeitersiedlung Kredenbach ist die zweitälteste hier bekannte Arbeitersiedlung in Westfalen-Lippe. 130px Wohnhaus Am Lindenhof 1 Das Fachwerkhaus wurde bereits im Urkataster von 1835 aufgeführt. Es gehört somit zu den ältesten noch bestehenden Wohnhäusern dieses Ortsteiles. Die Häusergruppe ist als sogenannte „Lange Zeile“ von erheblicher ortsbildprägender Bedeutung und daher besonders schützenswert. 130px Wohnhaus Am Rain 1 Das zweigeschossige Fachwerkhaus wurde im Jahre 1799 errichtet. In späterer Zeit wurde das Satteldach aufgedrempelt. Besondere Bedeutung ist der einzeiligen Frakturinschrift im Geschossrähm „Dieses Haus ist erbaut durch Franz Schafer Anna Margaretha Eheleut aufgeschlagen den 21ten Mai 1799 Zimmermeister ist gewesen Johann Jost Scheffe von Littfeld“ beizumessen. Das Haus gehört zu einer Gruppe von Fachwerkhäusern mit ortsbildprägender Bedeutung. 130px Doppelwohnhäuser An der Bahn 1+3 Bei dem Doppelwohnhaus „An der Bahn 1/3“ handelt es sich um ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Zwerchhaus. Die Fachwerkkonstruktion weist reiche Strebenkonstruktionen aus, wie sie im Siegerland bis in das 18. Jh. üblich waren. 130px Wohnhaus An der Bahn 4 Es handelt sich hier um ein traufenständiges, zweigeschossiges Wohnhaus mit schindelgedecktem Satteldach und beidseitigen Zwerchhäusern. Der Kern des Hauses stammt möglicherweise aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Unter dem kunstschieferverkleideten Giebel und unter der in altdeutscher Deckung mit Naturschiefer versehenen südlichen Traufseite ist ein intaktes Fachwerkgefüge zu vermuten. Das Gebäude in seiner nur unwesentlich veränderten Form zählt zum ältesten Baubestand in Kredenbach. 130px Splitterschutzzellen (Einmannbunker) a und b Die aus einem Stück Beton gegossene Schutzzellen wurde laut Zeitzeugen im Zweiten Weltkrieg auch in Kreuztal an Örtlichkeiten in der Nähe von Bahn, von Betrieben und der Post aufgestellt. Sie diente als Minimalschutz gegen Splitterwirkung von Bomben gegen Tiefflieger-Beschuss mit kleinerem Kaliber. Bei den beiden Splitterschutzzellen handelt es sich um die letzten noch auf Kreuztaler Stadtgebiet befindlichen Exemplare ihrer Art. Sie dokumentieren damit ein Stück Kreuztaler Geschichte im Zweiten Weltkrieg. Für die Erhaltung und Nutzung sprechen wissenschaftliche Gründe hinsichtlich der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Befestigungsausbaus allgemein, da solche Splitterschutzzellen insgesamt zwar noch vorhanden sind, aber doch zunehmend in Verlust geraten. 130px Wohnhaus Kredenbacher Straße 20 Das im Jahre 1717 errichtete zweigeschossige Fachwerkhaus gehört zu den ältesten noch bestehenden Wohnhäusern dieses Ortsteiles. Es ist einer Gruppe von Fachwerkhäusern mit ortsbildprägender Bedeutung zuzurechnen. 130px Doppelwohnhäuser Kredenbacher Straße 21 und 23 Das nach einem Vorbesitzer namens Kuckuck benannte „Kuckes Haus“. Der in seiner Form kaum veränderte Kern des jetzigen Gebäudes stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist damit eines der ältesten Häuser im historischen Ortskern von Kredenbach. Es ist ein wichtiges Dokument der Baugeschichte und daher bedeutend für die Geschichte des Menschen. 130px Wohnhaus Kredenbacher Straße 29 Die ehemalige Kapellenschule, die zu Wohnzwecken genutzt wird, wurde am 20. August 1863 eingeweiht. Sie befindet sich im historischen Ortskern des Stadtteils Kredenbach und ist von erheblicher ortsbildprägender Bedeutung. 130px Wohnhaus Marburger Straße 349 Bei dem Gebäude handelt es sich um ein dekoratives, zweigeschossiges, traufenständiges Fachwerkhaus aus dem Jahre 1870. Die inneren Raumstrukturen mit Treppe und Türen sind erhalten. Zu dem Gebäude gehören die beiden Hausbäume vor der historischen Haupteingangstreppe des Hauses. 1973 wurde der rückwärtige ehemalige Holzschuppen des Wohngebäudes im Erd- und Obergeschoss zu Wohnzwecken umgebaut. In späterer Zeit erhielten diese Wohnräume einen Balkon und Terrassenanbau, der so errichtet wurde, dass er nicht in die historische Bausubstanz wesentlich eingriff. 130px Wohnhaus Marburger Straße 389 Bei dem vorgenannten Wohnhaus handelt es sich um ein Haus mit einem alten rückwärtigen Flügelanbau, Errichtung etwa 1850. Das typische riegellose Fachwerk dieser Zeit ist in zwei Geschossen sichtbar. Mittig über der Trauffassade befindet sich ein Zwerchhausgiebel. Das Wohnhaus Kredenbacher Str. 389 ist dem Kleinhaustypus des Siegerlandes in der typischen Form zugehörig. 130px Stollenmundloch des Tiefen Stollens der ehemaligen Grube Brüche Ein in einem Röscheneinschnitt am Hang gelegenes, rundbogig geschlossenes Stollenmundloch, das zur Grube Brüche gehörte. Das Eingangsportal aus bearbeitetem Naturstein sorgfältig zusammengefügt. Großer Schlussstein mit der Inschrift „Ein- und Ausfahrt der Grube Brüche 1777 angefangen. Gemauert 1802. 1822 mit dem Stollen den Gang angehauen“. Eine eiserne Tür mit der Aufschrift „Wasserwerk Müsen-Dahlbruch 1951“ und dem Bergwerksensemble Schlägel und Eisen verschließt den Zugang. 130px

Kreuztal