Fritz ist ein Hörfunksender und Digitalangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb).
Er bietet ein 24-stündiges Radioprogramm mit zeitgenössischer Musik aus allen Popkultur-Genres wie Independent, Urban, Electro, Hip-Hop oder Metal. Zudem sendet Fritz Nachrichten, Reportagen, Rezensionen, Talks, Kulturberichte, Lesungen und Live-Übertragungen von Konzerten und Events. Fritz versteht sich als Digitalmarke und erreicht mit seinen Digitalprodukten ein Millionenpublikum über Podcasts wie Wissen mit Johnny, das YouTube-Format Comedy Kollektiv oder den Instagram-Account fritz_offiziell.
Fritz gehört zum Bestandteil des Radio-Portfolios der ARD, diese Art von Hörfunkprogramm wird von der zuständigen Landesrundfunkanstalt in jedem Sendegebiet angeboten.
Laut der Media-Analyse 2025 Audio I erreicht Fritz 70.000 Hörer in einer durchschnittlichen Sendestunde.https://www.reichweiten.de/
Geschichte mini|Ehemaliges Logo Fritz ging aus dem Brandenburger Jugendradio Rockradio B sowie dem SFB-Jugendradio Radio 4U hervor. Am 1. März 1993 morgens um 6 Uhr startete das Jugendradio sein Programm aus den ehemaligen Studios des DDR-Rundfunks in der Nalepastraße in Berlin – damals noch eine Gemeinschaftsproduktion von SFB und ORB. Fritz gilt als Experiment eines der ersten medialen Ost-West-Projekte nach dem Mauerfall.
Vorläufer war bis 1992 Radio DT64, welches aus einer Jugendsendung des DDR-Rundfunks hervorgegangen war. Der direkte DT64-Nachfolger Sputnik vom MDR und Fritz wurden daraufhin gemeinsam mit dem bereits seit 1986 bestehenden Jugendradio Bremen Vier von Radio Bremen Vorreiter für alle nachfolgenden Projekte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wie N-Joy vom NDR, hr XXL (später: You FM) vom hr, Dasding vom SWR, Unserding vom SR oder 1 Live vom WDR.
Ende 1993 zog die Fritz-Redaktion von der Nalepastraße nach Potsdam-Babelsberg in die neuen Sendestudios des ORB. Der Radiosender übertrug seit 1993 regelmäßig die Loveparade in Berlin und produzierte für den Tag das FritzLoveRadio.
1997 erfolgte ein Wechsel in der Chefetage – der bisherige Chefredakteur Helmut Lehnert wurde neuer Chef von Radio Brandenburg und bereitete den Sendestart von Radio Eins vor. Neuer Fritz-Chefredakteur wurde Konrad Kuhnt, zuvor stellvertretender Chefredakteur.
1998 wurde das ColumbiaFritz eröffnet. Das ehemalige Kino der alliierten Streitkräfte wurde zur neuen Homebase von Fritz in Berlin und Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte und Partys.
Seit 1999 kann man Fritz durch einen Live-Stream über die Webseite auf der ganzen Welt empfangen, bis 2008 war es noch ein RealAudio-Stream, dann entschied man sich jedoch für das beliebtere und mit jeder Abspiel-Software kompatible mp3-Format.
Nach dem Verbot der Fuckparade 2001 solidarisierte sich Radio Fritz und übertrug zeitgleich zur Demonstration für das Demonstrationsrecht und freie Wahl der Demonstrationsmittel die für die ursprüngliche Fuckparade geplante Musik. Die Veranstalter der Demonstration riefen ihre Teilnehmer zum Mitbringen von Radios und ähnlichem auf. So sollte das Musikverbot mit zivilem Ungehorsam öffentlichkeitswirksam umgangen und somit karikiert werden. Motto: „Radio Fritz macht die Fuckparade im Radio“. Die Versammlungsbehörde verhängte daraufhin das Radioverbot und setzte dieses auf dem Stellplatz der Demo mit einem riesigen Polizeiaufgebot durch.
Seit 2001 ist Fritz Radiomedienpartner des Musikpreises Echo und berichtet für die gesamte ARD. Der Sender erhielt im Februar 2008 den Echo in der Kategorie „Bester Medienpartner“. Die Toten Hosen spielten 2002 das erste Radiokonzert in den FritzStudios.
Zum zehnjährigen Jubiläum feierte Fritz mit dem Buch „An, laut, stark – Das Buch zum Radio“ sowie einer großen Party in der Berliner Columbiahalle und dem ColumbiaFritz.
2003 wurde der Rundfunk Berlin-Brandenburg aus der Fusion des Senders Freies Berlin (SFB) und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) gegründet. Fritz hat diese Zusammenführung zehn Jahre zuvor geschafft. 2004 zog die Musikmesse Popkomm nach Berlin, deren Radiopartner Fritz wurde. Der Sender bot rund um die Uhr einen Blick hinter die Kulissen der Musikindustrie, lud Künstler ein, schickte Hörer zu den Konzerten und übertrug diese live.
Der FritzClub im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof wurde 2005 eröffnet und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Locations für Konzerte und Partys in Berlin. Auf über 4000 m² bietet der Club Platz für etwa 4100 Gäste.Mehr als 50 Rock-Konzerte seit 2005 werden bei RockinBerlin mit verlinkten Hintergrundinfos vorgestellt (abgerufen am 24. August 2022). Im gleichen Jahr übernahm Stefan Warbeck die Chefredaktion von Fritz. Mit dem Fritz Kneipenquiz mit Tommy Wosch wurde der Radiosender regelmäßig in Berlin und Brandenburg präsent.Finale des Fritz-Kneipenquiz: Fritz lädt zum „größten Kneipenquiz der Welt“ in den Fritzclub bei rbb-online.de Zur Internationalen Funkausstellung präsentierte Fritz 2006 sein neues Design. 2007 organisierte Fritz die erste „FritzNacht der Talente“, mit denen das Radio seitdem neue Talente in den Bereichen Musik und Wort präsentiert und den Sieger über Publikumswahl ermittelt.
Im selben Jahr vollzog Fritz seine bislang umfangreichste Programmreform. Neue Musik steht seitdem im Vordergrund. Für viele bislang unbekannte Künstler bietet Fritz die erste Plattform, einem großen Publikum vorgestellt zu werden. In Kooperation mit Arte sendete der rbb 2009 die Echtzeit-Dokumentation „24h Berlin – Ein Tag im Leben“, genau ein Jahr nachdem sie aufgenommen wurde. Auch Fritz beteiligte sich an dem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Projekt. Im Astra Kulturhaus in Friedrichshain fand 2010 die erste Ausgabe der „Neuen Deutschpoeten“ statt. Die erste Berlin Music Week eröffneten 2010 die ARD-Jugendwellen mit der Verleihung des New Music Awards. Fritz berichtet seitdem über die Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen, die auf und hinter der Bühne der Musikwelt stattfinden. Im gleichen Jahr wurde der Internetauftritt von Fritz erneuert. Fortan bestimmt der Zeitstrahl das Bild von fritz.de. Hier können sich die User in die Vergangenheit und die Zukunft des Programms navigieren, Playlisten und Informationen zu allen Künstlern abrufen und Themenschwerpunkte im Programm nachlesen, -hören und kommentieren.
Chefredakteur des Senders wurde am 1. Juli 2012 Karen Schmied, die die Nachfolge von Stefan Warbeck antrat, der infolge der Absetzung von KenFM und der Kündigung von Ken Jebsen die Verantwortung für die dazu führenden redaktionellen Versäumnisse übernahm und zurücktrat. Im November 2021 übernahm Tom Kölm die Leitung von Fritz als Programmchef. Seit Januar 2025 ist Jan Katona sein Stellvertreter und gleichzeitig Contentchef. Ebenfalls Contentchefin und Teil der Leitung ist Elisabeth Kirchner.Stefan Warbeck gibt Programmverantwortung für rbb-Jugendprogramm "Fritz" ab – rbb trennt sich von Moderator Ken Jebsen bei rbb-online.deKaren Schmied wird neue "Fritz"-Chefin bei kress.de
Programm „Fritz Sound Memes“ sind kurze, spaßige Jingles, die im regulären Programm teilweise zwischen zwei Songs laufen. Fritz produziert ihre Sound Memes selbst.
Im Blue Moon geht es montags bis freitags von 22 bis 0 Uhr um alle jugendrelevanten Themen wie Ausbildung, Politik, Beziehungen, Freizeit, Multimedia etc. In dieser Sendung wird in der Regel keine Musik gespielt; stattdessen rufen Zuhörer an oder schreiben Kommentare im parallel laufenden TikTok-Livestream.
Bei der Sendung „Unsigned“ stellt Fritz wöchentlich junge Musiker und Bands vor, die noch keinen Plattenvertrag haben.
Bei „Beste Musik“ stellen verschiedene Moderatoren Musik, die sonst nicht im Radio läuft, vor. Hierbei wechselt das Genre täglich:
Montag: Global Pop mit Justin Timpe oder Erci Ergün Dienstag: Urban Tunes mit Claudia Kamieth Mittwoch: Rap in D mit Juse Ju Donnerstag: Stahlwerk Rock & Metal mit Jan Schwarzkamp und Toby Schaper Freitag: Neu und gut mit Christoph Schrag, Betti Brecke oder Jule Kaden (im wöchentlichen Wechsel) Samstag: Techno Live mit Anastasia oder Im Club mit Solvane Sonntag: „Fritz mit Promis“
In der Sonntagssendung „Fritz mit Promis“ übernehmen Prominente das Radio mit ihren eigenen Formaten:
1. Sonntag im Monat: Unerhört, Ungehört mit Lukas White 2. Sonntag im Monat: Dillas Dauerschleife mit Dilla 3. Sonntag im Monat: liegen mit handy mit Ilona Hartmann 4. Sonntag im Monat: Radio Sympatico mit Nina und Lotta Kummer von BLOND 5. Sonntag im Monat: Beste Gäste mit wechselnden Prominenten
Liveschaltungen zu regionalen Events gehören zum festen Bestandteil des Programms. So sprach Fritz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 mit Jugendlichen in jedem Bezirk über ihre Wünsche und Bedürfnisse.
Programmschema +MODIMIDOFRSASO00Beste Musik0102Junge Nacht der ARDJunge Nacht der ARD030405Fritz Frühschicht mit Selin Kahya & Daniel Claus oder Josephin Domaschke & Ben Päffgen (im wöchentlichen Wechsel)06Fritz Frühschicht ohne viele Worte07080910Beste Musik fürn Tag mit Jule Kaden, Claudia Kamieth, Cassandra Nwosu oder Bruno DietelFritz im Weekend Mode mit Jule Kaden, Claudia Kamieth, Cassandra Nwosu oder Bruno DietelFritz auf entspannt mit Jule Kaden, Claudia Kamieth, Cassandra Nwosu oder Bruno Dietel11121314Einfach gut Fritz hören mit Jule Jank oder Annette VolmerFritz im Weekend ModeFritz auf entspannt15161718Fritz SpätschichtFritz mit euren WünschenFritz mit Promis1920Beste MusikBeste MusikFritz Unsigned mit Christoph Schrag2122Blue MoonBeste Podcasts23 (Stand September 2026)
Organisation Fritz hat rund 140 Mitarbeiter, die größtenteils in freier Mitarbeit für den Sender im Bereich Radio oder Online aktiv sind.
Programmchef Tom Kölm Wortchef Jan Katona Musikchef Holger Lachmann Chefin vom Dienst Eric Mickan, Dominique Bundt, Lena Klicnar, Heike Mohr Medienpartnerschaften Marion Schmidt Digital Officer Elisabeth Kirchner Moderation Jule Jank, Daniel Claus, Ben Päffgen, Bruno Dietel, Selin Kahya, Jule Kaden, Claudia Kamieth, Tim Schultheiß Hauptabteilungsleiter im rbb Torsten Amarell
Off-Air-Aktivitäten Fritz versteht sich als Kommunikations- und Aktionsradio und setzt auf einen intensiven Hörer-Kontakt. Durch Konzerte, Events und andere Projekte ist der Sender stark im Off-Air aktiv.
Fritz präsentiert seit Gründung Veranstaltungen, DJs, Konzerte und die unterschiedlichsten Clubs (z. B. Tresor) und Diskotheken, so die Fritz-Disco, die im Zwei-Wochen-Rhythmus mit eigenen DJs in Berlin und Brandenburg die Musikplaylist gestaltete. Als erster deutscher Radiosender wurde Fritz 1998 nicht nur Kooperations-, sondern Namenspate für einen Club – das „ColumbiaFritz“ in Berlin (bis 2003). Im Januar 2005 wechselte die ständige Partylocation in den FritzClub im Postbahnhof am Ostbahnhof.
Seit 2006 findet jährlich die „FritzNacht der Talente“ statt. Ob mit Musik, Witz oder Text – die Talente auf der Bühne müssen in drei Minuten das Publikum begeistern. Diese entscheiden die Trophäe in den Bereichen „Alternativ“ und „Musik“ erhält.
Zusammen mit den jungen Programmen der ARD organisiert Fritz seit 2008 federführend den „New Music Award“ und fördert musikalische Talente. Junge Bands und Musiker können sich jährlich bei den regionalen Sendern bewerben. Unter allen Einsendungen ermitteln die Radios jeweils ihren Favoriten. Diese Talente präsentieren ihre Livequalitäten vor großem Publikum und einer Fachjury aus Experten in Berlin. Der Sieger erhält neben der Trophäe Musikequipment in Höhe von 10.000 Euro. Gewinner des New Music Award in den letzten Jahren waren die mittlerweile bundesweit bekannten Berliner Avant-Elektro-Punks von Bonaparte, die Chemnitzer Band Kraftklub, das Elektro-Duo Captain Capa aus Bad Frankenhausen, Jona:S aus Gießen sowie die Indiepopper Tonbandgerät aus Hamburg.
Seit April 2008 ist Fritz jeden Samstag in Brandenburger Clubs mit seiner Reihe „FritzDJs unterwegs“ auf Tour.