Bodenrod ist ein Stadtteil von Butzbach im Wetteraukreis in Hessen.
Geographische Lage Bodenrod liegt in einer Rodungsinsel im waldreichen östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus, rund acht Kilometer südwestlich der Butzbacher Kernstadt. Zugleich befindet es sich etwa 33 km (Luftlinie) nordnordwestlich von Frankfurt am Main und somit am Rande des Rhein-Main-Gebietes.
Die Ortschaft liegt im Talschluss des Eichelbachs, einem linken südlichen Zufluss des Solmsbachs etwas nördlich eines etwa hohen Übergangs in das Talsystem der Usa und damit an der Wasserscheide zwischen Lahn und Main, zwei Nebenflüssen des Rheins. Der Ort hat einer naturräumlichen Untereinheit des Hintertaunus, den Bodenroder Kuppen, den Namen verliehen. Die höchsten Erhebungen in der Nähe sind der Hesselberg (ca. ) im Ostsüdosten, der Gickel () im Osten und der Donnerskopf () im Südwesten. Bodenrod ist das höchstgelegene Dorf im Wetteraukreis und liegt auf 400 bis Höhe. Die Gemarkungsfläche beträgt 1182 Hektar, davon sind 973 ha bewaldet (Stand: 1961).
Nachbarorte sind Michelbach (südlich), Weiperfelden (nördlich), Espa (nordöstlich), Brandoberndorf (nordwestlich), Maibach (südöstlich) sowie Hasselborn und Grävenwiesbach (beide westlich).
Geschichte Ortsgeschichte Am 1. Februar 1341 wurde Bodenrod erstmals unter dem Namen Badinrade (Rodung des Bado) urkundlich erwähnt.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bodenrod zugleich mit der Gemeinde Philippseck zum 1. Februar 1972 auf freiwilliger Basis in die Stadt Butzbach eingemeindet. Für Bodenrod wurde, wie für jeden Stadtteil, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bodenrod angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Butzbach und Philippseck ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Butzbach und Philippseck ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Butzbach und Philippseck ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk ButzbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Friedberg) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Verlegung und Umbenennung in Landratsbezirk Friedberg ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis FriedbergIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Friedberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt ButzbachAm 1. Februar 1972 Eingliederung von Bodenrod als Stadtteil in die Stadt Butzbach.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
Religionen Bodenrod gehört mit den Orten Fauerbach vor der Höhe, Münster, Wiesental und Maibach zum evangelischen Kirchspiel Münster. Quelle: Historisches Ortslexikon 1961: 166 evangelische (= 95,40 %), 8 katholische (= 4,60 %) Einwohner
Politik Ortsbeirat Ortsvorsteherin ist die parteilose Susanne Zorn.Ortsbeirat
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Altes Schulhaus in Bodenrod
Ruine der Wallfahrtskirche MariazellDieter Wolf: Zur Geschichte der Kapelle bzw. Kirche Mariazell. In: Gemeinde Waldsolms und Arbeitskreis „800 Jahre Weiperfelden“ (Hrsg.): 800 Jahre Weiperfelden 1207–2007. Gemeinde Waldsolms, Waldsolms 2007, S. 76–87. Schulhaus mit Betsaal Am Jungborn 7 Ehem. Forsthaus – Usinger Straße 9 In der Ecke o. Nr. – Bestandteil der Gesamtanlage Bodenrod Am Spritzenhaus 7 Gesamtanlage Bodenrod Kalkofen: 1750 legt der Bodenroder Bauer Johannes Hofmann der VII. Kalksteinbrüche an, um die geringen Einnahmen der Bodenroder Bauern aufzubessern. Dorfgemeinschaftshaus: Neben der Eingangstür befindet sich die Gedenktafel Adolf Reichweins. Der Pädagoge und Widerstandskämpfer macht Bodenrod zu seiner ersten pädagogischen Wirkungsstätte. Warnamt: Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde das Warnamt stillgelegt. Seit 1997 nutzen die Pfadfinder des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Gelände als Pfadfinderzentrum Donnerskopf.
Öffentlicher Personennahverkehr Bodenrod gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund. Durch Bodenrod führen die Buslinien FB-54 und FB-55, die das Dorf mit dem Bahnhof Butzbach verbinden. Die Buslinien werden von der ESE Verkehrsgesellschaft mbH betrieben, die zum Fahrplanjahr 2024 die HLB Hessenbus ablöste.
Persönlichkeiten Adolf Reichwein (1898–1944), Pädagoge, Politiker
Literatur 650 Jahre Bodenrod 1341–1991. Aus der Geschichte eines Butzbacher Stadtteils. Hrsg. im Auftrag des Bürgervereins Bodenrod e. V. Butzbach-Bodenrod 1991. Haag, Gerhard (Hrsg.) Dieter Wolf: Die erste urkundliche Erwähnung von Bodenrod vom 1. Februar 1341. In: 650 Jahre Bodenrod 1341–1991. Aus der Geschichte eines Butzbacher Stadtteils. Hrsg. im Auftrag des Bürgervereins Bodenrod e. V. von Gerhard Haag, Butzbach-Bodenrod 1991, S. 10 f.
Weblinks
Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Butzbach. In: Webauftritt der Stadt Butzbach.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die erste urkundliche Erwähnung von Bodenrod vom 1. Februar 1341. in Dieter Wolf: 650 Jahre Bodenrod 1341–1991. Aus der Geschichte eines Butzbacher Stadtteils.
(archivierte Zahlen)
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Butzbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung 1341 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972