Gérard Gilles Marie Armand Larrousse (* 23. Mai 1940 in Lyon) ist ein ehemaliger französischer Sportwagen-, Rallye- und Formel-1-Rennfahrer und -Teamchef.
Karriere Rennfahrer mini|links|Gérard Larrousse in einem Porsche 908.02 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1970 mini|1973 im Ford Capri RS beim 6-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Nach einem Betriebswirtschaft-Studium an der Ecole Superieure de Commerce in Paris gab Larrousse seiner Motorsport-Leidenschaft nach und fuhr in den frühen 1960ern mit einem Renault Dauphine Rallyes auf nationaler Ebene in Frankreich. 1966 entschied sich Larrousse, den Motorsport zum Beruf zu machen. 1969 wurde er Werksfahrer beim Sportwagen-Team von Porsche. Sein größter Erfolg in diesem Team war 1971 der Sieg beim 12-Stunden-Rennen von Sebring in einem Porsche 917 an der Seite von Vic Elford. Außerdem gewann er 1971 in 5:51:49,300 Stunden zusammen mit Vic Elford auf einem Porsche 908-3 das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.
Nach einem Abstecher zu den Tourenwagen als Ford-Werksfahrer konnte Larrousse auf Matra 1973 und 1974 mit Henri Pescarolo die 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Für Lancia siegte er bei der Targa Florio. Ebenfalls 1974 trat Larrousse in einem Brabham BT42 der Scuderia Finotto beim Großen Preis von Belgien zu seinem einzigen Formel-1-Rennen an, das er jedoch vorzeitig beendete. Ein zweiter Versuch beim GP von Frankreich im gleichen Jahr endete bereits in der Qualifikation. 1969 und 1974 gewann er die Gesamtwertung der Tour de France für Automobile.
Teamchef und -besitzer 1975 gründete Larrousse das Elf Switzerland Formel-2-Team und konnte mit seinem Fahrer Jean-Pierre Jabouille den Europameistertitel holen. Auf dem Hockenheimring gewann Larrousse ein Formel-2-Rennen in einem seiner eigenen Wagen. 1976 wurde Larrousse Sportchef der neu formierten Motorsport-Abteilung von Renault. Unter seiner Leitung stieg das Team in die Formel 1 ein, gewann 1978 in Le Mans und 1981 die Rallye Monte Carlo. Im Verlauf von neun Formel-1-Saisons konnte das Renault-Team 15 Siege einfahren, jedoch nie die Weltmeisterschaft gewinnen. Ende 1985 wurde der Rennstall aufgelöst.
mini|links|Von 1987 bis 1994 in der Formel 1: Das Team Larrousse Larrousse wechselte für ein Jahr zu Ligier und gründete dann mit Partner Didier Calmels ein eigenes Formel-1-Team, Larrousse-Calmels, mit Sitz in Antony bei Paris. Mit einem Wagen von Lola und Motoren von Ford trat das Team Larrousse mit Philippe Alliot als Fahrer in der Saison 1987 erstmals in der höchsten Motorsportklasse an. Das erfolgreichste Jahr war die Saison 1990, in der das Team mit Lamborghini-Motoren und den Fahrern Éric Bernard und Aguri Suzuki antrat. Elf WM-Punkte, ein Platz auf dem Podium und der sechste Rang in der Konstrukteurswertung wurden erreicht. Suzuki erzielte mit seinem 3. Platz beim Großen Preis von Japan in Suzuka den einzigen Podestplatz für Larrousse. 1995 wurde das Team aus finanziellen Gründen aufgelöst. Gérard Larrousse kehrte in die Sportwagen-Szene zurück, blieb jedoch weitgehend erfolglos.
Statistik Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1967 Ecurie Calberson Alpine A210 Patrick Depailler Ausfall Getriebeschaden 1968 Société Automobiles Alpine Alpine A220 Henri Grandsire Ausfall Bremsdefekt 1969 Porsche System Engineering Porsche 908L Hans Herrmann Rang 2 und Klassensieg 1970 Martini International Racing Porsche 917L Willi Kauhsen Rang 2 1971 Martini International Racing Porsche 917L Vic Elford Ausfall Motorschaden 1972 Ecurie Bonnier Switzerland Lola T280 Joakim Bonnier Gijs van Lennep Ausfall Tödlicher Unfall von Bonnier 1973 Equipe Matra Simca Shell Matra Simca MS670B Henri Pescarolo Gesamtsieg 1974 Equipe Gitanes Matra Simca MS670C Henri Pescarolo Gesamtsieg
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1969 Wicky Racing Team Porsche 911T André Wicky Jean Sage Rang 12 und Klassensieg 1970 International Martini Racing Team Porsche 908/02 Richard Attwood Gerhard Koch Rang 7 1971 Martini & Rossi Racing Porsche 917K Vic Elford Gesamtsieg 1972 Ecurie Bonnier Lola T280 Joakim Bonnier Reine Wisell Rang 6
24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1966 Gérard Larrousse NSU 1000 TT Guy Chasseuil Ausfall Zylinderschaden 1969 Jean-Pierre Gaban Porsche 911 Jean-Pierre Gaban Ausfall kein Öldruck 1970 Autodelta S.p.A. Alfa Romeo 2000 GTAm Toine Hezemans Ausfall Motorschaden 1971 BMW-Alpina BMW 2800 CS Niki Lauda Ausfall Getriebeschaden 2001 Patrick Brisset Lamborghini Diablo GTR Frank Kremer Patrick Brisset Ausfall Getriebeschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 1967 AlpineEcurie Calberson Alpine A110Alpine A210 DNF DNF DNF 1968 Alpine Alpine A211Alpine A220 9 DNF 1969 Wicky RacingGérard LarroussePorsche Porsche 911Porsche 908 12 11 21 13 2 5 1970 Martini Racing Porsche 908Porsche 917 7 6 14 13 9 5 2 9 3 1971 Martini Racing Porsche 917Porsche 908 DNF 1 9 DNF DNF 39 DNF DNF 1972 Ecurie BonnierBelgian Racing Team Lola T280Lola T290 7 DNF 6 DNF DNF 5 6 DNF DNF 1973 Matra Matra MS670 1 1 3 3 DNF 1 1 1 1974 Matra Matra MS670 DNF DNF 5 1 1 1 DNF 2 2 1 1975 Alpine Alpine A441Alpine A442 1 DNF 3 4 DNF 3
Literatur Gerard Larousse. In: Christophorus. Zeitschrift für die Freunde des Hauses Porsche, Jg. 19 (1970), Nr. 107, S. 45f.
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