Phelline ist die einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Phellinaceae in der Ordnung der Asternartigen (Asterales). Die Areale der etwa 15 Arten beschränken sich auf Neukaledonien.

Beschreibung Vegetative Merkmale Phelline-Arten sind immergrüne Bäume oder Sträucher. Das sekundäre Dickenwachstum geht von einem konventionellen Kambiumring aus. Das axial Xylem der Sprossachsen besitzt Tracheiden. Die Pflanzenteile enthalten keinen Milchsaft.

Die Laubblätter sind wechselständig oder mehr oder weniger wirtelig an den Zweigen angeordneten, oft an den Zweigenden konzentriert. Die ledrigen Blattspreiten sind einfach und ganzrandig. Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale Phelline-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). In seitenständigen, einfachen oder zusammengesetzten, rispigen oder traubigen Blütenständen (Infloreszenz) stehen die Blüten zusammen.

Die eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- bis sechszählig mit doppelter Blütenhülle. Die Anzahl der Blütenhüllblätter und Staubblätter ist gleich. Die beiden Blütenhüllblattkreise sind deutlich verschieden. Die vier bis sechs kleinen Kelchblätter sind meist mehr oder weniger an ihrer Basis verwachsen und schon im Knospenstadium offen. Die vier bis sechs kleinen, freien Kronblätter sind fleischig und in den Knospen berühren sie sich ohne sich zu überdecken (valvat).

In den männlichen Blüten gibt es nur einen Kreis mit vier bis sechs freien, fertilen Staubblättern; sie sind alle gleich und nicht mit den Kronblättern verwachsen. Die tetrasporangiaten Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Die colporaten Pollenkörner besitzen drei Aperturen. In den männlichen Blüten ist ein rudimentäres Gynoeceum vorhanden. In den weiblichen Blüten sind Staminodien vorhanden. Zwei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zwei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Ein Griffel ist kaum erkennbar und so sitzt die auffällig große Narbe direkt über dem Fruchtknoten. Je Fruchtknotenkammer ist eine hängende Samenanlage vorhanden.

Sie bilden Steinfrüchte mit zwei bis fünf Steinkernen, zwei bis fünf Samen. Die Samen enthalten reichlich Endosperm.

Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 17; bei Diploidie ist die Chromosomenzahl 2n = 34.

Systematik Die Gattung Phelline wurde 1824 durch Jacques Julien Houtou de Labillardière in Sertum Austro-Caledonicum, S. 35–36 aufgestellt. Typusart ist Phelline comosa

Die Gattung Phelline wurde früher zur Familie der Aquifoliaceae gerechnet. Die Familie Phellinaceae wurde durch Armen Takhtajan in Sistema i Filogenija CvetkovyhRastenij. Nauka, Moskva - Leningrad aufgestellt. Die Familien Phellinaceae, Argophyllaceae und Alseuosmiaceae bilden eine verwandtschaftliche Gruppe innerhalb der Ordnung Asterales.

Durch Barriera 2017 kam eine neue Art hinzu und eine weitere Art durch eine Neukombination.

Alle Arten kommen nur in Neukaledonien vor.

Es gab bis Ende 2017 bis zu 13, danach gibt es etwa 15 Phelline-Arten:

Phelline barrierei : Sie wurde 2017 erstbeschrieben. Phelline balansae Phelline billardierei Phelline brachyphylla Phelline comosa : Es gibt zwei Varietäten: Phelline comosa var. comosa Phelline comosa var. vieillardii Phelline confertifolia Phelline dumbeensis Phelline erubescens Phelline gracilior : Diese Neukombination erfolgte 2017. Phelline indivisa Phelline lucida Phelline macrophylla Phelline microcarpa Phelline robusta Phelline wagapensis

Namensgleichheit Auch bei den Pilzen gab es eine Familie Phellinaceae, heute Hymenochaetaceae in der Ordnung der Borstenscheiblingsartigen (Hymenochaetales) innerhalb der Ständerpilze (Basidiomycetes) die zu den Ständerpilzen (Basidiomycota) gehören, mit der Gattung PhellinusFeuerschwämme (Phellinus-Arten) bei Holzfragen.de und .

Quellen Die Familie der Phellinaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik, Verbreitung und Beschreibung) Die Familie der Phellinaceae bei DELTA von L. Watson und M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung) H. Baillon: Les Phelline de la Nouvelle-Calédonie. In: Bull. Mens. Soc. Linn. Paris, 1, 1891, S. 937–939. Gabrielle Barriera: Novitates neocaledonicae. VIII. Taxonomie et nomenclature du genre Phelline (Phellinaceae) avec la description de la nouvelle espèce Phelline barrierei. In: Candollea, Volume 72, Issue 2, Dezember 2017, S. 361–370. doi:10.15553/c2017v722a14

Einzelnachweise Jesper Kårehed, Johannes Lundberg, Birgitta Bremer, Kare Bremer: Evolution of the Australasian Families Alseuosmiaceae, Argophyllaceae, and Phellinaceae. In: Systematic Botany, Volume 24, Issue 4, 1999. bei Jérôme Munzinger, Gildas Gâteblé, Yohan Pillon: FLORICAL: Checklist of the vascular indigenous Flora of New Caledonia, Version 22. IV. 2016. (Liste der Pflanzenarten in Neukaledonien, PDF) . Gabrielle Barriera: Novitates neocaledonicae. VIII. Taxonomie et nomenclature du genre Phelline (Phellinaceae) avec la description de la nouvelle espèce Phelline barrierei. In: Candollea, Volume 72, Issue 2, Dezember 2017, S. 361–370, doi:10.15553/c2017v722a14.

Weblinks

Illustration von Phelline erubescens und Phelline lucida aus DELTA. Fotos von bergianska.se.

Kategorie:Asternartige Kategorie:Asterales Kategorie:Endemische Pflanze Neukaledoniens