mini|Oliver Mark (Berlin, 2013) Oliver Mark (* 20. Februar 1963 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Fotograf und Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin. In seinem Werk widmet er sich insbesondere der Porträtfotografie sowie seriellen, konzeptuellen Arbeiten im Kontext der bildenden Kunst.

Leben Im Alter von neun Jahren erhielt Mark seine erste Kamera. Anlass war eine Reise zu den Olympischen Spielen 1972 in München, die er als Preis eines Malwettbewerbs der Westdeutschen Zeitung gewonnen hatte. Während dieser Reise fotografierte er unter anderem die Leichtathletinnen Ulrike Meyfarth und Heide Rosendahl. Die Erfahrung der entwickelten Fotografien, die sich deutlich von den ihm bekannten Pressebildern unterschieden, beschrieb Mark später als prägend für sein Interesse an Fotografie als künstlerischem Medium.

Nach einer Ausbildung zum Fotografen arbeitete Mark zunächst in den Fotostudios des Burda-Verlags in Offenburg und war zeitweise in der Modefotografie tätig. Seit 1992 ist er als selbstständiger Fotograf und Künstler in Berlin tätig. Mitte der 1990er-Jahre begann Mark mit Künstlerporträts. Zu seinen ersten gehören die von A. R. Penck (1994), Emil Schumacher (1995) sowie Jenny Holzer und Louise Bourgeois (1996).

Marks Arbeiten wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht, darunter Architectural Digest, Der Spiegel, Die Zeit, Les Inrockuptibles, Rolling Stone, Stern, Süddeutsche Zeitung, Magazin, The New York Times, The Wall Street Journal, Time, Vanity Fair, Vogue, Zeit Magazin.

Mark besuchte als Gaststudent Seminare von Katharina Sieverding (Visual Culture) an der Universität der Künste Berlin. Von 2012 bis 2014 hatte er einen Lehrauftrag für Fotografie an der Hochschule Hannover. Zwischen 2010 und 2022 betrieb er ein Atelier am Tempelhofer Ufer in Berlin.

Werk Porträtfotografie Seit den 1990er-Jahren ist die Porträtfotografie ein zentrales Arbeitsfeld von Oliver Mark. Er porträtierte nach eigenen Angaben rund 850 Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Literatur, Musik und Film.

Zu den porträtierten Personen zählen unter anderem Anthony Hopkins, Cate Blanchett, Angela Merkel, Papst Benedikt XVI., Joachim Gauck, Yoko Ono, Daniel Barenboim, Sean Scully und Tom Hanks. Marks Porträts entstehen sowohl im Auftrag als auch im Rahmen freier Projekte und wurden international publiziert und unter anderem in der National Portrait Gallery London ausgestellt.

Technisch arbeitet Mark neben Spiegelreflexkameras und Mittelformatkameras häufig mit einer Polaroid-680-Kamera.

Gruppenporträts mini|Oliver Mark: Jungbrunnen (2015) Gelatinesilberabzug, 68,0 × 100,5 cm. Parallel zur Einzelporträtfotografie setzt sich Mark seit Mitte der 2000er-Jahre intensiv mit Gruppenporträts auseinander. Zu den bekannten Arbeiten zählen u. a. „Kinder im Garten der Prinzessin Mafalda von Hessen“ (Rom, 2006), sowie „Nicole Hackert, Jonathan Meese, Gudny Gudmundsdottir, Marc Brandenburg und Bruno Brunnet“ (Berlin, 2009). Für die Ausstellung „Heimat verpflichtet, Märkische Adlige – eine Bilanz des Neuanfangs in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung“, Potsdam (2012/2013) hat Oliver Mark zwölf zurückgekehrte Adelsfamilien aus verschiedenen Regionen Brandenburgs porträtiert.

Die Arbeiten entstehen oft ohne digitales Composing und sind in der Regel sorgfältig arrangiert. Mark fotografiert vom Stativ aus und nutzt Drahtauslöser oder Funkauslöser, um sich auf den individuellen Ausdruck der Beteiligten innerhalb der Gruppe zu konzentrieren.

Mit der Arbeit Jungbrunnen (Berlin, 2015) bezieht sich Mark explizit auf das gleichnamige Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren (1546) und überträgt dessen Motiv in einen zeitgenössischen fotografischen Kontext.

Kollaborationen mini|Hoischen / Mark: Briefkopf, 36,5 × 42,5 cm, Mischtechnik auf Farbfotografie, 2017 Seit 2017 realisiert Oliver Mark kollaborative Projekte mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Die gemeinsame Arbeit mit Christian Hoischen bildete den Ausgangspunkt.

2022 konzipierte Mark auf Einladung des Kunstbeauftragten des Erzbistums Berlin, Georg Maria Roers SJ, die Ausstellung Collaborations I für die Guardini Galerie in Berlin. Mark lud 60 Künstlerinnen und Künstler ein, seine Fotografien als Ausgangsmaterial für eigene Interventionen zu nutzen. Die Arbeiten umfassten unter anderem Übermalungen, Zerschneidungen, Collagen und materielle Ergänzungen. Von jedem Werk entstanden zwei Exemplare, eines verblieb bei den beteiligten Künstlern, eines wurde Teil der Serie.

Die Ausstellung und die Serie thematisieren insgesamt Fragen der Autorschaft, der Bildaneignung und der Grenze zwischen Fotografie und bildender Kunst.

Serielle Arbeiten / Werkgruppen (Auswahl) Das Langzeitprojekt Die Zeit machen wir später ausDie Zeit machen wir später aus (seit 1985) dokumentiert urbane Übergangszustände in Berlin und entstand über mehrere Jahrzehnte hinweg, zuletzt mit Schwerpunkten während der Corona-Lockdowns 2020 und 2021.

In The ArtistThe Artist (2013) porträtierte Mark den Maler Karl Otto Götz 2013 in dessen privatem Umfeld. Die Fotografien wurden gemeinsam mit sieben Gedichten von Götz in den Kunstsammlungen Chemnitz ausgestellt und im Künstlerbuch Aus den Trümmern kriecht das Leben veröffentlicht. (b.frank books, Zürich, 2013)

Die Publikation Außenseiter und EingeweihterAußenseiter und Eingeweihter (2013) (Hatje Cantz, Berlin 2013), erschienen zur gleichnamigen Ausstellung, versammelt 32 Polaroid-Porträts, die ohne konkreten Auftrag entstanden. Die Arbeiten zeichnen sich durch eine spontane, intuitive Bildsprache aus.

mini|Madeleine Albright, Berlin 2013 „Benedikt XVI., dem in just dieser Perspektive mit der hohen Lehne seines Sessels Flügel zu wachsen scheinen, ein nackter Torso, dessen Punktum die halb heruntergestreifte BH-Schale ist, das entwaffnende Lachen eines Pissoir-Schnappschusses, Madeleine Albrights geballte Energie im Vorbeigehen, Daniel Richter mit Freunden: drei selbstbewusste, siegessichere Blicke aus der Kunstpartywelt. Der brutalistische Anschnitt macht die Sofortbilder noch hypnotischer. Fehler wie Fingerabdrücke und chemische Verwischungen können ihrer Kraft nichts anhaben. Diese Zeugen sind mit der Flüchtigkeit und dem leichten Irrsinn der Wahrnehmung begabt, akut, evident und doch unwiederholbar.(Ingeborg Harms)

In der Serie Natura MortaNatura Morta (2017) fotografierte Mark beschlagnahmte Objekte aus der Asservatenkammer des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn. Die meist aus dem Bereich des Artenschutzes stammenden Gegenstände wurden ursprünglich als Souvenirs eingeführt und vom Zoll sichergestellt. Die Arbeiten wurden 2017 in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien sowie im Naturhistorischen Museum Wien gezeigt und in Beziehung zu historischen Stillleben der Malerei gesetzt.

Während der Sanierung der Neuen Nationalgalerie Berlin entstand eine Serie von 106 Fotografien Neue NationalgalerieNeue Nationalgalerie (2020–2021), die den Umbau nicht dokumentarisch, sondern als künstlerische Untersuchung von Raum, Licht und Struktur begreifen.

Die Serie MUSEO IMUSEO I (2021) entstand in italienischen Museen und Kunstinstitutionen. Mark fotografierte aus niedriger Perspektive und richtete den Fokus auf infrastrukturelle Elemente des Ausstellungsbetriebs, wodurch Fragen nach Wahrnehmung und Kontextualisierung von Kunst thematisiert werden.

Die Werkgruppe Ventotene PicturesVentotene Pictures (2024) entstand im Rahmen des Residenzprogramms IN/SU/LA auf der Insel Ventotene. Die Arbeiten verbinden klassische Silbergelatineabzüge mit malerischen und textilen Eingriffen.

Sammlungen Bilder von Oliver Mark befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Liechtensteinischen Landesmuseums, der Kunstsammlungen Chemnitz, des Bukowina-Museums in Suceava, des Goethe-Instituts Dublin, der Sammlung Würth sowie in privaten Sammlungen. Einige seiner Porträtaufnahmen sind gemäß den Bestimmungen der Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht.

Ausstellungen (Auswahl) Oliver Marks Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt. Zu den wichtigen institutionellen Einzelausstellungen zählen still…lesen (2014) am Goethe-Institut Irland in Dublin sowie Aus den Trümmern kriecht das Leben – Porträts von Karl Otto Götz (2014) in den Kunstsammlungen Chemnitz.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt Mark zudem durch die Werkserie Natura Morta, die 2017 in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien sowie im Naturhistorischen Museum Wien gezeigt wurde. Seine Arbeiten waren mehrfach in der National Portrait Gallery London vertreten, darunter in den Jahren 2007/08 sowie 2013/14 im Rahmen des Taylor Wessing Photographic Portrait Prize.

Weitere zentrale Stationen sind die Einzelausstellung No Show (2019) in der Villa Dessauer, Museen der Stadt Bamberg, Präsentationen in musealen Kontexten wie der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall (2024) sowie die Teilnahme an internationalen Kunstmessen, darunter Paris Photo im Grand Palais. 2022 konzipierte Mark zusammen mit Isa Melsheimer die Duo-Ausstellung DELIVERY HERO im Open Berlin, ein Projektraum von Amélie Esterházy. 2025 entwickelte er gemeinsam mit Matthias Bitzer die Duo-Ausstellung HIERSEIN IST HERRLICH. im Galerienhaus Berlin.

Einzelausstellungen 2021: MUSEO, Kanya Kage Art Space Berlin 2020: Die Hände von Jenny Holzer, in der St. Peter und Paul-Kirche, Potsdam 2019/2020: Bukowina Klöster Leben, St.-Thomas-von-Aquin-Kirche in der Katholischen Akademie in Berlin 2019/2020: Goldene Schuhe – Fotografien aus der Sammlung des Liechtensteinischen Landesmuseums von Oliver Mark, Vaduz 2019: No Show, Villa Dessauer – Museen der Stadt Bamberg 2019: Bukowina Klöster Leben, Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz 2018: Bukowina Klöster Leben, Bukowina-Museum, Suceava 2017: Natura Morta – Fotografien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben-Gemälden der Sammlung, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien 2017: Natura Morta – Fotografien von Oliver Mark, Naturhistorisches Museum Wien 2016/2017: Natura Morta, Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz 2014: Oliver Mark – still…lesen, Goethe-Institut Irland, Dublin 2014: Aus den Trümmern kriecht das Leben – Portraits von Karl Otto Götz, Kunstsammlungen Chemnitz 2014: Märkische Adlige – eine Bilanz des Neuanfangs, Fürst-Pückler-Museum, Cottbus 2013/2014: Außenseiter und Eingeweihter, Uno Art Space, Stuttgart 2013: Außenseiter und Eingeweihter, pavlov’s dog, Berlin 2013: Oliver Marks Blick auf Liechtensteins Staatsfeiertag am 15.08.2012, Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz 2013: Heimat verpflichtet, Kanzlei im Lübbenauer Schlossbezirk, Lübbenau 2012/2013: Heimat verpflichtet, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 2012: Shuteye, °CLAIR Gallery, München 2011: Portraits, Neuer Pfaffenhofener Kunstverein, Pfaffenhofen a. d. Ilm 2011: 7 Artists and 1 Nude, Galerie Gloria, Berlin 2006: Portraits & Stills, Anna Augstein Fine Arts, Berlin 2002/2003: Portraits, Musée de la photographie, Mougins 2001: Photographien, Galerie Imago, Berlin 2000: Portraits und Memorabilien, Galerie Grauwert, Hamburg 1999: Portraits, Galerie 48, Saarbrücken

Kollaborationsausstellungen 2022: Treshold – Tim Plamper & Oliver Mark, a °CLAIRbyKahn Exclusive at photo basel 2022: Collaborations I, Guardini Stiftung und Galerie Berlin 2018: Ein Turm von Unmöglichkeiten – Oliver Mark in Collaboration with Christian Hoischen, König Galerie Berlin 2018: Der kleine Tod und das pralle Leben (Hoischen & Mark), pavlov's dog, Berlin

Duo- und Gruppenausstellungen 2025 Galerienhaus Berlin, Hiersein ist herrlich. Mit Matthias Bitzer 2025: Paris Photo 2024. Returning to the Grand Palais, ºCLAIRbyKahn Gallery, Paris 2022 O P E N Berlin (Amélie Esterházy): Delivery Hero – mit Isa Melsheimer, Berlin 2018: Ein Turm von Unmöglichkeiten, Salon Hansa im Glockenturm der Galerie König, Berlin