Tröglersricht ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Weiden in der Oberpfalz im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographische Lage Tröglersricht liegt auf einem Felssporn drei Kilometer östlich von Weiden in der Oberpfalz an der Staatsstraße 2166. 1 km östlich von Tröglersricht erhebt sich der 633 m hohe Fischerberg, 200 m nördlich fließt der Almesbach, der 2 km nordwestlich in die Waldnaab mündet.
Ortsname Die Endung des Ortsnamens auf -richt deutet darauf hin, dass Tröglersricht (auch: Trökleinsrewt, Tröglersrieth, Dröglasriad) zu den vom 11. bis zum 14. Jahrhundert entstandenen Rodungssiedlungen gehört.
Geschichte
Geschichte des Dorfes mini|Standort Turmhügel Tröglersricht Tröglersricht ist im 11. Jahrhundert nach der Jahrtausendwende entstanden, als im Nordgau eine große Rodungsperiode einsetzte. Aus dieser Zeit stammen viele Ortsnamen mit -reuth;-rieth und -richt. Die Endungen gehen auf -riut zurück, welches Rodung bedeutet. Der Name Tröglersricht geht auf den althochdeutschen Personennamen Tragilo zurück. Zusammen mit der Endung -richt bedeutet der Ortsname also Rodung des Tragilo.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Tröglersricht jedoch erst im ältesten Leuchtenberger Lehenbuch. Dieses wurde in der Zeit von 1396 bis 1399 verfasst.Dort hieß es:"Item Volland der Redwiczer hat zu lehen, was er und sein bruder Andres zu Pernstain habenund was si haben zu Sleufstorf und Snepfenrewt mit zehenden und allem dem , das sie da haben; das hat er zu lehen für Trökleinsrewt, das wir in geaignet haben der frümesse zue der Weiden, wann er seins bruders teil gekauffet hat."
1407 gehörte das Dorf Tröglersricht zum Besitz der Stadt Weiden. Am 24. März 1487 stiftete Georg Triemann eine „ewige Messe“. Darunter befanden sich 5 Gulden vom Zehnt zu Tröglersricht.1547/1548 besitzt die Messe bereits den ganzen Zehnt.
In einem Abkommen vom 12. Oktober 1587 wurde festgestellt, dass das Dorf Tröglersricht zum Landgericht Leuchtenberg und zur Pfarrei Schirmitz gehörte. Die niedere Gerichtsbarkeit hatte zu dieser Zeit das Amt Parkstein inne.
Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Tröglersricht mit 8 Grundholden zur Stadt Weiden. Es war ein Dorf mit 8 Häusern (6 Höfen) und 39 Einwohnern. 1808 wurde Tröglersricht mit 74 Einwohnern und 9 Wohngebäuden Steuerdistrikt. 1837 verlor die Stadt Weiden die gutsherrliche Gerichtsbarkeit über Tröglersricht. 1838 wurde das Landgericht Weiden in der Oberpfalz gebildet. Dabei gelangte Tröglersricht zum Landgericht Weiden.
1861 gehörte Tröglersricht mit 67 Einwohnern zur Gemeinde Edeldorf. 1915 wurde es in die Stadt Weiden eingemeindet. Kapelle Im Jahr 1890 bauten die Bauern gemeinsam eine Kapelle inmitten der Ortschaft. Sie pflanzten links und rechts des Eingangs zwei Kastanienbäume. Später wurde die Kapelle vom Kunstmaler Eduard Götz instand gesetzt. Am 17. Oktober 1921 wurde die Kapelle durch Stadtpfarrer Franz Xaver Fleischmann dem Heiligen Benedikt geweiht und die heilige Messe gelesen. Im Herbst 1954 wollten die Tröglersrichter beide Bäume neben der Kapelle fällen, da der Baumwipfel eines Baumes nach einem Sturm abgebrochen war. Im Jahr 2022 wurde die Dorfkapelle renoviert. mini|Kapelle Tröglersricht Einwohnerentwicklung in Tröglersricht von 1817 bis 2011 Jahr Einwohner Gebäude 1817 74 9 1838 65 8 1861 67 k. A. 1871 71 58 1885 61 8 1900 70 10
Jahr Einwohner Gebäude 1913 76 7 1925 82 8 1970 52 k. A. 1987 85 15 2011 70 k. A.
Tourismus, Sehenswürdigkeiten mini|Wegkreuz im Ibelnest, D-3-63-000-178 Am Westrand von Tröglersricht beim Haus Nr. 4 befindet sich der Turmhügel Tröglersricht, eine abgegangene mittelalterliche Turmhügelburg (Motte).Lage des Turmhügels im Bayern Atlas Die ebene Oberfläche des Hügels weist eine Größe von 25 mal 25 Meter auf. An der Hangseite ist noch ein breiter Grabenrest erhalten, zur Bergseite hin ist dieser verfüllt und teilweise überbaut.Armin Stroh: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler der Oberpfalz. S. 77. Die Dorfkapelle von Tröglersricht stammt aus dem 19. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz. Außerdem befinden sich in und um Tröglersricht einige denkmalgeschützte Weg- und Steinkreuze.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 47: Neustadt an der Waldnaab, Weiden, S. xiv, 11, 83, 237, 314, 385, 409, 422, 428, 452, 457, 458 Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss, S. 1, 6, 197, 228 Tröglersricht bei Bayernatlas. Abgerufen am 19. Dezember 2019
https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Weiden in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1396