Hainchen ist ein Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen mit 924 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2022).
Geographie miniatur|Blick vom Rand der Haincher Höhe auf Hainchen (Vordergrund). In zweiter Reihe die das Siegerland um eine Höhenstufe überragenden Berge des westlichen Rothaargebirges. Geographische Lage Hainchen liegt am Ostrand des historischen Siegerlandes, an der Nahtstelle der Quellmuldenlandschaft des naturräumlichen Siegerlandes zum Rothaargebirge. Die nach dem Ort benannte Haincher Höhe, die die Ortslage unmittelbar östlich um rund 200 m überragt, stellt einen gratartigen Südwestausläufer des Rothaargebirges dar und bildet eine natürliche Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen. In nordöstlicher Verlängerung dieses Grates liegt, 5,2 km (Luftlinie) entfernt, im Jagdberg mit die höchste Erhebung des Ortes.
Die Gemarkungsfläche beträgt 10,1 km² (1.010 ha). Die Fläche teilt sich in 650 ha Wald und 420 ha Flur und Ortslage. Die Gemarkungsgrenze verläuft rund 8 km entlang der hessischen Landesgrenze. Ferner grenzt der Ort nördlich an die Stadt Bad Laasphe und südlich an die Gemeinde Wilnsdorf. Der Höhenunterschied beträgt vom Ortseingang () bis zum Ortsausgang an der hessischen Grenze () . Durch den Ort fließt der Werthenbach-Zufluss Geiersgrundbach.
Nachbarorte Nachbarorte von Hainchen sind Werthenbach im Norden, Rittershausen im Osten, Weidelbach im Südosten, Offdilln und Dillbrecht im Süden, Wilgersdorf im Südwesten und Irmgarteichen im Westen.
Geschichte miniatur|Burg Hainchen Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes war im Jahre 1313. Am 4. Mai dieses Jahres erwarb Heinrich I. von Nassau, von den Brüdern Friedrich und Gottfried von dem Hain (= Umzäunung, Einhegung) die „burch zu deme hana“ mit dem dazugehörigen Tal (= „Ort“). Das Vorhandensein eines Dorfes ist auch bewiesen, weil die Brüder von dem Hain zwei Höfe „auswendig des Grabens“ für sich behielten. Das Dorf ist jedoch sicherlich älter, denn die Burg Hainchen (castrum indaginem) wurde bereits früher urkundlich erwähnt, und zwar am 23. April 1290. Die Vorfahren der Burgbesitzer werden sogar noch früher genannt. „Derer vom Hain“, Conradius de Indagine, wird 1215 erstmals urkundlich erwähnt.
1566 lebten 28 Steuerpflichtige im Ort. Im 15. Jahrhundert lebten ca. 120 Menschen in Hainchen, im 16. Jahrhundert waren es 150 und im 17. Jahrhundert 160 Menschen. 1815 gab es in Hainchen acht Fuhrleute, zwei Kleinschmiede und einen Wirt.
Bis Ende 1968 gehörte der Ort dem Amt Netphen an und wurde am 1. Januar 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung als bis dahin eigenständige Gemeinde der neuen Großgemeinde Netphen angeschlossen. Seit 1981 werden zwei der drei Backhäuser („Backes“) regelmäßig betrieben.
Wappen und Banner mini|321x321px|Banner der ehem. Gemeinde Hainchen
Einwohnerzahlen Die Einwohnerentwicklung Hainchens:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968 Jahr Einwohner 1818 255 1831 335 1839 342 1843 351 1852 333 1855 337 1858 329 1867 298 Jahr Einwohner 1871 284 1885 259 1895 291 1905 313 1910 311 1925genealogy.net: Amt Netphen 426 1933 453 1939 439 Jahr Einwohner 1946 565 1950 603 1961 717 1967 762 1969 798 1975 768 1976 780 1981 834 Jahr Einwohner 1989 938 1994Bernhard Oltersdorf: (PDF; 9,0 MB), ca. 1995 1000 2005 988 2009 958 2012 907 2013 908 2015 932 2017 931 Jahr Einwohner 2021 924 2022 924
Sehenswürdigkeiten
In Hainchen befindet sich auch mit Burg Hainchen eine Wasserburg. Sie besteht seit mindestens 1290, dem Jahr, in welchem sie erstmals urkundlich erwähnt wird. Tal des Geiergrundbachs Ski-Sprungschanze
Infrastruktur miniatur|Buslinie R16 in Richtung Hainchen
Industrie Die Wirtschaft im Ort hat sich von ehemals kleinen Handwerksbetrieben und selbstständigen Bauern bis heute zu Industriebetrieben entwickelt. So haben sich eine Fertighausfirma sowie eine mechanische Werkstatt und vier Dienstleistungsbetriebe hier angesiedelt. Ferner gibt es eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von vier Betrieben, davon zwei im Haupterwerb. Insgesamt sind im Ort 129 Arbeitsplätze zu verzeichnen. Die überwiegende Zahl der Arbeitnehmer pendelt in die benachbarten Gebiete (Großraum Siegen und vorderes Hessen).
Verkehrsanbindung Der Ort ist 14 km von der A 45 entfernt. Die günstige Verkehrsanbindung trägt auch zur Belebung der Wanderwege am Rothaarsteig bei, der 7 km durch Hainchen führt. Hainchen ist auch an den Busverkehr angebunden (Linie R16 aus Siegen und Netphen. Allerdings wurde die Linie R16 (ehemals Linie L161) aufgrund hoher Nachfrage bis Rudersdorf in der Gemeinde Wilnsdorf verlängert, um das abgelegene Dorf Hainchen besser an die Infrastruktur und durch den dort gelegenen DB-Bahnhof schneller an Siegen und Dillenburg anzubinden. Außerdem gibt es noch die Linie A360 mit Anbindung an die umliegenden Ortschaften). Ehemals gab es eine Buslinie R21, welche Hilchenbach über Netphen, Hainchen und Mandeln nach Dillenburg und von Netphen über Hainchen in das im Dietzhölztal gelegenen Mandeln mit Anschluss nach Bad Laasphe mit den Buslinien 302/R32 und A381 angebunden hat.
Soziale und öffentliche Einrichtungen Grundschule Bürgerhaus
Sportplatz Tennisanlage Bolzplatz Drei Kinderspielplätze Friedhof Freiwillige Feuerwehr Skiclub Oberes Johannland
Einzelnachweise
Weblinks
Website des Dorfes
Kategorie:Stadtteil von Netphen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1313 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969