Die ChloroplastidaSina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005; Seiten 399–451. . oder Viridiplantae sind eine Gruppe von photosynthetisch aktiven Eukaryoten, also Lebewesen mit Zellkernen. Zu ihnen gehören die Grünalgen (Chlorophyta und Charophyta) und die Landpflanzen (Embryophyta). Zu ihnen gehören über 291.000 bekannte Arten.
Merkmale Die weitaus meisten Chloroplastida besitzen photosynthetisch aktive Plastiden mit Chlorophyll a und b, die Chloroplasten. Ausnahmen hiervon sind Organismen, die sekundär die Fähigkeit zur Photosynthese wieder verloren haben. Hierzu zählen beispielsweise die parasitisch lebende Vogel-Nestwurz oder die farblose Alge Polytoma. Die Plastiden stammen von einer primären Endosymbiose mit einem Cyanobakterium. Häufig ist im Plastiden ein Pyrenoid vorhanden. Die Chloroplastida besitzen meistens eine Zellwand aus Zellulose. Die Cristae der Mitochondrien sind flach. Als Speicher-Kohlenhydrat dient Stärke. Mit Ausnahme der Angiospermen besitzen die Zellen ZentriolenSitte, P. et al. (1991): Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 33. Auflage. Gustav Fischer Verlag.
Systematik mini|300px|Die Phylogenie der Chloroplastida. (Chloroplastida werden hier als „Pflanzen“ bezeichnet.) Paraphyletische Gruppen sind blau gekennzeichnet. Ursprung der Chloroplastida: Symbiogenese zwischen einem Cyanobakterium und einem biflagellaten Protozoen der Klade Diaphoretickes.
Innerhalb der Chloroplastida gibt es zwei große Kladen, die klar voneinander getrennt sind: die Chlorophyta und die Charophyta (zu denen auch die Embryophyta gehören). Sowohl die Chlorophyta als auch etliche Vertreter der Charophyta werden klassischerweise als Grünalgen bezeichnet. Damit ist der Begriff Grünalge nicht mehr für ein Taxon verwendbar.
Adl u. a. gliedern die Chloroplastida in folgende Gruppen ohne klassische Rangstufen: PDF Online rahmenlos Chlorophyta Ulvophyceae Trebouxiophyceae Chlorophyceae Pedinophyceae Mamiellophyceae Prasinophytae Chlorodendrophyceae Palmophyllales Nephroselmis Charophyta Klebsormidiophyceae Klebsormidium Entransia Interfilum Phragmoplastophyta Schmuckalgen (Zygnematophyceae) Coleochaetophyceae Streptophyta Armleuchteralgen (Charophyceae) Landpflanzen (Embryophyta) Mesostigma Chlorokybus
Konsensus-Kladogramm Nachfolgend ist eine Konsensrekonstruktion der Verwandtschaftsbeziehungen unter den Viridaeplantae, die hauptsächlich auf molekularen Daten basiert.
Hier sind die Armleuchteralgen basal in den Phragmoplastophyta. Versteht man die Streptophyta als kleinstes die Armleuchteralgen und Landpflanzen enthaltenes Taxon, dann fallen diese mit den Phragmoplastophyta zusammen. Die Mesotaeniaceae stehen extra, sie werden herkömmlich in die Ordnung der Zieralgen (Desmidiales) innerhalb der Zygnematophyceen (Schmuckalgen) gestellt.
Namensherkunft Die Bezeichnung „Chloroplastida“ ist neulateinisch und bedeutet soviel wie „die mit einem Chloroplasten ausgestatteten“; der Name „Viridiplantae“ kommt von und , bedeutet also wörtlich „Grünpflanzen“, ein Verweis auf die am weitesten entwickelte Teilgruppe dieses Taxons.
Literatur Louise A. Lewis, Richard M. McCourt: Green Algae and the origin of land plants. In: American Journal of Botany, Band 91, Nr. 10, 1. Oktober 2004, S. 1535–1556; , Abstract und Volltext ().
Einzelnachweise