mini|Ein Brunch mit Brötchen und Salat Der Brunch (IPA: [] oder [], ) ist eine Mahlzeit, die aus Komponenten des Frühstücks und des Mittagessens besteht.
Etymologie Das Kofferwort brunch ist eine Wortschöpfung des britischen Gesellschaftspublizisten Guy Beringer (1873–1926) und setzt sich aus Bestandteilen der englischen Wörter breakfast (‚Frühstück‘) und lunch (‚Mittagessen‘) zusammen. Die erste Beschreibung findet sich 1895 in einem Beitrag Beringers mit dem Titel Brunch: a plea in dem englischen Magazin Hunter’s Weekly.Guy Oscar Beringer: Brunch: a plea (Hunter’s Weekly, 1895). Im Deutschen ist der Anglizismus ‚Brunch‘ ein maskulines Substantiv.
Geschichte In der variantenreichen Frühstückskultur des 19. Jahrhunderts waren Frühstücksmahlzeiten, die am späten Vormittag oder mittags eingenommen wurden und bis in den Nachmittag hinein dauern konnten, seit langem bekannt. Sie ähnelten im Charakter dem damaligen britischen Lunch. Der Übergang zum Mittagsmahl kommt in den zeitgenössischen Bezeichnungen ‚Gabelfrühstück‘ (eine Lehnübersetzung aus dem französischen déjeuner à la fourchette) und vor allem déjeuner dinatoire („dinnerähnliches Frühstück“, in aller Regel um 12 Uhr angesetzt) zum Ausdruck, die in der Praxis synonym verwendet wurden und eine besonders bei festlichen Anlässen zwischen 11 und 13 Uhr eingenommene, reichhaltige (auch warme) Zwischenmahlzeit bezeichneten, bei der indes weniger formell gespeist wurde als bei einem klassischen, dreigängigen Mittagsmenü (déjeuner).
In seinem Magazinartikel plädierte Beringer für den „Brunch“ als ausgedehnteres Frühstück an Sonntagen, das später als ein gewöhnliches Werktagsfrühstück beginnen und das förmliche Mittagessen ersetzen kann, wodurch das frühe Aufstehen am Sonntag unnötig wird und ein bequemeres familiäres Zusammensein ermöglicht werde. Neben Tee und Kaffee sollten dazu auch Bier und Whisky getrunken werden.
Ablauf und Speisenangebot Heute beginnt der Brunch normalerweise am Vormittag und wird häufig bis in den frühen Nachmittag ausgedehnt. Hotels und Restaurants bieten teilweise am Wochenende einen Brunch an, der als kaltes oder warmes Buffet zu einem Pauschalpreis angeboten wird.
Die Auswahl beim Brunch reicht beim Essen von Brötchen, Brot, Croissants mit Marmeladen, Konfitüren, Honig, über Käse und Wurst, herzhafte Salate, Eierspeisen wie Omelett oder Rührei, warme Fleischzubereitungen, Pasteten und Suppen, Fischspezialitäten wie Graved Lachs oder Räucherfisch bis hin zu Kuchen und Torten. Grundsätzlich gibt es eine ausgewogene Mischung aus kalten und warmen Speisen. Als Getränke werden in der Regel Kaffee- und Teezubereitungen, Frischmilch, Mineralwasser sowie Fruchtsäfte angeboten, in der gehobenen Gastronomie zumeist auch Sekt.
Veranstaltungsorte und Trends Der Brunch wird mittlerweile von vielen Restaurants angeboten, hauptsächlich am Sonntag (daher auch „Sonntagsbrunch“). Mit diesem Trend ist auch zu beobachten, dass nicht nur Gastronomiebetriebe Brunches anbieten, sondern auch Privatpersonen einen Sonntagsbrunch für Familienangehörige, Freunde, Kollegen und Bekannte veranstalten. Dieser kann auch unter einem Motto stehen wie bayerisch mit Weißwürsten oder provençal (= provenzalisch) mit Lavendel und Kräutern. Durch Kostendruck und Inflation in den 2020ern erweitert sich der Brunch in Restaurants zeitlich hin zum Ganztagesfrühstück (All-Day-Frühstück).
Siehe auch Brinner (Kofferwort zu Breakfast und Dinner)
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Einzelnachweise
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