Endstand nach der 21. Etappe Carlos Sastre 87:52:52 h(40,504 km/h) Zweiter Cadel Evans + 0:58 min Dritter Bernhard Kohl + 1:13 min Vierter Denis Menschow + 2:10 min Fünfter Christian Vande Velde + 3:05 min Sechster Fränk Schleck + 4:28 min Siebenter Samuel Sánchez + 6:25 min Achter Kim Kirchen + 6:55 min Neunter Alejandro Valverde + 7:12 min Zehnter Tadej Valjavec + 9:05 min Óscar Freire 270 P. Zweiter Thor Hushovd 220 P. Dritter Erik Zabel 217 P. Bernhard Kohl 128 P. Zweiter Carlos Sastre 80 P. Dritter Fränk Schleck 80 P. Andy Schleck 88:04:24 h Zweiter Roman Kreuziger + 1:27 min Dritter Vincenzo Nibali + 17:01 min 263:29:57 h Zweiter + 15:35 min Dritter + 1:05:26 h Sylvain Chavanel Die 95. Tour de France begann am Samstag, dem 5. Juli 2008 in Brest und endete am Sonntag, dem 27. Juli auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris. Die Gesamtstreckenlänge betrug 3559,5 km und war damit ähnlich lang wie im Vorjahr; dabei waren insgesamt rund 50.000 Höhenmeter zu überwinden.
Gesamtsieger wurde Carlos Sastre vom Team CSC-Saxo Bank. Damit siegte nach Óscar Pereiro (2006) und Alberto Contador (2007) zum dritten Mal in Folge ein Spanier.
Am 3. Juni 2008 wurde bekannt, dass diese Tour de France von der ASO unter Oberaufsicht des französischen Radsportverbands FFC und nicht der UCI ausgetragen werden wird, wie zuvor schon die vom gleichen Veranstalter durchgeführten Radrennen Paris–Nizza und Paris–Roubaix.rad-net.de: Tour: 100 000 Euro Strafe bei Doping-Vergehen, abgerufen am 3. Juni 2008. Als Reaktion darauf drohte die UCI teilnehmenden Teams mit Bestrafung und suspendierte den französischen Radsportverband.fr-online.: Verband droht Tour-Teams, abgerufen am 4. Juni 2008.rad-net.de: UCI suspendiert französischen Verband, abgerufen am 13. Juni 2008. Die Tour de France 2008 wurde aus dem Kalender der UCI ProTour 2008 gestrichen.
Eine Änderung im Reglement war der Wegfall der Zeitgutschriften bei den Zwischensprints und im Etappenziel.
Ausgangslage
Teilnehmerfeld Am 20. März 2008 gab die ASO die 20 teilnehmenden Teams bekannt. Mit Ausnahme des Teams Astana um Vorjahressieger Alberto Contador wurden alle ProTour-Teams eingeladen. Begründet wurde der Ausschluss des Teams Astana mit seiner Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes und die aufgedeckten Fälle der ehemaligen Astana-Fahrer Alexander Winokurow und Andrei Kaschetschkin. Die drei Professional Continental Teams Agritubel, Barloworld und Garmin-Chipotle (ehemals Slipstream-Chipotle) erhielten eine Wildcard.
Als Favoriten für die Gesamtwertung galten der Tourzweite 2007 Cadel Evans und Alejandro Valverde. Weitere Anwärter auf das Gelbe Trikot waren Denis Menschow, Vuelta-Sieger 2005 und 2007, Damiano Cunego, Sieger des Giro d’Italia 2004, Kim Kirchen, Siebter des Jahres 2007, sowie die Klassementfahrer vom Team CSC: Carlos Sastre, Vierter bei der Tour 2007 und die Luxemburger Andy und Fränk Schleck.
Michael Rogers war nach seinem langen Ausfall aufgrund Pfeifferschen Drüsenfiebers nicht am Start. Ihm fehlte die Form für eine dreiwöchige Rundfahrt.rad-net.de: High Road ohne Michael Rogers zur Tour, abgerufen am 17. Juni 2008.
Bei den Sprintern fehlten drei prominente Fahrer: Alessandro Petacchi war wegen Dopings gesperrt, Tom Boonen wurde aufgrund eines positiven Kokain-Befundes von den Veranstaltern ausgeladen, und Daniele Bennati sagte das Rennen aufgrund einer Achillessehnenentzündung ab. Zu den aussichtsreichsten Sprintern im Feld zählten Óscar Freire, Thor Hushovd, Erik Zabel, Robbie McEwen, Mark Cavendish, Gerald Ciolek, Robert Förster, Robert Hunter und Jimmy Casper.
Insgesamt starteten 180 Fahrer in 20 Teams.
Streckenführung Der Veranstalter gab am 25. Januar 2007 die Startorte der ersten drei Etappen bekannt, die alle in der Bretagne liegen. Zum ersten Mal seit 1966 begann die Tour de France nicht mit einem Prolog oder einem Zeitfahren, sondern mit einer gewöhnlichen Etappe. Diese führte von Brest nach Plumelec. Die zweite Etappe führte von Auray nach Saint-Brieuc. Startort der dritten Etappe war Saint-Malo. Um den Auftakt der Tour 2008 hatte sich ebenfalls Dänemark beworben.
Der komplette Kurs wurde am 25. Oktober 2007 präsentiert. Die Strecke verlief fast ausschließlich durch Frankreich, nur auf der 15. und 16. Etappe machte die Tour einen Abstecher nach Italien. Es gab insgesamt 10 Flachetappen, fünf Hochgebirgs- und vier Mittelgebirgsetappen sowie zwei Einzelzeitfahren.
Die Tour führte auf der 197,5 km langen 1. Etappe ins Landesinnere nach Plumelec. Mit der 2., 3. sowie der 5. Etappe folgten für die erste Tourwoche typische Flachetappen, bei denen Massensprints am Ziel sehr wahrscheinlich sind. Das erste Einzelzeitfahren fand am 8. Juli statt und stellte somit die 4. Etappe dar.
Die 6. und die 7. Etappe waren mittelschwer und besaßen bereits einige Berge der 2. Kategorie, wobei die sechste Etappe mit einer Bergankunft (Super Besse, Kat. 2) endete. Die 8. Etappe war eine Überführungsetappe mit möglichem Massensprint im Zielort Toulouse.
Die 9., die 10. sowie die 11. Etappe führten durch die Pyrenäen. Es folgten drei Überführungsetappen. Noch vor dem zweiten Ruhetag am 21. Juli fand die erste Alpenetappe statt. Der Zielort war Prato Nevoso in Italien. Am 22. Juli folgte dann eine sehr schwere Etappe mit zwei Bergwertungen der höchsten Kategorie (hors categorie) und einen Tag später die 17. Etappe – die Königsetappe dieser Tour nach L’Alpe d’Huez mit drei Bergwertungen der höchsten Kategorie (hors categorie), darunter auch der berühmte Col du Galibier.
Die Etappen 18 und 19 waren mittelschwer und somit günstig für Ausreißer(-gruppen). Das Einzelzeitfahren am 26. Juli war dann nochmal die letzte Chance Rückstände aufzuholen, während es auf der letzten Etappe nach Paris lediglich noch um den prestigeträchtigen Etappensieg auf den Champs-Élysées ging.
Rennverlauf Im Ziel der ersten Etappe in Plumelec erreichte Alejandro Valverde als erster mit einer Sekunde Vorsprung das Ziel. Er wurde dadurch erster Träger des Gelben Trikots. Die zweite Etappe endete in einem reinen Massensprint, mit Thor Hushovd als Sieger, Valverde blieb im Gelben Trikot. Auch auf der dritten Etappe wurde ein Massensprint erwartet, allerdings gelang vier Fahrern eine erfolgreiche Flucht und Samuel Dumoulin sprintete zum Sieg. Sein Fluchtgefährte Romain Feillu fuhr ins Gelbe Trikot. Die vierte Etappe, ein Einzelzeitfahren, gewann Stefan Schumacher, der damit die Gesamtführung übernahm.
mini|Das Peloton auf der fünften Etappe.Die fünfte Etappe hatte ein flaches Profil. Der 23-jährige Mark Cavendish war der Schnellste im Massensprint. Mit einer Bergankunft endete die sechste Etappe. Stefan Schumacher hielt in der Spitzengruppe mit, stürzte jedoch mehrere hundert Meter vor dem Ziel. Der Luxemburger Kim Kirchen war der neue Träger des Gelben Trikots, den Etappensieg holte sich Riccardo Riccò. Auch die siebente Etappe führte durch die Auvergne. Luis León Sánchez konnte sich wenige Kilometer vor dem Ziel absetzen und gewann. Kirchen blieb in gelb.
Am Abend vor der achten Etappe wurde Manuel Beltrán von seinem Team Liquigas suspendiert. Er wurde nach der ersten Etappe positiv getestet. Auf der zehnten Etappe übernahm Cadel Evans das gelbe Trikot von Kim Kirchen. Der Australier führte mit nur einer Sekunde Vorsprung auf den Luxemburger Fränk Schleck. Vor dem Start der elften Etappe wurde bekannt, dass Moisés Dueñas nach der vierten Etappe positiv auf EPO getestet wurde. In Dueñas Hotelzimmer fand man unter anderem Spritzen und Blutbeutel. Kurz vor dem Start der zwölften Etappe wurde auch der zweimalige Etappensieger und Spitzenreiter in der Berg- sowie Nachwuchswertung Riccardo Riccò des Dopings überführt. Sein Team Saunier Duval-Scott zog sofort das komplette Team und damit auch den Sieger der 10. Etappe Leonardo Piepoli zurück. Nach der zwölften Etappe erhielt Sebastian Lang das gepunktete und Vincenzo Nibali das Weiße Trikot – in beiden Wertungen hatte zuvor Riccò in Führung gelegen.
Die Überführungsetappen zwischen den Pyrenäen und den Alpen gewannen Kurt Asle Arvesen, Mark Cavendish (zwei Etappen) und Óscar Freire. Die erste Alpenetappe am Prato Nevoso in Italien konnte Simon Gerrans vor drei weiteren Ausreißern für sich entscheiden. Die Gesamtführung übernahm Fränk Schleck im Hauptfeld fahrend. Bernhard Kohl, der die Verfolger anführte, errang das gepunktete Trikot als bester Bergfahrer und fuhr auf Rang zwei vor. Nach dem zweiten Ruhetag folgte die zweite Alpenetappe – mit dem Dach der Tour, dem Cime de la Bonette-Restefond. Wieder gelang einer Ausreißergruppe die Flucht, es siegte Cyril Dessel. Von den Favoriten konnte Christian Vande Velde am letzten Anstieg nicht folgen. Denis Menschow verlor in der Abfahrt Richtung Ziel eine halbe Minute.
mini|Carlos Sastre unterwegs zum Etappensieg in L’Alpe d’Huez, dem Grundstein zum GesamtsiegDie dritte Alpenetappe war die Königsetappe nach L’Alpe d’Huez. Die Favoriten warteten auf den Schlussanstieg. Dort attackierte Sastre. Nur Menschow reagierte, er konnte dem Tempo aber nicht folgen. Sastre siegte mit zwei Minuten Vorsprung und übernahm damit das Gelbe Trikot von seinem Teamkollegen Fränk Schleck. In der Favoritengruppe konterte Andy Schleck die zahlreichen Angriffe und hielt so die Gruppe zusammen.
Die nächsten beiden Etappen gewannen Ausreißer – Marcus Burghardt und Sylvain Chavanel. Stefan Schumacher gewann auch das zweite Zeitfahren vor dem Favoriten Fabian Cancellara. Der als stärkerer Zeitfahrer und Favorit auf den Toursieg eingestufte Cadel Evans konnte nicht genug Zeit auf Sastre gutmachen und musste sich mit über einer Minute Rückstand mit Platz zwei im Gesamtklassement begnügen. Der Bergspezialist Bernhard Kohl verteidigte mit einem neunten Platz im Zeitfahren den dritten Podestplatz. Fränk Schleck fiel vom zweiten auf den sechsten Gesamtrang zurück.
Die Schlussetappe auf die Champs-Élysées gewann der Belgier Gert Steegmans im Massensprint.
Etappenübersicht Links zu den Artikeln zu den einzelnen Etappen stehen in der ersten Spalte der Tabelle. Die Träger des Gelben Trikots sind jeweils nach Abschluss der Etappe angegeben. Etappen Typ Tag Start–Ziel km Profil Höhen-meter Etappensieger Zeit(h) Schnitt(km/h) Gelbes Trikot 1. Etappe Sa., 5. Juli Brest – Plumelec 197,5 80px|Profil 2.300 Alejandro Valverde 4:36:07 42,917 Alejandro Valverde 2. Etappe So., 6. Juli Auray – Saint-Brieuc 164,5 80px|Profil 1.810 Thor Hushovd 3:45:13 43,824 3. Etappe Mo., 7. Juli Saint-Malo – Nantes 208 80px|Profil 1.410 Samuel Dumoulin 5:05:28 40,856 Romain Feillu 4. Etappe EZF Di., 8. Juli Cholet – Cholet 29,5 80px|Profil 265 Kim Kirchen 0:35:44 49,534 Stefan Schumacher 5. Etappe Mi., 9. Juli Cholet – Châteauroux 232 80px|Profil 970 Mark Cavendish 5:27:52 42,456 6. Etappe 20px|Bergige Etappe / Bergankunft