mini|Marcin Świetlicki Marcin Adam Świetlicki (* 24. Dezember 1961 in Lublin, Polen) ist ein polnischer Dichter, Schriftsteller und Kopf der Rockgruppe Świetliki (Leuchtkäfer). Für sein schriftstellerisches Schaffen wurde er mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter mit dem renommierten Kościelski-Preis.

Leben Świetlicki wuchs in Piaski auf und besuchte das Gymnasium in Lublin. Bereits als Schüler sendete er ein Gedicht und eine Erzählung bei der Wochenzeitung Na przełaj ein, die in späteren Anthologien abgedruckt wurden. Nach dem Abitur 1980 nahm er ein Studium der Polonistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau auf. Nach seiner Exmatrikulation im Dezember 1981 legte er 1982 erneut die Aufnahmeprüfung erfolgreich ab. Während seines Studiums arbeitete er für das Studentenradio und veröffentlichte 1984 Gedichte in der unabhängigen Zeitschrift NaGłos. Daraufhin wurde er wieder exmatrikuliert und wurde bis 1986 für den Wehrdienst in Słupsk einberufen. Anschließend arbeitete er einige Monate als Erzieher in einem Internat in Lublin, bis er 1987 nach Krakau umsiedelte. Dort war er zunächst als Nachtwächter und von 1988 bis 1990 als Bote und Mitarbeiter des Sekretariats des Towarzystwo Przyjaciół Sztuk Pięknych tätig. Nach dem Systemwechsel in Polen wurde er 1991 als Korrektor und Textaufbereiter in der Zeitung Tygodnik Powszechny eingestellt, für die er bis 2004 arbeitete und in der er Gedichte und Rezensionen veröffentlichte. Daneben war er mit der Zeitschrift brulion verbunden, wo er 1993 das zusammen mit Marcin Baran und Marcin Sendecki verfasste Gedicht Wiersz współny (półfinałowy) veröffentlichte, das als Manifest für die Dichter um diese Zeitschrift gilt. Zudem publizierte er seine Gedichte in NaGłos, Dekada Literacka, Lampa i Iskra Boża und Odra. Als Stipendiat verbrachte er 1991 einige Zeit in Paris. Zurück in Polen gründete er mit den Mitgliedern der Krakauer Band Trupa Wertera Utrata 1992 die Rockgruppe Świetliki, für die er Texte schrieb und als Sänger auftrat. Daneben leitete er Musiksendungen im Radio, zunächst im Radio Mariackie, dann im Radio Kraków und Radiostacja. Für seine Dichtung wurde er 1994 mit dem Paszport Polityki ausgezeichnet, nahm den Preis jedoch nicht an. Im Rahmen des Stipendiums der Literaturwerkstatt Berlin verweilte er 1995 kurze Zeit in Berlin. Für sein lyrisches Gesamtwerk wurde er 1996 mit dem Kościelski-Preis geehrt. In den folgenden Jahren trat er auch vereinzelt als Schauspieler auf, so in der Hauptrolle in dem 1998 im Fernsehen gesendeten Theaterstück Małżowina von Wojciech Smarzowski sowie 2002 in dem Spielfilm Anioł w Krakowie von Artur Więcek. Mit Grzegorz Dyduch moderierte er von 2000 bis 2002 das Kulturmagazin Pegaz und führte Interviews für die Zeitschriften Przekrój, Gazeta Wyborcza und Wysokie Obcasy. Daneben war er 2003 Mitbegründer des Stowarzyszenie Miłośników Kryminału i Sensacji „Trup w szafie“ und Juror des Preises Wielki Kaliber, der seit 2004 verliehen wird. Als Autor von Kriminalgeschichten debütierte er 2005. Mit Musiksendungen kehrte er 2006 bis 2007 im Radio Kraków zurück und ging 2009 zum Sender Roxy FM (heute Radio KISS FM). Anschließend war er von 2010 bis 2015 Redaktionsmitglied der gesprochenen Zeitschrift Gadający pies. Zusammen mit Dariusz Dudziński und Michał Wandzilak gründete er 2015 die Musikgruppe Najprzyjemniejsi, die auch mit Julia Kamińska als Julia i Nieprzyjemni auftrat.

Er lebt in Krakau.

Werke Dichtung Zimne kraje. Wiersze 1980–1990, 1992; 9. Aufl. 1999 Schizma, 1994 Zimne kraje 2, 1995 Berlin, 1995 37 wierszy o wódce i papierosach, 1996 Trzecia połowa, 1996; 2. Aufl. 2005 20 niezapomnianych przebojów i 10 kultowych fotografii, 1996 Zimne kraje 3, 1997 Stare chłopy prowadzą rowery na techno, 1998 Pieśni profana, 1998 Czynny do odwołania, 2001 Wiersze wyprane, 2002 Nieczynny 2003 Wiersze wyprane 2003 49 wierszy o wódce i papierosach, 2004 Muzyka środka 2006 Nieoczywiste. 77 wierszy religijnych, 2007 Niskie pobudki, 2009 Wiersze, 2011 Marcin Świetlicki. Antologia, 2012 Jeden, 2013 Delta Dietla, 2015 Zło, te przeboje. (Piosenki 1992–2015), 2015 (Sammlung von Liedtexten) Drobna zmiana, 2016 Polska. (Wiązanka pieśni patriotycznych), 2018

Prosa Katecheci i frustraci 2001 (als Marianna G. Świeduchowska mit Grzegorz Dyduch) Kotek, in eine Anthologie Trupy Polskie 2005 Dwanaście, 2006 (Zwölf) Trzynaście, 2007 (Dreizehn) Jedenaście, 2008 (Elf) Orchidea, 2009 (mit G. Grzegorzewska) Powieści, 2011 Nieprzysiadalność. Autobiografia, 2017

Diskographische Hinweise mit der Gruppe Świetliki Ogród koncentracyjny 1995 Cacy cacy fleischmaschine 1996 Cacy cacy love mix EP 1996 Perły EP 1999 Wieprze EP 1999 Perły przed wieprze 1999 Złe misie 2001 Las Putas Melancólicas 2005 Las Putas Melancólicas y Exclusivas 2005 Sromota 2013

mit Zgniłość Monk In Monk (2025)

Nominierungen und Auszeichnungen (Auswahl) 1994: Paszport Polityki in der Kategorie Literatur 1996: Kościelski-Preis 1999: Nominierung für den Nike-Literaturpreis mit Pieśni profana 2002: Finalist des Nike-Literaturpreises mit Czynny do odwołania 2007: Finalist des Literaturpreises Gdynia mit Muzyka środka 2007: Finalist des Nike-Literaturpreises mit Muzyka środka 2009: Literaturpreis Gdynia in der Kategorie Prosa für Jedenaście 2012: Breslauer Lyrikpreis Silesius für das Gesamtwerk 2014: Literaturpreis Gdynia in der Kategorie Dichtung für Jeden 2014: Finalist des Nike-Literaturpreises mit Jeden 2016: Nominierung für den Wisława-Szymborska-Preis mit Delta Dietla

Weblinks

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Polnisch) Kategorie:Musiker (Polen) Kategorie:Lyrik Kategorie:Träger des Breslauer Lyrikpreises Silesius Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann