mini|Yves Netzhammer (2024) Yves Netzhammer (* 1. August 1970 in Affoltern am Albis; Bürgerort: Hallau SH) ist ein Schweizer Computerkünstler. Zu seinem Repertoire gehören auch Videoinstallationen, Objekte und Schwarz-Weiss-Strichzeichnungen.
Leben Yves Netzhammer wuchs in Schaffhausen auf. Ab sechzehn Jahren absolvierte er dort eine vierjährige Lehre als Hochbauzeichner. Lehrbegleitend besuchte er die gestalterische Berufsmatur in Zürich. Nach seiner Lehre nahm er im Jahr 1990 an einem Vorkurs an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich teil. 1991 begann sein Studium für visuelle Gestaltung. Sein Diplom bekam er 1995.
Seine ersten Ausstellungen mit Videoinstallationen, Diaprojektionen, sowie Zeichnungen und Objekten hatte Yves Netzhammer im Jahr 1997. Ebenso lieferte er verschiedene Arbeiten für Magazine und Buchbeiträge. So gestaltete er 1999 Bildbeiträge zum Thema Wissenschaft für das Magazin Nr. 52 vom Tages-Anzeiger. Er lieferte im selben Jahr Beiträge für brand eins von Hamburg und Visionaire von New York. Mit Ralph Schraivogel designte er die Schokolade-Briefmarke (2001) der Schweizerischen Post (Briefmarke mit Aussehen und Duft von Schokoladentafeln). Seit September 2006 publiziert Yves Netzhammer online im Journal für Kunst, Sex und Mathematik.Journal für Kunst, Sex und Mathematik, abgerufen am 29. Oktober 2008
Yves Netzhammer lebt und arbeitet in Zürich.
Werke mini|Yves Netzhammer: Gesichtsüberwachungsschnecken, Installation in der U-Bahn-Station Altes Landgut in Wien (2017)
Frühere Werke Netzhammers sind Schwarz-Weiss-Strichzeichnungen, die thematisch ähnlich aufgebaut sind, wie die späteren Videoinstallationen. Er hat viele Strichzeichnungen aber auch perspektivisch verfälscht und mit optischen Täuschungen gearbeitet. Diese kommen in den aktuelle Filmsequenzen ebenfalls vor.
Zu Yves Netzhammers wichtigsten Werken gehören Rauminstallationen mit Objekten und/oder Landschaftsaufbauten und Videoprojektionen inkl. Tonspur. Die Videos sind mit dem Computer errechnete, surreale, sich wiederholende Filmsequenzen. Dabei bedient er sich keiner Ray-Tracing-Programme, sondern zeichnet mit Software, die für die Architektur entwickelt worden ist. Die Oberflächen wirken somit glatt und künstlich. Die erzählten Geschichten sind surreal: Er kombiniert Angenehmes mit Unangenehmem, Totes mit Lebendigem, Tier und Mensch und lässt die Objekte ineinander fliessen oder von einem zum anderen übergehen.
Yves Netzhammer vertrat zusammen mit Christine Streuli die Schweiz an der 52. Biennale von Venedig 2007. An der Kiew Biennale war er 2015 mit der Rauminstallation Das Kind der Säge ist das Brett, bestehend aus Wandgemälden, Skulpturen und einem Video-Triptychon mit 30-minutigem Loop beteiligt.
2017 entwarf er für den Rolltreppenbereich der U-Bahn-Station Altes Landgut in Wien unter dem Titel Gesichtsüberwachungsschnecken eine permanente Installation mit abstrahierten Piktogrammen, die menschliche und tierische Porträts zeigen. Sie wird aus vier bedruckten Flächen von circa 830 m² in Flip-Flop-Lackierung gebildet.Internetseite Yves Netzhammer
Auszeichnungen (Auswahl) 1996: Förderpreis der Hochschule für Gestaltung, Zürich 1998: Auszeichnung Schönste Bücher 1998(auch 2001 und 2004) 2000: Auszeichnung Schweizer Plakate des Jahres, Eidgenössischer Stipendienwettbewerb, Basel 2000: Eidgenössischer Preis für freie Kunst (auch 2002 und 2006) 2001: Atelierstipendium der Stadt Zürich für New York 2002: Silbermedaille vom ADC Deutschland für die brand eins-Zeichnungen 2002: Prix MobilièrePreisträger Prix Mobilière 2003: Kunstpreis des Kantons Zürich 2003 2003: Auszeichnung des ADC New York für Buchmesseplakat Frankfurt 2015: BEN Hauptpreis der B3 Biennale des bewegten Bildes für "Die Gegenwart sucht ihren Mund in der Spiegelung der Suppe"
Ausstellungen Einzelpräsentationen (Auswahl) 1998: Galerie Stähli, Zürich 1999: Manor Kunstpreis, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 2000: Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main 2001: Galerie Sima, Nürnberg 2001: Art Cologne, Köln 2003: Helmhaus, ZürichSo cool, dass das Herz klopft. Die Weltwoche. Memento aus dem Internet Archive. 2003: Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 2004: Museum Chasa Jaura, Valchava 2005: Kunsthalle Bremen 2006: Museum Rietberg, Zürich 2010: Das Reservat der Nachteile, Kunstmuseum Bern Ausstellungshinweis des Kunstmuseums Bern 2011: Eres-Stiftung, München. Minsheng Art Museum, Shanghai 2012: Christinger De Mayo, Zürich. 2013: The View Salenstein. MONA, Tasmanien. 2014 ff.: Yves Netzhammer – Die Subjektivierung der Wiederholung., Kunstmuseum BernMitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 19. Juli 2014. 2015: „The School of Kyiv“, Kiew Biennale, Kiew 2016: „Selbstgespräche nähern sich wie scheue Rehe“, LWL Münster 2017: „Refurnishing Thoughts“, FOSUN Foundation, Shanghai 2018: „Biografische Versprecher“, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 2019: „Empathische Systeme“, Frankfurter Kunstverein 2019: Nistplätze für Berührungen, Kunst Museum WinterthurAusstellungshinweis des Kunstmuseums Winterthur 2020: „Gravitatorische Behauptungen“, Graphische Sammlung ETH Zürich 2022: „Zwei kühle Zwergelefanten fressen Einfühlungsüberschuss mit Pfirsicharoma“, Museum Haus Konstruktiv, Zürich 2024: „Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben“, Kunstmuseum Solothurn 2024: „Blätter sind Fragen der Luft“, Utsunomiya Museum of Art, Japan
Gruppenausstellungen (Auswahl) 1999: Kunsthallen Brandts, Odens; Museum Ludwig, Köln; „Steirischer Herbst“, Graz 2000: Centre pour l’image contemporaine, Saint-Gervais; Genf, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe 2001: Kunsthalle Göppingen; Neues Kunstmuseum Luzern 2002: Kunsthalle Brügge 2005: Nationalgalerie Prag 2007: Kunstmuseum Wolfsburg 2008: Digitale Raumkunst, Stiftung Wilhelm Lehmbruch Museum, Duisburg. 2015: B3 Biennale des bewegten Bildes, Frankfurt 2015: „Inhabitations“, Aargauer Kunsthaus 2016: „Um die Ecke denken“ Haus Konstruktiv, Zürich 2017: Independent Animation Biennale Shenzhen, China 2019: Sockelzeichnungen, Atelier Hermann Haller, ZürichCatwalk, Ausstellungshinweis auf Kulturzüri 2024: Born digital, Kunsthaus ZürichAusstellungshinweis des Kunsthauses Zürich
Publikationen Was sich erzählen lässt wird verbessert werden. Bilger, Zürich, 1997 ISBN 3-908010-31-4 Wenn man etwas gegen seine Eigenschaften benützt, muss man dafür einen anderen Namen finden. Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, 1999, ISBN 3-936711-02-X. Dietmar Dath, Anne Philippi: Dornbracht Culture Projects: Statements IV: Yves Netzhammer, Opiate, Mouse on Mars, To Rococo Rot: Bd 4. Dornbracht, Iserlohn 2002, ISBN 3-936919-41-0. Die überraschende Verschiebung der Sollbruchstelle eines in optimalen Verhältnissen aufgewachsenen Astes. Helmhaus Zürich. Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Nürnberg 2003, ISBN 3-933096-93-6. Yves Netzhammer, Beate Ermacora und Sabine M. Schmidt: Das Gefühl präziser Haltlosigkeit beim Festhalten der Dinge. Eine Ausstellung an zwei Stationen. Kerber Verlag, 2003, ISBN 3-936646-39-2. Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben. Mit Texten von Michel Rebosura und Katrin Steffen. Hrsg. Kunstmuseum Solothurn. 2024.Publikation zur Ausstellung Die Welt ist schön und so verschieden, eigentlich müssten wir uns alle lieben von Yves Netzhammer im Kunstmuseum Solothurn
Weblinks
Website von Yves Netzhammer
Einzelnachweise
Kategorie:Videokünstler (Schweiz) Kategorie:Computerkunst Kategorie:Siebdruckkünstler (Schweiz) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Träger des Manor Kunstpreises Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann