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Kirchfembach ist ein Gemeindeteil der Stadt Langenzenn im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Kirchfembach hat eine Fläche von 4,183 km². Sie ist in 583 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7174,12 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hagenmühle und Hammermühle.
Geographie Das Kirchdorf liegt am Fembach, einem linken Zufluss der Zenn, und am Hammerbach, der im Ort als linker Zufluss in den Fembach mündet. Im Osten grenzt das Schlagholz an, im Süden liegt das Waldgebiet Alte Lohe. Im Nordosten liegt das Bodenfeld, ca. 1 km nördlich liegt das Sandfeld. Die Kreisstraße FÜ 11/NEA 20 führt nach Langenzenn (3 km südlich) bzw. nach Pirkach (2,4 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Puschendorf zur Kreisstraße FÜ 7 (2 km nordöstlich) bzw. nach Oberfembach (1,8 km westlich).
Geschichte Kirchfembach wurde erstmals um 1150 urkundlich erwähnt, als Ekkehard de Vuenbach einen Vertrag zwischen dem Abt des Bamberger Klosters Michelsberg und dem Bischof von Würzburg bezeugte. Bereits 1158 wurde eine Kirche erwähnt, die eine Filiale von Emskirchen war.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 93. Im Lehenbuch des Hochstifts Würzburg, das im Zeitraum von 1303 bis 1317 entstand, erhielt ein Rüdiger den Zehnten in „Vendebach“ zu Lehen. Den Novalzehnt erhielt Burkhard von Vendebach. Daneben waren Nürnberger Bürger im Ort begütert. Am 25. Juni 1343 erhielt Traudel Goppolt von Berthold von Fendbach ein Gut. Im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg des Jahres 1361/64 wurde „Kirchuendenbach“ als dem burggräflichen Amt Langenzenn zugehörig beschrieben.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 105. Das Kloster Heilsbronn erhielt 1488, 1494 und 1501 von Ludwig von Eyb dessen Gefälle in Kirchfembach.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 333 f. Zur Zeit der Reformation gehörte die Pfarrei Kirchfembach zu Emskirchen und machte diesbezüglich 1529 deren Entwicklung mit. Nach Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges waren 1648 von vorher 24 Herdstätten nur noch sieben Höfe bewohnt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kirchfembach 20 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthischen Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg, was vom Vogtamt Hagenbüchach bestritten wurde. Grundherren waren Fürstentum Bayreuth: Klosteramt Münchaurach (1 Wirtshaus, 1 Mühle, 1 Hammermühle, 1 Gütlein, 1 Haus), Kastenamt Dietenhofen (2 Halbhöfe) und die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (4 Höfe, 1 Höflein, 4 Gütlein, 3 Häuslein), Spitalamt Hl. Geist (1 Halbhof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 107. Dort werden abweichend 19 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. 1810 kam Kirchfembach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Hagenbüchach zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Kirchfembach, zu der Hagenmühle, Hammermühle und Pirkach gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Kirchfembach mit Hagenmühle und Hammermühle, Ruralgemeinde Pirkach. Zugleich wurde Oberfembach von Hagenbüchach nach Kirchfembach umgemeindet, was aber bereits am 9. November 1824 wieder rückgängig gemacht wurde.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 202 u. 224. Ab 1862 gehörte Kirchfembach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919 in Finanzamt Markt Erlbach umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Fürth). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), seit 1959 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,187 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Kirchfembach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Langenzenn eingegliedert.
Baudenkmäler In Kirchfembach gibt es zwei Baudenkmäler: Höllenberg 1: Evang.-luth. Filialkirche St. Veit Kirchfembacher Str. 18 (= Haus Nr. 6): Ehemaliges Forsthaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 4: Eingeschossiges Wohnstallhaus, 1831. Erdgeschoss verputzt, steiler konstruktiver Fachwerkgiebel zu drei Geschossen, teilweise stichbogige Fenster. Profiliertes Holztraufgesims. Im Sturz der Haustür „18 L[eonhard] L[ey]K[auf] 31“.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 95. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 19: Eingeschossiges Wohnstallhaus, Stall abgebrochen. Erdgeschoss in Ziegel, 1921 ausgewechselt, zweigeschossiger Fachwerkgiebel mit Andreaskreuzen in den Brüstungen. Im zweiten Dachgeschoss profilierter Fußbalken und stichbogige Luke 17./18. Jahrhundert.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Kirchfembach gibt es ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Kirchfembach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 311 239 228 231 225 213 231 207 208 186 172 189 184 189 200 191 181 170 151 207 238 237 250 280HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 45 23 38 36 35 32 33 34 44 Quelle Für die Gemeinde Kirchfembach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hagenmühle (S. 35), Hammermühle (H. H. Hofmann, S. 201) und Oberfembach (S. 66).
Ort Kirchfembach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2019Einwohner 203 220 209 218 172 169 170 225 234 265 310 336Häuser 28 20 34 30 31 32 42 81Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Hagenbüchach) gepfarrt.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 107. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Marien (Langenzenn) zuständig.
Messstationen In Kirchfembach befindet sich eine von rund 1800 Messstellen des Radioaktivitätsmessnetzes des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Die Messstation misst die Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) am Messort und sendet die Daten an die Zentrale des Messnetzes. Die über 24 Stunden gemittelten Daten können im Internet abgerufen werden.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Langenzenn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Ersterwähnung 1150 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth