mini|Große Mannheimerin (1993)

Franz Bernhard (* 17. Januar 1934 in Neuhäuser, Tschechoslowakei; † 28. Mai 2013 in Jockgrim) war ein deutscher Bildhauer. Er wirkte vor allem in Baden-Württemberg.Traueranzeige der Familie, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2013, Ausgabe Nr. 127, Seite 7

Leben Franz Bernhards Vater war Bäckermeister und Landwirt im Böhmerwald. Infolge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei wuchs er in Siegelsbach im Landkreis Heilbronn auf. 1949 begann er eine Schreinerlehre. Von 1950 bis 1956 besuchte er das Gymnasium und war nach dem Abitur in verschiedenen Berufen tätig. Ab 1959 studierte er Bildhauerei bei Wilhelm Loth und Fritz Klemm an der Kunstakademie Karlsruhe. 1963 erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und beendete sein Studium 1966. Er heiratete 1969 Lucia Baum und zog 1972 nach Jockgrim im Landkreis Germersheim um, wo er bis zu seinem Tod lebte. 1977 war er Teilnehmer an der documenta 6.

Bernhards Plastiken sind überwiegend aus Holz und COR-TEN-Stahl gefertigt. Sie stellen den menschlichen Körper in einfacher, stark abstrahierter Form dar. Eines seiner bekannteren Werke ist die Skulptur Große Mannheimerin im Mannheimer Osten beim Planetarium Mannheim in der Mitte der als Allee gestalteten B 37 (Wilhelm-Varnholt-Allee), die in die A 656 übergeht. Die meisten seiner großen Freiplastiken wurden in der Schiffswerft BraunLeistungspalette. Schiffswerft Braun in Speyer hergestellt.Schenkung von Franz Bernhard begrüßt. Große Kunst vor kleiner Kirche. Evangelische Kirche der Pfalz, 19. September 2022

Bernhard war von 1990 bis 1992 Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) und von 1994 bis 2001 Erster Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm Franz Bernhard zwischen 1967 und 1990 an vielen großen Jahresausstellungen des DKB teil. (abgerufen am 29. Oktober 2015)

Ehrungen Bundesverdienstkreuz am Bande (8. Januar 1998)Auskunft des Bundespräsidialamtes Ehrenvorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (2004) Ehrenprofessur des Landes Baden-Württemberg, durch Ministerpräsident Erwin Teufel (2004)

Preise und Stipendien mini|Lörracher Sitzende (1992)

1963: Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn 1968: Villa-Romana-Preis, Florenz 1969: Villa-Massimo-Preis, Rom 1971: Wilhelm-Lehmbruck-Förderpreis der Stadt DuisburgAusstellungstitel: Franz Bernhard, Zeichnungen und Skulpturen. Ausstellung des Lehmbruck-Förderpreisträgers 1971. Vgl. Ausstellungen seit 1964. Lehmbruck-Museum 1971: Stipendium aus den Mitteln des Kunstpreises Berlin 1975: Pfalzpreis für Plastik, Kaiserslautern 1976: Arbeitsstipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. 1977: Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg 1980: Prix de la Ville de Mulhouse, Mülhausen (Frankreich) 1981: Max-Lütze-Medaille, Stuttgart 1984: Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle 1986: Kunstpreis Rheinland-Pfalz 1989: Lovis-Corinth-Preis 2007: Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg

Ausstellungen 1980: Skulpturen und Zeichnungen. Galerie Albrecht, Oberplanitzing, Südtirol 1985: Zeichnungen 1964–1984. Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 1994/1995: Köpfe und Skulpturen. Skulpturenmuseum Glaskasten Marl 1995: Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen 1996: Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 1997: Franz Bernhard 1997 in der Villa Wessel in Iserlohn 1997: Morat-Institut, Freiburg im Breisgau; Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 1998: Kulturhalle Remchingen 1999: Museum St. Wendel 2001/2002: Der Morat Block. Städtische Museen Heilbronn, Kunstverein Germersheim, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, Kunsthalle Erfurt, Kunstmuseum Ahlen, Städtisches Kunstmuseum Singen 2004: Schloss Waldthausen, Budenheim; Galerie der Stadt Wendlingen/Neckar 2007: Museum Lothar Fischer, Neumarkt in der Oberpfalz 2008/2009: Anthropomorphe Zeichen. Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm 2009: Dominikanerkloster Braunschweig, Kunst im Kloster 2010: Franz Bernhard 2010 in der Villa Wessel in Iserlohn 2013: Form ist alles, Galerie im Prediger in Schwäbisch Gmünd Zudem wird das Werk Bernhards regelmäßig in der Galerie Ruppert, Landau in der Pfalz, sowie von der Galerie Rothe, Frankfurt am Main, gezeigt.Kunstverein Germersheim auf dem Kunstportal Pfalz

Werke mini|Der Kopf, 2000, Berlin-Kreuzberg „Ulmer Knie“ (1980, Ulm, Friedrichsau, anlässlich der Gartenbau-Ausstellung in Ulm 1980) „Konstanzer Liegende“ (1983, Konstanz, Freigelände der Universität) „Vitale Form“ (1983, Karlsruhe, Badisches Staatstheater) Ohne Titel (1987, Braunschweig, beim Arbeitsamt, Kreuzung Cyriaksring / Münchenstraße) „Große Mannheimerin“ (1993, Mannheim, Wilhelm-Varnholt-Platz) „Saarbrücker Kopf“ (1994, Saarbrücken, beim Arbeitsamt, Hafenstraße) „Freiburger Sitzende“ (1996, Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburger Materialforschungszentrum) „Brückenköpfe“ an der Friedrich-Ebert-Brücke in Heilbronn (1997 und 2001) drei Stahl-Plastiken „Aufsteigender Kopf“, „Ausgewogener Kopf“, „Bedrohlicher Kopf“ (Mainz, vor dem Arbeitsamt) „Stehende Figur“ (Sigmaringen, Kaufmännischen Schule, Hohenzollernstraße) „Kopf“ Berlin-Kreuzberg, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stresemannstraße (2000) „Sitzende Figur“ (2006, Neckarsulm, Marktplatz, temporär bis 23. September 2007 im Rahmen des Projektes „KUNSTBEWEGT Neckarsulm 2007“). „Großer Kopf, schwebend“ (2007, seit 2012 auf dem Bahnhofsvorplatz in Iserlohn)Franz Bernhard Skulptur “Großer Kopf schwebend”, Kunstverein Villa Wessel, Iserlohn, 24. März 2013 "Büste" (2013, Darmstadt, Alexander-von-Humboldt-Platz).

Weitere Arbeiten des Künstlers sind unter anderem in Stuttgart, auf dem Lörracher Skulpturenweg, Villingen, Remchingen, Marbach und Nürtingen aufgestellt. In Lübeck (Schleswig-Holstein) befindet sich seine Skulptur „Vitale Liegende“ (1990). In der Stadtpfarrkirche in Waibstadt schuf Bernhard die Darstellung des Kreuzweges aus rötlich gebranntem Ton als Halbrelieftafeln. In der Eschelbronner St.-Josef-Kirche (Filialkirche zu Waibstadt) schuf Bernhard die Darstellung des Kreuzwegs und ein hängendes Kreuz aus Mosaik.Katharina Graupner: Zur Geschichte der Katholiken der Filialkirche St. Josef zu Eschelbronn in 1200 Jahre Eschelbronn 789–1989, Bürgermeisteramt der Gemeinde Eschelbronn, Seite 67 ff.

Literatur Franz Bernhard: Werkverzeichnis der Skulpturen 1964 bis 1989. Herausgeber Wolfgang Rothe, Heidelberg 1990, ISBN 3-920651-18-9 (diverse Ergänzungsbände). Franz Bernhard: Die Radierungen 1966–1992. Edition Rothe, Frankfurt/Main 1996, ISBN 3-920651-24-3. Peter Anselm Riedl: Franz Bernhard: Die öffentlichen Arbeiten. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 1996, ISBN 3-89322-840-3.

Brigitte E. Buhlmann (Hrsg.): Franz Bernhard: Anthropomorphe Zeichen. Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern 2008, ISBN 3-89422-159-3. Ausstellungskatalog. Matthias Kußmann (Hrsg.): … als beginne eine Erzählung. Handzeichnungen und Gedichte. Franz Bernhard und Walter Helmut Fritz. Stieber, Karlsruhe 1999, ISBN 3-9802029-4-1. Carsten Erdle: Franz Bernhard (1934–2013): das zeichnerische Werk. 28.01.77-Verlag, Ramberg 2021 (Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, 2020), ISBN 978-3-9817548-4-1.

Weblinks

Artikel über Franz Bernhard im Rhein-Neckar-Wiki

Franz Bernhards Arbeiten im öffentlichen Raum – interaktive Karte und Bildergalerie (Welt-der-Form) auf der Internet-Präsenz der Ludwig-Erhard-Schule Kaufmännische Schule Sigmaringen, abgerufen: 10. März 2009

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Bildhauer der Moderne Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Person (Jockgrim) Kategorie:Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Kategorie:Träger des Villa-Romana-Preises Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Träger des Lovis-Corinth-Preises Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann Kategorie:Ehrenbürger im Landkreis Germersheim