Asciano ist eine italienische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Siena in der Toskana.
Geografie mini|links|hochkant|Lage von Asciano in der Provinz Siena mini|hochkant|Hauptstraße Corso Giacomo Matteotti in Asciano, im Hintergrund der Torre della Mencia
Die Stadt Asciano liegt etwa 100 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz und rund 25 km südöstlich der Provinzhauptstadt Siena. Sie ist Hauptort der Crete Senesi, eines Landstrichs, der benannt ist nach der hellen Erde, die dort vorkommt, und liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1 687 GG. Die Anhöhe Poggio del Leccio (262 Höhenmeter) liegt ca. 100 m östlich der Stadt. 1975 wechselte die Kirchengemeinde vom Bistum Arezzo-Cortona-Sansepolcro zum Erzbistum Siena-Colle di Val d’Elsa-Montalcino.I luoghi d’ItaliaIl Ponte del Garbo zur Kirche Sant’Agata, abgerufen am 23. Dezember 2016 (italienisch) Asciano gehört zu diesem Bistum mit Ausnahme der Kirchen, die zur Territorialabtei von Monte Oliveto Maggiore gehören., abgerufen am 23. Dezember 2016 (italienisch)
Asciano liegt an den Flüssen Arbia, Asso, Bestina, Copra und Ombrone. Hierbei fließt der Arbia am westlichen Rande des Gemeindegebiets, der Asso entspringt im südlichen Gemeindegebiet. Die Flüsse Bestina und Copra umgeben den mittelalterlichen Stadtkern, wobei der Bestina nordöstlich und der Copra südwestlich der befestigten Mauern nach Nordwesten fließen, um dann ca. 500 m später in den Ombrone zu münden. Zudem berührt das Gemeindegebiet kurz die Flüsse Bozzone und Tressa.Offizielle Website des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Asciano, abgerufen am 5. März 2013 (italienisch)
Zu den StadtteilenOffizielles Stadtrecht von Asciano, Artikel 4. des Istituto Nazionale di Statistica (2001, italienisch), abgerufen am 20. Februar 2012 zählen: Arbia (185 m, ca. 1300 Einwohner, liegt 14 km nordwestlich vom Hauptort) Castelnuovo Scalo (216 m, ca. 70 Einwohner, liegt 25 km nordwestlich vom Hauptort und ist zum Teil auch Ortsteil von Castelnuovo Berardenga) Chiusure (401 m, ca. 120 Einwohner, liegt 6 km südlich vom Hauptort) Torre a Castello (131 m, ca. 60 Einwohner, liegt 9 km nördlich vom Hauptort)
Weitere Ortschaften bzw. Weiler (Località) sind Bollano (286 Höhenmeter, ca. 15 Einwohner), Mucigliano, Palazzo Venturi (ehemals Monte ContieriWebseite Crete Senesi zu Palazzo Venturi, abgerufen am 23. Dezember 2016 (italienisch) bzw. MontecontieriEmanuele Repetti zu Monte Contieri (Montecontieri) In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), abgerufen am 23. Dezember 2016 (italienisch, pdf)), Pievina und Vescona.
Die Nachbargemeinden sind Buonconvento, Castelnuovo Berardenga, Montalcino, Monteroni d’Arbia, Rapolano Terme, Siena, Sinalunga und Trequanda.
Geschichte Der Legende nach flüchteten Ascanius und Senius, Söhne des Remus, dem Mitgründer der Stadt Rom im Jahre 753 v. Chr., nach dessen Tod nach Norden. Hier gründete Senius Siena, während Ascanius Asciano gründete. Sicher ist, dass die Gegend schon ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. durch die Etrusker, die hier Grabstätten wie Poggio Pinci oder Tumulo del Molinello anlegten, besiedelt und Haxo genannt wurde. Unter den Römern transformierte sich der Name von Axus, Axia und Axiana zum römischen Name Axianus bzw. Axianum. Zu dieser Zeit entstand auch das 1899 entdeckte Mosaik eines Fußbodens in der heutigen Via del Canto. In der Zeit der Langobarden war der Ort Sitz der Gastaldi, die hier eine Festung mit Borgo (Unterort) errichteten. Nach dem langsamen Untergang der Dynastie übernahm im 9. Jahrhundert die Familie Scialenghi die Festung und baute sie zur Burg aus. Die Scialenghi gingen später in der Familie der CacciacontiRoberta Mucciarelli: I Tolomei. Banchieri di Siena auf, die die Herrschaft im Ort bis 1168 alleine behielt. Der Ort wurde am 15. September 1168 durch Siena eingenommen, dabei wurde die Festung zerstört, aber bereits sechs Jahre später nahm Florenz den Ort unter seinen Schutz. Dies währte allerdings nur zwei Jahre, als Florenz den Frieden mit Siena suchte und fand. Ein Jahr später erhob die Bevölkerung von Asciano sich abermals gegen Siena. 1213 wurde in Asciano erstmals ein Podestà gewählt, der Palmiero di Bonico hieß und von Siena bestätigt wurde. Unter ihm kam der Ort zu seiner ersten Stadtmauer, die aber bereits 1234 durch Florenz demontiert wurde.Repetti
Im Vorfeld der Schlacht von Montaperti am 4. September 1260 hatten die Truppen aus Florenz ihr Lager in Asciano. Von hier zogen sie am 2. September zur Schlacht, bei der sie von Siena geschlagen wurden.Rolando Forzoni: Monte Aperto. Il mistero rimane, ma... Edizioni Cantagalli, Siena 1999, ISBN 88-8272-018-7, S. 26. Siena erhielt bei der Schlacht Hilfe von Einheiten aus Asciano, die daraufhin von Siena garbati ascianesi (beliebte Ascianeser) genannt wurden. Unter der Regierung der Neun (Governo dei Nove, 1287 bis 1355) wuchs der Ort zu einem wichtigen Handelsplatz. Die Familie der Tolomei erwarb ab 1319 erhebliche Teile im Zentrum und in den umliegenden Ortschaften, wie in Chiusure oder Serre (heute Serre di Rapolano). Von 1342 bis 1352 wurde auf Bestreben Sienas die Stadtmauer von 1287 erheblich verstärkt. Die Wichtigkeit von Asciano für Siena wurde am 17. August 1369 von Siena anerkannt, als die Bewohner Ascianos das Recht auf die Staatsbürgerschaft Sienas mit allen Rechten erhielten. Im Jahr 1465 stattete sich der Ort mit eigenen Statuten aus. Schon vor der Niederlage der Republik Siena 1555 gegen die Republik Florenz fiel der Ort 1554 dem Herzogtum Toskana zu. 1777 wurde der Ort durch die Gebietsreform Riforma Leopoldina von Großherzog Leopold I. mit den bis dahin unabhängigen, aber kleineren Gemeinden Chiusure und Monte Sante Marie zur Comune Asciano vereint.
Sehenswürdigkeiten Kirchen Kirchen innerhalb der Stadtmauern mini|Die Collegiata di Sant’Agata in Asciano Collegiata di Sant’Agata, ersetzte 1029 die Pieve di Sant’Ippolito als Hauptkirche der Kirchengemeinde und wurde 1542 durch Papst Paul III. zur Kollegiatkirche erklärt. Seit 1995 darf sie sich auch Basilica minor nennen. Der Campanile stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hinter der Kirche unweit der Apsis steht die Kapelle Santo Chiodo (Mitte des 19. Jahrhunderts), die zur Aufbahrung diente.Webseite Crete Senesi zur Cappella Santo Chiodo, mit Abb., abgerufen am 25. August 2019 (italienisch) Oratorio della Compagnia di Santa Croce, Oratorium mit Werken von Deifebo Burbarini (Compianto sul Cristo morto und Resurrezione, Leinwandgemälde). Die Lünettenfresken von Francesco Nasini stammen aus dem Jahr 1660.Guiducci: I Luoghi della Fede Chiesa di San Bernardino, Kirche im Ortszentrum, die ursprünglich dem San Giovanni Battista (Johannes der Täufer) gewidmet war. Wurde erstmals 1324 erwähnt, ist aber wahrscheinlich älterem Ursprungs. Chiesa di Sant’Agostino, Kirche im Ortszentrum aus dem 13. Jahrhundert, enthielt Werke von Giovanni Pisano (Crocifisso, polychromiertes Holzkreuz) und Matteo di Giovanni (heute im Museo Civico Archeologico e d’Arte Sacra Palazzo Corboli).
Kirchen kurz außerhalb der Stadtmauern mini|Die Chiesa della Madonna del Giardino a Camparboli Pieve di Sant’Ippolito, auch Pieve di San Polito in Sessiano genannt, bereits vor dem Jahr 1000 entstandenen Pieve und Hauptkirche, die im 11. Jahrhundert ihre Titel an die Kirche Sant’Agata verlor. Chiesa di San Francesco (zuvor San Lorenzo Martire), Kirche aus dem 13. Jahrhundert kurz außerhalb der Stadtmauern auf einer Anhöhe gelegen. Entstand über einer älteren Befestigungsanlage aus dem Mittelalter und war zunächst dem San Lorenzo geweiht. Enthielt Werke von Matteo di Giovanni, Rutilio Manetti (Leinwandgemälde Vergine che porge il Bambino a San Felice da Cantalice), Francesco Nasini (Leinwandgemälde Crocifisso tra i dolenti, 1664) und Francesco di Valdambrino (Angelo annunziante und Vergine annunziata, Holzstatuen) (alle heute im Museo Civico Archeologico e d’Arte Sacra Palazzo Corboli). San Giuseppe, auch Cappella di San Giuseppe, Kirche kurz oberhalb des Ortskerns nahe dem Bahnhof Asciano-Monte Oliveto Maggiore und der Kirche San Francesco. Wurde 1676 durch die Spende des Giovanni Battista Solchi neu gebaut., abgerufen am 22. Dezember 2016 (italienisch) Erlitt im Zweiten Weltkrieg erhebliche Schäden, besonders an den Fresken.Webseite Crete Senesi zur Kirche San Giuseppe, mit Abb., abgerufen am 17. Dezember 2016 (italienisch) San Giuseppe Artigiano, Kirche aus dem 20. Jahrhundert in Asciano Scalo in der Via Martiri della Libertà. Entstand 1962. zur Kirche San Giuseppe Artigiano, abgerufen am 22. Dezember 2016 (italienisch), mit Abb. Cappella dei Santi Fabiano e Sebastiano, Kapelle im Ortsteil Camparboli, enthält von Girolamo di Benvenuto das Fresko Assunzione della VergineOffizielle Website der Region Toskana zur Cappella dei Santi Fabiano e Sebastiano in Asciano, abgerufen am 28. Dezember 2011 (italienisch) Chiesa della Madonna del Giardino a Camparboli, Kirche kurz unterhalb des Ortskerns nahe der Ponte del Garbo. Die Entstehungszeit lässt sich nicht datieren, aber im 14. Jahrhundert wurde die Kirche mit Fresken ausgestattet.
Kirchen im Umland mini|San Vito in Versuris bei Monte Sante Marie Eremo di Sant’Alberto, Kirche auf dem Berg Montalceto bei , entstanden im 12. Jahrhundert.Emanuele Repetti zu Montalceto (MONTALCETO, o MONTE ALCETO, (Mons Jlicetus) nella Valle dell’Ombrone senese) In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), abgerufen am 25. August 2019 (italienisch, pdf) Entstand an dem Ort, wo der Selige Alberto da Montalceto (Kamaldulenser, † 1163) als Einsiedler lebte und starb.Chiese Italiane: Chiesa dei Santi Alberto e Sabino di Montalceto <Asciano>, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto e Servizio Informatico della Conferenza Episcopale Italiana, abgerufen am 25. August 2019 (italienisch) Santi Alberto e Sabino di Montalceto, Kirche in Poggio Pinci nahe dem Berg Montalceto aus dem 12. Jahrhundert. Monastero di San Cristoforo a Rofeno, auch Badia a Rofeno genannt, bereits 1031 erwähntes Monasterium, enthält das Werk San Michele e Santi Benedettini von Ambrogio Lorenzetti. Sacro Cuore, Kirche im Ortsteil Arbia. San Giovanni Evangelista in Montecontieri (heute Località Palazzo Venturi), erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Stammt wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert.Webseite Crete Senesi zur Kirche San Giovanni Evangelista bei Montecontieri, abgerufen am 22. Dezember 2016 (italienisch) Santa Maria di Torre a Castello, 1275 erwähnt.Augusto Codogno: Le settanta chiese di Asciano. In: Cronache dal Medioevo. 22. Januar 2016, Ilcittadinoonline.it, abgerufen am 22. Dezember 2016 (italienisch) San Martino in Grania, Kirchenruine, die um 805 entstand. Pieve di San Vito, auch San Vito in Versuris genannt, Pieve nördlich von Monte Sante Marie und südlich von Torre a Castello, die bereits im 8. Jahrhundert erwähnt wurde.
Kirchen der Territorialabtei Monte Oliveto Maggiore Die Diözese der Territorialabtei entstand 1947 und wurde bis 1975 erweitert. Sie enthielt 1975 acht Pfarrgemeinden, die vorher zu den Diözesen Arezzo-Cortona-Sansepolcro und Montepulciano-Chiusi-Pienza gehörten.Curia abbaziale di Monte Oliveto Maggiore, Webseite des Sistema Informativo Unificato per le Soprintendenze Archivistiche (SIUSA), abgerufen am 17. Dezember 2017 (italienisch) Von den neun Pfarrbezirken (1980Territorial Abbey of Monte Oliveto Maggiore bei Catholic Hierarchy, abgerufen am 22. Dezember 2016 (englisch)) sind heute noch vier aktiv. Dazu gehören (mit den jeweiligen Kirchen): mini|Die Kirche San Michele Arcangelo in Chiusure Monte Oliveto Maggiore, Territorialabtei Santa Maria, Hauptkirche in Monte Oliveto Maggiore. Chiesa di San Michele Arcangelo, auch Sant’Angelo in Luco genannt, Kirche aus dem 13. Jahrhundert im Ortsteil Chiusure.