Rückers ist ein Ortsteil der Gemeinde Flieden im osthessischen Landkreis Fulda. Zu der ehemals selbständigen Gemeinde „Rückers Kr. Fulda“ gehören die Ortsteile Keutzelbuch und Leimenhof.

Geographie

mini|Blick vom Naherholungsgebiet "Steinkammer" im Naturpark „Hessische Rhön“ auf Rückers mini|Leimenhof mini|Keutzelbuch mini|Die Gänsetrift zwischen Leimhof und Keutzelbuch mini|Rückers-Eckenheim mit dem Hochplateau des Eisenküppels auf dem Alten Feld und der Alten Warte mini|Das Hermannswasser im Naherholungs- und Quellgebiet in Rückers

Geographische Lage und Nachbarorte Rückers liegt im Süden des Landkreises Fulda auf dem sanft abgleitenden Nordhang des Landrückens, dem verbindenden Höhenzug zwischen Rhön und Vogelsberg im Naturpark „Hessische Rhön“.

Neben der Steinkammer, dem Naherholungsgebiet für den Südkreis Fulda, befinden sich im näheren Umkreis von Rückers noch im Norden der Eisenküppel, nordöstlich gleich anschließend der Schwebener Berg, östlich der Lichteberg, der Steinrück, südöstlich der Fliegenküppel und der Huttener Berg, südlich der Hermannswinkel, das Breite Feld und der Kalkofen, südwestlich der Drasenberg und der Katzenberg, im Westen der Arzberg, der Storker Küppel, der Heiligenberg, der Weinberg und das Knöschen, nordwestlich der Rommerzer Forst und der Gieseler Forst und nördlich der Opperzer Berg.

Rückers grenzt im Nordwesten an den Ort Flieden und im Nordosten an den Ort Schweben, im Südosten an den Ort Hutten, im Süden an den Ort Elm, im Südwesten an den Ort Klosterhöfe und im Westen an den Ort Höf und Haid.

Gliederung Zu Rückers gehören die Weiler Keutzelbuch (historische Namensform: Keuzelbuch), Leimenhof und Gänsetrift. Der Ort Rückers gliedert sich in das Oberdorf, das Unterdorf und das Wohngebiet „Eckenheim“.

In der Gemarkung Rückers befinden sich die Höfe Berghof, Krackhof Tannenhof und der Wannerhof (historische Namensform: Wanderhof), die ehemaligen Wassermühlen Krämersmühle, Lappensteinermühle, Leidenmühle und die Ruppelsmühle sowie das Grubenhaus und die Jagdhütte.

Gewässer und Quellgebiete Durch die Gemarkung Rückers fließen das Hermannswasser, das Elmer Wasser, die Kesbach, das Struther Wasser, der Arzbach und das Kressenwasser.

Auf der Gemarkung gibt es vier große Quellgebiete, die für die Wasserversorgung der Gemeinden Flieden und Kalbach große Bedeutung haben.

Dies sind die Quellen im Kalkofen für die Wasserversorgung im Ort Flieden, die Quellen unterhalb der Steinkammer und im Hermannswinkel für die Wasserversorgung im Ort Rückers und die Quellen im Tiefwieschen unterhalb des Fliegenhäubchens für die Wasserversorgung in der Gemeinde Kalbach.

Wasserscheide Südlich von Rückers verläuft über das Breite Feld und die Steinkammer eine der bedeutendsten Wasserscheiden in Deutschland, die Rhein-Weser-Wasserscheide. Sie ist die Grenze der Einzugsgebiete der großen Ströme von Rhein und Weser. Gewässer in nördliche Richtungen, wie die Fließgewässer aus Rückers, entwässern zur Weser, Gewässer in südliche Richtungen, in den Rhein.

Geschichte Hünengräber, die am Fuße der „Steinkammer“ gefunden wurden, geben Zeugnis davon, dass hier schon in der vor- und frühgeschichtlichen Zeit Menschen lebten. Die Gründung des Ortes Rückers dürfte etwa in die Zeit Karls des Großen fallen.Karl Arnd: Geschichte des Hochstifts Fulda von seiner Gründung bis zur Gegenwart. Frankfurt am Main, H. L. Brönner, 1862 (books.google.de).

Geschichtlich wird Rückers erstmals um das Jahr 1160 erwähnt. Damals schenkte der Fürstabt Marquard I. den Mönchen von St. Johannes und St. Andreas in Neuenberg (Fulda) ein Grundstück in Rückers. Der Ort wird damals als „Rutchares“ oder als das Gehöft des „Hruodger“ bezeichnet.Joseph Schneider. (Hrsg.): Buchonia, eine Zeitschrift für vaterländische Geschichte, Alterthums-Kunde, Geographie, Statistik und Topographie. Band 1, Heft 1 u. 2. (books.google.de) Der Geschichtsforscher Johann Friedrich Schannat erklärt den Namen aus seinen althochdeutschen Bestandteilen: hruod = Ruhm und ger = Speer, zusammengefasst = „der ruhmreiche Speer“. In: Fuldaer Zeitung. 22. April 2010.

Damit dürfte nach Schannat wohl eine Person gemeint sein, die sich als ruhmreicher Speerkämpfer hervortat und der zu jener Zeit Rückers gehörte. Dies entspricht auch der allgemeinen Überlieferung, nach der an der Stelle des heutigen Anwesens „Hofbauer“ einst der Besitzer gewohnt hat. Ringsherum hatten sich halbfreie Bauern angesiedelt, die man „Hintersassen“ nannte. Aus diesem Wort entstanden die heutigen Hausnamen, die mit -hanse enden.

Die nächste geschichtliche Erwähnung finden wir 1355. Hier wird der Ort schon als „Rückharts“ bezeichnet. Damals besaß Petze von Bienbach die Vogtei in Rückers. Aufgrund alter Schenkungen beanspruchte der Konvent des Klosters Neuenberg jedoch bestimmte Rechte.Festschrift zur 100-Jahr-Feier der Pfarrei Maria Himmelfahrt Rückers Kr. Fulda 1872–1972Jacob Grimm: Weisthümer. Band 3, Göttingen, 1842, S. 388 (books.google.de) und S. 389 (books.google.de).

Gebietsreform Die selbstständige Gemeinde „Rückers Kr. Fulda“ mit ihren Ortsteilen Keutzelbuch und Leimenhof wurde durch die Gebietsreform in Hessen am 1. August 1972 kraft Landesgesetz in die Großgemeinde Flieden eingegliedert.

Religion Katholische Kirche Rückers mini|Katholische Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Rückers mini|Mariengrotte in Rückers mini|Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ in Rückers

Im Ort steht die katholische Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Weiterhin gibt es eine Mariengrotte.

Die bisher eigenständige Pfarrkirche „Mariae Himmelfahrt“ in Rückers ist seit dem 1. Januar 2021 eine Filialkirche der neu gegründeten Pfarrei und Katholischen Kirchengemeinde „Christkönig“, Flieden. Als Pfarrer ist Thomas Maleja tätig. Er wird unterstützt von Pfarrer Zbigniew Zielinski.

Kirchengeschichte Im Jahr 1451 wird zum ersten Mal die Kapelle zu Rückers erwähnt. Die Kardinäle Georgius, Astorgius, Prosper, Petrus und Cusa gewährten „der Marienkapelle in Rückers, einer Filialkirche der Pfarrei Flieden im Mainzer Bistum“ in einer Urkunde reiche Ablässe.Ablassurkunde der Kardinäle Georgius, Astorgius, Prosper und Petrus auf katholische-kirche-rueckers.de Schon zu dieser Zeit war die Kirche in Rückers als Wallfahrts- und Gnadenkapelle bekannt.

Die im Jahr 1621 neu erbaute Gnadenkapelle wurde sehr reichhaltig ausgestattet. Es wurde eine Orgel beschafft, die vermutlich nur ein kleines Instrument gewesen ist, und in einer Beschreibung von 1656 werden neben der Gemeindeglocke drei weitere Glocken aufgeführt.

Rückers war der einzige Marienwallfahrtsort im Hochstift Fulda.Gottfried Rehm: Wallfahrtsorte in der Rhön. Verlag: Imhof, Petersberg 2005. Den Höhepunkt in seiner Bedeutung als Wallfahrtsort erreichte Rückers im 18. Jahrhundert. Durch die Wirren der napoleonischen Kriege und die darauffolgende Neuordnung Deutschlands kam die Fürstabtei Fulda zum Kurfürstentum Kassel. Der neue Landesherr Prinz von Oranien verbot durch ein Edikt 1802 alle Wallfahrten und den Besuch der Rückerser Kirche. So nahm der Strom der Wallfahrer ein plötzliches Ende.

Mit Urkunde vom 14. November 1872 erhob der Fuldaer Bischof Christoph Florentius die 1844 gegründete Lokalkaplanei zur eigenständigen Pfarrei Rückers.

Einen besonders tragischen Schicksalsschlag erlitt der Ort am 12. Mai 1890. Damals wurde sowohl die alte Wallfahrtskirche als auch ein Großteil des Ortes ein Raub der Flammen.

Am 26. Mai 1891 wurde der Grundstein zu der neu aufzubauenden Pfarrkirche gelegt und feierlich eingesegnet. Nach einer Bauzeit von ca. drei Jahren wurde die nach den Plänen des Paderborner Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig erbaute neue Kirche am 12. September 1893 durch Bischof Joseph Weyland von Fulda feierlich konsekriert.

Nach einer Bauzeit von vier Monaten wurde am 28. September 1958 die Mariengrotte eingeweiht.

Ein Jahr vor ihrem 150-jährigen Bestehen als eigenständige Pfarrei verlor die Katholische Kirchengemeinde „Mariae Himmelfahrt“ in Rückers ihre Selbständigkeit. Aufgrund des Bistumsprozesses Bistum Fulda 2030 wurde sie mit Wirkung zum 1. Januar 2021 mit der Pfarrei und Kath. Kirchengemeinde „St. Goar“ in Flieden vereinigt. Die Kirchenbücher wurden geschlossen. Das Eigentum der bisherigen Kath. Kirchengemeinde „Mariae Himmelfahrt“ in Rückers ging auf die neu gegründete Kath. Kirchengemeinde „Christkönig“, Flieden über. Die bisherige Pfarrkirche „Mariae Himmelfahrt“ in Rückers ist nun eine Filialkirche der neu gegründeten Pfarrei und Kath. Kirchengemeinde „Christkönig Flieden“. Pfarrkirche der neugegründeten Pfarrei „Christkönig“ ist die bisherige Pfarrei „St. Goar“ in Flieden.Fusionsurkunde der Pfarreien Amtsblatt des Bistums Fulda Nr. 112 vom 12. Dezember 2020, abgerufen am 2. Januar 2021.

Ökumenischer Jakobsweg rahmenlos|35px|links

Durch Rückers führt der 125 km lange Ökumenische Jakobsweg von Fulda an den Main. Die Strecke führt von Flieden kommend nach Rückers hinauf auf die Steinkammer und das Breite Feld über den Distelrasen hinunter nach Schlüchtern. Der Pilgerweg gehört zum Verbindungssystem der „Via Regia“, deren Wegenetz von der Ukraine bis nach Spanien führte.

Politik Nachdem bei den Kommunalwahlen 2026 nur eine Liste der CDU zur Wahl stand, ist im Ortsbeirat nur noch die CDU vertreten. Ortsvorsteher ist Christian Müller (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|"Rotes Kreuz" in Rückers (Flieden) auf dem Roggesse-Berg Mit über 20 Vereinen besteht ein breites Angebot, sich kulturell, sportlich oder im musischen Bereich zu engagieren.

Musik Der Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers e. V. ist weit über die Grenzen der Gemeinde Flieden durch sein Programm aus Marsch, Musik und Show bekannt. Auftritte hatte er bei der Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften am Brandenburger Tor in Berlin,Osthessennews: „DRK Spielmannszug ist 'Europa' bei Eröffnungs-Show der Leichtathletik-WM“ beim Münchner Oktoberfest, dem Blumenkorso in Bad Ems, dem Wormser Backfischfest, dem Brezelfest in Speyer, bei Musikparaden u. a. in München, Dresden, Dortmund und Stuttgart und dem Grenzlandfest in Zwiesel. International konnte er sich schon in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden präsentieren.

Theater mini|hochkant|Kirmes in Rückers mini|hochkant|Der "Blitzbaum" in Rückers

Die Laienschauspielgruppe Rückers e. V. ist eine Gruppe von Laiendarstellern, die seit mehr als 30 Jahren mit ihren Theateraufführungen auf der Bühne im Rückerser Bürgerhaus ihr treues Publikum aus Rückers und der Region erfreut.

Regelmäßige Veranstaltungen „Aussendung der Sternsinger“ (Kommunionkinder, Ministranten), an Heilige Drei Könige. „Foaset“ (Fasching) mit Festumzug und Feier auf dem Dorfplatz, an Rosenmontag.Osthessen-News: RCV feiert Gottesdienst – „Fastnacht hat traditionelle Verbindung mit Kirchenjahr“ „Hutzelfeuer“, am ersten Sonntag nach Aschermittwoch. „Flurprozessionen“, in der Bittwoche um Christi Himmelfahrt. „Eucharistische Prozession“, an Fronleichnam, mit Blasmusik, unter Beteiligung der Vereine mit Fahnenabordnungen, durch die festlich geschmückten Straßen, zu den vier mit Blumenteppichen prachtvoll gestalteten Altären.www.katholische-kirche-rueckers.de: Bild – Festlich geschmückter Altar an Fronleichnam Serenade der "Steinkammer Alphornbläser" am Blitzbaum, im Juni. „Patrozinium“, am 15. August (Maria Himmelfahrt). „Sommernachtsklänge am Musikpavillon“ (Open-Air-Veranstaltung), im August. „Sternwallfahrt“ zur Marienfigur, im August. "Rückerser Brunnenfest", im September. „Pfarrfest der Kath. Kirchengemeinde“ mit Lichterprozession zur Grotte, im September. „Volkswandertag“ und „Rückerser Wiesn“, im September. „Kirmes“ (Kirchweih), am ersten Sonntag nach Allerheiligen. „St. Martinszug“ (Laternenumzug der Kinder), an St. Martin (Martinstag). „Festliches Weihnachtskonzert“ in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, im Dezember

Parks und Naherholungsgebiete mini|hochkant|Wanderkarte im Naturpark