Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Ulm Fläche: km² Gliederung: 38 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 55.400 (2005) Adresse desDekanatamtes: Grüner Hof 689073 Ulm Dekan: Torsten Krannich Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Ulm innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg Der Evangelische Kirchenbezirk Ulm war ein Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Ulm. Zum 1. Januar 2026 fusionierte er mit dem Kirchenbezirk Blaubeuren zum Kirchenbezirk Ulm/Alb-Donau.
Geografie Der Kirchenbezirk Ulm lag im Südosten der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste überwiegend den Osten der Schwäbischen Alb. Seine Kirchengemeinden gehörten zu den politischen Städten und Gemeinden Ulm (Stadtkreis) sowie Altheim (Alb), Amstetten (nur Ortsteil Reutti), Asselfingen, Ballendorf, Beimerstetten, Bernstadt, Börslingen, Breitingen, Dornstadt (nur Hauptort und Ortsteil Bollingen), Erbach, Holzkirch, Illerkirchberg, Langenau, Lonsee (ohne Ortsteil Radelstetten), Neenstetten, Nerenstetten, Öllingen, Rammingen, Setzingen und Weidenstetten im Alb-Donau-Kreis.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Ulm grenzte im Osten an die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern, im Süden an den Kirchenbezirk Biberach, im Westen an den Kirchenbezirk Blaubeuren, im Nordwesten an den Kirchenbezirk Geislingen-Göppingen und im Norden an den Kirchenbezirk Heidenheim (alle Prälatur Ulm).
Geschichte mini|hochkant|Ulmer Münster Im Gegensatz zu den meisten Dekanaten der württembergischen Landeskirche, die schon bald nach der Reformation errichtet wurden, war der Kirchenbezirk Ulm eine Neugründung aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebiet des Kirchenbezirks Ulm gehörte überwiegend zum Gebiet der Reichsstadt Ulm. Da diese die Reformation einführte, ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Katholisch blieben unter anderem Wiblingen und die zugehörigen Orte sowie die Orte, die zur Deutschordenskommende Ulm gehörten. Schon in reichsstädtischer Zeit war das Münster Sitz eines Superintendenten bzw. Seniorats. Das gesamte Gebiet kam erst 1810 an Württemberg. Aus dem reichsstädtischen Seniorat Ulm wurde ein württembergisches Dekanat. Gleichzeitig wurde Ulm Sitz eines württembergischen Oberamts. Dem Dekanat Ulm wurden die evangelischen Gemeinden des gesamten Umlands zugeordnet.
Darüber hinaus wurde Ulm Sitz einer Generalsuperintendentur, aus der 1924 die heutige Prälatur Ulm hervorging. Daneben gab es noch das Dekanat Albeck, das nach dem Übergang an Württemberg 1810 errichtet, jedoch bereits 1832 mit dem Dekanat Ulm vereinigt wurde.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Bissingen ob Lontal und Niederstotzingen in den Kirchenbezirk Heidenheim umgegliedert.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Dekan war seit 2006 Ernst-Wilhelm Gohl, der zugleich einer der Pfarrer am Ulmer Münster gewesen ist. Im Sommer 2022 wechselte er ins Amt des Landesbischofs der Evangelischen Landeskirche Württemberg.
Dekane des Kirchenbezirks Ulm seit 1810 1810–1814 Johann Martin Miller 1814–1816 Karl Viktor Hauff 1816–1822 Johann Wilhelm Stüber 1822–1844 Ludwig Jakob Majer 1845–1875 Christian August Landerer 1876–1888 Paul Heinrich Franz Pressel (1824–1898) 1889–1899 Adolf von Bilfinger 1899–1917 Paul Gottlob Theodor Knapp 1917–1922 Heinrich Albert Peter Holzinger (1863–1944) 1922–1933 Ludwig Friedrich Vöhringer (1872–1949) 1933–1939 Theodor Kappus 1939–1953 Otto August Sauter (1883–1955) 1953–1970 Hans Seifert (* 1905) 1970–1975 Theophil Askani (1923–1982) 1975–1985 Erhard John (1920–2007) 1986–1992 Hans Kümmel (1936–2014) 1992–2005 Hans-Hermann Keinath (1940–2026) 2006–2022 Ernst-Wilhelm Gohl (* 1963) 2023–2025 Torsten Krannich (* 1971)
Das Dekanat Albeck hatte zwischen 1810 und 1832 nur einen Dekan, nämlich Samuel Baur, Pfarrer in Göttingen und Albeck.
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Ulm gab es zuletzt 38 Kirchengemeinden. Dabei haben sich zehn Kirchengemeinden zu insgesamt zwei Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Das Gebiet des Kirchenbezirks Ulm gehörte vor 1800 überwiegend zur Freien Reichsstadt Ulm, welche die Reformation einführte. In fast jedem Dorf gibt es somit eine meist alte evangelische Kirche und eine eigene Kirchengemeinde. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Die Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Um waren in den Distrikten Ulm, Donautal, Ulmer Alb, Langenau und Nördliche Alb zusammengeschlossen. Innerhalb der Distrikte arbeiten die einzelnen Kirchengemeinden eng zusammen.
Kirchengemeinde Albeck mini|Die evangelische Kirche St. Jakob von 1447 direkt unterm Schloss Albeck in Albeck gelegen Die Kirchengemeinde Albeck (ca. ) umfasst den Stadtteil Albeck der Stadt Langenau. Kirchlich war Albeck zunächst Filiale von Langenau, seit Mitte des 14. Jahrhunderts von Göttingen. Vom dortigen Pfarramt wird die Kirchengemeinde Albeck bis heute betreut.
Eine Kirche St. Jakob ist seit 1447 bezeugt, als die Gemeinde eine Frühmesspfründe stiftete. Nach der Reformation wurde Albeck zunächst eigene Pfarrei, die aber 1805 aufgehoben wurde. Die heutige Kirche wurde 1705 bis 1706 auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet. Der Turm hat einen gotischen Ursprung, wurden dann aber verändert. 1955 und 1973 wurde die Kirche renoviert.
Kirchengemeinde Altheim/Alb mini|Evangelische Kirche in Altheim (Alb) Die Kirchengemeinde Altheim/Alb (ca. 1.250) umfasst die Gemeinde Altheim (Alb) mit den zugehörigen Ortsteilen Märkleshöfe, Söglingen und Zähringen. Sie gehört zum Distrikt Nördliche Alb.
Eine Pfarrkirche wurde in Altheim bereits 1281 erstmals erwähnt. Die Unserer Lieben Frau geweihte Kirche gelangte über die Grafen von Werdenberg an die Stadt Ulm, die das Patronatsrecht dem Spital überließen, dem die Marienkirche 1439 inkorporiert wurde. Nach der Reformation wurde sie evangelische Pfarrkirche. Der heutige Bau der in romanischer Zeit entstandenen Kirche wurde 1696 vom Ulmer Heinrich Hacker gestaltet. Der Turmunterbau ist wohl noch staufisch und hat einen Oberbau aus dem 16. Jahrhundert. 1974/75 wurde die Kirche erneuert.
In Zähringen gibt es ebenfalls eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Der Turm ist von 1905. 1960 wurde sie innen und 1064 außen renoviert. Regelmäßige Gottesdienste werden in Altheim sowie vierzehntäglich auch in Zähringen gefeiert.
Kirchengemeinde Asselfingen Die Kirchengemeinde Asselfingen (ca. 700) umfasst die Gemeinden Asselfingen und Rammingen. Eine Kirche ist in Asselfingen wohl schon im 14. Jahrhundert nachweisbar. Sie ist dem Hl. Pantaleon geweiht. Seit 1379 ist erstmals auch eine Pfarrei erwähnt. Über die Herren von Rammingen und die Grafen von Wolfegg gelangte das Patronat an die Besserer, welche die Reformation einführten. Die im Kern noch spätromanische Kirche wurde später zu einer Winkelkirche verändert: Das Schiff wurde 1748 durch einen rechtwinklig nach Norden angebauten und dem bisherigen Kirchenschiff gleichen Gebäudeflügel erweitert. Dieser Nordflügel ist ganz mit einer Empore gefüllt. Der Turm erhielt einen neuen Abschluss. 1966/67 wurde die Kirche renoviert. Dabei legte man in der romanischen Chorapsis Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert frei.
Rammingen blieb nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Asselfingen zugeordnet. Das Pfarramt Asselfingen betreut auch die Kirchengemeinde in Öllingen.
Kirchengemeinde Ballendorf-Börslingen Die Kirchengemeinde Ballendorf (ca. 670) umfasst die beiden kommunalen Gemeinden Ballendorf und Börslingen. Eine dem hl. Martin geweihte Kirche in Ballendorf wurde 1293 erstmals erwähnt. Über die Grafen von Werdenberg gelangte das Patronat von St. Martin an Ulm, das es 1406 dem Wengenkloster überließ. Nach der Reformation wurde sie evangelische Pfarrkirche. Sie ist eine mittelalterliche Chorturmanlage. 1885 und 1961 wurde sie innen renoviert. Bei der letzten Erneuerung legte man Wandmalereien des 14. Jahrhunderts frei.
Börslingen war kirchlich stets Filiale von Ballendorf, bildete aber bis 1971 eine eigene Filialkirchengemeinde. Mit Wirkung vom 5. Dezember 1971 wurde die Filialkirchengemeinde Börslingen aufgehoben und die Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Ballendorf zugeordnet. Die Kirche in Börslingen wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Eine Kapelle ist aber bereits 1543 erwähnt. Der Turm wurde erst 1740 angebaut. 1934 wurde die Kirche erneuert. 1963 erfolgte eine erneute Außenrenovierung.
Kirchengemeinde Beimerstetten
Die Kirchengemeinde Beimerstetten (ca. 1.900) umfasst die Gemeinden Beimerstetten und Westerstetten. Eine Kirche St. Petrus bestand in Beimerstetten bereits im 14. Jahrhundert. Das Patronat hatten die Grafen von Helfenstein, welche es 1396 an die Stadt Ulm übergaben. Politisch gehörte es zum Amt Bernstadt, von wo es auch ab 1531 kirchlich versorgt wurde. Nach 1550 wurde es zur Pfarrei erhoben. Die heutige Kirche wurde 1854 neu erbaut. Dabei wurde der Chor und der Turm des spätgotischen Vorgängerbaus übernommen. Beimerstetten war bis 1976 Filialkirchengemeinde von Bernstadt und bildete mit der dortigen Kirchengemeinde die Gesamtkirchengemeinde Bernstadt. Durch Verfügung des Oberkirchenrats vom 22. Juni 1976 wurde das Filialverhältnis der Filialkirchengemeinde Beimerstetten zur Kirchengemeinde Bernstadt sowie die Gesamtkirchengemeinde Bernstadt aufgelöst.
Westerstetten blieb nach der Reformation katholisch. Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen evangelischen Bewohner wurden der Kirchengemeinde Beimerstetten zugeordnet.
Von 1974 bis 1980 gehörten auch die evangelischen Bewohner aus Dornstadt zur Kirchengemeinde Beimerstetten. Zum 1. Juli 1980 wurde in Dornstadt eine selbständige Kirchengemeinde errichtet.
Kirchengemeinde Bernstadt Die Kirchengemeinde Bernstadt (ca. 1.600) umfasst die Gemeinde Bernstadt. Eine Kirche wurde in Bernstadt 1319 erstmals erwähnt. Die dem Hl. Lambert geweihte Kirche ist aber wohl älter. Sie gehörte den Grafen von Helfenstein und den Herren von Bernstadt. Im 14. und 15. Jahrhundert gelangte sie durch Kauf an die Reichsstadt Ulm, das sie dem Wengenkloster überließ. Schließlich kam sie an das Stift Wiesensteig. Nach der Reformation wurde sie evangelische Pfarrkirche. Der Turmunterbau der Kirche ist noch romanisch, das Schiff wurde 1486 in spätgotischer Form erbaut. Es hat einen netzgewölbten Chor. 1704 brannte die Kirche ab, wurde danach aber wiederaufgebaut. 1898 und 1972 wurde die Kirche renoviert.
Bis 1976 war Beimerstetten eine Filialkirchengemeinde von Bernstadt. Beide bildeten die Gesamtkirchengemeinde Bernstadt. Durch Verfügung des Oberkirchenrats vom 22. Juni 1976 wurde das Filialverhältnis der Filialkirchengemeinde Beimerstetten zur Kirchengemeinde Bernstadt sowie die Gesamtkirchengemeinde Bernstadt aufgelöst.
Kirchengemeinde Dornstadt Die Kirchengemeinde Dornstadt (ca. 1.550) umfasst den Hauptort und die Ortsteile Bollingen und Böttingen der Gemeinde Dornstadt. Die anderen Ortsteile Dornstadts gehören zu Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Blaubeuren.