mini|Rainer Slotta im Jahr 2013 bei der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Grubenunglücks von Lengede Rainer Slotta (* 1. Mai 1946 in Braunschweig; † 16. Juni 2026Todesanzeigen der Familie und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 164 vom 18. Juli 2026 in FrankreichBrüggerhoff, 2026, S. 170. war ein deutscher Industriearchäologe und Museumsleiter. International bekannt wurde er durch seine mehr als 400 Publikationen. Er war von 1987 bis 2012 Direktor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum.

Leben Rainer Slotta studierte von 1966 bis 1974 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken sowie an der Technischen Universität Braunschweig in den Fächern Bau- und Kunstgeschichte, Vorderasiatische Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte. Während des Studiums nahm er an den Ausgrabungen in Tell Kāmid el-Lōz (Libanon) und Mumbaqat (Syrien) teil. Slotta wurde 1974 an der Universität des Saarlandes Saarbrücken bei Wilhelm Messerer mit dem Thema „Romanische Architektur im lothringischen Département Meurthe-et-Moselle“ zum Dr. phil. promoviert.

Er erhielt ein Thyssen-Stipendium am Deutschen Bergbau-Museum in Bochum und wurde dort 1977 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Später leitete er die Abteilung Technische Denkmäler dieses Museums. Im Jahr 1987 wurde Slotta zum Direktor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum ernannt. 1997 wurde ihm von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens der „Professor“-Titel verliehen.

Slotta starb im Juni 2026 in Frankreich.

Auszeichnungen 1985: Verleihung der Frontinus-Medaille der Frontinus-Gesellschaft 1989: Ernennung zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres durch den französischen Kulturminister Jack Lang 2002: Verleihung des Ordens der Würde durch den georgischen Staatspräsidenten Eduard Schewardnadse 2006: Verleihung der Agricola-Denkmünze der Gesellschaft für Bergbau, Metallurgie, Rohstoff und Umwelttechnik e. V. 2006: Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Goslar 2010: Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland Ehrenmitglied im Landesverband der Berg- und Knappenvereine Nordrhein-Westfalen e. V.

Schriften Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 1. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 7.) Bochum 1975, ohne ISBN. (PDF Inhaltsverzeichnis) Romanische Architektur im lothringischen Département Meurthe-et-Moselle. Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7749-1317-X. (Dissertation) Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 2, Elektrizität-, Gas- und Wasserversorgung, Entsorgung. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 10.) Bochum 1977, ISBN 3-921533-09-0. (PDF Inhaltsverzeichnis) Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 3, Die Kali- und Salzindustrie. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 17.) Bochum 1980, ISBN 3-921533-16-3. (PDF Inhaltsverzeichnis) Einführung in die Industriearchäologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982, ISBN 3-534-07411-4. (PDF Inhaltsverzeichnis) Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 4, Der Metallerzbergbau. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 26.) 2 Teilbände, Bochum 1983, ISBN 3-921533-25-2. (PDF Inhaltsverzeichnis) Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 5, Der Eisenerzbergbau, Teil 1, Der Eisensteinbergbau. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 38.) Bochum 1986, ISBN 3-921533-37-6. (PDF Inhaltsverzeichnis) Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 5, Der Eisenerzbergbau, Teil 3, Die Hochofenwerke. (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Band 43.) Bochum 1988, ISBN 3-921533-41-4. (PDF Inhaltsverzeichnis) Malakowtürme im Ruhrgebiet. In: Staatshochbauamt Bochum (Hrsg.): Der Malakowturm Julius Philipp in Bochum Wiemelhausen. Klartext, Essen 1990, ISBN 3-88474-150-0, S. 24–39. Kraftwerk Hamburg-Neuhof. Ein Großinventar. (= Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg, Nr. 12.) Christians, Hamburg 1992, ISBN 3-7672-1151-3. Kraftwerk Tiefstack. Eine Dokumentation. (= Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg, Band 14.) Christians, Hamburg 1994, ISBN 3-7672-1232-3. mit Christoph Bartels (Hrsg.): Der alteuropäische Bergbau. Von den Anfängen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Aschendorff Verlag, Münster 2012, ISBN 978-3-402-12901-2.

Literatur Stefan Brüggerhoff, Michael Farrenkopf, Wilhelm Geerlings (Hrsg.): Montan- und Industriegeschichte. Dokumentation und Forschung Industriearchäologie und Museum. Festschrift für Rainer Slotta zum 60. Geburtstag. Schöningh, Paderborn u. a. 2006, ISBN 3-506-71365-5. (PDF Inhaltsverzeichnis) Stefan Brüggerhoff: Prof. Dr. Rainer Slotta (* 1. Mai 1946, † 16. Juni 2026), in: Der Anschnitt 78 (2026), H. 3, S. 166–171.

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Einzelnachweise

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