Die Schlacht um Leyte fand im Zweiten Weltkrieg innerhalb des Pazifikkrieges statt. Sie war eine Operation der Streitkräfte der Vereinigten Staaten unter dem Decknamen King II, einer Unteroperation der Operation Musketeer. Sie wurden von philippinischen Guerillatruppen unterstützt. Ihr Ziel war, die zentralphilippinische Insel Leyte zu erobern. Die Schlacht war somit der Beginn zur Rückeroberung der Philippinen. Die Kampfhandlungen dauerten vom 17. Oktober bis zum 31. Dezember 1944. Die alliierten Truppenverbände standen während der Kämpfe unter dem Kommando von General Douglas MacArthur, während die Kaiserlich Japanische Armee von General Yamashita Tomoyuki geführt wurde.

Hintergrund Für die Japaner war es entscheidend, die Philippinen, die sie 1942 erobert hatten, unter ihrer direkten Kontrolle zu behalten. Der Inselstaat war einerseits eine wichtige Quelle für Versorgungsgüter, speziell für Gummi und Leinen – kriegswichtige Materialien für die japanische Wirtschaftsindustrie.John Toland: The Rising Sun. 2003, S. 526–530. Andererseits stellte der Archipel eine Schlüsselstelle auf den Seerouten von Borneo und Sumatra dar, auf denen das unentbehrliche Erdöl sowie weitere wichtige Rohstoffe nach Japan transportiert wurden.Leyte Campaign auf ibiblio.org. Für die Amerikaner bedeutete die Einnahme der Philippinen hingegen einen entscheidenden strategischen Meilenstein zur Isolierung der japanischen Truppen in China, Burma und Indochina: durch die Eroberung des Archipels konnten diese Truppen von den kaiserlichen Streitkräften in den verbliebenen Schauplätzen im Pazifik abgetrennt werden, wobei die Versorgungswege der im Pazifik stationierten japanischen Truppen abgeschnitten wurden. Für General MacArthur selbst war die Rückeroberung der Philippinen auch eine persönliche Angelegenheit, da er zwei Jahre zuvor durch das japanische Engagement gezwungen gewesen war, die Philippinen zu verlassen, während die amerikanischen Verteidiger des Archipels in der Schlacht um die Philippinen aufgerieben wurden. Damals hatte MacArthur geschworen, zu den Philippinen zurückzukehren („I shall return“), und nun drängte er darauf, dass für die USA eine moralische Verpflichtung bestehe, die Befreiung der philippinischen Bevölkerung so schnell wie möglich durchzuführen.John Toland: The Rising Sun. 2003, S. 530.

Amerikanische Angriffsplanung Die Joint Chiefs of Staff hatten bereits im Juli 1943 einen Operationsplan für einen Angriff auf die Philippinen ausgearbeitet. Dieser sah vor, zunächst die japanischen Verbände im Süden des Archipels auf den Inseln Leyte und Samar anzugreifen sowie die japanische Flotte durch eine Serie von Luftangriffen gegen die wichtigsten japanischen Flottenstützpunkte zu vernichten. Unter den vorgesehenen Zielen befanden sich Cam Ranh Bay, der japanische Hafen Kure, Singapur, Brunei und die Manilabucht, da in diesen ausgebauten Hafenanlagen fast alle japanischen Schiffe lagen.The Campaigns of MacArthur in the Pacific, Kapitel VIII. In MacArthurs bereits 1942 entwickeltem Plan war die Einnahme Leytes erst nach einer Vernichtung aller japanischer Marinestreitkräfte vorgesehen, da er befürchtete, die japanischen Einheiten in den Gewässern um Leyte könnten sonst einen neuen Tokyo Express organisieren und somit eine permanente Verstärkungs- und Nachschubroute zu der Insel einrichten. Am 26. Juli 1944 präsentierte MacArthur auf dem in Waikīkī vor Anker liegenden Kreuzer USS BaltimoreJohn Toland: The Rising Sun. 2003, S. 530–531. seinen entworfenen Plan Präsident Franklin D. Roosevelt und einigen höheren amerikanischen Offizieren, unter ihnen auch Admiral Chester W. Nimitz. Allerdings ließ der Plan zum einen offen, was nach der Eroberung der südlichen Inseln der Philippinen geschehen sollte, und zum anderen, ob man erst die japanischen Truppen auf der wichtigsten Insel Luzon oder das japanisch kontrollierte Formosa angreifen sollte. MacArthur drängte auf die Wiedereroberung von Luzon, während Admiral Nimitz nach der Einnahme von Leyte direkt gegen Formosa vorstoßen wollte. Die Diskussion zwischen MacArthur und Nimitz wurde wenig später durch Roosevelt unterbrochen, der versuchte, die unterschiedlichen Meinungen der Offiziere zu vereinigen, indem er eine Blockade der wichtigsten Häfen Luzons und einen direkten Vorstoß gegen Formosa vorschlug: Damit würde Luzon durch die Island-Hopping-Taktik „übersprungen“, wie es mit einigen stark befestigten feindlichen Insel im Pazifik gehandhabt wurde. Nimitz lehnte zwar den Vorschlag des Präsidenten ab, erklärte sich jedoch bereit, eine Invasion Luzons zu unterstützen und auf einen Angriff gegen Formosa zu verzichten.John Toland: The Rising Sun. 2003, S. 531. Der Plan General MacArthurs konnte daher fast augenblicklich nach dieser strategischen Konferenz zur Durchführung freigegeben werden. Operationsplan Leyte besitzt zahllose Tiefwasserzugänge und sandige Strände, die amphibische Landungen ermöglichten und einen schnellen Nachschub zuließen. Das Landesinnere wiederum war von verschiedenen Straßen und Transportwegen durchzogen, wie den Highway Nr. 1, der 65 km entlang der östlichen Küstenlinie zwischen der Ortschaft Abuyog bis zur San-Juanico-Straße verlief, einem Wasserweg, der Leyte von der Insel Samar trennt. Das ausgedehnte Flachland, das sich um diese Hauptverkehrsverbindung erstreckt, bot ausreichende Freiräume für Operationen von Panzern und Infanterie und war eine gute Basis für die Errichtung von Flugfeldern. Im Inneren der Insel verlaufen zahlreiche Flüsse, wie der Amparo. Die Flugfelder auf der Insel würden für die amerikanische Luftwaffe sehr wichtig werden, da Leyte-gestützte Flugzeuge jede gegnerische Basis und jedes japanisch kontrollierte Flugfeld auf dem Archipel erreichen könnten.

Ein stark bewaldeter Bergzug, der sich von Norden nach Süden über die gesamte Insel zieht, dominiert das Inland und teilt zwei beträchtliche Küstenebenen voneinander. Das größere Leyte Valley erstreckt sich von der nördlichen Küste bis zu dem langgezogenen östlichen Ufer und beinhaltet die meisten Ortschaften und Straßen der Insel. In dieser Gegend waren auch die meisten gegnerischen Verbände stationiert. Das andere, das Ormoc Valley, befand sich an der Westseite und war durch eine zirkuläre und kurvenreiche Straße, dem Highway 2, mit dem Leyte Valley verbunden. Die Straße wand sich von Palo an der Ostküste nach Westen und führte dann nach Nordwesten durch das Leyte Valley, verlief schließlich zum Nordufer, drehte dort nach Süden und drang weiter durch einen Bergrücken, um letztlich den nördlichen Teil des Ormoc Valleys zu erreichen. Von dort führte die Straße südwärts zum Hafen von Ormoc und dann entlang der westlichen Küste nach Baybay. Danach drehte sie sich nach Osten, kreuzte die bergige Taille der Insel und verband sich schließlich an der Ostküste bei Abuyog mit dem Highway 1. Unterhalb dieser beiden Orte erstreckte sich das gebirgige, vorwiegend unentwickelte südliche Drittel von Leyte. Hier boten die hohen Berggipfel mit über 1340 m wie auch eine Reihe zerklüfteter Felszungen, Klamme und Höhlen, die typisch für Inseln aus vulkanischem Gestein sind, hervorragende Verteidigungsmöglichkeiten. Zudem lag der Zeitpunkt des Angriffs im Spätjahr und würde sowohl die Kampftruppen wie auch die Piloten der unterstützenden Luftstreitkräfte sowie die logistischen Einheiten dazu zwingen, sich mit heftigen Monsun-Niederschlägen auseinanderzusetzen.

Die Invasion von Leyte war die umfangreichste amphibische Operation, die von amerikanischen und alliierten Kräften im bisherigen Pazifikkrieg durchgeführt worden war. Ansammlung von Informationen des US-Army Center of Military History. General MacArthur bestimmte man zum Oberkommandierenden der See-, Luft- und Landstreitkräfte für die südwestlichen wie auch für die zentralpazifischen Kriegsschauplätze. Die alliierte Marine- und Luftunterstützung bestand hauptsächlich aus der siebten US-Flotte unter Vizeadmiral Thomas C. Kinkaid. Mit 701 Schiffen einschließlich 157 Kriegsschiffen sollte Kinkaids Flotte die Landungstruppen befördern und letztendlich an den Stränden absetzen. Die Royal Australian Navy steuerte als zweitgrößter Flottenanteil fünf Kriegsschiffe, drei Landungs- und fünf Versorgungsboote zur siebten Flotte bei.

Die Mission der sechsten Armee zur Einnahme und Sicherung von Leyte war in drei Phasen unterteilt: Die erste sollte am 17. Oktober beginnen, drei Tage vor und etwa 80 km östlich der zur Landung vorgesehenen Strandabschnitte. Sie sah die Einnahme dreier Inseln vor, die die östliche Ausdehnung des Golfes von Leyte beherrschten. Am A-Day (Angriffstag), dem 20. Oktober, plante man die Landung des X. und XXIV. Korps an unterschiedlichen Strandabschnitten an der Ostküste von Leyte. Dem X. Korps teilte man die rechte (nördliche) Seite zu, dem XXIV. den 24 km entfernten südlichen Sektor. In der zweiten Phase hatte das X. Korps die Aufgabe, Tacloban nördlich ihrer Landungsstellen mitsamt seinen Flugfeldern einzunehmen, danach die Straßen zwischen Leyte und Samar zu sichern und in der Folge durch das Leyte Valley zur nördlichen Küste zu ziehen. Das XXIV. Korps hatte das südliche Gebiet des Leyte Valleys unter Kontrolle zu bringen, um dort die Errichtung von Flugfeldern und den Aufbau logistischer Projekte zu ermöglichen. Die Bestimmung des 21. RCT (Regimental Combat Team) lag in der Zwischenzeit darin, an der Südküste an Land zu gehen und die Straße zwischen Leyte und der Insel Panaon zu sichern. In der dritten Phase sollten die beiden Korps separate Routen durch die Bergregionen nehmen und das Ormoc Valley und die Westküste der Insel von japanischen Stellungen säubern, während gleichzeitig auf der Insel Samar 56 km nördlich von Tacloban ein Außenposten installiert werden sollte.

Vorgesehene Truppen Vom September bis spät in den Oktober 1944 hinein waren die alliierten Flottenverbände während ihrer Feldzüge auf Palau und Morotai ausgesprochen erfolgreich gewesen. Die Flugzeuge der Flugzeugträger der Task Force 38 unter Admiral William F. Halsey zerstörten dabei sowohl auf den Philippinen als auch auf den japanisch besetzten Inseln Okinawa und Formosa etwa 500 japanische Kampfflugzeuge und versenkten auf See etwa 180 feindliche Handelsschiffe sowie einige Kriegsschiffe. Damit waren die feindlichen Marineeinheiten im Pazifik sehr geschwächt worden, doch MacArthur drängte auf einen letzten „Hieb im Genick“

Die sechste US-Armee unter Generalleutnant Walter Krueger bildete den Hauptkampfverband der Invasion von Leyte, der aus zwei Korps und zwei weiteren Divisionen bestand. Generalmajor Franklin C. Siberts X. Korps bestand aus der 1st Cavalry Division, einer Panzerdivision, die mit M4 Sherman-Panzern ausgerüstet war, und der 24th Infantry Division, abzüglich des 21. RCTs (Regimental Combat Teams). Generalmajors John R. Hodges XXIV. Korps setzte sich aus der 7th Infantry Division und der unerfahrenen 96th Infantry Division zusammen. Die 32nd und 77th Infantry Division sowie das 381. Regiment (aus der 96. ausgegliedert) waren als Reservekräfte vorgesehen. Die Versorgungseinheiten schlossen das 6. Ranger-Bataillon ein, das mit der Aufgabe betraut wurde, die abseits von Leyte liegenden Inseln, auf denen nur eine schwache Gegenwehr erwartet wurde, zu sichern und die Marinestreitkräfte zu ihren Landungsplätzen zu geleiten. Das neue 6. Heeresdienstkommando unter Generalmajor Hugh J. Casey war wiederum verantwortlich für die Einrichtung der Brückenköpfe auf den Stränden, für die Versorgung der Einheiten an den Strandabschnitten und für den Auf- bzw. Ausbau der Straßen und Flugfelder auf der Insel.John Toland: The Rising Sun. 2003, S. 535. Alles in allem hatte General Krueger 202.500 Mann an Bodentruppen unter seinem Kommando.