Die British Basketball League (BBL) war eine professionelle Basketballliga für Männer in Großbritannien. Seit ihrer Gründung im Jahr 1987, war die BBL die höchste Spielklasse im Vereinigten Königreich. Die Organisation Basketball League Limited, die den Wettbewerb veranstaltete, wurde im Juli 2024 aufgelöst, nachdem der britische Basketballverband ihre Betriebslizenz gekündigt hatte. Nach der Auflösung wurde sie durch die Super League Basketball ersetzt.

Die BBL betrieb ein Franchise-Modell, bei dem jedes Mitgliedsteam, das einem separaten Franchise-Gebiet zugewiesen war, eine Lizenz vergeben wurde. Zuletzt (2023/24) umfasste die Liga zehn Franchiseteams aus England und Schottland, die gemeinsam Eigentümer der Organisation waren, zusätzlich wurde von den Teams ein Vorsitzender gewählt, der die Geschäftstätigkeiten überwachte. Der Vorsitz der Liga befand sich in Leicester, wo auch die älteste Mannschaft des Landes, die Leicester Riders, beheimatet ist.

Die BBL stand über der englischen National Basketball League und der Scottish Basketball Championship, die praktisch die zweite Liga des Basketballwettbewerbs in Großbritannien bildeten. Aufgrund des Franchise-Modells gab es zwischen den unteren Ligen und der BBL keinen Auf- oder Abstieg, jedoch waren mehrere BBL-Teams zuvor in der National Basketball League angetreten. Zusätzlich zur Meisterschaft der regulären Saison, veranstaltete die BBL auch zwei weitere Wettbewerbe: die BBL Trophy und die BBL Playoffs, am Ende der Saison. Zuvor veranstaltete die Organisation, auch den BBL Cup und BBL Cup Winners' Cup, die allerdings zuletzt 2023 bzw. 2009 ausgetragen wurden. In Zusammenarbeit mit Basketball England, gründete die BBL 2014 die Frauenliga Women's British Basketball League (WBBL).

Geschichte

Ursprünge und Gründung Professioneller Basketball auf nationaler Ebene, wurde in Großbritannien bereits in 1936 gespielt. Die Amateur Basket Ball Association (ABBA) gründete damals den ABBA National Championship, ein K.O.-Turnier mit den regionalen Meistern, aus ganz England und Wales. Ein entsprechender Wettbewerb für Schottland wurde 1947, von der Amateur Basketball Association of Scotland ins Leben gerufen. Da es sich ausschließlich um Amateurmeisterschaften handelte, wurden sie größtenteils von Teams von Universitäten, YMCAs und Stützpunkten der Royal Air Force dominiert. In den 1960er Jahren gab es den Versuch, einen echten nationalen Ligawettbewerb zu etablieren. Auf seinem Höhepunkt nahmen an dem als „Rosebowl“ bekannten Wettbewerb, 16 Mannschaften aus ganz England, Schottland und Wales teil. Im Jahr 1969 gründete Schottland seine eigene Nationalliga, kurz darauf folgte die ABBA in 1972, mit der National Basketball League (NBL).

In den folgenden 15 Jahren wuchs die Popularität des Basketballs in Großbritannien stetig weiter und so auch die Jahreseinnahmen der ABBA (1975 in English Basket Ball Association (EBBA) umbenannt), die von 23.440 Pfund im Jahr 1972, auf 303.500 Pfund im Jahr 1981 anstiegen.Amateur Basket Ball Association Annual Report, 1971–1972English Basket Ball Association Annual Report, 1980-81, p.2 Angesichts des gestiegenen kommerziellen Potenzials des Basketballs und der NBL, gewannen immer mehr Investoren Interesse an dem Sport. Auch Fußballvereine wie Manchester United und Portsmouth versuchten, den multimodalen Sportclub nachzubilden, die die europäischen Spitzenteams, wie Real Madrid und Barcelona, schon lange ausübten. Im Jahr 1982 schloss die NBL einen Sendevertrag mit dem neu gegründeten Fernsehsender Channel 4 ab, wodurch die Reichweite der Liga weiter enorm anstieg, da die Spiele nun landesweit zu sehen waren. Der kommerzielle Aufwärtstrend der NBL setzte sich fort, als die EBBA Sponsorenverträge mit großen Unternehmen wie Prudential Insurance, Bell’s Whisky und der Carlsberg Group unterzeichnete und so ein geschätztes Einkommen von 1.196.000 £ erzielte. Das Joint-Venture-Unternehmen, Basketball Marketing Limited, wurde 1982 von der EBBA und den Teambesitzern gegründet, um die Liga gemeinsam bei potenziellen Sponsoren zu vermarkten und Einnahmen aus Fernsehverträgen aufzuteilen; mit der Vereinbarung, dass 40 % der Einnahmen bei der EBBA verbleiben und die restlichen 60 % unter allen Mitgliedsteams aufgeteilt werden.

Im Jahr 1983 wurde die Basketball Owners' Association (BOA), von den Eigentümern, von 9 verschiedenen NBL-Teams gegründet, um deren Interessen zu vertreten, als es zu internen Konflikten hinsichtlich der finanziellen Beziehung zwischen ihnen und der EBBA kam. Kevin Routledge, ein Direktor der Leicester Riders, behauptete damals, dass „man das Gefühl hatte, dass den Männerclubs nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde, insbesondere angesichts der Tatsache, dass sie in puncto Zuschauerzahlen, Sponsoring und Medienattraktivität ganz vorne lagen.“ Dave Elderkin, Manager der Sunderland 76ers, schloss sich dieser Meinung an und wies darauf hin, dass die Sponsoringeinnahmen unter den 650 Mitgliedsvereinen der EBBA aufgeteilt würden. Obwohl die Teams der Division 1 die meisten Sponsoreneinnahmen generierten, erhielten sie nur einen kleinen Teil der Einnahmen. Sunderland erhielt 1986 angeblich nur 2.000 Pfund aus den zentralen Sponsoringeinnahmen.

Im April 1986 machte sich eine Gruppe von Teambesitzern, die mit der Beziehung zur EBBA immer noch unzufrieden waren, daran, einen separaten Wettbewerb zu organisieren, der den Namen British Basketball League erhielt. Die Initiative wurde von John Deacon, dem Eigentümer von Portsmouth, geleitet, der Unterstützung für die neue Liga bei den Mannschaften Bracknell Pirates, Crystal Palace, Edinburgh, Hemel Hempstead & Watford Royals, Kingston und Sunderland mobilisiert hatte, wobei jede Mannschaft eine Startgebühr von 5.000 £ beisteuerte. Allerdings waren nicht alle Teams, von Anfang an mit den neuen Vorschlägen einverstanden, da etablierte Namen wie Birmingham Bullets den Schritt zunächst ablehnten und sich dafür entschieden, in der bestehenden EBBA-Struktur zu bleiben. Die EBBA richtete einen Untersuchungsausschuss ein, um eine Überprüfung durchzuführen und die Bedingungen der Übergabe festzulegen. Währenddessen wurde von den Teambesitzern eine neue Organisation, die Basketball League Limited, gegründet, um die Abläufe des neuen Wettbewerbs zu überwachen.

Die neue Organisation schlug vor, für die Saison 1987/88 einen neuen Ligawettbewerb mit 16 Teams zu starten, der die 13 bestehenden Teams der NBL Division 1 sowie zwei Aufsteiger aus der Division 2 und den schottischen Meister Livingston umfassen würde. Außerdem bestand die Möglichkeit einer zukünftigen Ausweitung auf Schottland und Irland. Einige Berichte deuteten auch darauf hin, dass der in Wales ansässige Verein Rhondda, als potenzieller Neuzugang gehandelt wurde. Weitere Vorschläge für die neue Liga umfassten die Vergabe von Preisgeldern an Wettbewerbssieger, einen neuen ergänzenden Ligapokalwettbewerb für Mitgliedsteams und die Abschaffung des Abstiegs, zwischen der neuen Liga und der NBL Division 2, für die ersten beiden Spielzeiten, um die finanzielle Stabilität ihrer Mitgliedsteams zu fördern; den beiden besten Teams der Division 2, würde weiterhin ein Aufstieg angeboten, vorbehaltlich finanzieller Garantien. Darüber hinaus wären alle Mitgliedsteams der Basketball League Limited gleichberechtigte Anteilseigner der neuen Organisation und berechtigt, an europäischen Wettbewerben teilzunehmen, während die EBBA die Disziplinargewalt und die Ernennung von Schiedsrichtern sowie die vollständige Kontrolle über andere Wettbewerbe, wie etwa den National Cup, behalten würde.

Nach Abschluss der Saison 1986–87 unterzeichnete die EBBA eine formelle Vereinbarung mit der Basketball League Limited und übergab der neuen Organisation die vollständige Kontrolle und Verwaltung des wichtigsten nationalen Basketballwettbewerbs. Die Vereinbarung wurde im Fußballstadion Old Trafford unterzeichnet, der Heimat von Manchester United, dessen Basketballteam in der neu gegründeten Liga antreten würde. Die Vereinbarung zur Gründung der neuen Liga, wurde von Keith Mitchell OBE und Mel Welch, Präsident und Sekretär der EBBA, zusammen mit John Deacon, Vorsitzender der Basketball League Limited, und John Barr, Schatzmeister der neuen Organisation, unterzeichnet.

Beim offiziellen Start wurden die 16 bestätigten Teams, für die neue Liga wie folgt bekannt gegeben:

Birmingham Bolton & Bury Giants Bracknell Tigers Brunel Crystal Palace Calderdale Explorers Derby Rams Hemel & Watford Royals Kingston Leicester City Riders Livingston Manchester United Oldham Celtics Portsmouth Rhondda Solent Stars Sunderland 76ers

Die neue Liga stand von Anfang an vor Herausforderungen, als Rhondda, das einzige in Wales beheimatete Team der Liga, im August 1987, nur wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison, aufgelöst wurde. Der plötzliche Verlust eines Hauptsponsors bedeutete, dass das Team die bevorstehende Kampagne, in der es gegen Teams mit Budgets von bis zu 250.000 Pfund antreten würde, nicht finanzieren konnte. Auch der in London ansässige Verein Brunel Crystal Palace stand außerhalb der Saison vor ähnlichen finanziellen Herausforderungen und war auf der Suche nach zusätzlichen Sponsoren, um seine Ausgaben von 100.000 Pfund zu decken. Trotz dieser Rückschläge konnte die junge Organisation einige kommerzielle Erfolge verzeichnen. Ein neuer dreijähriger Sponsorenvertrag mit der Carlsberg-Gruppe führte dazu, dass der neue Wettbewerb den Namen Carlsberg Basketball League erhielt. Darüber hinaus wurden zusätzliche Namensrechte für die Playoffs und das Tournament of Champions vereinbart, die ebenfalls von Carlsberg gesponsert wurden. Der neu geschaffene Ligapokal wurde nach einem Deal mit der National Westminster Bank, als NatWest Bank Trophy bezeichnet.

Die Spielerimportregeln der EBBA, wonach die Teams nur zwei ausländische „Importspieler“ und einen „eingebürgerten“ britischen Spieler haben durften, wurden auf den neuen Wettbewerb übertragen. Eine kleine Komplikation ergab sich für das in Schottland ansässige Livingston, da durch diese Regelung bedeutete, dass englische Spieler, für in Schottland ansässige Teams, als ausländische Spieler zählten.

Frühe Jahre und Dominanz der Kingston (1987–1992) Das erste Spiel der neuen Carlsberg Basketball League in der Saison 1987/88, fand am 13. September 1987 statt, als der in Schottland ansässige Verein Livingston die Oldham Celtics in der Forum Arena in Livingston mit 98:81 besiegte. Das ehemalige Team der Scottish National League, spielte insgesamt eine sehr erfolgreiche Saison. Portsmouth konnte zwar seinen nationalen Meistertitel in der ersten Ligameisterschaft verteidigen und damit an seinen Erfolg aus der vorherigen National Basketball League anknüpfen, unterlag jedoch sowohl im Playoff-Finale (81:72), als auch im Finale um die NatWest Bank Trophy (96:91) deutlich gegen Livingston.

Wachstum in den 90ern (1992–2002) In den 1990er Jahren stieg auch die Popularität und Kommerzialisierung der Liga. Spiele wurden im Fernsehen übertragen, und die Liga gewann Sponsoren wie Peugeot, Lego, Playboy und Budweiser. Auch die Zuschauerzahlen stiegen. Die Manchester Giants eröffneten die Saison 1995/96 vor 14.251 Fans in der Nynex Arena gegen die London Leopards, ein Rekordpublikum für ein Basketballspiel in Großbritannien. Dieser Zuschauerrekord blieb bis 2006 bestehen, als die NBA begann, Spiele in der O2 Arena in London auszurichten.

Die Londoner Klubs dominierten die Liga. Mitte der 1990er Jahre waren London Towers, Crystal Palace und die Greater London Leopards die Topmannschaften der Liga. 1999 wurde ein Conference-Format ähnlich der NBA eingeführt, bei dem die Vereine in Nord und Süd aufgeteilt wurden. Die beiden Conference-Champions trafen in einer Championship-Serie aufeinander, um so den Meister zu ermitteln.

Harte Zeiten (2002–2012)