mini|hochkant|Michaela Schaffrath (2016)

Michaela Schaffrath (* 6. Dezember 1970 in Eschweiler) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin. Von 1997 bis 2000 war sie unter dem Pseudonym Gina Wild als Pornodarstellerin tätig.

Leben und Karriere Schaffrath wuchs in Eschweiler auf. Nach dem Realschulabschluss an der Waldschule Eschweiler absolvierte sie von 1988 bis 1991 eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester am Bethlehem-Gesundheitszentrum im benachbarten Stolberg. In diesem Beruf arbeitete sie dort die anschließenden vier Jahre und nach ihrem Umzug nach Frankfurt am Main weitere drei Jahre an der neuropädiatrischen Station im dortigen Clementine-Kinderhospital.Michaela Schaffrath in Volle Kanne vom 14. Januar 2002

Mit ihrem ersten Ehemann besuchte Michaela Schaffrath Swingerclubs.Philip Siegel: Drei Zimmer, Küche, Porno. Warum immer mehr Menschen in die Sexbranche einsteigen. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2017, ISBN 978-3-593-50584-8, S. 37. Im Rahmen einer Kampagne der Pornozeitschrift Happy Weekend und ersten Produktionen mit Harry S. Morgan wurde sie ab Januar 1999 unter dem Pseudonym Gina Wild schnell zu einem Pornostar. 1999 erhielt sie als Beste Newcomerin und 2000 als Beste Darstellerin den Venus Award. Schon 2000 zog sie sich aus der Pornobranche zurück; die IMDb listet nur 13 Pornofilme.

Von den Pornofilmen, in denen sie mitwirkte, gab es in den nächsten Jahren allerdings zahlreiche Neuauflagen und Neuzusammenschnitte. Bis 2017 wurden geschätzte 800.000 Bildträger von Pornofilmen mit Gina Wild verkauft. Dieser Verkaufserfolg ist für Deutschland einzigartig.

Seit dem Ausstieg aus der Branche arbeitet Schaffrath als Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin. Bereits 2000 spielte sie als Nebendarstellerin an der Seite von Dieter Pfaff, Uwe Ochsenknecht und Ingo Naujoks in der Krimikomödie Der tote Taucher im Wald mit. Außerdem hatte sie Kurzauftritte in dem Kinokurzfilm Déjà vu (2001) und der Comicverfilmung Nick Knatterton – Der Film (2002) sowie Fernsehrollen in Edel & Starck, Im Namen des Gesetzes, Alles Atze, Die Wache, SK Kölsch, Wolffs Revier, Bernds Hexe und in dem Fernsehfilm Geliebte Diebin (2001). In dem von Wim Wenders realisierten Musikvideo der Single Warum werde ich nicht satt? der Toten Hosen spielte sie neben deren Frontmann Campino die Hauptrolle. Darüber hinaus wirkte sie in dem Musikvideo der Punk-Band Goldfinger zum Song Counting the Days, der sich auf dem im März 2000 erschienenen Album Stomping Ground befindet, mit und im HipHop-Videoclip Novemberhände von Lee Buddha mit.

Im Oktober 2002 trat Schaffrath beim RTL Promiboxen gegen Doro Pesch an und gewann. 2001 erschien ihre Autobiografie Ich, Gina Wild; Anfang Oktober 2003 folgte ein gleichnamiges Hörbuch. Im Dezember 2005 wurde sie nach 15 Jahren von ihrem Ehemann Axel Schaffrath geschieden.Ginas Abschied vom Lotterleben, Kölner Stadt-Anzeiger, 9. September 2006 Im Frühjahr 2008 wirkte sie bei der dritten Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! mit und wurde Zweite. Im Programm von Comedy Central moderierte sie die Sendung Der Comedy-Sketch-Mix. In der Prominenten-Spezial-Ausgabe von Wer wird Millionär? am 30. Mai 2008 gewann sie 125.000 Euro, die sie je zur Hälfte für ein Kinderkrankenhaus und zugunsten eines Fördervereins krebskranker Kinder in Köln spendete. Sie war bei Hitradio RTL auch als Promireporterin tätig.

2011 sagte sie in der Talkshow von Markus Lanz: „Ich wäre mit meinem heutigen Wissen damals nicht in die Pornobranche gegangen“. Sie zählt zu den bekanntesten deutschen Pornodarstellerinnen. Allerdings habe sie keinerlei Vermarktungsrechte an ihren Aufnahmen und verdiene deshalb heute auch kein Geld mehr mit ihren Pornofilmen.ZDF: Markus Lanz, 23. Februar 2011.

Schaffrath arbeitet seit 2010 vorwiegend als Theaterschauspielerin. Bereits 2002 nahm sie hierzu bei Elmar Bartel Stimmtraining und 2012 bei Sibylle Brunner Schauspielunterricht. Im Sommer 2010 absolvierte sie zudem ein Schauspielseminar an der Kölner Internationalen Filmschule.

mini|hochkant|Schaffrath in Köln (2014) Im Jahr 2012 wurde Schaffrath Schirmherrin der Deutschen Selbsthilfe angeborener Immundefekte (DSAI). Zudem ist sie Botschafterin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen den Blutkrebs.

2009 heiratete Schaffrath in zweiter Ehe den PR-Berater Michael Wanhoff; im Juni 2013 gab ihr Management die Trennung bekannt. Seit 2019 lebt die Schauspielerin in Bremen.Weser Kurier, 21. Oktober 2020, S. 20.

Sie ist mit dem Fotografen Carlos Anthonyo verheiratet, der aus Bremen stammt.

Auszeichnungen 1999: Venus Award als Beste Porno-Newcomerin 2000: Venus Award als Beste Darstellerin

Filmografie Film und Fernsehen 2000: Der tote Taucher im Wald

2001: Déjà vu Sperling und der stumme Schrei Geliebte Diebin Nick Knatterton – Der Film Nachtreise

2002: Tatort – Der dunkle Fleck (Folge 511, Thiel/Boerne) C.I. Angel

2003: Sex Up – Jungs haben’s auch nicht leicht Der Tag der Befreiung Hausmeister Krause – Staffel 4 Episode 4, Staffel 4 Episode 8 und Staffel 5 Episode 1 In aller Freundschaft – Herzenswunsch (Episode 247, als Irene Liebig)

2004: Polizeiruf 110 – Rosentod Das Bernsteinamulett Crazy Race 2 – Warum die Mauer wirklich fiel Schöne Männer hat man nie für sich allein

2006: Kunstfehler Medicopter 117 – Jedes Leben zählt Ein starkes Team: Dunkle Schatten (Fernsehfilm)

2007: Ahornallee, als Anke Dauner (RTL) Länge ist nicht alles! Michaela Schaffrath – Yoga & Pilates 2008: Michaela Schaffraths Fitness Programm Unser Mann im Süden

2009: 112 – Sie retten dein Leben Marienhof (Gastrolle als Redakteurin) Revision (Kurzfilm) Mc Kimme (Kurzfilm)

2010: SOKO Stuttgart Alltagshelden

2011: SOKO Köln (Folge 167 als Ärztin)

2012: Verbotene Liebe (Folge 4.063 als Standesbeamtin)

2013: Heldt (Krimiserie, Folge 2)

2014: Heiß & Fettig! als Gast

2015: Tiefe Wunden – Ein Taunuskrimi

2017: Montrak Lindenstraße (Folgen 1645 und 1646 als Mitarbeiterin der Ausländerbehörde)

2020: Binge Reloaded Sky Sharks

2023: The Online Shop (Kurzfilm)

Theaterrollen 2010: Cecilia in Zärtliche Machos, Theater am Dom Köln

2011: Cecilia in Zärtliche Machos, Contra-Kreis-Theater Bonn Debbie Lewis in Zauberhafte Zeiten, Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig

2012 Cecilia in Zärtliche Machos, Theater am Rathaus Essen Cecilia in Zärtliche Machos, Die Komödie Frankfurt am Main Cecilia in Zärtliche Machos, Komödie im Bayerischen Hof München Debbie Lewis in Zauberhafte Zeiten, Neues Theater Hannover

2013: Cecilia in Zärtliche Machos, Tournee

2014: Christine in Urlaub mit Papa, Tournee 2015: Hauptrolle in Die toten Augen von London, Neues Theater Hannover Schwester Mary in Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper, Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig Debbie Lewis in Zauberhafte Zeiten, Kleines Theater Bad Godesberg / Schlosstheater Neuwied 2016: Jane Anderson in Gänsehaut, Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig 2017: Jane Anderson in Gänsehaut, Neues Theater Hannover 2018: Hauptrolle in Die toten Augen von London, Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig 2019: Blanche in Der Mustergatte, Contra-Kreis-Theater Bonn 2021: Hauptrolle in Der Mönch mit der Klatsche, Contra-Kreis-Theater Bonn 2025: Hauptrolle in Das Ei des Karl May, Contra-Kreis-Theater Bonn

Synchronsprecherin 2016: Designated Survivor, Serie

2017: Designated Survivor, Serie Little Witch Academia, Serie Wonderview, Serie Die Zeugen, Serie (Frankreich)

Werke Ich, Gina Wild. Heyne Verlag, München 2001, ISBN 3-936143-15-3. 2003 unter demselben Titel auch als Hörbuch, ISBN 3-00-012223-0.

Weblinks

michaela-schaffrath.de von Michaela Schaffrath

Michaela Schaffrath bei der Freien Agentur Bremen

Einzelnachweise

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