mini|hochkant|Ansicht aus südlicher Richtung. Die St.-Petri-Kirche in Garz/Rügen ist die Pfarrkirche der evangelischen Kirchengemeinde Garz auf der Insel Rügen.

Baugeschichte mini|hochkant|Turm der St.-Petri-Kirche. Die gotische Backsteinkirche steht auf einem Fundament aus Findlingen. Der Baubeginn liegt um das Jahr 1350, die Fertigstellung dürfte um 1400 erfolgt sein. 1396 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, als „deme godeshuze tu sunte Petare tu Gartze“. Damals bestand sie aus zwei Westjochen mit Sakristei. Nur wenig später wurden drei Langhausjoche hinzugefügt.

Um 1450 wurde der Bau um einen Spitzturm und zwei Chorjoche erweitert. Das Kreuzrippengewölbe ruht auf massiven Wandpfeilern. Die Außenpfeiler am Kirchenschiff wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt.

mini|hochkant|Taufstein in der Kirche. Um 1648 wurde der Spitzturm bei einem Sturm zerstört und noch vor 1650 durch den heutigen flachen Turm ersetzt. Größere bauliche Veränderungen aus dem Jahr 1741 gaben der Kirche ihr heutiges Bild. Der letzte der drei großen Stadtbrände 1764 verschonte zwar die Kirche, vernichtete jedoch das Pfarrhaus und damit die Kirchenchronik.

Von 1906 bis 1914 wurden bei Instandsetzungsarbeiten der Dachstuhl erneuert und die Orgel umgesetzt.

1992/93 erfolgten erneute Renovierungsarbeiten am Dach, am Turm, an der Außenwand und an den Fenstern. 2003 erhielt die Kirche drei neue Glocken der Glockengießerei Bachert.

Ausstattung Die granitene Fünte ist mit blattartigen Ornamenten verziert. Sie wird auf ein Alter von 700 Jahres geschätzt und ist damit älter als die Kirche selbst. Ihr Ursprung ist unbekannt. Möglicherweise stammt sie aus einem Vorgängerbau. Über dem Taufstein schwebt ein barocker Taufengel, der 1741 in der Werkstatt von Martin Becker in Stralsund hergestellt wurde.

Der Altartisch mit einer Altarplatte aus Kalkstein mit eingeritzte Weihekreuzen stammt aus der Erbauungszeit. Das Retabel wurde um 1730 von Elias Keßler bzw. von seiner Werkstatt, die Michael Müller nach seinem Tod Anfang 1730 übernahm, geschaffen. Das im 19. Jahrhundert hinzugefügte Mittelgemälde, eine Darstellung von Jesu Gebet im Garten Getsemane, wird gerahmt von Figuren von Mose mit den Gesetzestafeln und dem Hohepriester Aaron.

Die Kanzel stellte Hans Broder aus Stralsund 1707/08 her. Sie wird von einer Figur des Mose getragen, ein Bild für das Alte Testament, auf dem der christliche Glaube beruht. Die Felder des Kanzelkorbs enthalten Reliefs der Evangelisten, die die Lehre von Jesus Christus festhielten. Auf dem Schalldeckel ist der auferstandene Christus dargestellt. Darunter schwebt eine Taufe als Symbol des Heiligen Geistes über dem Prediger. Die Kanzel befindet sich an der Nordostseite des Langschiffs und wird durch einen Mauerdurchbruch von der Sakristei betreten.

Orgel Die Vorgängerorgel der jetzigen Grüneberg-Orgel wurden am 23. März 1834 eingeweiht. Sie wurde erbaut durch Carl August Buchholz aus Berlin. Die jetzige Orgel wurde 1914 von dem Orgelbauer Barnim Grüneberg (Stettin) geschaffen, wobei weitgehend das Pfeifenwerk der Vorgängerorgel von 1834 verwendet wurde. Das Kanzellenladen-Instrument hat 12 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind pneumatisch.Nähere Informationen zur Sie wurde 1995 durch die Orgelbauwerkstatt Rainer Wolter restauriert.

I Hauptwerk C–f3 1. Bordun 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Rohrflöte 8′ 4. Oktave 4′ 5. Oktave 2′ 6. Mixtur II–III II Nebenwerk C–f3 7. Gedackt 8′ 8. Salicional 8′ 9. Rohrflöte 4′ Pedal C–d1 10. Violon 16′ 11. Oktave 8′ 12. Oktave 4′ Koppeln: II/I, I/P

Gemeinde Zur Kirchengemeinde Garz-Sehlen-Zudar gehören neben der Garzer Kirche die Dankeskirche (Sehlen) und die St.-Laurentius-Kirche (Zudar). Die Gemeinde ist mit der Kirchengemeinde Poseritz mit der St.-Marien-Kirche (Poseritz), der Dorfkirche Gustow und der St.-Stephanus-Kirche (Swantow) in einem Pfarrsprengel verbunden, der von einem Pastor betreut wird. Die evangelische Kirchgemeinde gehört seit 2012 zur Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Vorher gehörte sie zum Kirchenkreis Stralsund der Pommerschen Evangelischen Kirche.

Siehe auch

Weblinks

Literatur Sabine Bock: Rügen. Burgen und Schlösser, Kirchen und Kapellen, Rittersitze und Herrenhäuser. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2022. ISBN 978-3-944033-42-6, S. 142–146

Einzelnachweise

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