Eliyahu Noach Flug (; * 1. Januar 1925 in Łódź, Polen als Eliasz Noach Flug, Website des Internationalen Auschwitz-Komitees, abgerufen am 16. August 2011.; † 11. August 2011 in JerusalemIsraeli Holocaust survivor leader Noach Flug dies, The Guardian, 11. August 2011, abgerufen am 16. August 2011.) war ein polnisch-israelischer Ökonom, Diplomat und Holocaust-Überlebender. Seine Tochter ist Karnit Flug, Gouverneurin der Israelischen Zentralbank.

Leben

1939 wurde Noach Flug zusammen mit seiner Familie ins Ghetto Łódź deportiert. Im August 1944 folgte die Deportation in die Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen und Mauthausen.

Nach der Befreiung des Lagers Ebensee (Nebenlager des KZ Mauthausen) am 6. Mai 1945 durch die US Army beendete Noach Flug erfolgreich die Schule in Łódź und studierte Ökonomie dort und in Warschau.

1958 wanderte er mit seiner neu gegründeten Familie nach Israel aus. In seinem Berufsleben war er tätig als Ökonom und Diplomat, unter anderem in Zürich und Bonn.

Zuletzt war Noach Flug Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), Kurator der Jewish Claims Conference, Vorstandsmitglied der World Jewish Restitution Organization (W.J.R.O.), Vorstandsmitglied des Nationalen Zentrums für Psychosoziale Unterstützung von Holocaust-Überlebenden und deren Familien AMCHA (hebräisch für: Dein Volk) und der Gedenkstätte Yad Vashem. Außerdem war er Vorsitzender des gemeinsamen Zentrums der Organisationen der Holocaust-Überlebenden in Israel.

Aufsehen erregte Noach Flug in einem Offenen Brief vom 12. September 2006, in dem er den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad nach Auschwitz einlud, um sich von der Existenz des Holocaust zu überzeugen: „Angesichts dieser Behauptung [der Holocaust sei ein Mythos] bin ich zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass Ihnen das erforderliche Wissen in dieser Frage fehlt, und ich hoffe sehr, dass Ihre Äußerungen mehr auf Ihr fehlendes Wissen als auf böswillige Absicht zurückzuführen sind. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Sie Ihr Wissen in dieser Frage aufbessern.“, Website des Internationalen Auschwitz-Komitees, abgerufen am 16. August 2011.

Gleichzeitig bat Flug, an der iranischen Holocaustleugnungskonferenz in Teheran 2006 teilnehmen zu dürfen, die Ahmadineschad abhielt: „Ich wäre dankbar, wenn ich eine Einladung erhielte, um als Leiter einer Delegation von Holocaust-Überlebenden aus Israel an dieser Konferenz teilzunehmen. Das wäre eine Gelegenheit, eine ernsthafte und sachdienliche Diskussion über diese Frage zu führen.“

Ehrungen Noach Flug war Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen durch Bundespräsident Horst Köhler am 15. Juni 2006. Die Verleihung erfolgte für den „jahrzehntelangen Einsatz für die Interessen der Holocaust-Überlebenden und sein unablässiges Wirken für die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden sowie zwischen Israel und Deutschland“., 14. Juni 2006, abgerufen am 16. August 2011.

Publikationen

Noach Flug: Bericht eines Zeitzeugen. In: Bettina Schaefer (Hg.): Lass uns über Auschwitz sprechen. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2009. ISBN 978-3-86099-391-0.

Bettina Schaefer (Hg.): Ich bleibe Optimist, trotz allem – Erinnerungen an Noach Flug. jetztzeit verlag, Hamburg 2014. ISBN 978-3-9814389-4-9.

Weblinks

Vita von Noach Flug auf Seiten des IAK Rede von Kurator Noach Flug anlässlich des Abschlusses der Auszahlungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter am 12. Juni 2007 im Schloss Bellevue. (PDF-Datei; 20 kB) Laudatio von Bundespräsident Horst Köhler aus Anlass der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes an den Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, Herrn Noach Flug, am 15. Juni 2006 in Schloss Bellevue

Einzelnachweise

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