Québec Wappen Flagge 80px|Wappen von Québec(Details) 140px|rand|Flagge von Québec(Details) Wahlspruch: Je me souviens („Ich erinnere mich“) Lage Basisdaten Amtssprache Französisch Hauptstadt Québec Größte Stadt Montreal Fläche 1.542.056 km² (2.) Einwohner (2021) 8.501.833Einwohnerzahl 2021 Bevölkerungsdichte 5,5 Ew./km² BIP in CAD (2006) Gesamt: 285,158 Mrd. (2.)Pro Kopf: 37.278 (10.) Zeitzone Eastern Standard Time UTC−5 ISO 3166-2 CA-QC Postalische Abkürzung QC Website www.quebec.ca Politik Beitritt Konföderation 1. Juli 1867 Vizegouverneurin Manon Jeannotte Premierministerin Christine Fréchette (CAQ) Sitze im Unterhaus 78 Sitze im Senat 24

Québec (französisch , [] oder [], ursprünglich Algonkin Kebec für „wo der Fluss enger wird“; deutsche Schreibweise auch Quebec ohne AkzentQuebec, Québec, duden.de)Kanada – Kultivierte Wildnis, Wiener Zeitung, 30. April 2001. ist eine kanadische Provinz.Das flächenmäßig größere Nunavut ist keine Provinz, sondern ein Territorium. Québec ist hinsichtlich der Fläche die größte Provinz und diejenige mit dem größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Mit ihrer Sprache, ihrer Kultur und ihren Institutionen stellt sie eine eigenständige nationale Gemeinschaft innerhalb Kanadas dar.Cour suprême du Canada: – „Wir müssen anerkennen, dass die beiden Völker, die Kanada gegründet haben, grundsätzlich gleich sind und dass Québec innerhalb der kanadischen Föderation durch Sprache, Kultur und Institutionen eine eigenständige Gesellschaft bildet und alle Attribute einer eigenständigen nationalen Gemeinschaft aufweist“, Original: « On devra reconnaître que les deux peuples qui ont fondé le Canada sont foncièrement égaux et que le Québec forme à l’intérieur de l’ensemble fédéral canadien une société distincte par la langue, la culture, les institutions et qui possède tous les attributs d’une communauté nationale distincte ».

Übersicht Québec liegt im Osten Kanadas zwischen der Hudson Bay und der Grenze zu den Vereinigten Staaten entlang des Sankt-Lorenz-Stroms (). Die Hauptstadt der Provinz heißt ebenfalls Québec; die größte Stadt ist Montréal.

Die Bevölkerung umfasste im Jahr 2021 rund 8,52 Millionen Einwohner, die Quebecer (französisch Québécois), und ist damit die zweit-bevölkerungsreichste Provinz Kanadas nach Ontario. 2006 wurden die Quebecer offiziell als „Nation in einem vereinten Kanada“ anerkannt. Eine Nation kann sich auf das Völkerrecht berufen, das häufig als „internationales Recht“ bezeichnet wird, eine ethnische Gruppe hingegen nur auf Minderheitenschutz. Ebenfalls als Nationen, Premières Nations (englisch First Nations), wird im offiziellen Sprachgebrauch ein Teil der Ureinwohner Kanadas bezeichnet.

Während in Kanada sowohl das Englische als auch das Französische die Amtssprachen sind, ist die ausschließliche Amtssprache der Provinz Québec das Französische. Die Québecer Politik ist von einer permanenten Debatte um die Rolle der Frankophonie im mehrheitlich anglophonen Kanada geprägt, aus der viele Bemühungen um eine größere Souveränität Québecs hervorgehen, die von erweiterten Kompetenzen über eine Assoziation mit Kanada bis hin zu einer vollständigen Sezession reichen. 1980 und im Québec-Referendum 1995 scheiterten in der Provinz Abstimmungen über ihre staatliche Unabhängigkeit.

Zur indigenen Bevölkerung Québecs, die hier meist als autochthone(s) bezeichnet wird, zählen 39 anerkannte Premières Nations (Indianer), die sprachlich zu den Gruppen der Irokesen (wie etwa Mohawk, Wyandot) und Algonkin (Cree, Mi'kmaq) zählen, sowie die Inuit (mit ihrer Sprache Inuktitut).

Geographie mini|links|Karte Québecs

Québec liegt im Osten Kanadas und grenzt im Westen an die Provinz Ontario und die Hudson Bay, im Osten an die Provinzen Neufundland und Labrador und New Brunswick sowie den Sankt-Lorenz-Golf, im Süden an die Vereinigten Staaten (Bundesstaaten Maine, New Hampshire, Vermont, New York) sowie im Norden an der Hudsonstraße an Nunavut. Die Provinz ist sehr ausgedehnt – etwa dreimal so groß wie Frankreich – und äußerst dünn besiedelt. Höchster Punkt ist der Mont d’Iberville (1652 m bzw. 5420 Fuß),Mont D'Iberville, Québec/Newfoundland, Peakbagger.com bei den englischsprachigen Kanadiern als Mount Caubvick bekannt, der in den Torngatbergen auf der Grenze zwischen Québec und Neufundland und Labrador gelegen ist. Auf der Seite von Québec liegt jedoch tatsächlich nur der etwa 30 cm niedrigere Nebengipfel mit 5419 Fuß Höhe,Mont D'Iberville, Québec/Newfoundland, peakbagger.com während sich der 5420 Fuß hohe eigentliche Gipfel des Mount Caubvick circa 10 Meter nordöstlich der Provinzgrenze Quebecs befindet und damit vollständig auf dem Gebiet Labradors liegt.Mount Caubvick, Newfoundland, peakbagger.com

Der Sankt-Lorenz-Strom, der die Provinz in großem Maße prägt, gehört als Ausfluss der Großen Seen zu den mächtigsten Flüssen der Welt. Im 17. und 18. Jahrhundert ermöglichte er den französischen Forschern und Siedlern einen leichten Zugang vom Atlantischen Ozean ins Landesinnere. Seit 1959 bildet er einen Teil des Sankt-Lorenz-Seewegs. Nordöstlich der Provinzhauptstadt Québec weitet sich der Fluss zum weltweit größten Ästuar und mündet in den Sankt-Lorenz-Golf. Die größte Insel in diesem Golf und größte Insel der Provinz ist Anticosti nördlich der Gaspésie-Halbinsel.

mini|Satellitenfoto von drei Hügeln der Montérégie-Hügelkette mini|Die Laurentinischen Berge mini|Monolithen auf der Insel Quarry vor Havre-St-Pierre

Die mit Abstand am dichtesten besiedelte Region innerhalb der Provinz Québec ist das Sankt-Lorenz-Tiefland, das sich vom Südwesten entlang des Stroms in Richtung Nordosten über Montreal und Trois-Rivières bis zum Ballungsgebiet der Stadt Québec erstreckt. Die Landschaft ist flach und tief gelegen, mit Ausnahme einiger felsiger Hügel aus magmatischem Gestein bei Montréal, die als Montérégie-Hügel bezeichnet werden. Die jüngsten Sedimentablagerungen entstanden vor rund 14.000 Jahren, als am Ende der Würmeiszeit das seichte Champlainmeer aufgefüllt wurde. Die Kombination aus fruchtbarem Boden und dem mildesten Klima der Provinz machen das Tal zur landwirtschaftlich am meisten genutzten Region.

Mehr als vier Fünftel der Fläche Québecs liegen auf der Labrador-Halbinsel, die zum Kanadischen Schild gehört. Die Landschaft ist überwiegend unwirtlich und spärlich besiedelt, weist aber reiche Vorkommen an Bodenschätzen und große Wasserkraftressourcen auf. Der am nördlichsten gelegene Teil, die Region Nunavik auf der Ungava-Halbinsel, besteht aus arktischer Tundra. Weiter südlich schließt sich ein mehrere hundert Kilometer breiter Streifen mit borealem Nadelwald an. Die Begrenzung des Schilds bilden die Laurentinischen Berge, einer der ältesten Gebirgszüge der Welt. An der südöstlichen Grenze der Provinz erstrecken sich die Appalachen, die von Mischwäldern bedeckt sind.

Klima mini|Klimaklassifikationen in Québec Québec besitzt drei klimatische Hauptregionen. Der Süden und Westen mit den größten Ballungsgebieten wird von einem feuchten Kontinentalklima (Effektive Klimaklassifikation Dfb) mit warmen, feuchten Sommern und langen, kalten Wintern geprägt. Die bedeutendsten klimatischen Beeinflussungen kommen aus West- und Nordkanada sowie den südlichen und zentralen Vereinigten Staaten. Infolge des Einflusses von Sturmsystemen aus dem Herzen Nordamerikas und dem Atlantik fallen das ganze Jahr über reichliche Niederschläge. In den meisten Gebieten fällt pro Jahr mehr als 1000 mm Niederschlag, davon 300 mm Schnee. Im Sommer sind extreme Wettersituationen wie Tornados und Gewitter weit weniger verbreitet als etwa im südlichen Ontario, treten aber auch hier gelegentlich auf.

Ein Großteil des zentralen Provinzgebietes hat ein boreales Klima (Klasse Dfc). Die Winter sind hier lang und zählen zu den kältesten in Kanada, während die Sommer warm, aber aufgrund der hohen Breitenlage und des Einflusses arktischer Luftmassen nur kurz sind. Die Niederschlagsmenge ist außer auf den höheren Erhebungen etwas niedriger als im Süden.

Die nördlichen Regionen der Provinz haben ein Tundrenklima (Klasse ET) mit sehr kalten Wintern und kurzen, weitaus kühleren Sommern. Die wichtigsten klimatischen Einflüsse üben Strömungen des Arktischen Ozeans (wie zum Beispiel der Labradorstrom) und kontinentale Luftmassen aus der Arktis aus.

Verwaltungsgliederung

mini|Verwaltungs­regionen

Québec ist in 17 Verwaltungsregionen (französisch régions administratives) untergliedert. Diese wiederum setzen sich aus regionalen Grafschaftsgemeinden (municipalités régionales de comté, MRC) zusammen, die gewisse überregionale Verwaltungsaufgaben übernehmen. Dazu gehören die Erstellung eines Flächennutzungsplanes, die Wasserversorgung sowie die Abfallwirtschaft. 14 kreisfreie Städte führen die Aufgaben der MRC selber aus. In den Ballungsgebieten Québec und Montréal gibt es als zusätzliche Ebene den Metropolverband (communauté métropolitaine, CM). Diese Gliederung ersetzt seit den 1980er Jahren die frühere Unterteilung in Grafschaften (comtés).

Die unterste Ebene der kommunalen Selbstverwaltung schließlich bilden die Gemeinden. Als Gemeindeformen gibt es in Québec die Stadt (ville), die Gemeinde (municipalité), das Dorf (village), den Sprengel (paroisse), die Kantonsgemeinde (canton) sowie die nordischen, Cree- und Naskapi-Dörfer (villages nordique, cri et naskapi).

Geschichte

Vorgeschichte und europäische Erforschung Québec war ursprünglich das Siedlungsgebiet indigener Völker wie Inuit, Mohawks, Cree, Algonkin, Innu, Atikamekw, Mi’kmaq, Wyandot, Abenaki, Maliseet und Naskapi. Während die meisten Völker im Kanadischen Schild und in den Appalachen ein nomadisches Leben als Jäger, Sammler und Fischer führten, waren die Sankt-Lorenz-Irokesen sesshaft und betrieben Landwirtschaft.

Baskische Walfänger und Fischer kamen ab etwa 1525 regelmäßig an die ostkanadische Küste und stießen bis zum Ästuar des Sankt-Lorenz-Stroms vor. Der erste europäische Entdecker, der ins Innere Québecs gelangte, war der Franzose Jacques Cartier. Er erreichte 1534 Gaspé und befuhr im darauf folgenden Jahr den Strom. Pierre Chauvin gründete 1600 einen ersten Handelsposten in Tadoussac an der Mündung des Flusses Saguenay.

Neufrankreich mini|Karte Neufrankreichs von Samuel de Champlain (1612)

1608 gründete Samuel de Champlain die Stadt Québec, die zur Hauptstadt der Kolonie Neufrankreich ernannt wurde. Es bildeten sich Handelsbeziehungen und schließlich militärische Bündnisse mit den Algonkin und den Wyandot. Pelze wurden nach Frankreich exportiert, im Gegenzug erhielten die Indianer Metallwaren, Schusswaffen und Alkohol. Von der Stadt Québec aus erforschten Waldläufer (coureurs des bois) und katholische Missionare das Innere des nordamerikanischen Kontinents. Weitere Ansiedlungen wurden entlang des St. Lorenz-Stromes (Fleuve St. Laurent) noch im 17. Jahrhundert gegründet (Montréal 1642).

Der Name „Québec“, das in der Algonkin-Sprache „wo der Fluss sich verengt“ bedeutet, bezog sich ursprünglich auf das Gebiet um die Stadt Québec, wo der Sankt-Lorenz-Strom sich durch eine von steilen Felsen begrenzte Engstelle zwängt. Frühe Variationen der Schreibweise des Namens sind Québecq (1601) und Kébec (1609).Patricia Afable, Madison Beeler: „Place Names“, in Handbook of North American Indians. Bd. 17, S. 191. William C. Sturtevant, Washington DC 1996.The birth of Quebec – Canadian Broadcast Corporation, 2001