mini|Kurt Albert († 2010) beim Klettern im Nördlichen Frankenjura Das Klettergebiet Nördlicher Frankenjura ist mit über 10.000 Routen an mehr als 1.000 Massiven und Türmen eines der am besten erschlossenen Klettergebiete der Welt. Das Klettergebiet befindet sich in der Fränkischen Schweiz und der Hersbrucker Alb zwischen den Städten Nürnberg, Bamberg, Bayreuth und Amberg. Dort wurde der erste Haken einzementiert und hatte das Rotpunkt-Klettern seine Wurzeln.
Die Kletterfelsen bestehen überwiegend aus sedimentiertem Kalkstein aus Ablagerungen des Flachmeeres in der Zeit des Weißen Juras vor etwa 161 bis 150 Millionen Jahren.
Durch die vielen Lochfelsen und Überhänge ist der Nördliche Frankenjura eines der wichtigsten außeralpinen Klettergebiete. Die Route Action Directe, erstbegangen von Wolfgang Güllich, galt lange Zeit als die schwerste Freikletterroute der Welt. Derzeit dürfte die Route Supernova von Alexander Megoshttps://www.frankenjura.com/klettern/news/artikel/1060 die schwierigste Route im Klettergebiet darstellen. Aufgrund des festen, griffigen Gesteins kann man schon in Routen des III. Grades im Senkrechten klettern.
Routen, die Kletterer aus aller Welt in die Fränkische pilgern lassen, heißen etwa Sautanz, Magnet, Stonelove, Wallstreet oder Action Directe. Alle stehen stellvertretend für eine Epoche der Rotpunkt-Bewegung, die dort entstand und ein wahres Kletterfieber auslöste. Bedeutende Klettergebiete sind das Trubachtal, der Röthelfels, das Wiesenttal, das Leinleitertal, das Püttlachtal, das Aufseßtal und viele weitere Täler.
Klettergebiete Nordteil mini|Ziegenfelder Wände Dieser Teil umfasst das gesamte Gebiet nördlich der A 70 und südlich der A 70 die Gebiete entlang der B 22 bis Hollfeld mit folgenden Teilgebieten: Wattendorf mit Kemitzenstein Stübig und Burglesau mit dem Großen Stübigen Turm und der Burglesauer Wand Würgau mit dem Nürnberger Turm Steinfeld mit Steinfelder Turm, Samestase, Steinfelder Wand und Jurawand Paradiestal mit Wüstenstein und Gelber Wand Treunitz mit Treunitzer Klettergarten, Treunitzer Wand und Kuhkirchner Wand Hollfeld mit Kuhleutner Wand Kleinziegenfelder Tal mit Holzgauer Wand, Roter Wand, Diebesloch, Klinge und Rolandfels Bärental Zillertal
Nordwestteil mini|Schauertaler Turm über Streitberg Die Region umfasst das Gebiet westlich der Linie Heiligenstadt in Oberfranken–Streitberg, südlich begrenzt durch die B 470 mit folgenden Teilgebieten: Burggrub und Oberngrub Frankendorfer Klettergarten Streitberg und Muggendorf Matterhornwand Schauertaler Turm Streitberger Schild Leinleitertal bei Veilbronn Tiefenellern
Nordostteil mini|Dooser Wand im oberen Wiesenttal Die Region umfasst das Gebiet östlich der Linie Heiligenstadt–Streitberg, südlich begrenzt durch die B 470 mit folgenden Teilgebieten: Püttlachtal Oberes Wiesenttal zwischen Behringersmühle und Waischenfeld Aufseßtal Ailsbachtal Gebiet um Pottenstein (Oberfranken) Weihersbachtal
Südwestteil mini|links|Klettern am Daniel, Röthelfels mini|Die Brüchige Wand im Todsfelder Tal mini|Die Klagemauer bei Sorg Die Region umfasst das Gebiet südlich der Linie Ebermannstadt–Pottenstein (Oberfranken) bis nach Gräfenberg und westlich der A 9 mit folgenden Teilgebieten: Gößweinstein Allersdorf und Stadelhofen Graisch, Leienfels, Bärnfels und Soranger Stierberg, Leupoldstein und Betzenstein mit Stierberger Gemsenwand, Münchser Wand und Dreistaffelfels Spies Naifertal und Umgebung Hiltpoltstein Großenoher Tal Todsfelder Tal (mit Brüchiger Wand) Obertrubach und oberstes Trubachtal mit Richard-Wagner-Fels, Zehnerstein und Hartelstein Zwischen Wolfsberg und Hammerbühl Hochfläche bei Sorg, Dörfles und Affalterthal mit Klagemauer und Signalstein Unteres Trubachtal und Mostvieler Tal mit Egloffsteiner Gemsenwand und Mostvieler Kletterblock Zaunsbachtal Schlehental und Wichsenstein Burggaillenreuth Röthelfels und Umgebung Walberla und Ehrenbachtal
Südostteil mini|Blick auf die Action Directe am Waldkopf Die Region umfasst das Gebiet östlich der A9 im Dreieck Pegnitz–Velden–Königstein mit den Teilgebieten Pegnitz- und Flembachtal Plech Krottenseer Forst Hier wurde mit Chasin' the Trane (IX+), Wallstreet (XI-) und Action Directe (XI) Klettergeschichte geschrieben. Es waren die schwersten Wege ihrer Zeit. Königstein Bärnhof und Engelthal Hartenstein Zwischen Velden und Enzendorf Neuhaus
Südteil mini|Mittelbergwand im Hirschbachtal Die Region umfasst das Gebiet östlich der A 9 und südlich von Velden bis hinunter ins Lauterachtal mit den Teilgebieten: Lauterachtal Lichtenegg und Haunritz Etzelbachtal (Lehenhammertal) Förrenbachtal Hirschbachtal Schwarzer Brand Zwischen Eschenbach und Artelshofen Sittenbachtal Gotzenberg Schnaittach Ammerthal Neukirchen Illschwang
Zonenregelung zum Schutz der Natur mini|Schild zur Zonenregelung im Frankenjura Viele der Felsen im Klettergebiet Nördlicher Frankenjura sind als Naturschutzgebiet oder Naturdenkmal, teilweise auch gleichzeitig Teil von FFH-Gebieten, ausgewiesen. Ferner gibt es einen Naturpark Fränkische Schweiz. Zum Schutz der Natur vor übermäßiger Belastung durch Kletterer sowie zur Erhaltung empfindlicher Ökosysteme wurde ab 1993 zwischen dem DAV, der IG Klettern, Naturschützern und den zuständigen Behörden eine sogenannte Zonenregelung ausgearbeitet. Diese beinhaltet die Einordnung jedes einzelnen Felsens (bei größeren Felsen auch einzelner Abschnitte) in eine bestimmte Kategorie: Zone 1: Ruhezone, grundsätzliches Kletterverbot Zone 2: Klettern auf vorhandenen Routen ist erlaubt, die Erschließung von Neutouren aber verboten Zone 3: Klettern ist grundsätzlich erlaubt, einschließlich der Erschließung von Neutouren außerhalb der Vegetationszonen
Zusätzlich sind einzelne Felsen komplett oder für die Brutzeit, (meist von Anfang Februar bis Mitte oder Ende Juni) aufgrund brütender Vögel, insbesondere für Uhu und Wanderfalke, oder besonders sensibler Pflanzen gesperrt.Zonierungskonzept auf Homepage IG Klettern
Literatur Kurt Albert: Fight Gravity – Klettern im Frankenjura, tmms-Verlag, Korb 2005, ISBN 3-930650-15-0 Sebastian Schwertner: Kletterführer Frankenjura Band 1, Panico Verlag, 9. Auflage 2016, ISBN 978-3-95611-050-4 Sebastian Schwertner: Kletterführer Frankenjura Band 2, Panico Verlag, 10. Auflage 2016, ISBN 978-3-95611-051-1 Bernhard Thum: Topoführer Frankenjura, Bernhard Thum Verlag, 8. Auflage 2010, ISBN 978-3-932064-03-6.
Einzelnachweise
Weblinks IG Klettern Frankenjura Kletterwelt bei frankenjura.com Klettergebiet Frankenjura theCrag Fotos von Bernhard Thum kletterdorf.de Routendatenbank und mehr
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