Die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG ist der älteste private Versicherer der Schweiz (kurz Mobiliar, Markenname: Die Mobiliar, La Mobilière, La Mobiliare). Sie ist zu 100 % im Besitz der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft.

Geschichte Die Mobiliar ist die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz. 1825 wurde in Murten mit der „Schweizerischen Mobiliar-Assekuranzkasse“ die Gründung einer Schweizer Feuerversicherung unternommen. In deren Satzungen war vermerkt, dass Prämien auch in Naturalien bezahlt werden konnten. alternativtext=Police der Schweizerischen Mobiliar aus dem Jahre 1828|miniatur|Police der Schweizerischen Mobiliar (1828) mini|alternativtext=Aktie der Schweizerischen Mobiliar-Versicherungs-Gesellschaft über 200 Franken, ausgestellt in Bern am 6. November 1830, eigenhändig unterschrieben von ihrem Gründer und ersten Präsidenten Karl Anton von Lerber|Aktie der Schweizerischen Mobiliar-Versicherungs-Gesellschaft über 200 Franken, ausgestellt in Bern am 6. November 1830, unterschrieben von ihrem Gründer und ersten Präsidenten Karl Anton von Lerber und dem Sekretär Gottlieb Emanuel von Morlot alternativtext=Titelseite der Statuten der Schweizerischen Mobiliar 1826|miniatur|Titelseite der Statuten der Schweizerischen Mobiliar (1826) Im Februar 1826 wurde die Gesellschaft als Genossenschaft mit dem Namen „Schweizerische Gesellschaft zur gegenseitigen Versicherung des Mobiliars gegen Brandschaden“ in Bern neu gegründet. Zahlungen in Naturalien waren in den Statuten nicht mehr vorgesehen. Der politisch, wirtschaftlich und sozial engagierte Karl Anton von Lerber (1784–1837) war Mitgründer und bis zu seinem Tod 1837 erster Präsident der Gesellschaft. Den Kopf der ersten Police gestaltete der französische Maler Pierre-Nicolas Legrand. alternativtext=Feuer Police der Schweizerischen Mobiliar aus dem Jahre 1926|miniatur|Feuer Police der Schweizerischen Mobiliar aus dem Jahre 1926 Der Brand von Glarus 1861 brachte die Gesellschaft an den Rand des Ruins. Sie leistete eine Schadenzahlung von insgesamt einer Million Franken und musste in der Folge beim Kanton Bern ein Darlehen von 300‘000 Franken aufnehmen. Erst als Folge dieses Stadtbrandes wurden weitere private Schweizer Feuerversicherungen für die bewegliche Habe gegründet.

Bis 1915 blieb die Mobiliar eine reine Feuerversicherung. 1916 weitete sie ihr Angebot erstmals aus und führte die Einbruchdiebstahlversicherung ein.

Zu ihrem 100. Geburtstag 1926 äufnete sie einen Fonds für unversicherbare Elementarschäden, der erste Schritt hin zur Elementarschadenversicherung und dem 1936 gegründeten Schweizerischen Elementarschadenpool. Dieser Pool stellt sicher, dass Elementarschäden mit einer für alle Versicherungsnehmer tragbaren Einheitsprämie versichert werden können.

Teil- und Totalrevisionen der Statuten ermöglichten der Mobiliar die Weiterentwicklung hin zur Allbranchenversicherung.

1976, anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums, gründete die Mobiliar die «Jubiläumsstiftung», welche bis heute die Wissenschaft, Künste und andere kulturelle Bestrebungen fördert.

1991 wurden die Providentia Lebensversicherungsgesellschaft (seit 2005 Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG) und die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG in der Gruppe Mobiliar zusammengeführt.

2000 gab sich die Mobiliar eine neue Struktur: Die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft wurde überdachende Muttergesellschaft, die einzelnen Einheiten wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt, die zu 100 Prozent der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft gehören.

Starke Regenfälle führten im August 2005 zu grossen Überschwemmungen, vor allem in der Zentralschweiz, dem Berner Oberland und der Stadt Bern. Der Brutto-Schadenaufwand belief sich für die Mobiliar auf rund 485 Millionen Franken, das bis anhin grösste Schadenereignis der Schweizer Privatassekuranz und in der Geschichte der Mobiliar. Als Reaktion darauf begann die Mobiliar, konkrete Massnahmen und -projekte der Gemeinden zur Prävention von Naturgefahren zu unterstützen.

Aus der wirtschaftlichen Krisenzeit und damit verbundenen Restrukturierungsmassnahmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts ging die Mobiliar gestärkt hervor. Seit 2006 befindet sie sich in einer Phase des kontinuierlichen Wachstums über dem Markt. Sie setzt konsequent auf den Mehrkanalvertrieb und baut dabei ihre digitalen Fähigkeiten laufend aus, unter anderem mit Beteiligungen an Unternehmen wie der Swiss Marketplace Group und SwissCaution. alternativtext=Hans Pfister in den 1930er Jahren|miniatur|Hans Pfister in den 1930er Jahren

Genossenschaft und Engagement Die Schweizerische Mobiliar Genossenschaft verfügt über einen eigenen Verwaltungsrat, der die genossenschaftliche Ausrichtung sicherstellt, sowie eine Delegiertenversammlung mit 150 Delegierten, welche die Interessen der Versicherten vertreten.Verwaltungsrat Genossenschaft, auf mobiliar.ch, abgerufen am 12. September 2024.

Seit 1939 beteiligt die Mobiliar Privat- oder Geschäftskunden mit freiwilligen Zahlungen aus dem Überschussfonds an ihrem Erfolg.Erfolgsbeteiligung dank Genossenschaft, auf mobiliar.ch 2024/25 wurden 214 Mio. Franken in Form von Prämienvergünstigungen für die Fahrzeug- und die Betriebsversicherung ausgeschüttet.https://www.mobiliar.ch/ueber-uns/medien/medienmitteilung/die-mobiliar-bleibt-auf-wachstumskurs-und-erzielt-2024-ein-gutes-jahresergebnis Von 2014 bis 2024 liess die Mobiliar ihren Versicherten im Nicht-Lebengeschäft 1,8 Mia. Franken aus dem Überschussfonds zukommen.

Als Genossenschaft ist gesellschaftliches Engagement ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur.

Die Mobiliar engagiert sich für die Forschung zu digitalen Interaktionen zwischen Mensch und Maschine, Stadtökologie und Klimafolgenforschung sowie Früherkennung von Naturgefahren. Im Rahmen ihres Gesellschaftsengagements setzt sie zudem Projekte zur Innovationsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen und NGOs sowie in den Bereichen Jugend und Natur um. 2021 hat sie eine Klimastrategie verabschiedet, die u. a. zum Ziel hat, bis 2030 den betrieblichen CO2-Ausstoss um 50 % gegenüber 2018 zu verringern.

Seit 2014 erfolgt eine separate Nachhaltigkeitsberichtserstattung als Bestandteil des Geschäftsberichts.

Im Sponsoring legt die Mobiliar den Schwerpunkte auf die Hallensportarten Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball. Die Mobiliar ist Namensgeberin für die Mobiliar Top Scorer der verschiedenen Ligen.

Geschäftsfelder Die Mobiliar ist ein Allbranchenversicherer. Ihr Angebot umfasst im Bereich Privatpersonen unter anderem Hausrat- und Gebäudeversicherung, Privathaftpflicht-, Haustier- und Rechtsschutzversicherungen, Reise- und Motorfahrzeugversicherungen, Spar-, Erwerbsunfähigkeit- und Todesfallversicherung, Kinderinvalidenrenten sowie Kranken- und Unfallversicherungen.

Unternehmen bietet sie unter anderem Sach- und Produktionsausfallversicherungen, technische Versicherungen, Bau- und Gebäudeversicherungen, Fahrzeug-, Flotten- und Transportversicherungen, Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherungen, Betriebsunterbrechung- und Betriebsausfallversicherung, Rechtsschutz-, Garantie- und Kautionsversicherungen, Lösungen in den Bereichen Berufliche Vorsorge, Unfall und Krankheit sowie Risikoberatung an.

Die Mobiliar Gruppe arbeitet mit nationalen und internationalen Vertriebspartnern zusammen. Sie ist ausserdem Mitglied des Versicherungsnetzwerks Eurapco.

Organisation alternativtext=Schweizerische Mobiliar Hauptsitz Bundesgasse 35 in Bern|miniatur|Schweizerische Mobiliar Hauptsitz Bundesgasse 35 in Bern Die Mobiliar ist unter dem Dach der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft in einer Holdingstruktur organisiert. Zur Schweizerischen Mobiliar Holding AG gehören: Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Schweizerische Mobiliar Asset Management AG Schweizerische Mobiliar Services AG SC, SwissCaution SA Die Direktionsstandorte der Mobiliar befinden sich in Bern, Nyon und Zürich.Geschäftsstellen der Mobiliar Übersicht der Mobiliar Geschäftsstellen, abgerufen am 23. Januar 2017. Die Mobiliar ist dezentral organisiert und arbeitet mit einem Netz von 80 Generalagenturen. in der Schweiz. Diese Generalagenturen werden von Unternehmern geführt und übernehmen unter anderem Vertrieb und Schadenbearbeitung in ihrer Region. Ein grosser Teil der Schadenfälle wird direkt über diese lokalen Stellen abgewickelt. Am 31. Dezember 2025 betrug der Personalbestand der Gruppe Mobiliar (inklusive Generalagenturen) 6572 Mitarbeiter, zusätzlich 356 Lernende. Die Mobiliar erzielte im Geschäftsjahr 2025 Prämieneinnahmen in der Höhe von 5173 Millionen Schweizer Franken. Im Nicht-Lebengeschäft erreichte sie ein Prämienwachstum von 5,4 %. Im Lebengeschäft betrug das Prämienvolumen der Mobiliar 1000 Millionen Schweizer Franken. Tochtergesellschaften Zur Gruppe gehören weiter als Tochtergesellschaften der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG: Schweizerische Mobiliar Risk Engineering AG Mobi24 AG XpertCenter AG Lightbird Ventures AG bexio AG Limmat Versicherungs-Gesellschaft AG Hotel Appenberg AG Die Schweizerische Mobiliar Holding AG hält ausserdem eine Beteiligung von 19,3 % an der Swiss Marketplace Group und 20,7 % an der Credit Exchange AG (CredEx). Führungsspitze +Tabelle Amtszeit PräsidentenAmtszeit Sekretäre/Direktoren/Generaldirektoren/CEO1826–1837Karl Anton von Lerber 1826–1830Eduard Hopf1838–1844Gottlieb Anton Simon1830Gottlieb Emanuel von Morlot1844–1853Arnold König-Hummler1831–1844Ludwig Gottlieb GrafStandeskassier.1853–1855Georg Simon1844–1849Bernhard Emanuel SimonBruder von Georg Simon, Seidenfabrikant.1855–1867Gottlieb Hünerwadel1849–1860R. Jb. Günthardt1867–1881Rudolf Aebi1860–1866Friedrich Lüthardt1881–1894Eduard von Sinner1894–1897Paul Lindt1867–1892Friedrich Lüthart (Lüthard)1897–1904Eduard von Bondeli1892–1922Alfred Ochsenbein1904–1937Friedrich Emil Welti1922–1931Jakob Gyger-Walder1937–1947Emil Lohner1931–1942Hans Pfister1947–1974Alfred Pezolt1941–1951Alfred Eggimann1974–1978Emil Baumgartner1942–1964Willy Koenig1978–1988Ernst Bachmann1964–1974Walter Senn1988–1994Walter Augsburger1975–1988Otto Saxer1994–1996Otto Saxer1988–1996Walter Bosshart1997–2003Ulrich Gadient1996–2003Albert Lauper 2003–2011Albert Lauper2003–2011Urs Berger2011–2023Urs Berger2011–2020Markus Hongler2023–heuteStefan Mäder2021–heuteMichèle Rodoni

Stefan Mäder ist seit 2023 Präsident der Gesellschaft.

Von 1996 bis zu seinem Tod 2025 war Otto Saxer Ehrenpräsident des Unternehmens. 2023 wurde zudem Urs Berger zum Ehrenpräsidenten ernannt.Urs Berger zum Ehrenpräsidenten ernannt. Medienmitteilung Mobiliar, 12. Mai 2023.

Weblinks

Website der Mobiliar Archiv der Geschäftsberichte

Einzelnachweise

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