Mitsuteru Yokoyama (jap. , Yokoyama Mitsuteru; * 18. Juni 1934 in Kōbe, Präfektur Hyōgo, Japan; † 15. April 2004 in Tokio, Japan) war ein japanischer Manga-Zeichner. In seiner über vierzig Jahre andauernden Karriere kreierte er zahlreiche bekannte Mangas; so erschuf er mit seinem äußerst populären Tetsujin 28-gō einen der ersten Vertreter des Giant-Robo-Genres.
Biografie Obwohl Yokoyama bereits seit 1950 Manga zeichnete, veröffentlichte er sein erstes Werk als professioneller Zeichner erst 1954 mit Otonashi no Ken. Zwei Jahre später gelang ihm mit der Serie Tetsujin 28-gō der Durchbruch, an der er noch bis 1966 für das Magazin Shōnen arbeitete. In diesem etwa 2.100 Seiten umfassendem Manga geht es um einen jugendlichen Detektiv, der mit Hilfe eines ferngesteuerten Riesenroboters das Böse bekämpft. Tetsujin 28-gō wurde als 83-teilige Anime-Fernsehserie umgesetzt und konnte sich an Popularität sogar mit Osamu Tezukas Astro Boy messen.Masanao Amano: Manga Design. S. 560. Später folgten weitere Science-Fiction-Werke wie etwa Giant Robo (1967) und Babel II (1971–1973).
Während Tetsujin 28-gō und seine anderen Science-Fiction-Mangas vor allem für Jungen konzipiert waren, schuf er für Mädchen fantasiereiche Shōjo-Comicserien wie Otenba Tenshi (1959–1962) und Mahōtsukai Sally (1966–1967). Mahōtsukai Sally, das von der US-amerikanischen Fernsehserie Verliebt in eine Hexe inspiriert und gleich wie Otenba Tenshi im Manga-Magazin Ribon veröffentlicht wurde, handelt von der Prinzessin einer Zauberwelt, die aus Langeweile auf die Erde geht, dort aber nicht ihre Zauberkräfte verheimlichen muss. Die Zeichentrickverfilmung des 340-seitigen Mangas war der erste Magical-Girl-Anime.
Neben seinen Science-Fiction-Geschichten haben vor allem auch seine Umsetzungen von japanischer und chinesischer Geschichte Erfolg gehabt, die er vorwiegend im Magazin Kibō no Tomo (später in Comic Tom umbenannt) veröffentlichte und auf die er sich ab den 1980er Jahren fast ausschließlich konzentrierte. Sein mit einem Umfang von circa 12.000 Seiten in 60 Sammelbänden längstes Werk ist ebenfalls ein Historien-Manga – Sangokushi. Diese Nacherzählung der Geschichte der Drei Reiche, an der er fünfzehn Jahre lang arbeitete (1971–1986), wurde 1991 mit dem Preis der Vereinigung japanischer Comiczeichner ausgezeichnet und im selben Jahr als Anime-Serie umgesetzt.
Infolge eines Brandes in seinem Haus in Tokio starb Yokoyama am 15. April 2004 im Alter von 69 Jahren in einem nahegelegenen Krankenhaus. Posthum erhielt er 2004 für sein Lebenswerk einen zweiten Preis der Vereinigung japanischer Comiczeichner.
Werke (Auswahl) Otonashi no Ken (), 1954 Tetsujin 28-gō (), 1956–1966 Otenba Tenshi (), 1959–1962 Gorō no Bōken (), 1959–1962 Shōnen Rocket Butai (), 1960–1963 Iga no Kagemura (), 1961–1966 Mahō Tsukai Sally (, ~ Sarī), 1966–1967 Kamen no Ninja Akakage (), 1966 Suikōden (), 1967–1971 Giant Robo (, Jaianto Robo), 1967 Babel II (, Baberu 2-sei), 1971–1973 Sangokushi (), 1971–1986 Abare Tendō (), 1974 Ōkami no Seiza (), 1975 Toki no Gyōja (), 1976–1979 Tokugawa Ieyasu (), 1982–1984 Kōu to Ryūhō (), 1987–1992 Takeda Shingen (), 1987 Takeda Katsuyori (), 1988 Toyotomi Hideyoshi (), 1989 Ghengis Khan (, Chingisu Hān), 1991 Shiki (), 1992–1997 Inshū Densetsu (), 1994–2001
Weblinks
Offizielle Website (japanisch) Liste all seiner Werke ab 1950 (japanisch) Eintrag bei Anime News Network (japanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Mangaka Kategorie:Grafiker (Japan) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann