Der ETH-Bereich (, , Schweizerische Bundeskanzlei: TERMDAT) ist die übergeordnete Zusammenfassung der technisch-wissenschaftlichen Universitäten und Forschungsanstalten, die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft geführt werden.Autonomie und Aufbau des ETH-Bereichs. In: Botschaft zu einer Teilrevision des Bundesgesetzes über die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Gesetz). 27. Februar 2002. In: Bundesblatt. Band 1, Heft 18, 7. Mai 2002, S. 3471. Schweizerisches Bundesarchiv. Auf Amtsdruckschriften.bar.admin.ch (PDF; 243,01 kB), abgerufen am 13. Juli 2023. Ihm gehören die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ), die École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL/ETHL), das Paul Scherrer Institut (PSI), die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) an. Führungsorgan des ETH-Bereichs ist der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Rat, bis 1993: Schweizerischer Schulrat).

Stellung innerhalb des Bundes Der ETH-Bereich ist dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung zugeordnet. Mit der Verwendung des Begriffs «Zuordnung» anstelle desjenigen der «Unterstellung» wird gemäss Botschaft des Bundesrates zum Ausdruck gebracht, dass der ETH-Bereich organisatorisch ausserhalb der zentralen Bundesverwaltung steht.Eidgenössische Technische Hochschulen (2. Kapitel). In: Botschaft zu einer Teilrevision des Bundesgesetzes über die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Gesetz). 27. Februar 2002. In: Bundesblatt. Band 1, Heft 18, 7. Mai 2002, S. 3479. Schweizerisches Bundesarchiv. Auf Amtsdruckschriften.bar.admin.ch (PDF; 243,01 kB), abgerufen am 13. Juli 2023. Der ETH-Bereich regelt seine Belange im Rahmen des ETH-Gesetzes (SR 414.110), das die rechtliche Grundlage des ETH-Bereichs bildet, selbstständig.

Der Anhang der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung (SR 172.010.1) und die Organisationsverordnung für das Eidgenössische Departement des Innern (SR 172.212.1) bezeichnen den ETH-Bereich als Verwaltungseinheit der dezentralen Bundesverwaltung.

Der Bundesrat formuliert die Leitlinien, Ziele und Massnahmen seiner Bildungs- und Wissenschaftspolitik für eine Periode von jeweils vier Jahren in der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft). Die Federführung bei der Erarbeitung der BFI-Botschaft liegt beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, die betroffenen Bereiche (ETH-Bereich, Universitäten, Fachhochschulen, Schweizerischer Nationalfonds, Kommission für Technologie und Innovation etc.) werden bei der Erarbeitung stark miteinbezogen. Der ETH-Rat bringt dabei seine eigene Strategische Planung für den ETH-Bereich ein.

Im Rahmen der BFI-Botschaft erteilt der Bundesrat dem ETH-Bereich einen Leistungsauftrag für jeweils vier Jahre. Das Parlament bewilligt dazu einen Zahlungsrahmen für Betrieb und Investitionen des ETH-Bereichs. Auf dieser Grundlage führt der ETH-Rat die Institutionen des ETH-Bereichs; er schliesst dafür mit jeder Institution eine Zielvereinbarung ab. In der Leistungsperiode 2013 bis 2016 beträgt der vom Bundesparlament genehmigte Zahlungsrahmen für den ETH-Bereich 9‘583,9 Mio. CHF.

ETH-Rat mini|Logo des ETH-Rats Der ETH-Rat (, , ) legt als strategisches Führungsorgan des ETH-Bereichs unter anderem die strategische Ausrichtung des Bereichs fest, übt die Aufsicht über den ETH-Bereich aus, teilt den einzelnen Institutionen die Mittel des Bundes zu und wählt die Professoren der ETH Zürich und der EPFL. Präsident des ETH-Rats ist seit 1. Februar 2020 Michael Hengartner, sein Vorgänger war Fritz Schiesser.

Mitglieder Der ETH-Rat setzt sich aus folgenden Personen zusammen (Stand: August 2025):

Position Name Bemerkung Präsident vormals Rektor Universität Zürich und Präsident swissuniversities Vizepräsidentin Unternehmerin und unabhängige Verwaltungsrätin   Präsident ETH Zürich   Präsidentin EPFL   Vertreter der Forschungsanstalten   Delegierte der Hochschulversammlungen ETH Zürich und EPFL   CEO Swissquote   Managing Director der Sandro Vanini SA   ehem. Direktorin Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research   Wirtschaftsprüferin und Auditorin   Unternehmer und unabhängiger Verwaltungsrat

Ehemalige Mitglieder Ehemalige Mitglieder des ETH-Rates bzw. des Schweizerischen Schulrates: +NamePositionAmtszeitJohann Konrad Kern1. Präsident des Schweizerischen Schulrates1854–1857Karl Kappeler2. Präsident des Schweizerischen Schulrates1857–1888Hermann Bleuler3. Präsident des Schweizerischen Schulrates1888–1905Robert Gnehm4. Präsident des Schweizerischen Schulrates1905–1926Arthur Rohn5. Präsident des Schweizerischen Schulrates1926–1948Félix CaruzzoNationalrat1947Claude SeippelVizepräsident 1957–19691948–1968Hans Pallmann6. Präsident des Schweizerischen Schulrates, 1955–19651949–1965Ernst BärtschiNationalrat1955–1957G. EgliNationalrat1955–1957Willy SpühlerStänderat1955–1959Hans MüllerNationalrat1955–1963Hans BosshardtSchulratssekretär1955–1966H. Gicot1955–1967Jean-Louis BarreletStänderat1955–1972Ludwig von MoosStänderat1957–1959Hans RoggerRegierungsrat1960Walter ThomannStadtrat1960–1971Hans Rudolf DenzlerSchulratssekretär1966–1969J. BurckhardtVizepräsident von 1966 bis 19781966–1978G. Lombardi1967H. HauriVizepräsident 1968–19731968–1973Maurice CosandeyVizepräsident 1969–1978, Präsident 19791968–1979Peter SchindlerSchulratssekretär1969–1972A. Speiser1970Rolf WeberNationalrat1970J.-C. Corthésy1970–1973Hans HürlimannStänderat1970–1973Edwin FrechStadtrat1972Walter HallerSchulratssekretär1972–1975H. UrsprungVizepräsident 19731973G. Waldvogel1973G. C. Vincenc1974Johannes FuldaSchulratssekretär1976B. VittozVizepräsident 19781978

Aufgaben mini|Brief vom Schweizerische Schulrath (früherer Name des ETH-Rat) an den Chemiker Georg Bredig (1911) Der ETH-Rat ist verantwortlich für die strategische Führung des ETH-Bereichs innerhalb der im Leistungsauftrag vom Bund vorgegebenen Ziele. Aufbauend darauf sowie im Dialog mit den Institutionen des ETH-Bereichs erarbeitet der ETH-Rat die Strategische Planung und begleitet deren Umsetzung.

Weitere Kernaufgaben des ETH-Rats sind die längerfristige Finanz- und Investitionsplanung, die Zuteilung der von den eidgenössischen Räten bewilligten Mittel auf die beiden ETH und die vier Forschungsanstalten, die Budgetvorgaben sowie die Erstellung des konsolidierten Voranschlages und der konsolidierten Rechnung des ETH-Bereiches. Zudem werden in Zusammenarbeit mit den Institutionen des ETH-Bereichs Entwicklungspläne erstellt, aufgrund welcher Zielvereinbarungen abgeschlossen werden. Er ist ausserdem im Auftrag des Bundes verantwortlich für das strategische Immobilienmanagement im ETH-Bereich.

Der ETH-Rat kann Verordnungen, Weisungen und Richtlinien erlassen oder Anträge für Gesetzesanpassungen stellen. Zudem nimmt er Stellung zur Rechtsetzung des Bundes und der Institutionen des ETH-Bereichs.

Als strategisches Führungsorgan überwacht der ETH-Rat die Erreichung der vereinbarten strategischen Ziele der Institutionen. Er übt die Aufsicht über den ETH-Bereich aus und verdichtet die Resultate seiner Aufsichtsarbeit in einem jährlichen Geschäftsbericht sowie einem Schlussbericht am Ende der vierjährigen Leistungsperiode.

Bis zur Gründung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Jahre 1961 koordinierte der Schweizerische Schulrat die gesamte Entwicklungshilfe für den Schweizer Bundesstaat.

Überprüfung der Strukturen 2007–2010 Im Jahr 2007 gerieten der ETH-Rat und insbesondere dessen damaliger Präsident Zehnder wegen der Mittelzuteilung und der Vorbereitung der Wahl des Präsidenten der ETH Zürich in die Kritik.NZZ vom 28. November 2007: Kritisierter ETH-Ratspräsident Zehnder tritt ab Der Nationalrat überwies daraufhin ein Postulat, das die Überprüfung der Führungsstruktur des ETH-Bereichs verlangt.Postulat auf der Website des Parlaments

Die institutionellen Fragen zur Funktionsweise des ETH-Rates wurden 2010 von der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates (GPK-N) zurückgestellt. Hingegen untersuchte sie im Jahr 2010 die Probleme bei der Führung des Personals des Stabs des ETH-Rats. Dabei ging es um eine erhöhte Personalfluktuation, eine Häufung von Krankheitsfällen sowie darum, dass verschiedene Mitarbeitende nach externer Unterstützung (medizinischer, psychologischer und juristischer Natur) suchten.

Die GPK-N veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Jahresbericht 2010 der Geschäftsprüfungskommissionen und der Geschäftsprüfungsdelegation der eidgenössischen Räte vom 27. Januar 2011.Jahresbericht 2010 der Geschäftsprüfungskommissionen und der Geschäftsprüfungsdelegation der eidgenössischen Räte vom 27. Januar 2011 (PDF; 485 kB) Darin stellte sie fest, dass alt Ständerat Fritz Schiesser 2007 vom damaligen Vorsteher des schweizerischen Innendepartements (EDI), alt Bundesrat Pascal Couchepin (FDP), als ETH-Ratspräsident vorgeschlagen worden war, um die Schwierigkeiten im ETH-Rat und in dessen Stab zu schlichten. Die GPK-N fand bestätigt, dass das Ausmass und die Art der Schwierigkeiten aussergewöhnlich waren. Sie hielt aber auch fest, dass seit 2009 im ETH-Rat und in seinem Stab ein Wandel des Führungs- und Kommunikationsstils stattgefunden habe.

Weblinks Website des ETH-Rats, ethrat.ch Informationen des Staatssekretariats für Bildung und Forschung über den ETH-Bereich, auf sbfi.admin.ch ETH-Gesetz auf der Website des Bundes, auf admin.ch

Einzelnachweise

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