mini|Ehemaliger Sitz der SRG-Generaldirektion an der Giacomettistrasse in Bern mini|Ehemaliger Sitz der SRG-Generaldirektion an der Giacomettistrasse in Bern mini|Logo bis zum 31. Dezember 2010
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) (, , ) ist ein Verein mit Sitz in Bern und Trägerin des grössten Unternehmens für elektronische Medien in der Schweiz.
Ihr Angebot ist vorwiegend auf die Schweiz bezogen. Die SRG arbeitet unter einer Konzession des Schweizer Bundesstaats,SRG-Konzessionen vom 26. Februar 1931 (vgl. Bericht über die gegenwärtige Ordnung des Radiorundspruches in der Schweiz und in den benachbarten Staaten vom 27. November 1931, BBl 1931 II 676), vom 30. November 1936, vom 13. Oktober 1953 (BBl 1953 III 345; vgl. Bericht über die Ordnung des schweizerischen Rundspruchdienstes vom 13. Januar 1953, BBl 1953 I 17), vom 27. Oktober 1964 (BBl 1964 II 1155), vom 22. Dezember 1980 (BBl 1981 I 285), vom 13. Oktober 1987 (BBl 1987 III 813), vom 18. November 1992 (BBl 1992 VI 567) und vom 28. November 2007 (BBl 2007 8557) die ihr umfangreiche Aufgaben im Dienste der allgemeinen Öffentlichkeit (Service public) überträgt. Zudem ist sie Mitglied der Europäischen Rundfunkunion.
Organisation und Aufbau des Unternehmens SRG als Verband von Vereinen und Genossenschaften Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG; Kurzname oftmals auch SRG SSR) ist ein föderalistischer Verein im Sinne von Artikel 60 ff. des schweizerischen Zivilgesetzbuches. Der Verein hat rund 23'500 Mitglieder und steht allen Medien-Interessierten offen.
Die SRG veranstaltet Radio- und Fernsehprogramme und erbringt andere publizistische Angebote gemäss und der Konzession des Bundesrates (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK).
Die SRG betreibt dazu ein «nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe», welches in den Statuten als Unternehmen bezeichnet wird. Mit den Programmen und übrigen publizistischen Angeboten erfüllt sie den gesetzlichen und konzessionsrechtlichen Leistungsauftrag. Die Angebote sollen der freien Meinungsbildung dienen, die kulturelle Entfaltung fördern und zur Bildung beitragen.
Die SRG besteht aus vier Regionalgesellschaften. Drei davon sind als Vereine, eine als Genossenschaft organisiert: Verein SRG.D: SRG Deutschschweiz (als Dachorganisation von sechs Deutschschweizer Mitgliedsgesellschaften und der Regionalgesellschaft der rätoromanischen Schweiz mit rund 15'500 Mitgliedern) Verein SSR.SR: SSR Suisse Romande (als Dachorganisation von 7 Mitgliedergesellschaften) Genossenschaft SSR.CORSI: SSR Svizzera italiana CORSI Verein SRG.R: SRG SSR Svizra Rumantscha (eingebunden über die SRG.D)
Alle vier Regionalgesellschaften verfügen über einen Regionalrat und einen Regionalvorstand. In jeder Regionalgesellschaft organisiert ein Publikumsrat den Austausch zwischen Publikum und den Programmverantwortlichen und unterstützt so die Programmarbeit des Medienhauses. Eine Ombudsstelle nimmt Beanstandungen am Programm und den Inhalten entgegen und leitet daraus Empfehlungen für die Redaktionen ab.
Höchstes Organ des Vereins SRG ist die Delegiertenversammlung. Der Verwaltungsrat des Unternehmens der SRG ist zugleich der Vereinsvorstand.Vereinsstruktur auf srgssr.ch
Die Regionalgesellschaften der SRG sind in der deutsch- und in der französischsprachigen Schweiz in weitere Mitgliedgesellschaften unterteilt. Diese Mitgliedgesellschaften können zudem auch noch in Sektionen unterteilt sein.Vereinsstruktur SRG SSR auf srgd.ch In diesen Strukturen finden auch General-, Delegierten- oder Mitgliederversammlungen statt.Regionale SRG-Generalversammlungen verschoben und abgesagt auf srgd.ch vom 30. März 2020
SRG.D Regionalgesellschaft der Deutschschweiz: SRG Deutschschweiz (SRG.D) SRG Zürich Schaffhausen (Radio- und Fernsehgenossenschaft Zürich) Sektion 1 (Stadt Zürich) Sektion 2 (Limmattal, Knonauer Amt, Zürichsee linkes Ufer) Sektion 3 (Zürichsee rechtes Ufer, Zürich Oberland) Sektion 4 (Winterthur/Weinland, Schaffhausen, Zürcher Unterland) SRG Bern Freiburg Wallis (Radio- und Fernsehgenossenschaft Bern, Deutschfreiburg, Oberwallis) SRG Freiburg (Radio- und Fernsehgesellschaft Deutschfreiburg) SRG Wallis (Radio- und Fernsehgesellschaft Oberwallis) SRG Region Basel (Radio- und Fernsehgenossenschaft Basel) SRG Ostschweiz (Ostschweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) SRG Zentralschweiz (Zentralschweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) SRG Uri SRG Schwyz SRG Obwalden SRG Nidwalden SRG Luzern SRG Zug SRG Aargau Solothurn (Radio- und Fernsehgesellschaft Aargau/Solothurn)
SSR.SR Regionalgesellschaft der französischen Schweiz: SSR Suisse Romande (SSR.SR) SSR Berne (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Fribourg (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Genève (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Jura (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Neuchâtel (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Valais (Radio-Télévision Suisse Romande SRT) SSR Vaud (Radio-Télévision Suisse Romande SRT)
SSR.CORSI Regionalgesellschaft der italienischen Schweiz (als Genossenschaft): SSR Svizzera italiana CORSI Società cooperativa per la radiotelevisione nella Svizzera italiana
SRG.R Regionalgesellschaft der rätoromanischen Schweiz: SRG SSR Svizra Rumantscha SRG SSR Svizra Rumantscha
Leitung Die Organe der Gesellschaft auf nationaler Ebene sind:Unternehmen auf srgssr.ch die Geschäftsleitung mit Generaldirektor und 7 weiteren Direktoren sowie 3 Mitgliedern der erweiterten Geschäftsleitung; der Verwaltungsrat aus 9 Mitgliedern, geleitet von einem Verwaltungsratspräsidenten und unterstützt durch einen Zentralsekretär; die Delegiertenversammlung, bestehend aus 41 Personen unter Vorsitz des Präsidenten der SRG 18 Delegierte der Gesellschaften der Deutschschweiz, 9 der Westschweiz, 6 der italienischen und 3 der rätoromanischen Schweiz. Von Amts wegen gehören die Präsidenten der Regionalgesellschaften dazu. Drei weitere Vertreter werden von der Delegiertenversammlung gewählt sowie zwei vom Bundesrat bestimmt. Vier weitere Vertreter, darunter der Generaldirektor, nehmen mit beratender Stimme teil.Delegiertenversammlung auf srgssr.ch
Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sowie das BAKOM sind die Aufsichtsbehörden der SRG. Sie prüfen die Einhaltung der Bestimmungen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) sowie der Konzession. Daneben sind folgende Instanzen für die Beurteilung von Sendungen und die Behandlung von Beanstandungen und Beschwerden zuständig:
Publikumsräte: Sie sind Schnittstelle zwischen Programmschaffenden und Publikum. Als Vertreter verschiedener Bevölkerungskreise beurteilen die Mitglieder die publizistischen Leistungen. Für die Programmverantwortlichen sind sie wichtige Diskussionspartner. In ihren Berichten halten sie ihre Beobachtungen und Beurteilungen fest, machen konkrete Verbesserungsvorschläge und informieren die Öffentlichkeit. Die Publikumsräte haben keine Weisungsbefugnisse. Ombudsstellen: Die SRG hat fünf Ombudsstellen – je eine für die Radio- und Fernsehprogramme der vier Sprachregionen und eine für Swissinfo. Die Ombudsstellen vermitteln zwischen den Personen, welche eine Beanstandung einreichen, und den Programmverantwortlichen. Da zu den meistbeachteten und stark diskutierten Sendungen der SRG naturgemäss die Informationssendungen zählen, sind diese am häufigsten von Beanstandungen betroffen. Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI): Ist jemand mit der Beurteilung der Ombudsstelle nicht einverstanden, kann der Streitfall bei der UBI beanstandet werden.
In allen Regional- oder Mitgliedgesellschaften der SRG engagieren sich rund 23'000 Menschen, wodurch eine direkte gesellschaftliche Partizipation erreicht wird. Beispielsweise wird im deutschen Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei sechsfacher Bevölkerungszahl die gesellschaftliche Trägerschaft in sämtlichen Gremien und Beiräten von ARD und ZDF von insgesamt nur rund 1000 Repräsentanten praktisch ausgeübt.Ralf Siepmann: Konvergenz auf eidgenössische Art. die SRG SSR treibt den Transfer ins digitale Zeitalter voran., in: EPD Medien Nr. 28 vom 13. Juli 2012
Das Unternehmen Das Unternehmen wird geführt von der Generaldirektion unter dem Vorsitz des Generaldirektors. Dieser sind die sogenannten Regionaleinheiten (vormals Unternehmenseinheiten) unterstellt. Es sind diese: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Radio Télévision Suisse (RTS) Radiotelevisione Svizzera (RSI) Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) SWI swissinfo.ch
Zudem gehören zum Unternehmen folgende Tochtergesellschaften: die Teletext-Betreiberin und Anbieterin von Multimedia-Dienstleistungen Swiss TXT AG die führende Unternehmen im Vertrieb elektronischer Medien Publisuisse SA (In Admeira integriert) die Beteiligungsgesellschaft Telvetia SA
Das Unternehmen ist u. a. Teilhaberin folgender Gesellschaften: Radio Events GmbH (50 %) Viasuisse AG (36,1 %) SMD Schweizer Mediendatenbank AG (33,3 %) Swiss Radioplayer GmbH (25 %) TV5 Monde SA (11,1 %) Keystone-SDA (7 %) Institut für Rundfunktechnik (IRT) (5,7 %) Swiss Media Cast AG (7,7 %) Swiss Media Forum AG (10 %) Romandie Médias S.A. (9,8 %) Euronews SECEMIE (1,1 %)
Eine Beteiligung von 33,3 % an der Admeira AG wurde 2018 veräussert.
Per 1. Januar 2020 wurde die Tochtergesellschaft technology and production center switzerland (tpc) in SRF reintegriert.
Von 2016 bis 2017 war Viktor Baumeler als Nachfolger von Raymond Loretan Präsident der SRG. Er wurde im Mai 2017 durch Jean-Michel Cina abgelöst.Jean-Michel Cina wird SRG-Präsident. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Juli 2016.
Von 2017 bis 2024 war Gilles Marchand als Nachfolger von Roger de Weck Generaldirektor der SRG. In: Website der SRG SSR. 6. Oktober 2017 (Medienmitteilung). Am 25. Mai 2024 wurde Susanne Wille zur neuen Generaldirektorin gewählt. Sie trat ihr Amt am 1. November 2024 an.Susanne Wille wird neue Generaldirektorin der SRG. In: srgssr.ch, 25. Mai 2024.
Die Gesellschaft Die SRG ist ein Verein, der das öffentliche, unabhängige Medienhaus SRG betreibt. Die SRG und ein Teil der privaten Sender erhalten für die Umsetzung ihres Programms Gebühren. Im Gegenzug sind sie verpflichtet, die Grundversorgung an Radio- und Fernsehprogrammen für die Gesellschaft (medialer Service public) zu erbringen und dabei einen Auftrag aus der Bundesverfassung, dem Radio- und Fernsehgesetz sowie der Konzession zu erfüllen. Damit ist die SRG dafür verantwortlich, dass alle Sprachregionen eine gesicherte Informationsabdeckung und ein vielfältiges Unterhaltungs-, Bildungs- und Kulturprogramm erhalten. Die SRG erhält 90 % der Einnahmen aus diesen Gebühren, die die Serafe AG (bis Ende 2018 Billag AG) erhebt. Zudem erhalten 34 private Rundfunksender rund vier Prozent der Einnahmen aus dieser Gebühr.Polynomics AG (Hrsg.): Analyse von Wettbewerbsverzerrungen Wettbewerbswirkungen der Gebührenfinanzierung des Service public, Kap. 2: Ausgangslage und Fragestellung. (S. 8) Studie im Auftrag des BAKOM, 21. Dezember 2016, abgerufen am 17. Januar 2026 Aufgrund dieser rechtlichen Sonderstellung (neben Staatsmedien und öffentlich-rechtlichen Medien) bevorzugt die Gesellschaft für sich selbst den juristisch unverbindlichen Ausdruck «öffentliches Medienhaus».SRG Insider: Warum ist der Ausdruck «Staatsfernsehen» oder «öffentlich-rechtlicher Sender» falsch?
Im Rahmen des im März 2009 beschlossenen Projekts «Medienkonvergenz und Wirtschaftlichkeit» bündelte die SRG ihre Unternehmenseinheiten je Sprachregion und strebte eine engere Zusammenarbeit zwischen Radio, Fernsehen und Online an. So nahm am 1. Januar 2011 die neue Unternehmenseinheit Schweizer Radio und Fernsehen, als Zusammenschluss zwischen Schweizer Radio DRS und dem Schweizer Fernsehen, ihren Betrieb auf.
Bisherige Generaldirektoren Vorstandsdelegierter: 1931–1936: Maurice Rambert Generaldirektoren: 1936–1950: Alfred Walter Glogg 1950–1972: Marcel Bezençon