Bitterfeld-Wolfen ist die größte Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Stadt liegt im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt.
Geografie Lage Bitterfeld-Wolfen liegt etwa 25 km nordöstlich von Halle (Saale) und etwa 35 km nördlich von Leipzig. Die maximale Ausdehnung beträgt sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung jeweils etwa zehn Kilometer. Östlich befindet sich der Muldestausee, südöstlich der Goitzsche-See mit den Hafenanlagen, westlich das Sandersdorfer Strandbad. Die Stadt liegt im Naturraum Bitterfelder Bergbaurevier.
Stadtgliederung Die Stadt Bitterfeld-Wolfen gliedert sich in die folgenden Ortschaften mit ihren Ortsteilen:
Ortschaft Die Ortschaften von Bitterfeld-Wolfen (anklickbare Karte) Bitterfeld Bobbau (mit Siebenhausen) Greppin Holzweißig Reuden an der Fuhne Rödgen (mit Zschepkau) Thalheim Wolfen
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Raguhn-Jeßnitz im Norden, Muldestausee im Osten, Delitzsch im Süden sowie Sandersdorf-Brehna und Zörbig im Westen.
Geschichte Zum 1. Juli 2007 wurden die bis dahin selbstständigen Städte Wolfen und Bitterfeld mit den Ortsteilen Reuden, Rödgen, Zschepkau sowie die Gemeinden Greppin, Thalheim und Holzweißig zur Stadt Bitterfeld-Wolfen zusammengeschlossen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007 Ein Vertrag zur Gebietsänderung wurde am 29. September 2005 von den (Ober-)Bürgermeistern der betreffenden Städte und Gemeinden unterzeichnet. Die Genehmigung dieser Gebietsänderungsvereinbarung durch die Kommunalaufsicht liegt seit 8. November 2005 vor. Die Gemeinde Bobbau mit dem Ortsteil Siebenhausen trat am 1. September 2009 ebenfalls zur Einheitsgemeinde bei,StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009 obwohl sich bei einer Bürgeranhörung 54 % der Einwohner Bobbaus gegen den Beitritt ausgesprochen hatten. Seit der politischen Wende 1989/90 hat sich die Einwohnerzahl mehr als halbiert, vor allem in der ehemaligen Stadt Wolfen.
Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Bitterfeld 1. Juli 2007 Bobbau 1. September 2009 Greppin 1. Juli 2007 Holzweißig 1. Juli 2007 Reuden 13. Juli 1993 Eingemeindung nach Wolfen Rödgen 15. März 2004 Eingemeindung nach Wolfen Siebenhausen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Bobbau Thalheim 1. Juli 2007 Wolfen 1. Juli 2007 Zschepkau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Rödgen
Bevölkerung (heutiger Gebietsstand) Jahr/Datum Einwohner 1964 ¹ 74.747 1971 ¹ 74.369 1981 ¹ 73.719 1985 75.274 1989 76.147 Datum Einwohner 1990 71.916 1995 67.060 2000 57.435 2005 49.899 2010 45.171 2015 40.480 Datum Einwohner 2020 37.568 2021 37.047 2022 36.852 2023 36.815 2024 36.592 2025 36.186
¹ Volkszählungsergebnis
ab 1990: Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtrat mini|Rathaus Bitterfeld-Wolfen Der Stadtrat von Bitterfeld-Wolfen besteht aus 40 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 AfD 20,3 % 8 36,1 % 15 CDU 21,8 % 9 19,0 % 8 PRO Bitterfeld-Wolfen – – 14,7 % 6 Die Linke 14,0 % 5 7,3 % 3 SPD 6,6 % 3 5,8 % 2 Wählerliste Sport Bitterfeld-Wolfen 8,9 % 3 5,4 % 2 Freie Wählergemeinschaft Holzweißig 2,9 % 1 3,6 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 4,5 % 2 2,9 % 1 Unabhängiges Bündnis Bitterfeld-Wolfen – – 2,4 % 1 Freie Wählergemeinschaft Greppin 1,2 % 1 1,8 % 1 FDP 3,2 % 1 1,1 % – PRO Wolfen 14,5 % 6 – – PRO Bitterfeld 2,2 % 1 – – Insgesamt 100 % 40 100 % 40
Oberbürgermeister 2010–2017: Petra Wust (parteilos) seit 2017: Armin Schenk (CDU)
Erste Oberbürgermeisterin der Stadt Bitterfeld-Wolfen war die ehemalige Oberbürgermeisterin von Wolfen, Petra Wust (parteilos). Die Oberbürgermeisterstichwahl am 22. November 2009 gewann sie mit 56,9 % der gültigen Stimmen gegen Dagmar Zoschke (Die Linke).http://www.bitterfeld-wolfen.de/de/upload/Wahlergebnisse.pdf
Bei der Oberbürgermeisterstichwahl am 6. November 2016 setzte sich Armin Schenk (CDU) gegen den parteilosen Kandidaten Eckbert Flämig mit 57,9 % der gültigen Stimmen durch. Seine Amtszeit begann am 6. März 2017.Website der Stadt – Statistik und Wahlen
Bei der Oberbürgermeisterwahl am 24. September 2023 erhielt der AfD-Kandidat Henning Dornack im ersten Wahlgang 33,8 % der Stimmen, Amtsinhaber Armin Schenk (CDU) 29,1 %. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielte, kam es am 8. Oktober zu einer Stichwahl, die Amtsinhaber Schenk mit 53,8 % der gültigen Stimmen gewann. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen
Flagge Die Flagge ist Gelb - Blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.§ 2 der Hauptsatzung der Stadt Bitterfeld-Wolfen (PDF; 213 kB).
Dienstsiegel Das Dienstsiegel der Stadt Bitterfeld-Wolfen enthält das Stadtwappen und die Umschrift „Bitterfeld-Wolfen“.
Städtepartnerschaften Der Ortsteil Bitterfeld unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten: Dserschinsk (Russland), seit 1996 Kamienna Góra (Landeshut in Schlesien) (Polen), seit 2. März 2006 Marl (Deutschland), seit 1991 Vierzon (Frankreich), seit 1959
Der Ortsteil Wolfen unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten: Villefontaine (Frankreich), seit 7. Mai 1994 Witten (Deutschland), seit 7. April 1990
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Rathaus der Stadt Bitterfeld-Wolfen mini|hochkant=1.2|Gebäude 041: ehem. Verwaltungsgebäude der Filmfabrik ORWO, heute Rathaus der Stadt Bitterfeld-Wolfen
Das Gebäude des heutigen Rathauses wurde zwischen 1936 und 1939 als Teil der Agfa-Werke errichtet. Mit der werksinternen Nummer 041 sollte es nach ersten Planungen das Wissenschaftliche Zentral-Laboratorium der Photographischen Abteilung von Agfa beherbergen. In der endgültigen Planung fand dann auch die Verwaltung des Unternehmens ihren Sitz im Gebäude. Nach den Plänen von Regierungsbaumeister Adolf Herberger entstand ein halbrunder Bau mit zwei zentralen Ecktürmen, Hörsaal, Wissenschaftlicher Bibliothek, Konferenzsaal, Ausstellungshalle, zwei Seitenflügeln und einem Luftschutzbunker vor dem Haus. 99 große Fenster bestimmten die Außenansicht. Pfälzer Sandstein wurde für die Fassade verwendet.
Nach dem Krieg und damit verbundenen Beschädigungen wurde die Filmfabrik sowjetisches Eigentum, bevor 1954 ein Volkseigener Betrieb (VEB) gegründet wurde. Zehn Jahre später wurde aus Agfa ORWO (ORiginal WOlfen). Der Betrieb beschäftigte 14.500 Menschen, wobei über die Hälfte Frauen waren. Eine Frauenplastik, die auch heute wieder vor dem Gebäude steht, symbolisiert den größten Frauenbetrieb der DDR.
Mit der Wende verlor die Filmfabrik an Bedeutung; damit verfiel das Gebäude 041 zunehmend. Erst mit der Gründung der Stadt Bitterfeld-Wolfen kam die Chance zur Wiederbelebung. Die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen mbH erwarb das Grundstück und investierte 8,1 Millionen Euro. Seit Januar 2010 ist die Stadtverwaltung Mieter des Rundbaus.
mini|Städtisches Kulturhaus Bitterfeld-Wolfen Städtisches Kulturhaus
Die bedeutendste kommunale kulturelle Begegnungsstätte ist das Städtische Kulturhaus. 1927 von den Agfa-Werken erbaut, diente es bis zur politischen Wende 1989 hauptsächlich als Veranstaltungsstätte für die Mitarbeiter der ehemaligen Filmfabrik Wolfen. Mit der Übernahme des Kulturhauses durch die damalige Stadt Wolfen im Jahre 1991 wurde die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Kulturhaus in wachsendem Maße Bedeutung für die Stadt, die Region und darüber hinaus einnimmt.
Das Kulturhaus bietet ein breitgefächertes Angebot verschiedener Genres. Neben Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche können das unter anderem Varietéveranstaltungen, Kabarett, Musicals, Ballett, Oper und Operette, Theater, Kleinkunst und Tanzveranstaltungen sein. Um die Angebotsvielfalt und die dazu notwendigen technischen Möglichkeiten bieten zu können, hat die Stadt in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Mittel in den Um- und Ausbau des Kulturhauses investiert. Den Abschluss wird die Sanierung des Großen Saales bilden.
mini|Bitterfelder Bogen Bitterfelder Bogen
Im August 2006 wurde der 28 Meter hohe und 81 Meter lange Bitterfelder Bogen auf dem Bitterfelder Berg eröffnet. Der Architekt und Künstler Claus Bury schuf somit im südöstlichen Teil Bitterfelds einen weiteren Aussichtspunkt, da die stählerne Bogenkonstruktion begehbar ist. Auf einem 540 Meter langen Laufsteg erreicht man die oberste Aussichtsplattform, von der man bei guter Sicht bis zum Flughafen Leipzig/Halle und manchmal sogar bis zum Brocken sehen kann. Ebenfalls bietet sich ein hervorragender Blick über die Goitzsche. Dank seiner erhöhten Lage kann das Bauwerk schon von weitem gesehen werden. Der Bitterfelder Bogen ist Teil der Erlebnisroute „KOHLE | DAMPF | LICHT | SEEN“.
Freilichtbühne im Stadtteil Wolfen
Die Freilichtbühne im Stadtteil Wolfen liegt mitten im Naherholungsgebiet Fuhneaue. Sie gilt als größte Freilichtbühne in Sachsen-Anhalt und kann laut Stadtverwaltung gemietet werden. In jedem Jahr finden mehrere Veranstaltungen auf dem Bühnengelände, welches auf einer künstlich geschaffenen Insel liegt, statt.
mini|Der Pegelturm in Bitterfeld Pegelturm
Der begehbare Pegelturm steht etwa 50 m vom Ufer entfernt in der Goitzsche, in der Nähe der Bitterfelder Wasserfront. Der 26 Meter hohe Turm schwimmt auf der Wasseroberfläche des Sees und ist nach dem Sturmschaden wieder über eine Seebrücke zu erreichen. Besonders am Wochenende ist er Zielpunkt von vielen Touristen, da von ihm aus eine weite Rundumsicht ermöglicht wird. Im Dunkeln wird er durch langsam wechselnde Farben illuminiert. Am Ufer befinden sich Restaurants, Cafés sowie ein Souvenirladen. Weiterhin befindet sich unmittelbar an der Seebrücke ein kleiner Badestrand.
mini|Industrie- und Filmmuseum Industrie- und Filmmuseum
Das Industrie- und Filmmuseum befindet sich im Stadtteil Wolfen und liegt im Gebiet des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen. Das Museum beschäftigt sich mit der Geschichte der Filmfabrik Wolfen, die durch die Firma Agfa und später dann ORWO gebildet wurde. Weiterhin wird die Herstellung von Rohfilmen anhand von originalen Maschinen veranschaulicht. Im Gebäude des Filmmuseums finden mehrmals im Jahr Sonderausstellungen zur historischen und zeitgenössischen Fotografie statt. Das Museum ist Teil der Erlebnisroute „KOHLE | DAMPF | LICHT | SEEN“.
mini|Rathaus Bitterfeld Bitterfelder Rathaus
Direkt am Marktplatz des Ortsteiles Bitterfeld steht das über 300 Jahre alte Rathaus. Charakteristisch für den Bau sind die rötlichen Backsteine und der in der Mitte befindliche Turm. Erbaut wurde es nach einem Entwurf des Architekten Ritter. Der historische rote Backsteinbau wurde 1865 fertiggestellt, nachdem das alte Rathaus abgerissen worden war. Im Jahr 1991 begannen die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau, welcher 1993 vollendet wurde. Für das Bauprojekt mussten viele Rathausnebengebäude weichen.
mini|Berufsschulzentrum Bitterfeld-Wolfen Berufsschulzentrum August von Parseval Bitterfeld-Wolfen
Das Berufsschulzentrum August von Parseval Bitterfeld-Wolfen wurde im Jahr 2000 seiner Bestimmung übergeben. Der Name August von Parseval erinnert an die Traditionen der Chemie und Luftschifffahrt im Raum Bitterfeld. Das Gebäude ist in Niedrigenergiebauweise ausgeführt.
mini|Kulturpalast Bitterfeld Kulturpalast Bitterfeld