mini|Blick von Friedenfels zum Steinwaldkamm Friedenfels (bairisch: Frienfels) ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth. Der gleichnamige Hauptort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort am Südhang des Naturparks Steinwald.

Gemeindegliederung Es gibt 12 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Das Gemeindegebiet umfasst die Gemarkungen Bärnhöhe, Friedenfels und Voitenthan.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Der Ort ist aus den früher eigenständigen Dörfern Frauenreuth, Schönfuß, Trettmanns und Öd zusammengewachsen. Sein Name leitet sich vom Schloss Friedenfels ab. Die öfters genannte angebliche Ersterwähnung im Jahr 1553 lässt sich archivalisch nicht nachweisen. Das Schloss Friedenfels entstand vielmehr erst nach der Erbteilung zwischen den Brüdern Christoph und Friedrich Sittich Notthafft von Weißenstein im Jahr 1586. Während Christoph das Schloss Thumsenreuth erhalten hatte, baute sich Friedrich Sittich auf der Anhöhe über Schönfuß ein neues Schloss. Der Name des Schlosses Friedenfels ist verknüpft mit dem Streit der Brüder Christoph und Friedrich Sittich Notthafft, von denen ihr Vormund einst sagte, es würde nicht guttun, wenn sie beisammen in einem Haus wohnten, selbst wenn sie „zween sonderliche Küchen haltten“ würden. Der jüngere von beiden war froh, nach der Erbteilung endlich Frieden mit seinem Bruder gefunden zu haben und nannte sein neues Schloss wohl deshalb Friedenfels.

Die Herrschaft Weißenstein der Nothafft, ein böhmisches Lehen, wurde 1807 dem Königreich Bayern eingegliedert. Den Nothafft blieb nur die Patrimonialgerichtsbarkeit. Mit den Bayerischen Gemeindeedikten Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Friedenfels ab 1818 eine Ruralgemeinde.

1848 wurden die letzten Reste der Adelsherrschaft beseitigt. Bis 1882 blieb das Gut Friedenfels in den Händen der Familie von Notthafft, dann gelangte es an den Stuttgarter Großindustriellen Gustav von Siegle und schließlich über dessen Tochter an die Freiherrn von Gemmingen-Hornberg.

Eingemeindungen Im Jahr 1939 wurde die Gemeinde Bärnhöhe eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Januar 1978 Teile der aufgelösten Gemeinde Voitenthan hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1437 auf 1241 um 196 bzw. um 13,6 %.

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2026 führte zu folgender Sitzverteilung: +Partei/ListeSitze 2026CSU5JU1GRÜNE/Neue Wege1SPD2UFW/FW3

Bürgermeister Erster Bürgermeister seit 2026 ist Adrian Käß (CSU). Sein Vorgänger war Oskar Schuster (UFW/FW).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini| Baudenkmäler

Das Schloss Friedenfels liegt inmitten eines Parks; es erhielt sein heutiges Aussehen durch einen Umbau nach Plänen des Münchener Architekten Emanuel von Seidel im Jahr 1900. Bis 1882 war Schloss Friedenfels im Besitz der Freiherrn Notthafft von Weißenstein; heute besitzen es die Freiherren von Gemmingen-Hornberg. Schloss und Park sind Privatbesitz und können nicht besichtigt werden.

Die dem Schlosskomplex eingefügte katholische Kirche Maria Immaculata ist aus der 1684 von Georg Rudolf Notthafft Freiherr von Weißenstein errichteten Schlosskapelle hervorgegangen. Um 1870 musste das zu klein gewordene Kirchlein einem neugotischen Neubau weichen, der 1937/38 nochmals vergrößert wurde und dadurch sein heutiges Aussehen erhielt. Der Innenraum wird von einer Holztonnenkonstruktion überspannt; die Ausstattung ist neugotisch-byzantisierend. Ein an der Außenseite der Kirche angebrachtes Epitaph erinnert an den Freiherrn Georg Rudolff Notthafft (* 14. Januar 1660; † 28. Mai 1714), den Stifter der Friedenfelser Schlosskapelle, und dessen Ehefrau Anna Sophia Barbara Notthafft, geborene Freiin von Sparneck (* 24. Oktober 1675; † 6. März 1729).

Eine Friedenfelser Besonderheit stellt der etwas außerhalb des Ortes gelegene Notthafftische Waldfriedhof dar. 1878 hatte Baron Maximilian Joseph von Notthafft auf dem sogenannten Muttergottesbühl ein Familienbegräbnis gestiftet. Nachdem in der Nacht vorher die im 19. Jahrhundert auf dem Thumsenreuther Friedhof bestatteten Familienmitglieder exhumiert worden waren, wurde der Notthafftische Waldfriedhof am 16. April 1878 durch die Pfarrgeistlichkeit von Erbendorf und den Friedenfelser Benefiziaten Georg Bissinger feierlich eingeweiht und die aus Thumsenreuth überführten sterblichen Überreste wieder der geweihten Erde übergeben. Jede Grabstätte wurde mit einem Grabmonument aus der Friedenfelser Syenitschleiferei versehen. Zwölf Mitglieder der Familie Notthafft fanden hier ihre letzte Ruhe.

Bodendenkmäler

Naturdenkmäler Friedenfels grenzt an den Naturpark Steinwald.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch den Ort führt die Staatsstraße 2121. Von 1894 bis 1958 war Friedenfels Endpunkt einer schmalspurigen Industriebahn, der Bahnstrecke Reuth–Friedenfels. mini|

Ansässige Unternehmen Schlossbrauerei Friedenfels

Öffentliche Einrichtungen Freibad Kindergarten Jugendraum Exile Altenstube Steinwaldhalle Kinderkrippe

Bildung Grundschule Friedenfels

Literatur Harald Stark: Die Familie Notthafft - auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X.

Weblinks

Kommunalverwaltung Friedenfels bei www.notthafft.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Tirschenreuth Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1553