mini|hochkant|Cecilia Bartoli (2007) mini|hochkant|Nach einer Aufführung von La Cenerentola, Salle Pleyel, Paris, 2008 mini|hochkant|Salzburg, 2013 mini|hochkant|Salzburg, 2013 Cecilia Bartoli [] (* 4. Juni 1966 in Rom) ist eine italienisch-österreichischeÖsterreichisches Bundeskanzleramt: Opernsängerin. Sie ist ein Koloratur-Mezzosopran und besitzt einen Stimmumfang von über zweieinhalb Oktaven. Seit 2012 leitet sie die Salzburger Pfingstfestspiele. Seit 2023 ist sie auch Direktorin der Opéra de Monaco im Fürstentum Monaco.
Leben Cecilia Bartolis Eltern – Pietro Angelo Bartoli und Silvana Bazzoni – waren beide Opernsänger. Ihre Mutter gab der Kinder wegen eine vielversprechende Solokarriere als Sopranistin auf; sie sang fortan im Chor der römischen Oper und widmete sich ihren Kindern Gabriele, Cecilia und Federica. Die Ehe der Eltern zerbrach. Der Vater führte seine Karriere als Tenor in Rimini fort, hatte dort aber nur mittelmäßigen Erfolg.
Die Mutter erkannte früh das große Talent ihrer Tochter Cecilia. Diese wollte zunächst Fremdenführerin oder Flamencotänzerin werden. Ihre Mutter überzeugte sie schließlich, ihr Talent zum Singen zu pflegen, und erteilte ihr die ersten Gesangsstunden. Cecilia war zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Mit 17 begann Cecilia das Musikstudium an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom; in dieser Zeit blieb Silvana Bazzoni weiterhin ihre einzige Gesangslehrerin.
Cecilia Bartoli lebt in Zollikon und ist seit 2011 mit dem Schweizer Bariton Oliver Widmer verheiratet.Cecilia Bartoli erlebt in der Schweiz «wunderbare Harmonie». In: Aargauer Zeitung, 8. November 2017, abgerufen am 9. März 2019.
Werdegang Ihren ersten Auftritt auf einer Bühne hatte Cecilia als Neunjährige in Puccinis Tosca als Hirtenknabe in Rom. 1985, im Alter von 19 Jahren, trat Cecilia Bartoli in einer Talentshow im italienischen Fernsehen auf.Cecilia Bartoli, All Media Guide, 2007 Sie belegte lediglich den zweiten Platz, dennoch erregte sie Aufmerksamkeit. Sie debütierte im Alter von 19 Jahren als Rosina in Rossinis Barbier von Sevilla an der Oper ihrer Heimatstadt.
Der internationale Durchbruch gelang ihr 1988 mit ihrem Auftritt an der Pariser Oper zur Hommage an Maria Callas – ein Auftritt, der die Dirigenten Herbert von Karajan, Daniel Barenboim und Nikolaus Harnoncourt auf sie aufmerksam machte. Herbert von Karajan lud sie nach Salzburg ein, wo sie mit ihm Bachs Messe in h-Moll einstudierte. Da Karajan 1989 starb, kam es nicht zur Aufführung. Unter Leitung von Daniel Barenboim und Nikolaus Harnoncourt spezialisierte sie sich auf Mozart-Rollen und weniger bekannte Werke aus dem Barock und der frühen Klassik und wurde rasch international bekannt. Mit der Partie der Zerlina trat sie im März 1993 in der Mailänder Scala im Don Giovanni auf (Dirigenten: Riccardo Muti, Philippe Auguin), im August 1994 bei den Salzburger Festspielen (unter Daniel Barenboim). Im Jahre 1996 debütierte sie in der Metropolitan Opera als Despina in Mozarts Così fan tutte. Im folgenden Jahr sang sie dort die Titelpartie in Rossinis La Cenerentola.
Zu ihren neueren Partien gehören die Fiorilla in Rossinis Turco in Italia im Royal Opera House Covent Garden, Cleopatra in Händels Giulio Cesare unter Marc Minkowski, Semele unter William Christie im Opernhaus Zürich und die Titelrolle in Halévys Clari unter Ádám Fischer, ebenfalls in Zürich. 2007/08 widmete sich Cecilia Bartoli der großen Sängerin Maria Malibran (1808–1836).Günter Gerard: „In Hamburg zu Gast: Legendäre Arien und Balladen. Cecilia Bartoli ist La Malibran“, Hamburger Abendblatt, 30. Oktober 2007. Im Jahre 2009 beschäftigte sie sich in ihrem Projekt Sacrificium mit der Geschichte der Kastratensänger und nahm eine CD mit Arien auf, die für Kastraten geschrieben waren.Cecilia Bartoli singt Kastratenarien Im Juni 2010 sang sie erstmals die Titelpartie in Bellinis Norma unter dem Dirigenten Thomas Hengelbrock konzertant im Konzerthaus Dortmund.
Cecilia Bartoli singt weiterhin regelmäßig in den größten Konzertsälen und Opernhäusern der Welt. Ihr derzeitiges Stammhaus ist das Opernhaus Zürich.
Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele mini|hochkant|Als Cleopatra bei den Salzburger Festspielen (2012) Seit dem Jahre 2012 leitet Bartoli die Salzburger PfingstfestspieleCecilia Bartoli (Stand: Juni 2014) auf der Website der Salzburger Festspiele, abgerufen am 23. Januar 2015. und feierte gleich in der ersten Spielzeit – als Cleopatra in Giulio Cesare in Egitto – einen veritablen Triumph. Im Jahre 2013 hat sie dort die Titelpartie von Bellinis Norma erstmals in einer szenischen Aufführung gesungen (Dirigent Giovanni Antonini, Orchestra La Scintilla, Regie Moshe Leiser und Patrice Caurier). 2014 sang sie in Salzburg sowohl die Cenerentola als auch die Desdemona in Rossinis Otello. Im Jahre 2015 folgte szenisch Glucks Iphigénie en Tauride und konzertant Händels Semele (beide mit den Barocchisti unter Diego Fasolis). 2016 sang sie die Maria in Leonard Bernsteins West Side Story und hatte kritische Rezensionenhttps://www.fuw.ch/article/cecilia-bartoli-grosse-stimme-und-grosse-visionen/, Cecilia Bartoli: grosse Stimme und grosse Visionen, Hans Uli von Erlach, Verlag Tamedia Finanz und Wirtschaft AG, 2016-09-13z. B. , Gustavo Dudamel dirigierte das Orquesta Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar.
Giulio Cesare, Norma, Cenerentola und die Iphigénie wurden auch jeweils in das Sommerprogramm der Salzburger Festspiele übernommen, Norma zweimal (2013 und 2015), jedes Mal ausverkauft. Zumeist dankte das Salzburger Publikum der Künstlerin mit Standing Ovations.
Im Jahre 2019 wurde ihr Vertrag als künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele bis 2026 verlängert.orf.at: Pfingstfestspiele: Bartoli verlängert bis 2026. Artikel vom 10. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.
Arbeitsweise Cecilia Bartoli spricht außer Italienisch auch Englisch, Französisch und Spanisch, singt jedoch am liebsten in ihrer Muttersprache, weil hier ihr Sprachgefühl am sichersten ist. Sie sagt von sich, dass sie immer danach strebe, sich weiterzuentwickeln, das Repertoire zu erkunden und es ständig aus neuen Perspektiven zu sehen. Wichtig für sie sei, in bekannten Werken immer wieder etwas Neues zu entdecken.Cecilia Bartoli Portrait, musik-base.de, 2007
Cecilia Bartoli studierte Originalpartituren vergessener Komponisten und Opern und macht Anpassungen für die Interpreten, wie sie im 19. Jahrhundert üblich waren, wieder rückgängig, zum Beispiel in Bellinis Norma. Weiterhin bemüht sie sich um den historischen Originalklang mit Ensembles, die alte Instrumente spielenCecilia Bartoli – Biografie, KlassikAkzente.de, 9/2008 (bspw. Concentus Musicus Wien, Il Giardino Armonico, Orchestra La Scintilla u. a.), wobei auch der Tatsache Rechnung getragen wird, dass Ensembles wie das typische Barockorchester bis zum 18. Jahrhundert kleiner als heutige Orchester waren.
In ihrem Album St Petersburg widmet sie sich der Barockmusik am russischen Hof.Cecilia Bartoli St Petersburg. Artikel vom 1. November 2014 auf cosmopolis.ch, abgerufen am 23. Januar 2015.
Kritiken Ihre Stimme ist in der Presse Gegenstand kontroverser Einschätzungen. Die Sängerin wird für ihre als sehr ausdrucksstark bezeichneten Interpretationen der Musik aus der Zeit der Klassik als auch des Belcanto hervorgehoben, dies sowohl hinsichtlich der sängerischen als auch der schauspielerischen Leistung.https://opera-inside.com/cecilia-bartoli-mezzosopran/?lang=de, Cecilia Bartoli, Mezzosopran – der Opernführer, 2021 Copyright - Opera Inside - Enfold WordPress Theme by Kriesihttps://www.capriccio-kulturforum.de/index.php?thread/684-cecilia-bartoli-faszination-durch-virtuosit%C3%A4t-leidenschaft-und-ernsthaftigkeit/,Cecilia Bartoli - Faszination durch Virtuosität, Leidenschaft und Ernsthaftigkeit, Keith M.C., 2009-06-21 / weiterhin beachte: Diskussionsseite ebenda Sie wird als eine große Stimme bezeichnet, es wird auch von einer „gesanglich nicht zu übertreffenden Qualität“ gesprochen.https://opernmagazin.de/leidenschaft-cecilia-bartoli-beim-lucerne-festival/, „Leidenschaft“ – Cecilia Bartoli beim Lucerne Festival, DAS OPERNMAGAZIN Das Opern – und Kulturmagazin im Internet von Detlef Obens, 2020-08-23 Ihre Einspielung der Norma von Bellini wird von Kesting lobend erwähnt.https://www.tagblatt.ch/kultur/musik/philologin-cecilia-bartoli-bastelt-sich-eine-oper-ld.1774813, Philologin Cecilia Bartoli bastelt sich eine Oper, Christian Berzins, Tagblatt, 2013 Auch ihre Bearbeitungen des Farinelli-Repertoires werden hinsichtlich ihrer Qualität gelobt., Farinelli und seine Zeit, Berliner Philharmoniker, 2019 Zahlreiche weitere Publikationen befassen sich teilweise in überschwänglichem Lob mit ihren stimmlichen Qualitäten wie auch ihrer Präsentation.https://www.klassikakzente.de/ceciliabartoli/news-und-rezensionen/liebe-leidenschaft-und-grazie-cecilia-bartoli-auf-den-spuren-des-barocken-kastraten-farinelli-256790, Liebe, Leidenschaft und Grazie – Cecilia Bartoli auf den Spuren des barocken Kastraten Farinelli, Klassik Akzente 2019https://www.luzernerzeitung.ch/kultur/cecilias-vivaldi-zum-zweiten-ld.1099750, Fritz Schaub, Cecilia Bartoli singt zum zweiten Mal unbekannte Vivaldi-Arien, Luzerner Zeitung, 2019-03-07 Auch Vergleiche mit Maria Callas werden in den Medien vorgenommen., Cecilia Bartoli: Die zarte Zornentbrannte, Cecilia Bartoli bezaubert als Bellinis Norma, Claus Spahn, Zeit Online, 2010-07-08
Es gibt auch Kritiker, die sich mit ihrer Interpretationsweise nicht nur zustimmend auseinandersetzen, so dass eine Äußerung aus einem Diskussionsforum wiederholt zitiert und in Musikforen wie Zeitungen auch kontrovers diskutiert wird, als 2005 ihre Stimme im Gegensatz zu anderen Beurteilungen als "klein" bezeichnet wurde.http://www.hifi-forum.de/viewthread-198-213.html, Bartoli, C.: "La Bartoli" - Wie gut ist sie wirklich?, HIFI-FORUM, erstellt: 6. Dezember 2005, 12:09 Uhr Salzburger Festspiele Bartoli hier, Bartoli da, Manuel Brug Feuilletonmitarbeiter, Welt, 2021-05-26 Hierzu wird auch eine Äußerung von der Sängerin selbst zitiert: „Aber wenn sie mir sagen: Du musst eine große Stimme haben, non è possible. Das geht nicht … In Italien gibt es Sprichwort. Wir sagen: Non è possible di avere la botte piena e la moglie ubriaca.“ – „Man kann nicht gleichzeitig das Fass voll und die Ehefrau betrunken haben wollen.“Chernin, Kim und Stendhal, Renate, Cecilia Bartoli – Eine Liebeserklärung, Frankfurt am Main 1998 (über: capriccio-kulturforum.de)
Ihr Engagement für die Barockmusik und insbesondere auch ihre Ausarbeitung und Präsentation des Themenkomplexes des Kastratengesanges wurde teilweise ablehnend beurteilt. Es wurde geschrieben, dass ihre Interpretationsweise und ihre Stimme wenig geeignet sei, den Gesang der Kastraten nachzuempfinden. Auch ihre Selbstdarstellung auf der CD-Hülle mit ihrer Ausarbeitung des Themenkomplexes um Farinelli wurde mit dem Eurovision-Song-Contest-Gewinner Conchita Wurst in Verbindung gebracht. Zudem erfährt sie wegen ihrer Schwerpunktlegung auf Barock-Interpretation bei Anhängern des Belcanto vereinzelt Ablehnung, wie in Mailand 2012.
Cecilia-Bartoli-Musikstiftung Im Jahre 2007 wurde die Cecilia-Bartoli-MusikstiftungOffizielle Seite der Cecilia Bartoli-Musikstiftung gegründet, die sich ganz allgemein der Förderung von Musik widmet, unter anderem der Erforschung, Aufführung und Verbreitung von Musik, dem Aufbau von Sammlungen und Ausstellungen. 2007/08 finanzierte sie eine mobile Ausstellung in einem SattelzugCREDIT SUISSE Sponsoring 11. März 2008: über die Opernsängerin Maria Malibran als Begleitung ihrer Europatournee mit Arien u. a. aus Malibrans Repertoire.
Diskografie
Studioalben
Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte
2009: für das Album Sacrificium
1999: für das Album Arie Antiche 2001: für das Album Live in Italy 2001: für das Album Gluck: Italian Arias 2005: für das Album Opera Proibita 2007: für das Album MariaPlatin-Schallplatte