Der kleine Vampir – Neue Abenteuer ist eine 13-teilige Kinderserie, die ab dem 5. Dezember 1993 im Ersten lief. Sie basiert auf den beiden Kinderbüchern Der kleine Vampir verreist und Der kleine Vampir auf dem Bauernhof von Angela Sommer-Bodenburg, deren Verfilmungsrechte sich der WDR 1990 sicherte. Bereits 1985 wurde eine Serie unter dem Titel Der kleine Vampir für den NDR verfilmt.

Das Drehbuch stammte von Sabine Thiesler, Regie führte Christian Görlitz. Die Dreharbeiten erfolgten vom 28. April bis 27. November 1992 in Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Xanten, Köln, Duisburg sowie dem ostbelgische Verviers.

Handlung Der zehnjährige Anton Bohnsack hat einen Freund namens Rüdiger von Schlotterstein, dessen kleine Schwester Anna unsterblich in ihn verliebt ist. Doch Antons Eltern können diese beiden Kinder nicht ausstehen und alles, was Anton ihnen über seine Abenteuer mit Anna und Rüdiger erzählt, halten sie für reine Erfindung. Denn diese beiden „sonderbaren und dreckigen“ Kinder sind nichts anderes als Vampire, die in einer Familiengruft des städtischen Friedhofs wohnen. Anna und Rüdiger haben Anton den Umhang ihres Onkels Theodor überlassen, der seit einiger Zeit nicht mehr unter den „Lebenden“ weilt. So kann Anton mit seinen besten Freunden zahlreiche Ausflüge unternehmen.

Doch da ihn seine Freunde ja immer nur nachts besuchen, werden Antons Schulleistungen natürlich immer schlechter. Und so wünscht sich Anton, in den kommenden Sommerferien einmal richtig ausschlafen zu dürfen. Doch zu seinem Entsetzen planen die Eltern, die Ferien auf einem abgelegenen Bauernhof zu verbringen. Anton versucht seinen Freund Rüdiger zu überreden, mit ihm nach Ottenbüttel zu kommen. Aber Rüdiger lehnt es ab, seine Zeit auf einem Bauernhof zu vergeuden. Doch ein Missgeschick mit seinem Cousin Jörg dem Aufbrausenden zwingt Rüdiger, sich eine Zeit lang zu verstecken. Und so kommt es, dass auch dem kleinen Vampir plötzlich die frische Landluft um die Nase weht, nachdem sein Sarg bis nach Ottenbüttel transportiert wurde.

Doch weil sich Rüdiger auf dem Bauernhof unvorsichtig verhält und sich sogar fast vom Bauern und dessen Sohn erwischen lässt, haben Anton, Anna und Rüdiger bald den als Landarzt getarnten Vampirjäger Heinrich Stöbermann auf dem Hals. Dieser holt sich sogar den Erzfeind der Vampire – seinen Freund Johann Geiermeier – aus der Stadt zur Hilfe. Die beiden beginnen nun mit der Vampirjagd. Ein kleines Missgeschick mit Stöbermanns Vampirfalle ist der Grund dafür, dass Geiermeier bereits am nächsten Morgen wutentbrannt wieder in die Stadt zurückfährt und Stöbermann die Freundschaft aufkündigt.

Anton, der inzwischen reiten gelernt hat, gewinnt in Ottenbüttel das alljährliche Reiterturnier und nimmt am letzten Abend an einem Vampirfest teil. Bei diesem tauchen aber dann überraschend Antons Eltern und Dr. Stöbermann auf. Antons Mutter gelingt es unwissentlich, Stöbermann erneut auf eine falsche Fährte zu locken und auch Rüdigers Sarg wird am nächsten Morgen auf dem Autodach der Familie zurück nach Hause gefahren.

Folgen 1 Schreck in der Abendstunde Anton ist wieder einmal allein zu Hause, da seine Eltern ins Kino gehen wollten. So stimmt er zu, als ihn Rüdiger einlädt, in der Familiengruft der Schlottersteins „Vampir und Vampirjäger“ zu spielen. Doch es kommt alles anders: Antons Eltern kommen vorzeitig aus dem Kino zurück und rufen aus Sorge wegen Antons Verschwinden die Polizei. Gleichzeitig sind Rüdigers Verwandten auf dem Heimweg und der nichts ahnende Friedhofswärter Johann Geiermeier versperrt ihnen den Weg zur Gruft. Über Umwege kommt Anton schließlich nach Hause. Dort muss er seinen Eltern erklären, wo er den Abend über gewesen ist. Da sie ihm aber die Wahrheit nicht glauben, erhält Anton Hausverbot und die Eltern drohen an, nun samstags daheim zu bleiben.

2 Anna in Not Anna spielt in der Nähe der Gruft auf der Friedhofsmauer. Da gelingt es Geiermeier, Anna zu fangen und in seine Wohnung zu verschleppen. Ihre Mutter, Hildegard die Durstige, bekommt das durch Zufall in der Gruft mit und schleicht sich zu Geiermeiers Haus. Entsetzt und hilflos muss sie zusehen, wie der Friedhofswärter ihre Tochter mit Fragen überhäuft, und läuft nun weinend in die Gruft zurück. Da hat Rüdiger eine Idee: Man müsste versuchen, Geiermeier davon zu überzeugen, dass sie ein Mensch ist. Er fliegt nun zu Anton. Währenddessen versucht nun Geiermeier unter verschiedenen Drohungen Anna zu bewegen, zuzugeben, dass sie ein Vampir ist. Diese weigert sich aber standhaft und bringt Geiermeier dazu, Anton, ihren angeblichen Bruder, anrufen zu dürfen. Dieser macht sich auch sofort auf den Weg, sie zu befreien. Aber Anton hat ein Problem: Seine Eltern halten derweil zu Hause mit ihren besten Freunden, Piele (Ute Sommer) und Toto Deichgraf (Bruno Tenera), einen Dia-Abend ab. So muss Rüdiger ihn „vertreten“, indem er sich in Antons Zimmer aufhält und schlafend stellt. Im Haus des Friedhofwärters gelingt es Anton, Geiermeier davon zu überzeugen, dass Anna und er Menschen seien: Er isst vor dessen Augen eine Knoblauchzehe. Obwohl Piele Deichgraf Rüdiger fast enttarnt, gelingt die Aktion der Kinder ohne Entdeckung seitens der Erwachsenen.

3 Überraschung in der Nacht Antons Eltern müssen wieder zu einem Geschäftsessen. Da Anton seit seinem „Ausriss“ unter verschärfter Beobachtung steht, muss ein Babysitter her. Lisa, die dieses sonst macht, ist aber krank. So wird nun die bemutternde und fernsehsüchtige Nachbarin Frau Puvogel (Tana Schanzara) als Ersatz engagiert. Mit der Behauptung, müde zu sein und ins Bett gehen zu wollen, setzt sich Anton gemeinsam mit Rüdiger auf einen Rummelplatz ab. In der Geisterbahn schlägt Rüdiger seinem Cousin Jörg den Aufbrausenden versehentlich mit einem Holzstock auf den Kopf, der sich dort für einen „kleinen Imbiss“ auf die Lauer gelegt hatte. Nun schwört Jörg Rüdiger, ihm „sämtliche Knochen zu brechen“, wenn er ihn erst erwischen würde. Aber auf dem Rummel ist auch Geiermeier, der die Vampire auch sofort erkennt. Und so kommt es, dass Rüdiger sich doch entschließt, mit Anton aufs Land in Urlaub zu fahren.

4 Geiermeiers Verdacht Anna lässt Anton ihr Poesiealbum zurück, damit er ihr als erster Mensch etwas hineinschreibt. Unglücklicherweise fällt es Geiermeier in die Hände, als sie es beim Abholen verliert. Anna und Rüdiger lenken nun den Verdacht auf Antons Eltern. Geiermeier stellt Antons Elternhaus unter Beobachtung und dringt am nächsten Tag in die Wohnung ein, um die Eltern im Schlafzimmer zu pfählen. Anton kann seine Eltern gerade noch retten, indem er die Vorhänge aufzieht. Geiermeier muss sich erneut geschlagen geben und überlässt Anton widerstrebend das Poesiealbum. So kann Anton Anna am Abend das Buch wieder zurückgeben. Nebenbei machen sich Antons nächtliche Ausflüge durch Übermüdung im Schulischen bemerkbar, so dass sich seine Lehrerin Frau Schlauberger (Hildegard Krekel) gezwungen sieht, mit Antons Eltern ein ernstes Wort zu sprechen.

5 Der Sarg muss mit Wie verreisen Vampire? Das überlegen sich Anton und seine besten Freunde, Anna und Rüdiger von Schlotterstein. Man kommt auf die Idee, Rüdigers Sarg in Geschenkpapier zu verpacken und Rüdiger als Mensch zu verkleiden. Auf dem Weg zum Bahnhof begegnen Anton und die Schlottersteins auch dem Friedhofsgärtner und Vampirjäger Geiermeier. Er erkennt zwar in Anna und Anton seine „kleinen Vampire“, sieht aber Anna dank Anton inzwischen als „Mensch“ an. Den kleinen Vampir Rüdiger erkennt er in dessen Verkleidung als Tiroler nicht als Vampir. Nachdem Rüdiger ihm noch erklärt hat, dass in dem großen Paket „7000 Knoblauchzöpfe“ seien, trägt Geiermeier sogar den Sarg bis zum Bahnhof. Erst als der Zug abfährt, gibt sich Rüdiger offen als Vampir zu erkennen. Nun erkennt auch Geiermeier, dass sein ursprünglicher Verdacht, Anna könne ein Vampir sein, sich bewahrheitet. Er verfolgt nun die flüchtende Anna quer durch den Bahnhof. Aber diese kann ihm gerade noch einmal entkommen. Währenddessen zieht Jörg der Aufbrausende in die Gruft ein und Anna pflegt nun ihre erkrankte Mutter, Hildegard die Durstige (Angelika Hartung).

6 Nächtliche Bahnfahrt Anton und Rüdiger sind nun auf dem Weg nach Ottenbüttel und spielen auf der Bahnfahrt Mensch-ärgere-dich-nicht. Als plötzlich eine ältere Dame, Frau Giftich (Gefion Helmke), ins Abteil kommt, kommen die ersten Probleme auf Anton zu; denn Rüdiger hatte ja immer noch nichts gegessen und langweilt sich schrecklich. Als Rüdiger schließlich noch am Abteilfenster vorbeigeflogen kommt, zieht Frau Giftich die Notbremse. Man kann mit Mühe den Schaffner (Balduin Baas) davon überzeugen, dass alles nur ein Versehen gewesen sei. Aber ein wenig später gibt sich Rüdiger Frau Giftich offen als Vampir zu erkennen und diese fällt in Ohnmacht. Anton und Rüdiger müssen nun den Zug verlassen und den Rest der Strecke zu Fuß gehen.

7 Angst um Rüdiger Die Ferien auf dem Bauernhof beginnen. Gleich nach der Ankunft beginnt Anton Rüdigers Sarg zu suchen. Dabei quetscht er die Bauernkinder Hermann (Jan-André Zinnschlag) und Johanna Hering (Svenja Hohmann) aus, die ihn natürlich sofort als Spinner abtun. Derweil kommt in der Stadt Rüdigers Tante Dorothee (Angelika Milster) in die Gruft und sorgt dort mit der Bemerkung, dass es auf dem Land nur so von Vampirjäger wimmelt für Unruhe. Die Bäuerin, Frau Hering (Ingeburg Kanstein), macht währenddessen im Hühnerstall eine unglaubliche Entdeckung und Rüdiger verliert auf dem Bauernhof seinen Umhang. Frau Hering informiert den Landarzt Heinrich Stöbermann über ihre Entdeckung und dieser vermutet sofort Vampire als Ursache.

8 Glück im Unglück Anton ist krank und seine Mutter ruft den Landarzt Dr. Stöbermann (Dominique Horwitz). Anton erkennt mit Erschrecken, das Stöbermann auch gleichzeitig Vampirjäger ist. Bauer Hering fertigt zwischenzeitlich aus Rüdigers Umhang eine Vogelscheuche an und stellt diese im Feld auf. Anna entdeckt diese auf ihrem Weg nach Ottenbüttel und glaubt nun, dass ihr Bruder nicht mehr am Leben sei. Da Stöbermann jeden Abend mit seinem Dalmatiner Brutus einen Rundgang macht, um Vampire aufzuspüren, findet er die weinende Anna am Wegesrand. Anna kann Stöbermann überzeugen, dass sie sich nur verlaufen habe und auf der Suche nach ihrem Freund Anton sei. Stöbermann nimmt Anna mit auf dem Hering-Hof und Anton kann sie gerade noch rechtzeitig vor Stöbermann warnen. Aber nur wenig später treffen Anna, Anton und Stöbermann auf Rüdiger, der vor Brutus auf einem Baum geflüchtet ist.

9 Vom Teufel geritten Rüdiger findet nun doch langsam Gefallen am Landleben, als er und Anton Pferde auf einer Weide finden. Kurz darauf stößt auch Anna zu ihnen. Anton und die Vampirkinder reiten nun Nacht für Nacht. Der Bauer (Ulrich Faulhaber) ruft nun Dr. Stöbermann, weil der sich die erschöpften Pferde nicht erklären kann. Doch dieser hat nun schon seit längerem einen bestimmten Verdacht, und als er Anna auf der Weide fliegen sieht, ruft er seinen Freund und Kollegen Geiermeier an. Beide Vampirjäger legen sich auf die Lauer. Als aber Geiermeier versehentlich in die Vampirfalle Stöbermanns gerät, reist dieser am nächsten Tag verärgert wieder ab und kündigt Stöbermann auch die Freundschaft auf. Währenddessen gewinnt Anton in Ottenbüttel das jährliche Reitturnier.

10 Der unheimliche Organist